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Bochumer SV I - SV Dinslaken I 4,5 : 3,5

Oberliga, Runde 6 am 18.02.2018


Knappe Niederlage gegen den Tabellenführer aus Bochum - Dinslaken I fällt ins Mittelfeld zurück


In der sechsten Runde der Oberliga kam es zum Duell mit dem Tabellenführer aus Bochum. Der Aufsteiger hatte bisher eine sehr gute Saison mit vielen knappen Siegen. Nach der 4-4 "Niederlage" gegen Porz II wollten wir es gegen die sehr erfahrene Mannschaft (Alterschnitt weit über 40) aus der "Blume des Reviers" besser machen. Kurz vom dem Match fiel leider Philipp Welzel aus - er wurde durch Philipp Sonnenschein ersetzt. Die Bochumer Aufstellung ist recht variabel, so war eine Vorbereitung ohnehin schwierig.

Recht flott ergab sich ein Zwischenstand von 1-1. Johannes Mundorf spielte mit Schwarz Remis gegen IM Detlef Heinbuch. Johannes hatte außerdem mit einer starken Erkältung zu kämpfen, so daß ein Remis hier sicher OK war. Ebenfalls Remis ging die Partie von Rainer Ossig gegen Matthias Kiese aus. Rainer spielte ebenfalls mit Schwarz, gegen einen 2200er ein prima Resultat.

Das Match war insgesamt auch recht ausgeglichen. Wir hatten Vorteile am ersten Brett, wo IM Mikhail Zaitsev gegen IM Christof Sielecki die Eröffnung etwas missglückt war. Hier waren wir klar am Drücker. Ausgeglichen sah es zwischen IM Benjamin Tereick und IM Anna Zatonskih aus. Die mehrfache US-Meisterin verbrauchte allerdings Unmengen von Zeit, was etwas Anlass zur Hoffnung gab. Weniger positiv sah es bei IM Thomas Stomberg gegen IM Achim Illner aus. Thomas hatte trotz der weißen Steine eher Probleme zu lösen. Es sah solide aus, aber hier war Bochum im Vorteil. Kompliziert und unklar war die Lage in den Partien Rene Borchert-Detlev Wolter und Alexander Nent-Lars Jellinghaus. Renes Position war recht unkonventionell, bedenklicher aber sein Zeitverbrauch - hier bahnte sich eine heiße Endphase an. Alexanders Partie war auch schwer zu bewerten. Er hatte zwei Bauern mehr, aber stand unter Druck. Er konnte

seinen Damenflügel nicht entwickeln, was erst einmal sehr bedenklich aussah. Aber: Zwei Bauern sind auch erstmal zwei Bauern! Ersatzmann Philipp Sonnenschein spielte am achten Brett gegen Uwe Pewny. Philipp musste schon früh in der Eröffnung Probleme lösen, was recht gut gelang. Er stand eher etwas schlechter, aber sicher akzeptabel.

Wie üblich entscheiden sich knappe Matches zwischen Zug 30 und 40 - dieses sollte keine Ausnahme sein. Rene Borchert war in Schwierigkeiten geraten und musste zum Ende der Zeitnotphase leider aufgeben. So ging Bochum in Führung, 1-2 gegen uns.

Sehr gut war es bei Benjamin gelaufen. Bei knapper werdender Zeit hatte er sich eine gute Stellung erspielt und verfügte über sehr gute Gewinnchancen! Leider lief es weniger gut am ersten Brett. Christof hatte seine sehr gute Stellung technisch schlecht behandelt und hatte nur noch einen symbolischen Vorteil, der sich dann sogar nach einer Fehlberechnung ins Nichts auflöste. 1,5-2,5 für Bochum.

Unterdessen war bei Philipp Sonnenschein ein Turmendspiel entstanden, bei dem er am Abgrund wandelte. Vielleicht Remis, aber wenn überhaupt nur schwierig zu schaffen. Geklärt hatte sich die Lage bei Alexander Nent. Er konnte sich unter Rückgabe der Bauern befreien und ein Remis erreichen, 2-3 für Bochum.

Wie der Computer hinterher zeigte, war diese Partie immer im ausgeglichenen Bereich... praktisch zu spielen war sie sicher sehr schwer für Alex, also ein gutes Ergebnis. Bei der Partie zwischen Thomas Stomberg und Achim Illner sah es nicht gut aus. Eine langsame Manövrierpartie führte letztlich zu einer Öffnung des Damenflügels, wo der Bochumer Spieler die aktiveren Figuren hatte. Thomas konnte diese Stellung nicht halten und musste zum 2-4 für Bochum aufgeben.

Jetzt liefen also noch zwei Partien. Benjamin stand total auf Gewinn, aber Philipp hatte immer noch das schlechtere Endspiel. Dieses konnte es mit präzisem Spiel letztlich remis halten. Eine gute Leistung von ihm gegen einen favorisierten Gegner mit Schwarz. Damit war allerdings dann auch die Niederlage besiegelt. Am Ende war dann Benjamins Sieg nur Ergebniskosmetik. Unterhaltsam war allerdings für die Zuschauer, das berüchtigte Mattsetzen mit Läufer und Springer zu beobachten. Hier hat man schon oft beobachtet, wie dieses eigentlich nicht so schwere Verfahren bei knapper Zeit scheiterte. Benjamin machte seine Sache sehr souverän und stellte so den 3,5-4,5 Endstand her.

Verlieren ist immer blöd, und knapp verlieren macht es nicht besser. Ich denke allerdings, dass der Sieg für Bochum recht verdient war. Klare Chancen haben wir nur am ersten Brett ausgelassen, umgekehrt könnte Bochum das wohl vom letzten Brett behaupten. Sicher wäre auch ein 4-4 möglich gewesen, aber insgesamt wirkte es eher immer so, dass entweder Bochum gewinnt oder wir ein 4-4 irgendwie zusammen bekommen.

Nach dieser Niederlage sind eventuelle Hoffnungen auf einen Aufstieg erst einmal vorbei. Wir notieren bei 6:6 Mannschaftspunkten und 24:24 Brettpunkten. Das ist kein dickes Plus gegenüber dem ersten Abstiegsplatz (Wuppertal mit 5:7 Punkten und 22 Brettpunkten).

Wir sollten jetzt gegen Oberhausen punkten und damit eine undramatische Endphase der Saison einläuten. Dieses Spiel findet am 11.03. statt. Wir haben an diesem Tag unser Spiellokal am GHZ nicht zur Verfügung und daher das Heimrecht mit Oberhausen getauscht. Wer zuschauen möchte, sollte also zur Fasia-Jansen-Gesamtschule an der Mülheimer Straße 155 in Oberhausen kommen.

[Bericht: Christof Sielecki]