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Viererpokal

Saisonziel: Qualifikation für den Verbandspokal

4. Runde, 20.04.2013: SV Dinslaken - SF Moers 0,0 : 4,0

Es war einmal an einem Dezemberabend, irgendwo in Moers stand das Haus von Lars Birkholz. Der Wind heulte und pfiff durch die Ritzen, und das prasselnde Kaminfeuer versuchte verzweifelt, die Kälte des Winters zu vertreiben. Das Halbfinale des Viererpokals war gerade eben ausgespielt, und es stand fest, dass die SF Moers im Finale auf den Angstgegner SV Dinslaken treffen würden, und Lars dachte so bei sich: "Ogottogottogott, was machen wir denn da?" Da plötzlich kam ihm eine Idee, wie er das Blatt doch noch einmal drehen könnte. Er schrieb einen Brief an Petrus, damit ausgerechnet an dem Spieltag richtig knalliger Frühling ist. Das hatte unter anderem zur Folge, dass ganz Deutschland unter dem verlängerten Winter zu leiden hatte, weil sonst wäre der Frühling ja nicht zur Geltung gekommen. Und damit auch nur die Dinslakener unter dem Wetter zu leiden hatten, zog Lars sich zur Vorbereitung monatelang mit seiner Mannschaft in ein Trainingslager mit künstlicher Frühlingslandschaft zurück. Dort wurden seine Mannen auf das Wetter des Spieltages professionell vorbereitet. Die Dinslakener dagegen litten am Spieltag spürbar unter einem starken Frühlingsbefall.

Zunächst endete nach etwa einer dreiviertel Stunde die Partie an Brett 4 zwischen Matthias Horstkamp und Emir Rustamov. Matthias hatte in letzter Zeit gute schachliche Fortschritte gemacht. Sein Problem blieben aber seine Aufmerksamkeitsausrutscher, bei denen er ganz gerne sein Material einzügig verschenkte. Das war heute nicht sein Problem, insofern kann man bei ihm von einem Spielklassenwechsel reden. Er hat heute verloren, weil er die Stellung positionell nicht richtig behandelt hat. Deshalb blieben nach einer Weile die sinnvollen Pläne aus. Erst als die Stellung positionell bereits verloren war, stellte er Material unerzwungen ein. Damit verkürzte er aber nur seine Leiden. Entschieden wurde die Partie dadurch nicht. 0:1

Dann ging eine gute halbe Stunde später auch die Partie von Kai Schmid gegen Ernest Rustamov an Brett 3 zu Ende. Auch Kai hatte mit seiner Konzentration zu kämpfen - jaja, der Frühling -, und so unterlief ihm schließlich der Qualitätseinsteller. Als er dann auch noch den Springer verlor, sanken seine Widerstandskräfte rapide. 0:2

Unsere einzige - und vage - Hoffnung war jetzt, dass unsere Spieler an den Spitzenbrettern beide ihre Partien gewinnen könnten. In dem Falle hätte Dinslaken nach Berliner Wertung gewonnen. An Brett 2 traf Lennart Brockhaus auf Fan Wu. Lennart stellte seine Figuren leider etwas unharmonisch auf. Damit lag die Figurenaktivität etwas auf Seiten des Gegners. Dieser konnte dann einen Bauern aus Lennarts Königsstellung einfach heraushacken, und dann einen kombinierten Bauern- und Figurenangriff starten, die Lennart dann schließlich wie eine Dampfwalze überrollten. 0:3

Nur Augenblicke später war dann auch die Partie am Spitzenbrett zwischen Philip Brockhaus und Stefan Kirchner entschieden. Rein DWZ-technisch der knappste Unterschied, etwas mehr als 200 Punkte. Es entstand eine bekannte Eröffnung mit vertauschten Farben. Im Mittelspiel gelang es dem Gegner, mehr und mehr Kratzer in Philips Königsstellung zu hauen, und als er gerade zum Schlußangriff übergehen wollte, gab Philip dann auf, wohl auch aufgrund der Tatsache, dass der Kampf bereits entschieden war. 0:4

In den letzten vier Saisons waren dreimal die SF Moers für uns das Ende der Reise. Und dreimal konnten wir nicht einen Brettpunkt herausspielen. Lars, ich hoffe, Du hast es genossen. Es war für lange Zeit das letzte Mal!! ;-) Herzlichen Glückwunsch zum Pokalsieg, und macht die Verbandsgegner zu Hackfleisch!! Und bring mir ein Stück Hackbraten mit.

[Dirk Stoppacher]


3. Runde, 8.12.2012: SV Turm Kamp-Lintfort - SV Dinslaken 1,5 : 2,5

Unsere Vier Musketiere waren heute nur zu dritt. D'Artagnan hatte sich entschlossen, stattdessen Madame Bonacieux seine Aufwartung zu machen. Philip, Michael und Lennart ließen ihre Degen klirren, riefen "Einer für Alle, Alle für Einen, und für Lintfort wird das schon reichen", und machten sich frohen Mutes auf den Weg auf die andere Rheinseite, gefahren von Dieter Ollesch. Der erste Punkt ging trotzdem kampflos an Marvin Maslowski. 0:1

Deutlichsten Vorteil konnten wir an Brett 2 erzielen. Michael Jakubowski hatte gegen Nico Olligs schon nach gefühlten zehn Zügen mehrere Bauern Vorteil, später kam noch die Dame dazu. 1:1

An Brett 3 dagegen taten sich die beiden Kontrahenten Lennart Brockhaus und Joshua Schwedler mit der Entscheidung schwer. In einem beiderseits nicht ganz korrekten Gemetzel erwischte Lennart das bessere Ende und verblieb mit einer Mehrfigur und zwei verbundenen Mehrfreibauern. 2:1

An Brett 1 stand Philip Brockhaus recht solide und hatte die bessere Figurenaktivität. Dagegen ist es schwer zu gewinnen. Das meinte auch sein Gegner Jona Ratering. Erschwerend für Lintfort kam noch hinzu, dass Jona nur einen Mannschaftsblitzstichkampf hätte erzwingen können, und der Rest seiner Mannschaft hatte sich bereits in Richtung Heimat begeben. Auch im Stechen wäre für Jona also nichts zu holen gewesen, und so willigte er ins Remis ein. 2½:1½

[Dirk Stoppacher]


2. Runde, 10.11.2012: SV Dinslaken - SV Wesel 2,5 : 1,5

Vor der Begegnung mit Regionalligist Wesel konnte man, rein nominell betrachtet, schon mal schlotternde Knie bekommen. Seit Jahren in der Regionalliga, an manchen Brettern bis zu 400 DWZ-Punkte mehr, wenn Wesel in Bestbesetzung aufgelaufen wäre. Bei näherer Betrachtung allerdings kam mir das nicht mehr so furchterregend vor. Die Dinslakener Spieler weisen allesamt einen starken Aufwärtstrend auf, der durchaus für ausgeglichene Chancen sorgte. Wer mir das allerdings nicht glaubte, waren die Dinslakener Spieler. Julian und Lennart wollten am frühmorgendlichen Training unbedingt noch, - spürbar nervös -, ihr Eröffnungsrepertoire aufpoliert bekommen. Ich wäre trotzdem gespannt auf die Begegnung mit den Weseler Spitzenleuten gewesen.

Aber so kam es nicht. Ungefähr 15 Minuten vor Spielbeginn traf Betreuer Holger May mit der Weseler Abordnung ein. Ein Mann war kurzfristig noch gesundheitsbedingt abgesprungen, so dass Wesel nur mit einer Dreiermannschaft auflief. Diese Spieler waren dazu noch aus der zweiten Garnitur von Wesel. Meinen obigen Überlegungen zufolge hätte das nun ein eindeutiges Ergebnis zu unseren Gunsten ergeben müssen. Aber man darf sich nie zu sicher sein.

Holger entschied sich dazu, das 1. Brett freizulassen. Angesichts der Berliner Wertung eine bedenkliche Entscheidung, aber Holger hatte den Tagessieg bereits abgeschrieben, und wollte seinen Spielern wenigstens noch möglichst viel Spielpraxis zukommen lassen. Damit hatte Philip Brockhaus, unser Spieler an Brett 1, nach Ablauf der Karenzstunde den ersten Punkt erzielt. 1:0

Sein Bruder Lennart Brockhaus kam an Brett 3 gegen Maximilian Putzmann sehr aussichtsreich aus der Eröffnung. Dann überzog er jedoch, und der Gegner konnte seine Angriffsfiguren wegtauschen. In der Folge hatte Maximilian gutes Konterspiel auf Lennarts Königsstellung und erreichte ein vorteilhaftes Bauernendspiel. Tatsächlich war hier für ihn ein nicht allzu komplizierter Gewinn drin. Ob es nun mangelnde Endspielkenntnisse waren oder Angst vor der eigenen Courage, Maximilian verzichtete auf den Gewinn und die Partie endete etwas glücklich unentschieden. 1½:½

Julian Reusch traf an Brett 4 auf Markus Müller. Zunächst spielte er recht passiv und fand sich bald in einer gedrückten Stellung wieder, aus der er sich wieder hervorarbeiten mußte. Dies war ihm gerade gelungen, als die Partie am Nachbarbrett, wie eben erwähnt, remis endete. Mit seinem leichten Stellungsvorteil war es unwahrscheinlich, dass er die Partie noch verlieren würde. Er bot Remis, das auch angenommen wurde, und wurde damit zum Matchwinner. 2:1

Erklärung: Im Viererpokal wird bei unentschiedenem Ausgang mit Hilfe der sogenannten "Berliner Wertung" entschieden. Ein Sieg am 1. Brett zählt dann 4 Punkte, ein Sieg am 2. Brett nur 3, ein Sieg am 3. Brett 2 Punkte, und zuletzt kann man am letzten Brett noch 1 Punkt ergattern. In der vorliegenden Situation würde, wenn Wesel in der letzten Partie an Brett 2 gewinnen und tatsächlich noch den 2:2-Ausgleich schaffen könnte, die Berliner Wertung für die Entscheidung sorgen. Und da Dinslaken an Brett 1 gewonnen hat, Wesel nur an Brett 2, würde Dinslaken trotzdem Sieger bleiben.

An Brett 2 trafen Michael Jakubowski und Alexander Putzmann aufeinander. Letzterer hatte bereits vor Abschluss der Entwicklung ein Angriffsspiel eingeleitet. Michael war sich sicher, dies in einen Vorteil umwandeln zu können, aber dazu war behutsames Vorgehen notwendig. Michael ließ sich also gut Zeit zum Nachdenken, und seine Partie war, als der Mannschaftskampf entschieden wurde, gerade erst bei Zug 15. Es war also noch alles drin in der Partie, aber kein Spieler fühlte sich noch motiviert, sie auszukämpfen, und so einigte man sich auch hier friedlich. 2½:1½

[Dirk Stoppacher]


1. Runde, 13.10.2012

Der SV Dinslaken erhält ein Freilos