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SV Dinslaken III - TV Witzhelden 2,5:5,5

Verbandsklasse, Runde 8 am 1. Mai 2016


Wer sich noch an das Wunder von Bern erinnern kann, weiß, dass man wichtige Spiele am besten bei strömendem Regen (Fritz-Walter-Wetter) austrägt. Die Wetterkarte hat Petrus leider gegen uns ausgespielt: Das Wetter an diesem 1. Mai war eine würdige Einleitung des Wonnemonats. Damit waren wir natürlich chancenlos verloren. Wie soll man auch gutes Schach präsentieren, wenn draussen die Sonne lacht und die Veilchen nicht mehr nur vom Kommen träumen und von fern der leise Harfenton mehr wie eine Trompete erschallt.


  nopic.jpg?cs=0844bd9573a5793577505ffb3e53f3f0df1e58252b06b1f6a7497ce3ed21c425329d16acf673b0907359dc59909696f5f28df49145b0482b2e5ac291009d5d78&derivate=usage%3DposterZunächst endete die Partie von Stefan Gilles an Brett 5 gegen Frank Reif. Stefan erfreute sich nach gutem Partieverlauf    
  einer zumindest ausgeglichenen Stellung. Eventuell konnte er sogar einen Bauern gewinnen. Allerdings handelte es sich
  dabei um einen Randbauern, für dessen Abholung er in der Schlussstellung seine Dame ins Abseits hätte stellen
  müssen, was seinem Gegner ein paar unangenehme Möglichkeiten eröffnete. Unsere Analyse zeigte hinterher, dass er
  diese mit etwas sauberer Verteidigung hätte abwehren können und dann ins Mehrbauernendspiel hätte abwickeln können.
Aber er hätte dafür recht weit und exakt vorausrechnen müssen. Verständlich also, dass ihm der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach war. ½:½

  dirkstoppacher_2010.jpg?cs=0273d0d79943e6220544548b5dc6b9d61acd844396195e95feaaa42188a6f2f03e60a571916cda39660d68352ed577c1efb5a66908cdc6e14bcd3946627523c4&derivate=usage%3DposterAls Nächster beendete Dirk Stoppacher an Brett 1 seine Partie gegen IM Martin Becker durch Aufgabe. Jeder Gedanke an
  irgendeine Punkteausbeute an diesem Brett war absolut illusorisch. Am Besten läßt sich dies in den Unterschieden in der
  Stellungsbewertung verdeutlichen. Nach der Eröffnung stand Dirk unter Druck auf dem Königsflügel. Er selbst wollte den
  König auf den Damenflügel in Sicherheit rochieren, aber der Gegner empfahl in der Analyse, diesen aufzureißen und dort
  einen Gegenangriff zu starten. Riskant für beide Seiten, aber die einzige Möglichkeit zu Gegenspiel. Nach der Rochade wollte Dirk stattdessen im Zentrum aktiv werden, aber im Zentrum war nichts zu wollen, insofern war Dirk nach Ansicht des Gegners zum Stillhalten gezwungen. Das wäre aber vielleicht sogar in Ordnung gewesen, denn es war nicht zu sehen, wie der Gegner daraus hätte Vorteil schlagen können. Die Öffnung im Zentrum dagegen kam einem Lauf ins offene Messer gleich. Nicht unerwähnt bleiben sollte aber, dass Martin Becker dem Schreiber nach der Partie eine super-Analyse gab, in der er freundlich, lehrreich und tiefschürfend die Partie erklärte und einen Einblick in das Denken eines Titelträgers gab. ½:1½

  dieterollesch_2008.jpg?cs=ab31107d09b8d230dd55dea86c1ec92c314ce1ee6d40990d4606a7dfb9eb6aa3237bd5dd97992cecfb6568175df44bafad5ad3d5c9e08051dd6b0e5a42807ef8&derivate=usage%3DposterÄhnlich erging es Dieter Ollesch an Brett 2 gegen FM Markus Balduan. Eine oberflächliche Betrachtung seiner Partie
  vermittelt den Eindruck, dass er ordentlich mitgehalten hat. Ganz plötzlich aber stehen die Figuren des Gegners allesamt
  gut, und Dieters Steine stehen hilf- und nutzlos am Brettrand rum, außerstande, die gegnerischen Drohungen zu parieren.
  ½:2½


  thomasrauer_juni2013.jpgDas Partieformular von Thomas Rauer ließ sich, wie es sich für einen ordentlichen Schachspieler gehört, leider nur etwa zur
  Hälfte entziffern. An Brett 6 hatte er gegen Julian Schulz aber bis zum 22. Zug eine Qualität eingestellt und verteidigte einen
  isolierten Doppelbauern. ½:3½



  markusmuehlbacher_vbd_fs.jpgMarkus Mühlbachers Partie an Brett 7 gegen Lucas Theisen war die ganze Zeit ziemlich ausgeglichen, es kam eine ruhige
  Variante mit hohem Remispotential aufs Brett. Zwischenzeitlich hatte Markus sogar leichten Vorteil aber aufgrund der
  schlechteren Zeit nicht mehr die Möglichkeit, diesen auszubauen. Somit kam er über ein Remis leider nicht hinaus. 1:4



  dirkhoelscher_juni2013.jpgAn Brett 8 hatte Dirk Hölscher es mit Reinhard Kinnert zu tun. Dies war die einzige Begegnung, in der wir einen DWZ-Vorteil
  hatten. Dirk gab frühzeitig beide Türme für die gegnerische Dame ab. Bei noch geschlossener Stellung eindeutig eine gute
  Wahl, die ihm das bessere Spiel bescherte. Er konnte mehrere Bauern und eine Leichtfigur abklabbern. Als er dann noch
  beide Türme gleichzeitig bedrohte, und die Verbindung zwischen beiden durch einen Springer verbarrikadieren konnte, gab
  der Gegner entnervt auf. 2:4

  markuslengtat_september2013.jpg?cs=c45545e518202545c2953be7dd972169f6c86cbccc69d1ab4341e02a599e7c5da911f15c5252e9a5bf04f9ae13d9adb6c0386bbb166e0efb9384504d24144c8e&derivate=usage%3DposterMarkus Lengtat und Dieter Förtsch folgten an Brett 3 bis zum 10. Zug einer Großmeisterpartie. Dann betrat der Gegner mit
  einer Abweichung Neuland. Markus hielt eigentlich ganz gut mit, aber ein kleiner Fehltritt reichte, und wie von Zauberhand
  hatte der Gegner plötzlich starken Angriff auf Markus' König, der sich auch nicht gut abwehren ließ. 2:5


  holgermay_januar2014_2.jpg?cs=bcfb025d55e261a06c8a14896872f13c9b3aee8433b7c8d5f7d30f79fc3a5ab212700de8f6be4a798aec760e8e609d806865b4164c4d955b681fb06420727cfa&derivate=usage%3DposterHolger May kam an Brett 4 mit Weiß gegen Markus Becker ganz gut aus der Eröffnung heraus. Durch einen Schnitzer
  "opferte" er einen Bauern, bekam dafür allerdings Gegenspiel. Beim Übergang ins Endspiel spielte der 22jährige Gegner
  allerdings nicht optimal. Es entstand ein Turmendspiel mit Minusbauer, allerdings befand sich dieses innerhalb der
  Remisbreite, so dass nichts zu wollen war. Am Ausgang des Mannschaftskampfes änderte sich allerdings nur wenig.
  2½:5½


Fazit: An den ersten drei Brettern war nichts zu wollen. Der DWZ-Rückstand von knapp 1200 Punkten war einfach unüberbrückbar. Auch an den übrigen Brettern kamen nochmal 300 Punkte zu unseren Ungunsten zusammen. Aber hier konnten wir die Lage zumindest ausgeglichen gestalten. Eine respektable Leistung der hinteren Bretter, die natürlich zum Sieg leider nicht ausreichend war.

Bezüglich des Klassenerhalts können wir diesen in der letzten Runde theoretisch immer noch aus eigener Kraft bewerkstelligen.Jedoch sind wir in der letzten Runde für jede Schützenhilfe unseres Bezirksnachbarn Wesel II gegen Abstiegskonkurrent Neuss dankbar.



[Bericht: Dirk Stoppacher, Bilder: Archiv, Philipendula]