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Dinslaken verliert das Verfolgerduell gegen den Oberhausener SV knapp und ist aus dem Aufstiegsrennen

SV Dinslaken I - Oberhausener SV 3,5:4,5 (Oberliga, Runde 7 am 5. März 2017)

Erstmals in der Dinslakener Ligahistorie kam es zur Begegnung mit dem Oberhausener SV - schon überraschend, wenn man wie der Berichterstatter in Dinslaken wohnt und nach 10 Gehminuten am Oberhausener Ortseingangsschild steht. Vor dem Match standen beide Teams bei 8:4 Punkten, also in komfortabler Lage mit guten Aufstiegschancen... wenn man denn auch dieses Verfolgerduell
gewinnt! Entsprechend hart umkämpft sollte das Match werden, aber erst einmal der Reihe nach. Auf Dinslakener Seite fehlten leider mit IM Thomas Trella und Rainer Ossig zwei Stammkräfte, die durch Konstantin Cebulla und Oberligadebütant Philip Brockhaus ersetzt wurden. Die Gäste aus Oberhausen traten wie üblich komplett an - so gab es auch ein Wiedersehen mit FM Bernhard Stillger, der in der letzten Saison noch für Dinslaken spielte.

Das erste Fazit war für die Heimmannschaft recht positiv. Am Spitzenbrett hatte IM Christof Sielecki gegen den gut bekannten GM Vlastimil Hort problemlos ausgeglichen.
IM Benjamin Tereick hatte eine etwas bessere Stellung gegen FM Marcel Becker erreicht. Hier sah es nach einem Spiel auf zwei Ergebnisse aus... entweder ein Gewinn für Benjamin oder Remis, wenn Schwarz sich gut verteidigt.
Johannes Mundorf gelang eine Eröffnungsüberraschung gegen FM Alexej Litwak, stand
aber wohl etwas schlechter aus der Eröffnung.
Sehr bequeme Stellungen hatten Andreas Walter gegen FM Jürgen Kaufeld und Alexander Hönig gegen FM Heiko Kummerow.
Rene Borchert hatte es mit FM Bernhard Stillger zu tun und erhielt früh einen schwachen Doppelbauern, für den es Kompensation zu finden galt. Das sah etwas problematisch und eher schlechter für uns aus.
Zwischen Konstantin Cebulla und Dragos Ciornei war die Lage unklar, eine sehr komplizierte Stellung, die bei nur oberflächlicher Betrachtung kaum richtig bewertbar war.
Am achten Brett spielte Philip Brockhaus seine erste Partie in der NRW-Oberliga und hatte eine bequeme Stellung gegen Andreas Voge erreicht.

Die nächste wichtige Entwicklung gab es dann am Spitzenbrett. Vlastimil Hort hatte hier die Stellungsöffnung falsch eingeschätzt und stand klar schlechter. Christof Sielecki hatte hier nur Schwierigkeiten in der Auswahl zwischen verschiedenen Wegen, die alle deutlichen Vorteil bewahrten. Gleichzeitig wurde Rene Borcherts Stellung immer kritischer, genau so wie auch die Position von Johannes Mundorf. Oberhausen konnte sich hier Hoffnung auf zwei Siege machen, während das Spitzenbrett wohl an Dinslaken gehen sollte.
An den anderen Brettern war jeweils immer Dinslaken leicht am Drücker... nichts klares, aber irgendwo sollte vielleicht doch noch ein Sieg rausspringen. Alexander Hönig hatte das Läuferpaar, aber auch eine sehr solide Verteidigungsstellung zu knacken. Philip Brockhaus stand sicher auch optisch besser, aber etwas klares gab es nicht.

Schließlich endete die Partie von Andreas Walter gegen Jürgen Kaufeld mit Remis. Hier gab es zwischenzeitlich mal eine klare Gewinnmöglichkeit für Andreas, die wohl eher versteckt war. Trotzdem ein glückliches Remis für die Gäste. ½:½

Zur Zeitkontrolle endeten dann eine Reihe von Partien. Benjamin Tereick konnte den Widerstand seines Gegners Marcel Becker nicht brechen und musste in ein Remis einwilligen. 1:1

Ähnlich lief es bei Alexander Hönig. Er stand immer gut, aber die gegnerische Verteidung von Heiko Kummerow hielt bis zum Remisschluss. 1½:1½

Nach interessantem Verlauf ging dann auch die Partie Cebulla – Ciornei Remis aus, zum zwischenzeitlichen Stand von 2:2.

Dann ging Oberhausen in Führung, da Rene Borchert seine Stellung gegen Bernhard Stillger nicht halten konnte. 2:3

Das war noch nicht wirklich dramatisch, da Christof Sielecki komplett auf Gewinn stand. Ein Sieg für Dinslaken erschien schwierig, aber zumindest ein 4:4 sollte noch drin sein.

Die Partie von Philip am achten Brett ging schließlich auch remis aus, nach dem typischen Verlauf des Matches... Andreas Voge, der Spieler der Gäste muss eher leiden, aber schafft das remis am Ende. 2½:3½

Nach insgesamt 6 Stunden Spielzeit liefen also noch zwei Partien. Am Ende brachte dann ein kleines Wunder den Mannschaftssieg der Oberhausener. Christof Sielecki versiebte die Gewinnstellung und ermöglichte so seinem Gegner noch eine wundersame Remiswendung. Ein sehr enttäuschendes Ende dieser Partie, die vollkommen einseitig verlaufen war. 3:4

In der letzten Partie kämpfte dann noch Johannes Mundorf um ein Remis in einem schlechteren Turmendspiel, ein Resultat, das er dann auch nach zäher Verteidigung erreichte. Daraus ergab sich dann der Endstand 3½:4½ für die Gäste aus Oberhausen.

Das Fazit: Dieses Match tatsächlich am Ende zu verlieren, war ein ziemliches Kunststück. Ein 4:4 war ganz leicht zu erzielen, ein Sieg für Dinslaken wäre auch gut möglich gewesen. So wurden aber zwei Mannschaftspunkte verschenkt und die Oberhausener haben jetzt Chancen, in die Zweite Bundesliga aufzusteigen. Für Dinslaken ist damit der interessante Teil der Saison beendet. Mit 8:6 Mannschaftspunkten ist man im Niemandsland der Tabelle angekommen und hat es jetzt noch mit den beiden Kölner Mannschaften zu tun, die noch um den Aufstieg (KKS) und gegen den Abstieg (Porz II) spielen.


[Bericht: Christof Sielecki]