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Dinslaken I - Bahn SC Wuppertal 1 3,5 : 4,5

Oberliga, Runde 3 am 13. November 2016


Wenn man bei 2:2 Punkten in der Tabelle notiert, fällt immer ganz schnell das Wort "richtungsweisend", wenn vom nächsten Match die Rede ist. Bei einem Sieg hat man erst mal Distanz zum Tabellenende und Chancen nach vorne, geht das Spiel aber schlecht aus, überwintert man in trüber Stimmung im Keller der Oberliga.
Beide Mannschaften traten in Topbesetzung an, was einen knappen Kampf erwarten ließ. Elozahlen sind nicht alles, wenn es darum geht, ein Ergebnis vorherzusagen... hier jedoch lagen die schnöden Daten richtig. Nach zwei Stunden war nichts klar und alle Partien umkämpft.

IM Christof Sielecki spielte mit Schwarz gegen IM Vyacheslav Savchenko eine komplizierte spanische Partie, in der jedes Ergebnis möglich schien.
IM Benjamin Tereick hatte eine bequeme Stellung gegen Aleksij Savchenko (Sohn des Spitzenbrettes), aber hatte starke Zeitprobleme nach einigen Tiefseetauchgängen in der Eröffnung.
Am dritten Brett hatte es IM Thomas Trella mit IM Boris Khanukov zu tun. Thomas konnte mit Schwarz ausgleichen, es war allerdings schwer, hier aktiv zu werden. Eine sehr solide Angelegenheit für beide Seiten.
Gut sah es am vierten Brett für Johannes Mundorf gegen FM Roman Bashilin aus. Der Wuppertaler Spieler hatte die Eröffnung nicht optimal behandelt und stand unter Druck.
Zwischen Andreas Walter und Benjamin Ries entspann sich ein Manövrierkampf mit fast allen Bauern und Figuren auf dem Brett. Kompliziert und mit Potential für alle Ergebnisse.
Rainer Ossig spielte aggressiv auf gegen FM Martin Auers Moderne Verteidiung. Der Wuppertaler Spieler verteidigte sich aber umsichtig und hatte eher die bessere Stellung.
Alexander Hönig hatte keinerlei Eröffnungsprobleme mit Schwarz gegen Rene Tückmantel. Hier sah der Berichterstatter eher uns im Vorteil, allerdings hatte die weiße Position gehörigen Betonanteil.
Optimistisch konnten wir an Brett 8 sein. Im Duell Rene Borchert (Erfahrungsschatz: 2 Partien NRW-Oberliga) gegen Torsten Werbeck (geschätzt 100 Partien NRW-Ebene) lief die Eröffnung gut für unseren Neuzugang. Es stand ein Mehrbauer zu Buche, ohne dass besondere Kompensation ersichtlich war.

Die ersten Ergebnisse trudelten dann nach rund 3 Stunden ein. Es waren zwei Remisen an den Brettern 4 und 5. Bei Andreas Walter war die Position mittlerweile so verschachtelt, dass beide Seiten keine Ideen mehr hatten. Johannes Mundorf musste sich leider auch mit einem Unentschieden zufrieden geben. Hier war es etwas unglücklich gelaufen. Ein auf den ersten Blick starker Zug entpuppte sich als ungenau, was sehr schwer zu antizipieren war. So also 1:1 als erster Zwischenstand.

Die Zeitkontrolle näherte sich und brachte dann leider die Führung für die Gäste. Benjamin Tereick musste aufgeben, nachdem ihm bei knapper Zeit die Partie vollkommen entglitten war.
Remis ging dann die Partie am dritten Brett aus, so stand es 1½:2½ aus Dinslakener Sicht.

Kurz vor der Zeitkontrolle vergab dann Christof Sielecki den Ausgleich für Dinslaken, als er sich verrechnete und so den Gegner noch mal aus einer eigentlich tödlichen Fesselung entließ. Die Position war allerdings immer noch deutlich besser für ihn.
Ebenso sah es nach einem Sieg für Rene Borchert aus, der noch gute Technik beweisen musste.

Remislich war die Stellung bei Alexander Hönig, der dann auch die Punkteteilung mit seinem Gegner vereinbarte zum 2:3 Zwischenstand.

Kritisch stand es bei Rainer Ossig. Er hatte durchaus noch Hoffnung auf ein Remis, aber hier war Martin Auer am Drücker. Bei also noch laufenden 3 Partien war vom Gewinn des Matches bis zum Verlust noch alles möglich.

Ganz wichtig zunächst einmal der Sieg von Rene, der sein Endspiel ganz sicher gewann! Eine reife Leistung und insgesamt eine tolle Zwischenbilanz mit zwei Siegen und einem Remis nach drei Runden NRW-Oberliga. Jetzt stand es also 3:3.

Beide Dinslakener Spieler versuchten alles, aber es waren sehr schwierige Positionen. Rainer musste sich am Ende geschlagen geben und so Wuppertal den vierten Punkt ermöglichen, 3:4 für Wuppertal.

Christof Sielecki hatte nach der verpassten Chance vor Zug 40 ein kompliziertes Endspiel auf dem Brett. Dieses war zwar objektiv gewonnen – frag nach bei Stockfish – aber schwer zu spielen. Er vergab noch eine weitere Gelegenheit, den vollen Punkt zu sichern (hier aber schon sehr leicht zu verpassen und musste sich am Ende mit einem Remis zufrieden geben.

So ging dieses wichtige Match gegen Wuppertal 3½:4½ verloren. Ein insgesamt recht unglückliches Resultat, da wir wirklich das absolute Minimum aus den Partien geholt haben. Zumindest ein 4:4 wäre mehr als verdient gewesen, aber so standen wir leider mit leeren Händen da. Um auf den Anfang des Berichtes Bezug zu nehmen: es sieht nach einem tristen Winter im Keller aus - jetzt müssen wir zumindest mit einem Sieg gegen Iserlohn sicher stellen, dass in dem kalten Keller wenigstens noch Licht brennt.

[Bericht: Christof Sielecki]