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SF Heinsberg I – SV Dinslaken II 3,0 : 5,0

Regionalliga, Runde 9 am 30. April 2017


Der letzte Spieltag brachte auch die weiteste Wegstrecke mit sich: 100 Kilometer zwischen den beiden Vereinsheimen. Konstantin und Jörg kommen gar auf 150 Kilometer. Zur weiteren Erschwernis kam, dass es für beide Parteien weder um Aufstieg noch um Klassenerhalt ging. Daraus ergaben sich einige Schwierigkeiten, unsere Truppen zu mobilisieren. Glücklicherweise konnte die 3. Mannschaft aushelfen und stellte uns großzügig Markus Mühlbacher und Dirk Hölscher an die Seite. Die Gegner hatten offensichtlich dasselbe Problem und liefen gar mit 3 Spielern aus ihrer 2. Mannschaft auf. Die Begegnung war nominell an allen Brettern etwa auf Augenhöhe. Die Gegner erwiesen sich dabei als sehr sportlich. Sie starteten den Kampf erst, als auch unsere Nachzügler mit etwa 10 Minuten Verspätung an ihren Brettern saßen, wozu sie nicht verpflichtet waren. Auch sonst fand die Begegnung in freundschaftlicher und entspannter Atmosphäre statt.

Als erster beendete Danny Franke seine Partie an Brett 3 gegen Wolfgang de Cauter. Danny hat bisher noch nichts dazu gesagt. Seine Partie war aber so schnell beendet, dass nicht viele andere Spieler etwas dazu mitbekommen haben. Norbert erzählte mir etwas von gleicher Bauernstruktur und blockierter Stellung. Jedenfalls: Hier gab es eine Punkteteilung. ½:½

Kurz nacheinander endeten die Partien an den Brettern 5 und 7. Markus Mühlbacher hatte es an 7 mit Manfred Hahn zu tun. In einer Karlsbader Struktur konnte er seinen Gaul auf e5 installieren, gestützt sowohl vom d- als auch vom f-Bauern. Als der Gegner einen Augenblick nachlässig wurde, tauschte Markus aber selbst den Springer auf c6 weg, und kassierte dafür mit der Dame den e-Bauern. In der Folge konnte Markus noch einen weiteren Bauern am Königsflügel abklabbern, und als dann der Generalabtausch mit Verlust der Schwindelchancen unvermeidbar war, gab der Gegner auf. 1½:½

Dirk Stoppacher schreibt zu seiner Partie an Brett 5 gegen Manfred Jungen: "Mein Gegner zeichnete sich von Beginn an durch extremen Zeitverbrauch aus. Bereits in Zug 11 hatte er seine halbe Zeit verbraucht. Ich tat natürlich mein Möglichstes, um Öl ins Feuer zu gießen. Der leichte Stellungsvorteil und der in einer 'petite combinaison' erwirtschaftete Mehrbauer waren dabei sicherlich hilfreich. Zum Ende der Partie in Zug 22 hatte er noch etwa 3 Minuten. Da er bei dieser knappen Zeit in der Schlussstellung vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig stand, sah er sich wohl zur Aufgabe genötigt." 2½:½

Auch die nächsten beiden Partien ließen nicht lange auf sich warten. An Brett 8 traf Dirk Hölscher auf Michael Meitzel. Dirk hatte keine Probleme, die Stellung ausgeglichen zu halten und es sah folgerichtig nach einer Punkteteilung aus. In der Spätphase allerdings patzte der Gegner Material weg und Dirk konnte den vollen Punkt einstreichen. 3½:½

An Brett 4 kämpfte Jörg Riekenbrauk mit Hans-Jörg Brecker. Lange Zeit war die Partie etwa im Gleichgewicht, laut Computer mit leichtem Vorteil für Schwarz, was aber beide Spieler nicht recht verstanden hatten. Ein Remisangebot mußte der Heinsberger Spieler aufgrund des Gesamtrückstands ablehnen. Als Jörg wenige Züge später mit einem Springermanöver zwei Drohungen zugleich aufstellte, von denen der Gegner nur eine sah, war es aber vorbei. Der Gegner gab sofort auf und Jörg wurde so zum Matchwinner. 4½:½

Philip Brockhaus mußte es an Brett 2 mit Mark Meyers aufnehmen. Er schreibt: "Ich bin heute eigentlich sehr gut aus der Eröffnung gekommen, hab aber leider wenig später einen wichtigen Zwischenzug übersehen und mich anschließend noch verrechnet, was direkt ne ganze Figur gekostet hat..." 4½:1½

Am Spitzenbrett begegnete Konstantin Cebulla dem jungen Niederländer Ruud van Meegen. Eigentlich fühlte er sich ganz wohl in seiner Stellung. Positionell sah es sehr gut aus, aber irgendwie war das nur optische Täuschung. In der Partie und auch in sämtlichen Varianten der Post-Mortem-Analyse konnte der Gegner deutlichen Vorteil für sich selbst aufzeigen. 4½:2½

Zuletzt lief noch die Partie von Mannschaftsführer Norbert Raygrotzki gegen Wolfgang Petz. Norbert verfügte über einen Mehrbauern und einen gesunden Stellungsvorteil, aber durch unsauberes Spiel gelang es ihm, beides wieder abzugeben. Der Friedensschluß die unausweichliche Folge. 5:3

Auf diese Weise konnten wir unseren 6. Tabellenplatz halten und unser Punktekonto noch etwas aufhübschen. Jörg schaffte den Sprung in die Top-Ten-Scorerliste. Seine Wertungszahl wird auf ein Allzeithoch klettern, das knapp unter der 2000er-Schallmauer liegt. Vielleicht wenn er noch etwas im Viererpokal punktet? – Aber, Jörg, kein Druck –
Zwei weitere Spieler der Mannschaft werden sich spürbar verbessern, der Rest hält seine Zahl ungefähr. Vielleicht gelingt es uns damit, den nominellen Rückstand zum Rest der Liga in der nächsten Saison aufzuholen.

[Bericht: Dirk Stoppacher]