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SW Remscheid - SV Dinslaken III 5,5:2,5

Verbandsklasse, Runde 2 am 23. Oktober 2016


SV Dinslaken III wird Außenseiterrolle "gerecht"

Als überraschender Tabellenführer unserer Verbandsklassen-Gruppe machten wir uns auf den weiten Weg nach Remscheid; allerdings war uns durchaus bewußt, dass Remscheid eigentlich nicht zu den von uns schlagbaren Gegnern gehört, doch in der Auftaktrunde hatten sie dreifachen Ersatz benötigt, und in der Vorsaison einige kampflose Partien abgegeben. Das machte Hoffnung, die leider trog, denn uns empfing jedoch ein praktisch in Bestbesetzung angetretener Gegner, und da wir an ausnahmslos jedem Brett einen deutlichen Wertungszahlen-Nachteil aufwiesen, war die Favoritenrolle eindeutig an den Gastgeber vergeben. Und, um es kurz zu machen: so kam es dann auch!

Zumindestens die erste Stunde des Mannschaftskampfes verlief erfreulich unfallfrei, doch bereits nach zwei Stunden hatte sich das Bild eindeutig zu unseren Ungunsten verändert. Der Reihe nach:

Am Spitzenbrett hatte Frank Hamann gegen Alptug Tayyar versucht, jeglichen Anspruch auf Eröffnungsvorteil zugunsten totaler Verflachung einzutauschen, was ihm jedoch nicht so ganz gelang.

An Brett zwei büßte Hans-Dieter Ollesch ausgangs der Eröffnung gegen Ulrich Waagener einen wichtigen Bauern ein, ohne wirkliche Kompensation.

An Brett drei verlor auch Markus Lengtat gegen Thomas Elsner einen Bauern, plus beschädigter Bauernstruktur, seine Figuren waren auch zum Teil deplatziert.

An Brett vier stand Stefan Gilles gegen Klaus Münich solide, ein angebotenes Bauernopfer lehnte er ab (womöglich zu unrecht).

An Brett fünf – Markus Mühlbacher versus Torsten Schmidt – war auch eine ausgeglichene Stellung entstanden.

Brett sechs – Dirk Hölscher gegen Ralf Barten: Dirk wohl etwas unter Druck, aber noch alles in Ordnung.

An Brett sieben – Franz Bredendick gegen Andreas Schikowsky – konnte sein Gegner einen Bauern gefährlich nahe an Franz` Grundlinie bringen, plus deutlich besserer Figurenkoordination.

An Brett acht war bei Detlef Schlereth gegen Holger Freiknecht eine sehr originelle asymmetrische Stellung entstanden, mit Chancen auf beiden Seiten.

Also dreimal klar schlechtere Stellungen, und keine einzige Bessere. So war der Mannschaftskampf auch praktisch schon vor der Zeitkontrolle entschieden: Dieter büßte noch eine Qualität ein, und mit einer schönen Abschlußkombination stellte sein Gegenüber Waagener den Sieg sicher. 0:1

Auch Markus Lengtat konnte die Niederlage nicht vermeiden: er verlor sogar noch eine Leichtfigur, und es entstand ein Endspiel 4B gegen 4B und Springer, welches trotz aktiveren Königs natürlich nicht zu halten war. 0:2

Markus Mühlbacher vergab seine Partie, in der er eigentlich immer ausgeglichen bis leicht besser stand, dann nach und nach; zudem wurde er Opfer großer Zeitnot. 0:3

Da konnten wir uns noch glücklich schätzen, dass Dirk Hölscher sein optisch etwas schlechter scheinendes Endspiel langsam verbessern konnte, so dass sein Gegner sich genötigt sah, mittels Zugwiederholung die Punkteteilung zu erzwingen. ½:3½

Auch Franz Bredendick konnte seine auswegslos erscheinende Position irgendwie verbessern – eigentlich hat sein Gegenüber sehr voreilig vereinfacht – und auf Umwegen in den Remishafen einlaufen. 1:4

Also deutlicher Rückstand und ein Mannschaftspunkt schon vergeben, und die verbleibenden Stellungen gaben nicht unbedingt Anlass zur Hoffnung auf ein Wunder: Frank Hamann stand weiterhin passiv, sein Opponent besaß die einzige offene Linie, ohne direkt weiterkommen zu können. Bei Stefan Gilles war ein Damenendspiel mit fünf Bauern auf jeder Seite entstanden, und Detlef Schlereth hatte ein interessantes Leichtfigurenendspiel auf dem Brett, welches nicht klar zu beurteilen war.

Völlig überraschend konnte dann Frank Hamann seine Partie gewinnen: Lange Zeit unter Druck stehend, öffnete er mit einem Bauernvorstoss im Zentrum die Stellung, vielleicht nicht die objektiv beste Entscheidung, doch entstand jetzt eine ganz andere Position auf dem Brett. Weiterhin hatte aber der Gegner das Heft des Handelns in seinen Händen, anstatt jedoch in ein wohl besseres (gewonnenes?) Turmendspiel abzuwickeln, unterlief ihm ein furchtbarer Fehler, der den Turm kostete: ein Sieg, der an den Champions-League-Sieg von Chelsea 2012 erinnert, und Anschluss zum 2:4.

Spannend wurde es trotzdem nicht mehr, in Stefan Gilles Partie war kein Fortschritt zu erzielen, Remis wurde vereinbart. Detlef Schlereth konnte sein Endspiel dann auch nicht mehr halten: nach beidseitiger Bauernumwandlung war ein Damenendspiel mit einem gegen zwei Bauern entstanden, welches nicht haltbar war.

Endstand also 2½:5½. Kein Beinbruch, die benötigten Punkte gegen den Abstieg müssen gegen andere Gegner erzielt werden.

[Bericht: Frank Hamann]