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Jugendkreisliga

10. Mai 2014, Runde 5: SV Dinslaken I - Viktoria Alpen III 2,0 : 2,0

"PAAAAAsmilie_shocked_050.gifNIK!!!!!!!!!!!!!!"  war die Devise direkt vor dem Mannschaftskampf.  "Wir sind nur Tabellenvorletzter, und spielen gegen die Tabellenführer. Da haben wir keine Schnitte!" So schallte es mir im Chor entgegen. Und so ließ ich es mir gelegen sein, massiv dagegen anzugehen. Glücklicherweise gab es reichlich Argumente für uns. Wir hatten erst einen Mannschaftskampf verloren. Und den hätten wir nicht verlieren müssen. Der entscheidende halbe Punkt war an den hinteren Brettern durchaus drin. Und auch bei den anderen Kämpfen, bei denen wir jeweils mit Unentschieden nach Hause kehrten, haben wir den einen oder anderen halben Punkt am Wegesrand liegen lassen. Diagnose 1: Es hapert an der Chancenauswertung, und daran sind wir selber schuld. Diagnose 2: Wir können jeden in der Liga schlagen, wenn wir uns zunächst einmal selbst besiegen.

annkathrinkempa_august2013.jpgWie schon so oft, endete zunächst die Partie von Annkathrin Kempa an Brett 4. Und zwar spielte sie gegen Kevin Léon Voetee, der bislang nur eine kampflose Partie als Erfahrungswert aufweisen konnte. In einer leider wieder einmal viel zu schnellen Partie (25 Züge in 50 Minuten Gesamtdauer) in der Annkathrin völlig überlegen stand, beschäftigte sie sich damit, die gegnerischen Bauern abzuernten und dabei den Springer zu mißachten, der die Überwachung von Annkathrins Königsfluchtfeld übernahm und dadurch ein Grundreihenmatt ermöglichte. Hier war ohne Weiteres ein voller Punkt für uns drin. 0:1

kaischmid_oktober2013_2.jpgDann kam auch schon das Ende für die Partie von Kai Schmid gegen Timon Römer an Brett 2. Kai hatte seine überraschende (und unnötige) Niederlage aus der letzten Runde gut weggesteckt. Die beiden folgten lange Zeit einer Partie aus der Slowenischen U14-Meisterschaft von 2001. Der Gegner versuchte sich an einem Figurenscheinopfer, das bei Annahme einen Bauern erbracht hätte. Kai ripostierte dagegen mit einer Springergabel, die der Gegner übersehen hatte. Kai bekam zunächst die Qualität und in der Folge auch den Scheinopferspringer. In der Folge spielte Kai ruhig und sicher auf Vereinfachung, strich zwischendurch noch den einen oder anderen Materialgewinn ein, lockte die gegnerische Dame ins Abseits, und hetzte den König quer über das Brett, um ihn schließlich in der Ecke seines Damenturms zu erlegen. 1:1

alessiociomperlik_oktober2013.jpgDas nächste Ergebnis meldete uns Alessio Ciomperlik. Er hatte an Brett 1 gegen Simon Fuchs gespielt. Der Gegner wollte Alessios im Zentrum eingesperrten Läufer mit dem Bauern den Garaus machen. Allerdings erlaubte gerade dieser Bauernzug Alessio, mit Tempo- und Figurengewinn seinem Läufer einen Fluchtweg zu verschaffen. In der Folge konnte Alessio den Damenflügel vollständig dominieren und den Gegner samt seinem gesamten Gefolge in dessen Ecke am Königsflügel einquetschen. Dort allerdings ließ Alessio Gegenspiel gegen den eigenen König zu. Der Gegner hatte eigentlich nur einen sinnvollen Plan, der sich zudem auch noch abwehren ließ. Alessio fand die Abwehr leider nicht, und so mußte er schließlich dem Gegner Szepter und Reichsapfel des eigenen Königreiches überlassen. Auch hier wurde ein Elfmeter ins eigene, viel schwerer zu treffende Tor geschossen. 1:2

svenschwarz_urlaub2013.jpg Damit verblieb nur noch die Partie von Brett 3 zwischen Sven Schwarz und Falco Küsters, und sie verblieb noch für lange Zeit. Im frühen Mittelspiel zeigte sich, dass der Gegner anscheinend noch nicht ganz wach war. Er ließ seine Dame in der Springerdrohung einfach stehen. Zwar war Svens Springer durch den gegnerischen Läufer an die eigene Dame gefesselt, aber dieser Läufer war dann seine Nettoausbeute für letztlich nichts. Eine handvoll Züge folgte der andere Läufer dem Schicksal seines Vorgängers. Damit sollte eigentlich der Punkt im Sack sein, - dachte ich nicht zum erstenmal heute bei mir. Und tatsächlich: Im 26. Zug unterlief Sven ein Patzer. Kein Denkfehler, sondern ein Fingerfehler. Der Turm, der eigentlich von e8 nach e6 bewegt werden sollte, verließ schon auf e7 die ihn führende Hand. Der Gegner reklamierte den ausgeführten Zug, und der Turm war verloren. Damit blieben immer noch zwei Springer gegen einen Turm übrig, aber es handelte sich um ein Spiel auf beiden Flügeln, bei dem der Turm deutlich in seinem Element war, während die Pferde sich wie zwei Seepferde zu Lande benahmen. Einer der beiden Rappen ging dann verloren, es folgte noch der eine oder andere Bauer, bis es zu folgender Stellung kam.

falcokuesters-svenschwarz.jpg Für Sven war offensichtlich, dass er sowohl den Freibauern als auch den Springer bald würde abgeben müssen. Seine einzige Hoffnung war, dass sein Gegner sein Verzweiflungs-Remisangebot annehmen würde, um der Mannschaft den Sieg zu sichern.

Sven zog also 50. ... h5 mit Remisangebot.

Der Gegner zog stattdessen siegesgewiss 51. Ta5, lehnte also ab.
Sven zog 51. ... Sb6, wohl wissend, dass auf 52. Ta6 das Ende kurz und schmerzlos wäre.

Der Gegner zog aber á Tempo 52. Kxb2??, was Sven natürlich mit 52. ... Sc4+ und 53. SxTa5 beantwortete.


Jetzt war der Vorteil wieder auf Seiten von Sven. Aber es gab ein Problem: Die entstandene Stellung war ein Endspiel(!). Egal, was für eins, ein Endspiel. Und damit kam Sven spürbar nicht zurecht. Zu Beginn dieses Endspiels hatte er den Mehrspringer und den richtig stehenden König, bei jeweils drei verbundenen Bauern am Königsflügel. Aber er fand den richtigen Plan nicht, und ließ zu, dass der ursprünglich falsch stehende gegnerische König seinen Bauern zu Hilfe eilen konnte. Er kam nicht auf den Gedanken, dass sein eigener König nicht mehr hinter, sondern vor die Bauern gehörte. Er ließ die Entstehung eines Randfreibauern zu, anstelle eines mehr zentralen Bauern. Mit Mühe und Not gelang es ihm, mit dem Springer den König aus der Umwandlungsecke zu vertreiben, und schließlich und endlich doch eine Dame zu erwerben. Mit dieser Dame bereitete es ihm immer noch viel Mühe, den Gegner in die Ecke zu drängen. Einmal ließ er ihn sogar noch durch die Maschen schlüpfen. Und ständig fragten sich die Umstehenden, die Gäste hoffend, die Gastgeber verzweifelnd, ob da nicht doch noch ein Patt rauskommt. Aber schließlich war es dann doch geschafft, nach insgesamt 94 Zügen und einer Gesamtdauer von etwa drei Stunden. "Drei Stunden?" fragte ein dreikäsehoher Alpener Spieler. "Das ist ja rekordverdächtig!" Wolfgang Buhren aus Alpen und ich wiegelten nur lächelnd ab. "Das ist eigentlich sogar eine eher schnelle Partie!". Egal, sie war jetzt entschieden, und zwar für uns. 2:2

An der Tabellenspitze hat sich dadurch die Änderung ergeben, dass Alpen III jetzt abrutscht auf den 2. Tabellenplatz. Der Verein wird es verschmerzen: Den vakanten 1. Platz hat Alpen II eingenommen. Bei Dinslaken dagegen wird Sven zum "Held des Tages". Zum wiederholten Male hat er alleine auf Grund seiner Nervenstärke das drohende Schicksal von seiner Mannschaft noch einmal abgewendet. Und er hatte mit Sicherheit den härtesten Kampf zu bestehen, und hat das erfolgreich hinbekommen.

Außerdem haben sich meine Rechthaberqualitäten wieder einmal gezeigt: Meine beiden eingangs erwähnten Diagnosen haben sich voll erfüllt. Wir konnten den Tabellenersten schlagen, - zwischendurch schaute es gar nach einem deutlichen 4:0 für uns aus -, aber wir haben mal wieder einige Chancen nicht genutzt. Beides kann uns aber Ansporn für die nächste Saison sein.

[Bericht: Dirk Stoppacher, Bilder: Archiv, Diagramm: Eigenbau, Emoticon: http://www.smilies.4-user.de/]




29. März 2014, Runde 4: SV Neukirchen-Vluyn II - SV Dinslaken I 2,0 : 2,0

Etwa eine Stunde vor Spielbeginn traf sich die Mannschaft vor dem Vereinsheim, in dem zeitgleich die NRW-Viererpokal-Vorrunde der Senioren stattfand. Noch einen kurzen Blick auf deren Partien geworfen, und schon schwangen wir uns auf die Autobahn. In Neukirchen selber hatte ich mal wieder damit zu kämpfen, dass ich mir den Weg nicht merken kann. Ich komme jedesmal anders dahin, aber irgendwie hat es wieder geklappt, und wir waren sogar überpünktlich da.

annkathrinkempa_august2013.jpgNach etwa einer Stunde endete die Partie von Annkathrin Kempa an Brett 4 gegen Thomas Klanten. Diesmal habe ich weder an ihrer Partie noch an ihrem Zeitverbrauch etwas zu bemäkeln. Es war ein souveräner Start-Ziel-Sieg. Der neunjährige Gegner absolvierte seine erst zweite Turnierpartie, und muß noch etwas üben, bevor er imstande ist, das zu leisten, was man Widerstand nennt. 1:0

Als ich diese Partie mit Annkathrin fast durchgesprochen hatte, endeten ungefähr zeitgleich die Partien an den Brettern 2 und 3.

matthiashorstkampf_oktober2013.jpgAn Brett 2 hatte Matthias Horstkamp es mit Jan Zemke zu tun. Hier ging wirklich alles drunter und drüber. Matthias eröffnete den Reigen, indem er die gegnerische Dame in seine Stellung eindringen ließ, in der sie einen Bauern abplücken konnte. Jan revanchierte sich, indem er zwei Leichtfiguren wegstellte. Das konnte Matthias nicht auf sich sitzen lassen und gab völlig unnötig den Turm ab. Direkt im Anschluß verspeiste er noch einen vergifteten Bauern, so dass der Gegner einen Mattangriff bekam. 1:1

svenschwarz_urlaub2013.jpgDie Partie an Brett 3 dagegen hatte etwa 30 Züge lang immerhin Ähnlichkeit mit Schach. Hier traf Sven Schwarz auf Laurenz Übleiß, der bislang nur einen Springer weggestellt hatte, und noch kämpfen konnte. Dann allerdings stellte er noch den Turm auf das von Svens Springer bewachte Feld, und von diesem Moment an ging die Partie nur noch auf ein Tor. Ein paar elegantere Abkürzungen wären möglich gewesen, aber schließlich scheiterte der Gegner irgendwann an seiner unbewachten Grundlinie. 2:1

kaischmid_oktober2013_2.jpgBlieb also nur noch die Partie am Spitzenbrett zwischen Kai Schmid und Eric van den Bosch. Hier hatte sich Kai in einem Schwerfigurenendspiel einen gedeckten Mehrfreibauern erspielt. Seine Chancen waren gut, daraus sogar ein Freibauern-Duo zu machen, was die Partie vermutlich entschieden hätte. Aber an dieser Stelle entschloss er sich zu einer kleinen Kombination, die leider ein dickes Loch aufwies. In dieses Loch fiel sein Turm, und kam nicht mehr heraus. Der Mehrturm des Gegners holte dann Kais Bauern ab, und nichts mehr war zu wollen. 2:2

[Dirk Stoppacher, Bilder: Archiv]


15. Februar 2014, Runde 3: SV Dinslaken I - Viktoria Alpen II 1,5 : 2,5

Im Gegensatz zur Vorrunde war die Aufstellung diesmal nahezu unproblematisch. Matthias und Sven hatten mir schon vor Monaten Bescheid gesagt, dass sie auf Klassenfahrt wären, ich also wieder alle verbleibenden Spieler aufstellen müßte. Diese sagten aber glücklicherweise alle zu, und so blieb kein Brett frei.

Zunächst endete die Partie von Jan Schmitz an Brett 3 gegen Steffen Küsters. Jan ist mit Sicherheit ein talentierter Spieler, aber er hat noch nicht gelernt, seine Impulsivität zu zügeln. Entsprechend schnell ging er zu Werke, und verlor deshalb sang- und klanglos. 0:1

 annkathrinkempa_august2013.jpg Ähnliches gilt für Annkathrin Kempa, die an Brett 4 gegen Kevin Schade spielte. Ihr Problem ist ihre Nervosität, die ebenfalls
  dafür sorgt, dass sie ihre Züge nicht gründlich genug überdenkt. Während der Partie hatte sie mehrfach die Gelegenheit,
  auszugleichen und sogar Vorteil zu erlangen. Schließlich fiel sie einem unauffälligen Abzug auf ihre Dame zum Opfer:

kempa-schade.jpg  In dieser Stellung zog Kevin 27. ... Sd5, was vordergründig nach einem Figureneinsteller aussieht, aber 28. Lxd5??
  Dxa6!




  stoppacher-superconstellation.jpgUnd dabei hatten wir noch am Vormittag diese Stellung behandelt. Hier geschah 22. ... e5 23. Dh5! was erstmal
  gesehen werden mußte, und Weiß gewann schließlich.

  In der Folge ging Annkathrins Partie nur noch auf ein Tor. 0:2



Ich bin davon überzeugt, dass gründliches Nachdenken die Schlüsselfertigkeit für einen guten Schachspieler ist. Beide bisherigen Partien waren Negativbeispiele. Glücklicherweise endete an Brett 2 jetzt ein Positivbeispiel.

kaischmid_oktober2013_2.jpg  Kai Schmid brachte mit einem triumphierenden Lächeln die Notation von seinem Sieg über Nils Grundmann in den Analyseraum.
  Während der Analyse fragte er ständig: "Na? War das nicht ein Ausrufezeichenzug?". Tatsächlich war die Partie recht solide
  gespielt. Und ein Zug ist mir tatsächlich ein Diagramm wert.

schmid-grundmann.jpg  An dieser Stelle zog Kai nicht das verlockende 40. d7?, was dem Gegner die Möglichkeit zu einigen unangenehmen
  Damenschachs gegeben hätte, sondern das prophylaktische 40. f4, was die Diagonale auf den weißen König
  verrammelt. Der Rest der Partie ist einfach und zwingend. 1:2



alessiociomperlik_oktober2013.jpg  Nun hing also alles an der Partie von Alessio Ciomperlik. Leider hatte Alessio am 1. Brett irgendwo eine Leichtfigur gegen Tobias
  Krach eingestellt. Das späte Mittelspiel war geprägt von beidseitigen Materialeinstellern. Schließlich gelang es Alessio, in ein
  Endspiel mit einem Turm gegen zwei Springer abzuwickeln. Theoretisch Remis, aber wir reden hier von einer
  Jugendkreisligapartie. Alessio hat Materialnachteil, aber er kann nicht mehr verlieren. Selbst wenn er den Turm noch einstellt, kann der Gegner nicht mehr gewinnen. Umgekehrt, wenn der Gegner noch beide Rösser abgibt, kann Alessio doch noch gewinnen. Also hat er Tobias noch ein wenig durchgeknetet. Und tatsächlich gelang es ihm, den einen Springer zu beseitigen. Aber leider ist auch der andere noch für ein Remis ausreichend. Der Gegner behielt den Springer immer in der Nähe des Königs, - was genau das richtige Rezept ist -, und ließ nichts mehr anbrennen, und so blieb Alessio leider nur der halbe Punkt. 1½:2½

[Dirk Stoppacher, Bilder: Archiv]



25. Januar 2014, Runde 2: SK Xanten II 1,0 : 1,0

Heuer war die Mannschaftszusammenstellung ein Fall für die Dickstahlnerven. Die ersten Klarmeldungen waren leicht zu bekommen. Annkathrin und Matthias waren letzte Woche beim Training, und haben direkt zugesagt. Aber dann fing es auch schon an. Bereits beim Training teilte mir Frau Schmid mit, dass Kai heute außerhalb von NRW wäre. Etwas weit für eine kurzfristige Anreise. Telefonisch bekam ich auch von Familie Ciomperlik eine Absage. Alessio hatte bereits zwei Termine an dem Tag. Einen dritten könne er nicht dazwischen quetschen.
Oh-Oh, dachte ich so bei mir. Jetzt darf nichts mehr schief gehen. Wenn jetzt noch einer ausfällt, bleibt ein Brett leer. Da traf es sich gut, dass ich nach zwei Tagen Jan Schmitz erreichen konnte. Er hatte aber auch einen Familientermin, ließ sich aber dazu überreden, diesen abzusagen und mit Schach zu spielen.
Prima, jetzt brauchen wir nur noch von Sven Schwarz eine Zusage, und die Mannschaft steht. Darum wollte sich Matthias bemühen, der mit Sven zur Schule geht. Hier lautete die Rückmeldung: Sven muß leider zum großväterlichen Geburtstag. Er muß sich da nur kurz blicken lassen, aber leider genau zu der Zeit, zu der wir in Xanten bereits eingetroffen sein mußten.
Ojojojojoj, drei Absagen. Eigentlich wollte ich unsere stärkeren Jugendspieler gar nicht aufstellen, aber Lennart und Julian sind für die besseren Spieler in der Kreisliga nicht völlig aus der Reichweite. Deshalb beide nochmal angesprochen, aber beide hatten schon andere Termine.
Dieser Zustand der unvollständingen Mannschaft hatte mich bereits die ganze Woche über total heruntergezogen. Aber heute um 14.00 Uhr kam dann noch ein Tritt in den Magen dazu. Jan kam zum Treffpunkt, aber nur, um uns mitzuteilen, dass er nicht mitkäme.

Also haben wir uns kurzfristig sogar nur mit zwei Spielern auf den Weg machen müssen. Was konnte ich tun? Nur gute Miene zum bösen Spiel machen: Leute, in der Kreisliga gibt es keine Vorentscheidungen. Kämpfen, dann ist noch alles drin.

In Xanten angekommen, stellte sich heraus, dass ich nicht der einzige Jugendwart mit Aufstellungsproblemen bin. Auch Frank hatte nur zwei Leute Gewehr bei Fuß. Er hoffte noch auf einen dritten Spieler, aber um Punkt 15.00 Uhr begannen wir den Mansnchaftskampf. Beide Seiten stellten die Mannschaften so auf, dass alle beteiligten Spieler einen Gegner bekamen. Für uns bedeutete das, dass unsere Spieler aufrückten, was wir eigentlich gar nicht geplant hatten. Im Gegenzug verzichtete Frank darauf, seinen dritten Spieler aufzustellen, der sich um einige Minuten verspätet hatte, und auf diese Weise einen kampflosen Punkt zu kassieren. Herzlichen Dank für diesen fairen Zug.

Zunächst endete die Partie von Annkathrin Kempa an Brett 2 gegen Darwin Alexander Stich. Annkathrin konnte diese Partie souverän gewinnen, allerdings kann man nicht davon sprechen, dass sie auf heftigen Widerstand gestoßen wäre. Für Darwin, - ich glaube, er spielt noch U10 -, war dies erst der zweite Einsatz in einer Mannschaft. 1:0

horstkamp-gudat_250114.jpgAn Brett 1 bekam Matthias Horstkamp es mit Nils Gudat zu tun: "Oh Gott, bloß nicht gegen den. Der hat DWZ über 900". Entgegen seiner Erwartung gelang es ihm aber, seinen Gegner auf beide Hörner zu nehmen, - siehe Diagrammstellung -, nur: Es gibt nichts schwereres als eine gewonnene Partie zu gewinnen. An dieser Stelle geschah anstelle des einfach glücklich machenden 24. Dxg4, was nicht nur eine Figur gewinnt, sondern auch dem Gegenspiel den Wind aus den Segeln nimmt, nur der zweitbeste Zug 24. De2. Dieser bewahrt immer noch Gewinnvorteil, ist aber der erste einer Reihe von Schritten in Richtung Untergang. Matthias fand sie alle, und gab so die Partie ab. 1:1

Ich weiß aber nicht, ob ich wirklich böse darüber sein kann. Das wäre schon echt frech gewesen, mit nur zwei Leuten nach Xanten zu fahren, und dem Gegner, der auf einen kampflosen Brettpunkt verzichtet hat, gleich beide Mannschaftspunkte wegzunehmen. Frank Oenings und ich waren beide eigentlich eher froh über die Punkteteilung.

Das scheint in dieser Saison übrigens das Motto der Liga zu sein. In der letzten Runde gingen alle Begegnungen so aus, in dieser wich nur Alpen 3 davon ab, das gegen Neukirchen 2 mit 3:1 gewann, und damit noch vor Alpen 2 Tabellenführer ist.

[Dirk Stoppacher]



7. Dezember 2013, Runde 1: Turm Kamp-Lintfort III - SV Dinslaken I 2,0 : 2,0


Bei der Abfahrt hatten einige unserer Vorkämpfer schon Angst, sich in meine "Eiskiste" setzen zu müssen, aber während der Fahrt waren keine Temperaturbeschwerden zu vernehmen. Höchstens, dass Jan sich mit dem vom Dachfenster hereintröpfelnden Wetter auseinandersetzen mußte. In Kamp-Lintfort hat sich der Jugendwart mal wieder verfranst, er findet immer nie den Weg zum Hinterparkplatz des Lintforter Gymnasiums. Also wieder auf dem Hauptparkplatz geparkt, und wieder einmal komplett um das Gebäude herumgewatschelt. Kein Problem, die Gegner haben noch auf uns gewartet. Berichtskarte ausgefüllt, Höflichkeiten ausgetauscht, und schon ging der Kampf los.

Zunächst, wie so oft bei den Jugendmannschaften, endete der Kampf an Brett 4. Annkathrin Kempa bekam es mit den Turnierneuling Lukas Heinen zu tun. Eine goldene Gelegenheit für sie, eine Partie auch mal zu gewinnen. Insbesondere, weil sie sich im Training in letzter Zeit sehr positiv hervorgetan hat. Sie kam auch gut aus der Eröffnung, aber dann warf sie alle Schachspielertugenden über Bord. Sie ließ sich von ihrer Nervosität steuern, und hatte darüber wohl alles vergessen, was sie in letzter Zeit gelernt hatte. Vor allem sah sie nicht genau hin, und ignorierte stellenweise einfach die gegnerischen Möglichkeiten völlig. Mit einigen Schwierigkeiten, aber immer deutlicher, steuerte der Gegner dann dem Sieg entgegen, bis er schließlich erreicht war. Die Partie dauerte übrigens 38 Züge und 29 Minuten. 0:1

Kai Schmid landete am Spitzenbrett gegen Marius Krause nach beidseitig nicht gerade hochpräzisem Spiel in einer Stellung, in der er zwar über den Mehrbauern, aber auch über die kaputte Bauernstruktur und das schlechtere Figurenspiel verfügte. Er nahm dann in leicht schlechterer Stellung das gebotene Remis an, obwohl der Stand der Mannschaft das nicht hergab. ½:1½

Die dritte Begegnung endete nach etwa eineinviertel Stunde, und bewegte sich damit, für Jugendkreisligaverhältnisse, voll im grünen Bereich. Es handelte sich dabei um die Partie von Jan Schmitz gegen Max Ansteeg. Jan konnte zwischendurch dem Gegner die Dame abnehmen, aber das ist in der Liga noch kein Garant für einen Sieg. So auch hier nicht. Er ließ sich das Material wieder abnehmen, geriet sogar in Rückstand, hatte aber die sehr bequeme Stellung durch sein starkes Zentrum, sein aktives Figurenspiel und die rückständige Entwicklung des gegnerischen Damenflügels. Hier gab es für ihn dann mehrere Wege zum Erfolg, nahm natürlich nicht den direkten Weg, aber immerhin auch nicht den Umweg über Tokio. 1½:1½

Damit hing Wohl und Wehe der Mannschaft an, - wie sollte es auch anders sein? -, der Partie von Sven Schwarz. Sven, der schon immer die Uhr voll ausreizte, hatte an Brett 2 einen harten Kampf mit Josh Mosebach auszufechten. Zwischenzeitlich hatte er eine Figur weniger. Glücklicherweise konnte er den Rückstand auf einen Bauern reduzieren. Aber das Endspiel, in dem er schließlich landete, ließ mein Herz dann doch sinken. Die Argumente sprachen eigentlich eher für den Gegner. Aber dieser sah seine Lage anscheinend nicht so positiv, und bot unvermittelt Remis an. Sven nahm es sofort an, der Mannschaftskampf war damit gerettet. 2:2

Übrigens endeten auch die Begegnungen SV Neukirchen-Vluyn 2 - SK Xanten 2 und FC Viktoria Alpen 3 - FC Viktoria Alpen 2 ausgeglichen, so dass nach Runde 1 immer noch alle Mannschaften gleichauf liegen.

[Dirk Stoppacher]