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SV Dinslaken II - SC Kevelaer 4,0 : 4,0

Verbandsliga, Runde 2 am 25.10.15

Der zweite Mannschaftskampf der Zweiten in der Verbandsliga gegen Kevelaer endete mit einem 4-4 - Unentschieden. Tja, dieses Ergebnis wirft immer die Frage auf, Punkt gewonnen oder verloren; die Antwort auf diese Frage fällt diesmal sehr schwer.

In der Vorsaison hatten wir in Kevelaer verloren, doch damals mit mehreren Ersatzspielern, jetzt hofften wir in annähernder Bestbesetzung auf mehr.

Doch der Reihe nach: im Gegensatz zur Auftaktrunde konnte der Gastgeber diesmal personell aus dem Vollen schöpfen, so dass der Berichterstatter sich auf die angenehme Rolle des Zuschauers zurückziehen konnte. Auch der Gast war fast in Bestbesetzung, ein Spieler musste ersetzt werden.

Es dauerte nicht lange, bis erste positive Signale zu erkennen waren: an keinem Brett standen wir schlechter, und Kai Waldmann an Brett 6 konnte mit einer Kombination zwei Bauern gewinnen, einen konnte sein Gegenüber unter Preisgabe der Qualität zurückgewinnen. Doch bald darauf erzwang Kai weiteren Materialgewinn, so dass sein Gegner zurecht aufgab- 1-0.

Auch Norbert Raygrotzki an Brett 8 kam sehr ordentlich aus der Eröffnung, nach einem Bauernopfer seinerseits brach die gegnerische Stellung zusammen, der Gegner opferte noch die Qualität, auch dieses half aber nicht mehr- 2-0.

Jörg Riekenbrauk an Brett 4 kam mit Vorteil aus der Eröffnung, der unrochierte König seines Gegners auf f8 sperrte den h8-Turm das ganze Spiel lang aus, ein vorübergehendes Bauernopfer von Jörg brachte reiche Ernte in Form von zwei Mehrbauern, und bald darauf sah sein Gegenüber ein, das weitere Gegenwehr sinnlos ist- 3-0!

Also eine komfortable Führung, und wir standen weiterhin an keinem Brett schlechter und an zweien sogar deutlich besser!

Eine dieser vorteilhaften Stellungen verwaltete Mathias Mroczek an Brett zwei: angenehmer Stellungsvorteil, eine unverlierbar scheinende Stellung. Doch der Gegner nutzte mit einem Bauernopfer den vorübergehend ungedeckten Läufer von Mathias, die Dame fand wohl nicht das richtige Feld, und plötzlich sah sich Mathias einem starken Königsangriff ausgesetzt, der letztendlich im Verlust zweier Bauern mündete. Sein Gegner konnte dann auch alle Figuren abtauschen und in ein gewonnenes Bauernendspiel abwickeln- 3-1.

Kurz darauf die nächsten Schocks: Danny Franke an Brett fünf hatte eine klar vorteilhafte Stellung erspielt, die aber menschlich nicht einfach zu entscheiden war bei sehr knapper Bedenkzeit. Und so passierte es: er übersah ein vernichtendes Abzugschach mit sofortigem Verlust, also nur noch 3-2.

Nach überstandener Zeitkontrolle konnten wir den verheerenden Verlauf der letzten Mnuten konstatieren: neben den beiden oben erwähnten unnötigen Niederlagen blieben noch drei Stellungen übrig: Konstantin Cebulla am Spitzenbrett befand sich in einem sehr remis-verdächtigen Doppelturm-Endspiel, Philip Brockhaus an Brett drei hatte einen gegnerischen Bauerndurchbruch in Zeitnot unterschätzt und hatte Figur und Bauern geben müssen, um nicht mattgesetzt zu werden, und Timo Volkmann an Brett sieben ist im Übergang ins Endspiel vom Weg abgekommen und hat eine Figur eingebüßt.

Mit anderen Worten, statt eines klaren Sieges sah nun alles nach einer 3,5-4,5-Niederlage aus!

Timo Volkmann musste dann auch bald die Waffen strecken: sein Opponent gab die Mehrfigur für zwei Bauern, das entstandene Turmendspiel war nicht haltbar- 3-3.

Philip Brockhaus´ Gegner gab seine Mehrfigur (unnötigerweise) wieder her, aber hatte trotzdem ein gewonnenes Turmendspiel mit zwei Mehrbauern auf dem Brett. Dieses mißhandelte er aber gründlich, so dass Philip kurz vor Toresschluss nochmal die unglaubliche Gelegenheit zu einem Dauerschach hatte, die er aber bei sehr knapper Restbedenkzeit (<zwei Minuten) ausließ und kurz darauf aufgeben musste- 3-4.

Diese Dramatik wurde nur noch von den Geschehnissen am Spitzenbrett übertroffen: Konstantin Cebulla versuchte irgendwie noch einen vollen Zähler zu erringen, kam aber nur zu einem Endspiel Turm und Randbauer gegen Turm, welches eigentlich nicht zu gewinen war. Doch bei beiderseits weniger als zwei Minuten auf der Uhr fiel sein Gegenüber auf die letzte Falle von Konstantin herein, in die er a tempo hineintappte (Turmtausch und der Bauer konnte umwandeln). 4-4!

Also wahrscheinlich ein letztendlich verdientes Unentschieden, wenn man oben gestellte Frage beantworten möchte...

Es bleibt dabei: Kevelaer scheint uns nicht zu liegen! In der nächsten Runde müssen wir nun zum nächsten Angstgegner: Wermelskirchen!

[Bericht: Frank Hamann]