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Königsspringer Iserlohn I - SV Dinslaken I 3,5 : 4,5

Oberliga, Runde 4 am 11. Dezember 2016


Das letzte Match der Ersten in diesem Jahr führte uns ins glücklicherweise nicht zu kalte und vereiste Sauerland. Wenn ich die Umfrage vor dem Spiel richtig im Kopf habe, hatte bisher keiner von uns die Ehre, schachlich motiviert nach Iserlohn zu reisen. Die Vorzeichen waren klar: Nur ein Sieg zählte! Nach der Niederlage gegen Wuppertal waren wir stark unter Druck, beim Tabellenletzten unserer Favoritenrolle auch gerecht zu werden. Bei der Heimmannschaft fehlte Brett 2, wir waren komplett.

Die erste Bestandsaufnahme war durchaus positiv, allerdings ohne allzu klare Positionen. Die erste dramatische Entwicklung gab es dann am achten Brett im "Duell der Renes". Der Iserlohner Rene Kramps ließ einen starken Angriff vom Stapel, der grösste Sorgenfalten bei uns verursachte. Das sah alles mehr als kritisch für unseren bisherigen Topscorer Rene Borchert aus.

Etwa zur gleichen Zeit wurde dann am vierten Brett zwischen Johannes Mundorf und Jürgen Messarius Remis vereinbart. ½:½

Gut sah es für Dinslaken am Spitzengrett aus. IM Christof Sielecki hatte grossen Raumvorteil und mehr Zeit, sein Gegner Julian Scheider stand unter Druck.

Dann bekam zur allgemeinen Überraschung Rene Borchert ein Remisangebot! Dieser halbe Punkt, der natürlich sofort einkassiert wurde, fühlte sich wie ein Sieg an, so verheerend wie vorher die Position aussah - alles in allem ein mysteriöser Verlauf. 1:1

Wenig später dann die Führung für Dinslaken. IM Christof Sielecki gewann im Mattangriff seine Partie, also 2:1 für uns.

Praktisch genau zum Zeitpunkt dieser Entscheidung ergab sich auch eine Gelegenheit am zweiten Brett. IM Benjamin Tereick hatte nach komplizierten Partieverlauf gegen Joshua Eckardt so etwas wie einen Elfmeter auf dem Brett, bei dem Michael Zorc antritt und der Torwart aus der U10-Mannschaft kommt. Leider traf Benjamin nur die Latte und anstelle eines Mattes gab es nur ein Remis. Das hätte schon die Vorentscheidung sein können, so aber 2½:1½ für Dinslaken.

Es liefen also noch vier Partien und die Lage war gar nicht klar. Andreas Walter stand gegen Bertram Kind unter Druck, Alexander Hönigs Position sah remislich aus, ebenso wie Rainer Ossigs Partie. Gute Chancen hatten wir aber am dritten Brett, wo IM Thomas Trella seinen Gegner Thomas Franke gut im Griff hatte. Es war nichts überaus klares, aber sicherer Vorteil.

Wie so oft fielen dann die Entscheidungen zur Zeitkontrolle. Alexander Hönig hatte seinem Gegner Christoph Schwanbeck die Abwicklung in ein Bauernendspiel erlaubt, das nicht wie gedacht vorteilhaft, sondern tatsächlich verloren war! Bauernendspiele sind wirklich ungeheuer trickreich, so auch hier. Ausgleich für Iserlohn zum 2½:2½

Mittlerweile hatte Thomas Trella eine Qualität gewonnen, aber technisch einfach war es ganz und gar nicht. Die gegnerischen Figuren standen überaus aktiv, was die Verwertung sehr erschwerte. Andreas Walter hatte in Zeitnot einen sehr kritischen Moment überstanden und hatte jetzt ein Endspiel auf dem Brett, das sogar eher besser für ihn war.

Zu diesem Zeitpunkt erhielt dann Rainer Ossig von seinem Gegner Stefan Klauke ein Remisangebot, das stellungsgemäß war und aufgrund des Gesamtstandes für uns OK war, somit also 3:3.

Ebenso remis ging es wenig später bei Andreas Walter aus. Hier hatte sich kurz vor dem Ende noch eine Siegchance ergeben, die aber leider nicht genutzt wurde. Angesichts des "Auf und Ab" in dieser Partie vielleicht das gerechte Resultat. 3½:3½

Es ging also jetzt in Thomas' Partie um alles. Schrittweise gelang es ihm, die gegnerischen Figuren zurückzudrängen und am Ende seinen Materialvorteil zu verwerten - Punkte für Dinslaken!

Nach mehr als sechs Stunden Kampf stand also der mehr als wichtige Sieg gegen die Iserlohner, die zumindest einem Unentschieden sehr nahe waren. Wir notieren jetzt bei 4-4 Zählern in der Tabelle und haben erst einmal die Abstiegsränge verlassen. Vollständig überzeugen konnten wir erneut nicht, aber wichtig sind hier erstmal die Punkte. Es gab wacklige Momente, aber ebenso hätte dieses Match bei guter Verwertung auch höher gewonnen werden können. Im neuen Jahr geht die Saison mit einem Heimspiel gegen Wattenscheid weiter. Dieses Match hat keinen klaren Favoriten. Wir sollten alles daran setzen, mit einem Sieg Klarheit nach unten zu schaffen und vielleicht auch noch etwas nach oben zu schauen.

[Bericht: Christof Sielecki]