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Jugendviererpokal

Runde 1, 30.11.2013: SV Dinslaken - Viktoria Alpen 1,0 : 3,0

Ein Problem hat sich heute früh noch mit der Aufstellung ergeben. Kai Schmid, eigentlich vorgesehen für Brett 3, hatte sich eine Grippe eingefangen. Seine Mutter verständigte mich um etwa 9.00 Uhr früh. Ich hatte noch etwa eine halbe Stunde, um einen Ersatzspieler zu finden, bevor ich mich zum vormittäglichen Training in Richtung Dinslaken aufmachen mußte. Also zunächst Annkathrin angerufen, sie hatte leider zeitgleich eine Verabredung mit einer lange nicht gesehenen Bekannten. Der nächste war Jan, aber Jan lag noch in tiefem Schlummer. Glücklichweise kannte sein Bruder keine Gnade mit ihm, und ließ ihn trotzdem telefonieren, aber Jan war zu keiner Aussage fähig.
Etwas später, das Jugendtraining lief bereits, ließ ich Mannschaftsführer Matthias einen weiteren Versuch bei Jan starten, aber es erwies sich, dass ihn das Faulfieber erwischt hatte. Er stand also auch nicht zur Verfügung.
Philip saß daneben. Er hätte normalerweise einen Noteinsatz geleistet, allerdings mußte er zeitgleich nach Moers zur BEM. Was hast Du heute eigentlich gegen Martin ten Huf gemacht?
Julian R. angerufen, er muß wieder für die Schule lernen.
Letzte Möglichkeit: Lennart. Er hat sich diese Saison schachlich allerdings äußerst rar gemacht :-(. Philip versuchte ihn noch zu bekneten, aber er ließ sich nur zu einem "Ich überleg's mir" hinreißen. Matthias und ich haben die Mittagspause dann gemeinsam im DGB-Heim verbracht, unterbrochen nur von einer kurzen Essenspause. Um zwei Uhr, nur noch 60 Minuten bis Anpfiff, haben wir noch einen zweiten Anlauf versucht. Matthias hat es zunächst ebenfalls gütlich versucht, griff dann aber zu den ganz harten Bandagen: "Du spielst jetzt, sonst komme ich bei Dir vorbei, kratze Dir die Augen aus, und schlitze Dir die Kehle auf!". ;-) So freundlich gehen die Jugendlichen miteinander um. Aber waren wir da anders? Die Strategie zeigte Erfolg. Lennart nahm es mit Humor, machte eine Zusage und kam dann auch pünktlich zum Spiel.

Zusammen mit Julian S., der sich in nächster Zeit wieder öfters blicken lassen will, Alessio und Matthias waren wir dann auch komplett. Die Gegner zeigten sich ähnlich kampfbereit, und beim Anblick ihrer Mannschaftsaufstellung rutschte mir das Herz ganz schön in die Hose. Alle Cracks von denen waren dabei. Das würde heute ein hartes Stück Arbeit werden.

Die Mitspieler entschieden sich heute, das Feld von hinten aufzurollen. Als Erstes endete die Partie vom letzten Brett. In einer Schnellschachpartie führte Matthias Horstkamp gegen Simon Fuchs einen frechen und keineswegs korrekten Mattangriff zum Führungstreffer für uns. 1:0 (Zweitwertung 1:0)

Auch am dritten Brett ging man es schnell an. Youngster Alessio versuchte zunächst, den Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Darum streiten sich bislang Matthias Horstkamp und Sinan Demir. Ähnlich wie die beiden, verlor auch Alessio dabei Material, allerdings "nur" zwei Bauern. Jetzt versuchte er dann doch noch, einen Gang zurückzuschalten, und zu retten, was noch zu retten war. Aber Routinier Tim Ronneburg war auf weitere Sachspenden nicht angewiesen. Er nutzte seine Stellungsvorteile, um Alessio Stück für Stück zusammenzuschnüren wie ein Weihnachtspaket. Schließlich brach Alessios Stellung einfach zusammen, und er verlor einen Turm und gab dann folgerichtigerweise auf. 1:1 (Zweitwertung: 1:2)

Den schwierigsten Brocken hatte Julian Sper an Brett zwei erwischt. Sein Gegner war der amtierende U16-Bezirksmeister Peter Winkel. Erschwerend kam für Julian noch dazu, dass es ihm merklich an Spielpraxis mangelte. Zunächst hielt er noch gut mit, konnte fast den Partieausgleich herstellen, aber irgendwann kam der Patzer dann leider. 1:2 (Zweitwertung 1:5)

Nun war unser Notnagel Lennart unsere einzige noch verbliebene Hoffnung. Ein Sieg war nicht mehr möglich, aber mit einem Sieg am Spitzenbrett konnte Lennart noch gleichziehen, auch nach Zweitwertung. Allerdings war die Situation nicht einfach. Er hatte nicht nur mit Alexander Buhren, sondern auch mit der unbarmherzigen Uhr zu kämpfen (ich beantrage übrigens die Anschaffung etwas barmherzigerer Uhren). Dazu sah er sich einem kräftigen Königsangriff ausgesetzt, dessen Abwehr einen sparsamen Umgang mit der Bedenkzeit nicht zuließ. Schließlich mit noch etwa 5 Minuten für 20 Züge spielte er den Rest der Partie aufrecht stehend. Ein Remisangebot des Gegners mußte er ablehnen. Julians Partie am Nachbarbrett lief zwar noch, aber ließ keinen Entscheidungsspielraum. Da plötzlich, um Zug 27 herum vergaß er, die Uhr zudrücken. Als es ihm auffiel, waren nur noch 18 Sekunden verblieben. Zwei Züge später war das Drama dann vorbei. 1:3

Insgesamt ein souveräner und verdienter Sieg für die Gäste aus Alpen. Wir wünschen für den weiteren Turnierverlauf viel Erfolg.

[Dirk Stoppacher]