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SV Dinslaken I - Viktoria Alpen I 12 : 12

Jugendverbandsliga, Runde 3 am 16. Januar 2016

Wie allgemein üblich, waren um Viertel vor Drei zunächst einmal die Gegner vollständig da. Zu diesem Zeitpunkt war von den Dinslakenern nur Philip anwesend, der mit mir zusammen die Pause nach dem Training verbracht hat. Nach und nach tröpfelten dann auch die eigenen Spieler ein, zuletzt Alexander mit einigen Minuten Verspätung. Holger, der ihn vorbeibrachte, beschwerte sich über sein Ampelglück: "Eine rote Ampel nach der Anderen, das ging nicht mit rechten Dingen zu."

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  Turnierpartie, und spielte diese, wie wohl die meisten zu Beginn ihrer Schachspielerkarriere: Viel zu schnell. Eigentlich
  nahm er sich dabei sogar etwa doppelt soviel Bedenkzeit wie sein Gegner Falco Küsters, aber dieser stellte trotzdem
  weniger Figuren ein. Lobenswerterweise nahm Falco sich hinterher Lennart unter die Fittiche, und teilte mit ihm den
  Erfahrungsschatz seiner bisher fünfjährigen Turnierspielerkarriere. Lennart wird hoffentlich langfristig davon profitieren. 1:3

  maxbaik_august2015.jpgNach etwa einer bis anderthalb Stunden endete die Partie an Brett 5 zwischen Max Baik und Steffen Küsters. Max hatte zwar
  eine Figur weniger, - eingestellt, nicht geopfert -, hatte aber mehr als ausreichend (!) Kompensation. Es gelang ihm, seine
  Schwerfiguren über die halboffene f-Linie auf dem gegnerischen Königsflügel festzubeißen, auf der h-Linie lauerte der
  gesunde Freibauer auf seine Chance, und sein Gegner hatte sich auch noch durch nicht ganz geschickte Figurenaufstellung
  selber vom Ort des Geschehens abgeschnitten. Max bot schließlich Remis an, was der Gegner ohne zu Zögern und mit erstauntem Blick annahm. Und auch von seinem Trainer erntete Max einen erstaunten Blick. 3:5

nopic.jpg?cs=0844bd9573a5793577505ffb3e53f3f0df1e58252b06b1f6a7497ce3ed21c425329d16acf673b0907359dc59909696f5f28df49145b0482b2e5ac291009d5d78&derivate=usage%3Dposter  Am zweiten Brett traf Alexander May auf Tim Ronneburg. Nominell eine Begegnung auf Augenhöhe. Allerdings fehlt
  Alexander etwas die Spielpraxis. Er hatte in der Eröffnung ein wichtiges Tempo verloren, und hatte leichte Probleme auf
  dem Brett, als er einfach frech ein Remis anbot. Diesmal war das Erstaunen umgekehrt, als auch diese Partie friedlich
  endete. 5:7


  kaischmid_oktober2013_2.jpg?cs=87b16a979eaf1ec9a0be97c9de7aa4f47fda51823579550a7ccdca6ed64d0fe7f90de6eda8540dcc236a195711fff2aa9c86f30e9ade3ce4c1c8467174031914&derivate=usage%3DposterNach etwa zwei Stunden war dann auch die Partie an Brett 3 zwischen Kai Schmid und Luca Eichhofer beendet. Kai hatte
  eigentlich durchgängig Vorteil, aber die Höhe des Vorteils schwankte etwas. Kai erzählte mir hinterher, er wollte
  zwischenzeitlich ernsthaft ein Remis anbieten. Glücklicherweise entschied er sich, zu fighten, und bekam das klar bessere
  Endspiel, das er sicher nach Hause brachte. 8:8


Blieben also nur noch die Partien von Philip und Annkathrin, und beide Partien hatten es in sich.

  philipbrockhaus_oktober2013.jpg?cs=46228b861f21efd1a1a647865f3cd16cc428d0ffdd096e048782d7078b3f83b82bcb09eddb513f0b6349fa37323f5d3843673545cd85f07d8ff9910b8a74bbf8&derivate=usage%3DposterPhilip Brockhaus hatte am Spitzenbrett gegen den ebenfalls sehr spielstarken Peter Winkel in der Eröffnung daneben
  gegriffen, und stand mit dem Rücken an der Wand.



annkathrinkempa_juni2014_b.jpg  Annkathrin Kempa dagegen hatte an Brett 4 gegen Tobias Krach durch eine schlagfertige Riposte eine Figur mehr auf
  dem Brett. Sie war also in der Situation, gewinnen zu müssen. Eine Rolle, die ihr gar nicht behagte. Da traf es sich gar
  nicht gut, dass sie die Figur wieder einstellte.


Philip dagegen kämpfte sich wieder heran, bis zu einer Stellung, in der die Engine in der Post-Mortem-Analyse mit Ausgleich wertete. Er mußte jedoch der Anstrengung Tribut zollen, und geriet wieder in Rückstand. Jetzt startete er einen Verzweiflungsangriff, er setzte alles auf einen Freibauern, und opferte mehrere andere Bauern. Würde der Bauer den Touchdown schaffen?

Annkathrin dagegen überzeugte durch starkes Spiel im Endspiel. Selten fand sie den alleroptimalsten Zug, aber immer einen Zug, der weiter in Richtung Sieg steuerte. Der Gegner dagegen ließ mehrere Bauern liegen, die Annkathrin nacheinander aufsammelte, und ihren Vorteil erhöhte. Die Partie konnte eigentlich nur noch einen Ausgang nehmen. In dieser Phase allerdings tauchte Herr Kempa auf, um seine Tochter einzusammeln für einen privaten Termin. Er nannte mir sogar den Zeitpunkt, zu dem Annkathrin fertig sein mußte: ViertelvorSieben. Es stand also zu befürchten, dass Annkathrin ihre totgewonnene Stellung aus außerschachlichen Gründen hätte aufgeben müssen. Glücklicherweise stellte Tobias genau zu dem genannten Zeitpunkt seine Bemühungen ein. 11:9

Blieb also noch die Partie von Philip, der sich noch ein Weilchen gegen das Unvermeidliche sträubte, aber etwa um halb Acht seine bittere Niederlage anerkennen mußte. 12:12

Angesichts der kämpferischen Leistung beider Mannschaften scheint mir die Punkteteilung auch das angemessenste Ergebnis.


[Bericht: Dirk Stoppacher, Fotos: Archiv]