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Godesberger SK I - SV Dinslaken I 3,0:5,0

Oberliga, Runde 2 am 23. Oktober 2016


SV Dinslaken I beendet Durststrecke

Was verbinden Sie mit dem Datum 22.März 2015? – Sehr wahrscheinlich nichts besonders... anders sah es aber für die erste Mannschaft des SV Dinslaken aus. An diesem Tag gab es den letzten Sieg im Ligabetrieb, als die Schachfreunde aus Lieme mit 6:2 geschlagen wurden und damit die Tür für den Aufstieg in die Zweite Bundesliga weit aufgestoßen wurde.

Mittlerweile waren 19 Monate und 10 Matches ins Land gegangen, ohne das ein Sieg gelungen ist. In der sieglosen Zweitligasaison wurden uns deutlich die Grenzen aufgezeigt... und das erste Match zurück in der Oberliga gegen Aachen (2:6) war auch nicht das Gelbe vom Ei. Nun sollte gegen den Godesberger SK das Ende der Serie gesetzt werden. Die Voraussetzungen waren gut: Wir konnten in Bestaufstellung antreten und sollten so auf dem Papier zumindest leicht überlegen sein. Wir staunten nicht schlecht, als dann bei den Gastgebern die ersten drei Bretter fehlten und wir so zum deutlichen Favoriten wurden. Dass solche Ratingdifferenzen nicht immer den Ausschlag geben, ist aber nun auch hinlänglich bekannt, denn "wichtig ist auf'm Brett"!

Und wie sah es auf den Brettern aus? Zunächst mal nicht so schlecht. In den Partien mit Weiß machten wir Druck und hatten gute oder bequeme Stellungen. Mit Schwarz war es weniger schön... gehen wir mal durch...

IM Christof Sielecki hatte nach kurzer Spielzeit eine einseitige Stellung auf dem Brett, die er ohne Risiko nach vorne spielen konnte - eine typische Zwei-Resultate-Stellung, die man oft gewinnt, aber nie verliert.

Problematischer war es bei IM Benjamin Tereick. Sein Gegner hatte sich hervorragend vorbereitet und stellte einige ernsthafte Probleme. Benjamin musste Zeit investieren, um die computergestützte Spielweise korrekt zu beantworten. Die Position sah hier OK aus, aber auf der Uhr war es kritisch.

Am dritten Brett hatte IM Thomas Trella früh einen Bauern gewonnen. Der Gegner hatte aber noch recht aktive Figuren, sodaß nicht alles direkt zusammen brach. Thomas sollte bei guter Technik (die er hat!) ordentliche Gewinnchancen haben.

Am vierten Brett hatten wir die größten Sorgen. Johannes Mundorf hatte in der Eröffnung Züge vertauscht und stand so schlecht, daß er durch Opfer im Trüben fischen musste. Hier konnte man nur auf Wunder hoffen - normalerweise war hier ein Punkt für Godesberg in Sicht.

Umgekehrt sah es bei Andreas Walter aus, der einen Bauern gewonnen hatte und dafür noch Kompensation zusätzlich hatte - mit anderen Worten: ein sehr klarer Vorteil, der zum Gewinn eigentlich reichen sollte.

Weniger spannend war es bei Rainer Ossig. Hier hatte der Gegner nach dem Motto "Safety first" erstmal Beton angerührt und eine ganz ruhige Stellung erzeugt. 

Alexander Hönigs Gegner verteidigte sich originell und wohl auch etwas riskant. Alexander hatte hier sicher die bequemere Stellung, allerdings ohne klaren Ansatz für Fortschritte. 

Am achten Brett entwickelte sich eine typisch komplizierte Partie in der Spanischen Eröffnung, in der beide Seiten Chancen hatten. Rene Borchert hatte hier eine Position, in der alle Ergebnisse möglich schienen.

Nach rund Zweieinhalb Stunden wurden dann die beiden ersten Partien entschieden. Überraschenderweise verlor Andreas Walter seine Partie gegen Thomas Stenzel. In weiterhin sehr guter Position stellte er durch einen taktischen Überseher eine Figur ein - statt der Führung lagen wir plötzlich hinten. 0:1

Der Ausgleich kam allerdings schon wenige Minuten später. Christof Sieleckis Gegner Martin Wecker gab seine mittlerweise verlorene Stellung auf. Hier war der Druck auf dem Brett und auf der Uhr zu stark. Bei der Aufgabe hatte der Godesberger Spieler noch etwa 10 Minuten Bedenkzeit, während Christofs Uhr noch bei 1:17 Stunden stand - einfache, aber schnell gespielte Züge waren hier sehr effektiv. Unterm Strich also 1:1 Ausgleich. 

Es sah insgesamt recht gut aus, aber klar war es nicht. Thomas sollte gewinnen, Rene und Alexander standen bequem. Rainer stand vielleicht minimal schlechter, dafür allerdings Johannes total auf Verlust. Er probierte noch eine Menge Verwirrtaktik, aber normalerweise war diese Partie weg. Benjanmin stand mittlerweile gut, aber war weiterhin unter Zeitdruck.

Als nächstes endete dann Rainers Partie gegen Arnold Hemmann mit Remis, ... 1½:1½

... während Benjamin plötzlich Oberwasser bekam und dann erstaunlich schnell gewann. Sein Gegner Marco Müller hatte sich sehr gut verkauft, aber dann in der kritischen Phase den Überblick verloren. So gingen wir mit 2½:1½ in Führung!

Diese Führung hielt dann auch, als Thomas Trella gegen Christian Köhler gewann ... 3½:1½

... und wenig später dann Johannes Mundorf gegen Samir Zupcevic aufgeben musste. Mit 3½:2½ kamen wir den ersehnten 4½ Zählern schon sehr nahe. 

Mittlerweile hatte Rene Borchert eine sehr gute Stellung gegen Stephen Kutzner herausgespielt. Er hatte im Mittelspiel die Lage verkompliziert und ging dann aus der Zeitnotphase mit einem wohl gewonnenen Endspiel hervor.

Alexander Hönig versuchte auch noch, seinen Raumvorteil gegen Wolfram Kummer in einen vollen Punkt zu verwandeln. Am Ende konnte dann Rene seine Partie verdient gewinnen und uns so über die Ziellinie bringen! 4½ Punkte für Dinslaken!

So war also das Match entschieden und Alex entschied sich, auf weitere Versuche zu verzichten - also ein Remis und damit ein 5:3 Sieg für die Mannschaft!

Den Beteiligten war die Erleichterung deutlich an zu sehen, die lange Durststrecke war beendet. Godesberg war eine kampfstarke Mannschaft und kein leichter Gegner. Ich denke, wir können mit der Leistung insgesamt zufrieden sein. Besser machen geht immer, aber erstmal sind zwei volle Mannschaftspunkte auf dem Konto und das ist die Hauptsache. Am 13.11. geht es weiter mit dem Heimspiel gegen Bahn SC Wuppertal, dann wieder in den Hallen des Autohauses vw-roeder_2.jpg in Walsum. Wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung!

[Bericht: Christof Sielecki]