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SV Dinslaken - SV Wattenscheid 5,5 : 2,5

Oberliga, Runde 5 am 22. Januar 2017


Weiße Weste im Ledigenheim: SV Dinslaken I schlägt Wattenscheid I souverän mit 5,5-2,5

Die Begegnung Wattenscheid gegen Dinslaken gab es vor 2 Jahren das erste Mal. Dinslaken war noch frisch in der NRW-Oberliga und Wattenscheid war aus der Zweiten Bundesliga abgestiegen. Damals war das Match ein Schlüsselkampf - der Sieger würde um den Aufstieg mitspielen, der Verlierer im Mittelfeld verschwinden. Am Ende gewannen wir 4,5-3,5 bei sieben Remis und einem Sieg von Konstantin Cebulla... und 3 Monate später war Dinslaken Aufsteiger in die 2. Liga. Dieses Mal war die Ausgangslage zumindest für uns ähnlich: entweder den Klassenerhalt sichern und nach oben gucken oder eine Zittersaison vor sich haben - zwischen 6:4 und 4:6 Punkten in der Tabelle liegen Welten.

Der Austragungsort dieses Heimspiels war Neuland für uns. Am Tag vor dem Match hatte Dinslaken erstmals die Verbandsblitz-MM ausgerichtet und mit dem Ledigenheim in Lohberg einen hervorragenden Spielort gefunden. So lag es nahe, auch das Oberligamatch dort auszurichten.

Beide Mannschaften traten praktisch in Bestbesetzung an, was sich auf dem Papier in etwa ausgeglichen las. Dinslaken war nominell vorne zu favorisieren, dafür lagen wir ratingmäßig an den letzten Brettern leicht hinten. Die Begegnung hatte schon früh eine entschiedene Partie. Am Spitzenbrett hatte FM Janusch Koscielski gegen IM Christof Sielecki eine sehr solide Eröffnung auf's Brett gestellt, die wenig Ansatzpunkte bot. Nach Prüfung der anderen Bretter bot Christof Sielecki Remis an, was akzeptiert wurde. ½:½

Zu diesem Zeitpunkt nach rund 100 Minuten Spielzeit sah es sehr gut für Dinslaken aus. In den Partien zwischen Johannes Mundorf und FM Ralph Sandkamp sowie Rainer Ossig und Stefan Hirsch war einiges für die Wattenscheider schief gelaufen. Die Positionen waren
irgendwo zwischen klarem Vorteil und Gewinnstellung zu bewerten. Auf der anderen Seite standen keine besonderen Probleme. Die Eröffnungsstellungen bei IM Benjamin Tereick gegen FM Thomas Thiel und IM Thomas Trella gegen FM Johannes Franke sahen auch eher günstig für uns aus, ohne schon direkte Ansätze zu haben. Andreas Walter hatten gegen Jörg Kähmann früh einen Bauern geschnappt. Um überhaupt irgend etwas zu haben musste der Wattenscheider noch einen weiteren Bauern für Aktivität geben, der konsequenterweise auch verspeist wurde. Andreas musste etwas Druck aushalten, objektiv schlecht sah es aber nicht aus.
Weiß hatte sicher einiges Spiel, aber Schwarz war nicht schlecht koordiniert. Zum Thema Bauernopfer könnte man auch die Partie am letzten Brett studieren. Rene Borchert hatte gegen Ulf Gohla früh einen Zentralbauern gegeben, dafür aber das Läuferpaar und aktive Figuren erhalten. Hier stand die Kompensation außer Frage, es war eher einfacher für Weiß zu spielen. Die Partie zwischen Alexander Hönig und Wilfried Schröder war früh in ein Endspiel transformiert, das ausgeglichen war. 

Das Match ging aus Dinslakener Sicht hervorragend weiter. In keiner Partie sah es kritisch aus, während Johannes Mundorf und Rainer Ossig ihre Positionen zum Gewinn zu verwerten suchten. Zuerst ging es bei Johannes zuende: Sein Gegner verlor noch einen weiteren Bauern und gab dann die Partie auf: Führung für Dinslaken mit 1½:½.

Wenig später erhielt Thomas Trella ein überraschendes Remisangebot. Die Stellung war sicher nicht besser für seinen Gegner,
aber angesichts des Mannschaftsstandes war hier eher ein Gewinnversuch zu erwarten. Thomas dachte gerade über das Angebot nach, ...

... als plötzlich die Partie am siebten Brett beendet war. Alex hatte völlig überraschend gewonnen, da sein Gegner eine glatte Figur einstellte! ... 2½:½

... Plötzlich waren wir mit 2 Punkten vorne,  was Thomas dann auch zur Annahme des Remisangebotes bewegte. Damit stand es dann 3:1 für uns -

- und Rainer hatte immer noch eine Gewinnstellung auf dem Brett. Diese zu verwerten war allerdings eine zähe Angelegenheit. Bevor diese Partie entschieden wurde, gingen noch zwei weitere Partien zu Ende.

Rene Borchert einigte sich mit seinem Gegner Ulf Gohla auf Remis. Hier war eher noch Rene am Drücker, aber ein Remis war natürlich für das Mannschaftsergebnis sehr gut. 3½:1½

Andreas Walter spielte ebenfalls Remis. Er hatte alles Mehrmaterial zurück gegeben und ein vollkommen ausgeglichenes Endspiel erreicht. 4:2

Damit waren 4 Punkte auf der Habenseite, was allerdings nicht lange Bestand hatte. Rainer gewann schließlich seine Partie im Turmendspiel und brachte uns in eine 5:2 Punkte-Führung, was den Mannschaftssieg sicherte!

Jetzt war noch die Partie von Benjamin Tereick offen. Hier war lange Zeit die Lage unklar gewesen. Benjamin war zwischenzeitlich
bestimmt mal im Vorteil, aber eine einfache Sache war es nicht. Am Ende erreichte sein Gegner ein etwas besseres Endspiel, das aber wohl nicht gewinnbar war. 

So ergab sich ein 5,5-2,5 Sieg für Dinslaken - wie schon vor 2 Jahren gelang Wattenscheid kein Sieg gegen uns. Nach dem noch etwas wackligen Sieg gegen Iserlohn im Dezember gab es diesmal wenig Grund zur Sorge. Die Partiegewinne waren sauber gespielt und in den anderen Partien waren wir nie ernsthaft in Schwierigkeiten.

Wir notieren jetzt mit 6:4 Punkten auf dem geteilten dritten Platz der Oberliga. In der nächsten Runde spielen wir gegen den Tabellenvorletzten aus Ennepetal. Hier ist ein Sieg Pflicht... und damit würde diese Saison auch nach oben noch interessant werden. Wir sind im Moment nur einen Punkt hinter dem Tabellenzweiten Klub Kölner Schachfreunde.. und gegen die spielen wir noch zum Saisonabschluss.


[Bericht: Christof Sielecki]