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SV Wermelskirchen - SV Dinslaken II 2,5 : 5,5

Verbandsliga, Runde 3 am 22.11.15

Sonntagmorgen: Schneeketten aufgezogen, Bergsteigerausrüstung eingepackt, es ging in die Alpen, nach Wermelskirchen. Nee, Scherz beiseite, aber mit vier Mann an Bord einer mäßig motorisierten 1,5-Tonnen-Limousine ist Anfahren am Berg schon eine Herausforderung.

Gut, Auto Nummer eins kam nach Umwegen über Oberhausen-Osterfeld und den wunderschönen Bahnhof Leverkusen-Opladens pünktlich an den Spielort, was aber bedauerlicherweise nicht für das Zweitgefährt galt: Ein Zug fiel aus, so dass dieser Wagen erst um 9:45 am Moerser Bahnhof losfahren konnte. Also war Eile geboten, doch der namentlich hier nicht weiter erwähnte Fahrer dieses Wagens fuhr (Zitat!) "tiefenentspannt" nach Wermelskirchen, da er den Spielbeginn um 11:00 wähnte...

Egal, nach dieser Vorrede kommen wir zum Sportlichen: Andreas Walter, Konstantin Cebulla, Mathias Mroczek und Danny Franke starteten mit ca. 40 Minuten weniger auf der Uhr, und glücklicherweise machte sich dieses Malheur kaum bemerkbar.

Mir fällt die Rolle des Berichterstatters zu, da meine Partie an Brett 8 die erste beendete war. Dieser Umstand hat wenig mit meiner Leistung zu tun, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass bei Erreichen des 40. Zuges mein Kontrahent noch weit über eine Stunde auf der Uhr übrig hatte...

Nach risikoreicher Eröffnung verflachte die Stellung schnell, auch einigen Figurenabtäuschen geschuldet; in wohl völlig ausgeglichener Position hat mein Gegner einmal definitiv zu schnell gezogen und übersah eine taktische Möglichkeit, die mir die Überleitung in ein Damenendspiel mit einem Mehrbauern gestattete. Daraus hätte wohl auch noch ein zweiter Mehrbauer werden können, trotzdem beschloss der Gegner zu meiner Erleichterung, die Damen abzutauschen und in ein einfach verlorenes Bauernendspiel abzuwickeln. 1-0!

Gut, Zeit sich den Geschehnissen an den anderen Brettern zu widmen:

An Brett 1 Andreas Walter, Mehrbauer, bessere Stellung, aber wenig Zeit.

An Brett 2 Konstantin Cebulla, T+L+L und Mehrbauer gegen T+T+S sowie klar bessere Struktur bei Konstantin, aber ganz wenig Bedenkzeit

An Brett 3 Mathias Mroczek: Mehrbauer, gute, aber unübersichtliche Stellung, beiderseits wenig Bedenkzeit

An Brett 4 Philip Brockhaus: klar vorteilhaftes Endspiel, Spiel auf zwei Ergebnisse.

An Brett 5 Jörg Riekenbrauk: nach eigentlich vorteilhafter Eröffnung jetzt ein Endspiel T+L gegen T+L (ungleichfarbige Läufer), das ungünstig aussah.

An Brett 6 Danny Franke: zwei Mehrbauern ohne gegnerische Kompensation, beiderseits knappe Bedenkzeit.

An Brett 7 Norbert Raygrotzki: Mehrbauer bei recht verriegelter Struktur im damenlosen Mittelspiel.

Es sah also wirklich gut aus. Die nächsten Ereignisse vor der Zeitkontrolle waren allerdings wenig verheißungsvoll: Norbert stellte seinen Mehrbauern ohne Not wieder ein, verbrauchte viel Bedenkzeit, und bot in vielleicht noch marginal besserer Stellung remis an, dieses wurde akzeptiert 1,5-0,5.

Jörg mußte dagegen die Läufer tauschen und in ein unhaltbares Turmendspiel abwickeln 1,5-1,5.

Gut für uns, dass Mathias Opponent bei beiderseits sehr knapper Bedenkzeit eine Figur einstellte (in allerdings schon schwieriger Lage) und aufgeben mußte 2,5-1,5

Andreas am Spitzenbrett stellte dann einen Bauern ein, gab aber lieber die Qualität, um zumindestens noch einen Bauern zu gewinnen bei wohl weiterhin guter Stellung, machte jedoch dann den zweiten Zug vor dem Ersten und landete im Endspiel mit einer Qualität weniger ohne Kompensation 2,5- 2,5

Aber wirklich spannend wurde es nicht mehr: Konstantin mußte zwar 15 Züge in 5 Minuten absolvieren, dann 6 Züge mit einer Minute auf der Uhr, aber Konstantin ist ja erfahrener Zeitschlacht-Spezialist, nach Erreichen des 40. hatte er Läufer und Mehrbauern gegen den Turm, aber auch zwei Freibauern nah am Umwandlungsfeld, unterstützt vom König.

Danny hatte seine Stellung mit zwei Mehrbauern über die Zeitkontrolle gerettet, direkt danach ließ sein Gegner weiteren Materialgewinn zu... 3,5-2,5, die Vorentscheidung!

Philip übte weiterhin großen Druck aus im Endspiel guter Läufer gegen schwachen Springer, besserer Turm- und Königsposition.

Konstantins Gegner mußte dann bald seinen Turm gegen einen umwandlungsbereiten Bauern geben, der Rest war einfach 4,5-2,5

Auch Philips Gegner gab dann zermürbt vom langen Verteidigungskampf auf. 5,5-2,5

Letztendlich doch souveräne Mannschaftsleistung, die einen auch in der Höhe wohl verdienten Sieg erbrachte. Jetzt haben wir 4-2 Punkte, nächste Runde geht es zum Spitzenspiel gegen Vonkeln. Mal sehen, was noch geht in dieser sehr ausgeglichenen Gruppe!

Ich erspare den geneigten Lesern jetzt auch noch Details von der Heimfahrt durch die Wermelskirchener Dolomiten, ich war abends doch verdammt froh, wieder im niederrheinischen Flachland zu sein...

[Bericht: Frank Hamann]