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Turm Kleve II - SV Dinslaken III 3,0 - 5,0

Verbandsklasse, Runde 6 am 12.02.2017



Heute ist uns ein ganz großer Schritt in Richtung Klassenerhalt gelungen, ein Sieg bei einem der direkten Konkurrenten! Doch der Reihe nach: Wir konnten endlich mal wieder in Bestbesetzung antreten, auch Kleve musste nur einen Spieler ersetzen. Nominell waren wir an den vorderen Brettern in etwa ebenbürtig, unten war Kleve auf dem Papier stärker besetzt. Also lautete die Devise, dass oben die Punkte geholt werden müssen. Und diese Devise wurde auch eindrucksvoll umgesetzt...

So, jetzt aber zum Spielgeschehen: Nach einer Stunde war mal Zeit für eine erste Bestandsaufnahme:
Dieter Ollesch an Brett 2 war gut aus der Eröffnung gekommen, Norbert Hickl an 6 würde wohl einen Bauern verlieren, die gegnerische Rochadestellung sah aber sehr anfällig aus. Ansonsten waren noch alle Stellungen im Gleichgewicht.
Kurz darauf übersah Markus Mühlbacher an Brett 5 in eigentlich ganz angenehmer Lage einen Doppelangriff und musste einen Bauern geben, nach diversen Täuschen entstand hier ein Turmendspiel mit besagtem Minusbauern.

Wenig später konnte man vom 6. Brett her ein Aufstöhnen von Norbert Hickls Gegner Carsten Lange vernehmen: Dieser hatte zwar einen Mehrbauern sowie 2 Figuren gegen einen Turm gewonnen, doch standen diese noch auf ihren Ausgangsfeldern auf g1 und f1; Norbert hatte mit einem Damenzug Matt auf a2 und e1 gleichzeitig gedroht, und beide Drohungen waren gleichzeitig nicht zu parieren. Das war das zu diesem Zeitpunkt überraschende und wegweisende 1:0 für uns!

Franz Bredendicks Gegner an Brett 8 Justus Wiegersma hatte zu diesem Zeitpunkt eine Figur für drei Bauern gegeben, eine wohl richtige Entscheidung.

Am Spitzenbrett hatte Frank Hamann nach ungewohnter Eröffnungsbehandlung auf beiden Flügeln eine passiv erscheinende Position. Sein Gegenüber Clein Alexander Sarmiento Castrillon unternahm einen vorschnellen Bauernvorstoss, der dadurch unhaltbar wurde. Hinzu kam kurz darauf noch eine wesentliche Strukturverschlechterung. Der Gegner wollte sich nicht langsam einschnüren lassen, sondern versuchte unter Preisgabe eines zweiten Bauern noch aktives Gegenspiel zu erhalten, geriet jedoch in ein Mattnetz. 2:0

Franz verlor leider seine Mehrfigur wieder (der genaue Verlauf entging mir), erhielt jedoch nur einen Bauern wieder, das Turmendspiel gegen die beiden verbundenen Mehrbauern war natürlich nicht zu halten. 2:1

Markus Mühlbacher hatte zu diesem Zeitpunkt weitere Bauern geben müssen. Er spielte noch weiter, aber Hoffnung bestand hier nicht mehr.

Dieter Ollesch hatte eine klare Gewinnstellung, musste sich aber noch mit letzten gegnerischen Drohungen beschäftigen, und nur noch eine Minute für vier Züge auf der Uhr. Sollte es ihm gelingen, seinen Vorteil bis zur Zeitkontrolle zu behalten, sah der Kampf wirklich sehr günstig aus, denn Markus Lengtat an Brett 3 hatte mittlerweile ein sehr günstiges Springerendspiel erreicht, und bei Stefan Gilles an Brett 4 und Dirk Hölscher an Brett 7 hatten die Stellungen die Remisbreite noch nicht verlassen.

Und so kam es dann auch: Dieter hatte an Brett 2 zwar in knapper Bedenkzeit den direkten Gewinn ausgelassen, aber ein Damenendspiel mit einigen, teilweise umwandlungsbereiten, Mehrbauern erreicht, und dieses gegen Arnd Los zügig zum Gewinn geführt. 3:1

Auch Markus Lengtat schaffte es dann an Brett 3, seinen Vorteil gegen Frederik Hermsen zum Gewinn auszubauen. 4:1 und der erste Mannschaftspunkt.

Markus Mühlbacher gab dann seine verlorene Stellung an Brett 5 gegen Marco Walterfang auf. 4:2

Blieben noch zwei Partien, und beide mussten von Kleve gewonnen werden, wenn sie noch einen Mannschaftspunkt retten wollten.
Stefan Gilles hatte ein Endspiel mit einem recht schlechten Läufer gegen einen ziemlich guten Springer auf dem vierten Brett, jedoch sprach die Bauernstruktur und der Mangel an Einbruchsfeldern für Figuren und Könige sehr für eine Punkteteilung.
Dirk Hölschers Partie war bis dahin nach Meinung des Berichterstatters immer völlig ausgeglichen, mittlerweile war ein Turmendspiel mit je fünf Bauern entstanden, und nur Dirk hätte seine Position wohl verstärken können, sein Gegenüber wäre wohl eigentlich zu einer Stellungswiederholung gezwungen gewesen, welche er natürliche zwingend vermeiden wollte.
Der Charakter beider Stellungen blieb lange unverändert, weiterhin war an beiden Brettern alles andere als ein Friedensschluss überraschend.

Doch als alle vier Protagonisten nur noch weniger als 10 Minuten auf der Uhr hatten, überschlugen sich dann die Ereignisse: Stefans Gegner Dennis Aengenheister gelang der Abtausch der letzten Figuren, und das entstehende Bauernendspiel erschien optisch erst kritisch für Stefan, dann wirkte es ausgeglichen, und plötzlich war es sogar gewonnen für Stefan! Wahrscheinlich wäre es bei korrekter Behandlung remis geworden, aber trotzdem ein ganz dickes Lob an beide Spieler: Stefan besonders für seine Nervenstärke in stundenlang passiver Stellung die Ruhe behalten zu haben, und seinem Gegner für den Kampfgeist, verbunden mit einer äußerst unglücklichen Niederlage und diese sportlich und fair ertragen zu haben. 5:2.

Bleibt noch die Partie von Dirk an Brett 7 gegen Bernd Schumacher: Auch diese endete nicht mit einer Punkteteilung, sondern mit einer unglücklichen Niederlage. Lange schien er hin- und hergerissen zwischen vagen Siegchancen und der Möglichkeit, ein Remis zu erzwingen. Einige verlorene Tempi, und leider auch verlorene Bedenkzeit führten bei quasi "hängendem Plättchen" zum Verlust aber auch zum schlußendlichen 5:3-Sieg!

Das bringt uns jetzt in die komfortable Lage, dass uns wahrscheinlich noch ein Mannschaftspunkt aus den drei verbleibenden Runden zum Saisonziel reicht. Wenn wir die Leistung von heute konservieren können, habe ich keinen Zweifel daran, dass uns dieses Unterfangen gelingen wird! Danke an alle meine Mitstreiter!

[Bericht: Frank Hamann]