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Düsseldorfer SK 3 - SV Dinslaken 2 4,0 : 4,0

Verbandsliga, Runde 1 am 13. September 2015

Heute ging es für die zweite Dinslakener Mannschaft zur dritten Garnitur des Düsseldorfer SK und leider war die abenteuerliche Parkplatzsuche nicht das einzige Problem: Dinslaken besaß zwar leichte nominelle Vorteile an den Brettern 1-2, allerdings konnten die Düsseldorfer auf einen nominellen Vorteil an Brett 5 und einen sehr starken Ersatzmann an Brett 7 verweisen. Hinzu kamen die skurile Züge annehmenden Personalprobleme (besonderer Dank nochmal an Norbert, das als Mannschaftsführer ertragen zu müssen kann nicht leicht sein...), sodass Brett 8 leider kampflos verloren gegeben werden musste.

Der Negativtrend, der somit leider schon vor Partiebeginn bestand, setzte sich leider zunächst an den Brettern fort: An Brett 2 (Savchenko-Brockhaus) spielte der Düsseldorfer Jugendspieler munter am Königsflügel drauf los. Philip verpasste leider einen wichtigen zentralen Gegenschlag, ohne den die schwarze Stellung gefährdet zu sein schien.

Auch die nächste Partie die sich etwas schneller entwickelte sah unangenehm aus: Dirk Stoppacher musste an Brett 7 gegen den Düsseldorfer Edelreservisten Huzenberh (DWZ 2006) antreten. Nach origineller Eröffnungsbehandlung von Dirk ahnte ich auch hier nur böses.

An den übrigen Bretter ereignete sich zunächst nicht zu viel. Ich besaß leichten Vorteil gegen Aleksiev, während Danny Franke, Norbert Raygrotzki, und Roland Drescher über solide Stellungen verfügten, ohne dass all zu große Gefahr oder Gewinnchancen bestanden hätten.

Nur Frank Hamann machte Hoffnung: Nachdem wir erst um seinen Einsatz bangen mussten hatte er es doch geschafft sich den Termin freizukämpfen und konnte auch am Brett gegen den nominell deutlich überlegenen Johannes Niemers (DWZ 1849 gegen 2027) überzeugen. Hier konnten wir auf einen ganzen Punkt spekulieren.

Insgesamt sah es also eher düster aus: 2 schlechte Stellungen, eine kampflose Niederlage und nur eine Partie die sich in ernsthaften Vorteilsbahnen bewegte.

Doch dann veränderte sich der Verlauf des Kampfes ziemlich schnell: Danny agierte etwas uninspiriert gegen den gegnerischen Stonewall und war sichtlich froh, dass sich sein Gegner auf eine frühe Zugwiederholung und damit auf das Remis einließ. 0,5-1,5 aus Dinslakener Sicht.

An den anderen Brettern verlief jedoch plötzlich alles zu unseren Gunsten: Philips Gegner entschied sich für die denkbar schlechteste „Abwicklung“(wenn es man es so nennen darf), sodass aus Philips „ich habe sowieso schon verloren“ eine vorteilsträchtige Stellung entstanden war!

Währendessen hatten sich bei Roland nach sehr solider Eröffnung einige Abtäusche ergeben, so dass früh ein Endspiel entstanden war, welches jedoch nur für ihn vorteilhaft sein konnte.

Dirks Stellung hatte sich mittlerweile von „das muss doch irgendwie kaputt sein“ in eine vielleicht leicht schlechtere Stellung verwandelt, während wir an den Brettern 1 und 4 mittlerweile sehr bequeme Stellungen besaßen.

Lediglich in Franks Partie lief nicht alles wie erhofft, es schien als sei Weiß hier vom richtigem Weg abgekommen, allerdings ohne dass es dramatisch war.

Die nächste 180-Grad Wende ließ aber nicht lange auf sich warten. Philip übersah leider dass sein Gegner ja trotz zerrupfter Bauernstellung noch rochieren durfte und war in einem etwa gleichen Turmendspiel gelandet anstatt wie erwartet einen klaren Vorteil verwalten zu dürfen.

Von diesem Schock konnte er sich scheinbar nicht erholen, spielte das entstandene Endspiel leider zu ungenau und musste die Waffen strecken: 0,5-2.5.

An Dirks Brett wurde es chaotisch: Erst dachte ich sein Gegner hätte einen Bauern und somit die Partie gewonnen, im nächsten Augenblick hatte Dirk jedoch eine Figur gewonnen! Wenig später folgte somit der erste Dinslakener Treffer an einem Brett, an dem ich es ehrlich gesagt am wenigsten erwartet hatte. 1,5-2,5!

Roland konnte seinen gefühlten Vorteil leider in nichts greifbares umwandeln, so dass hier das Remis vereinbart wurde: 2-3.

Mittlerweile bestanden sogar echte Hoffnungen auf einen nicht für möglich gehaltenen Mannschaftssieg:

Mein Vorteil schien langsam aber beständig nach vorne zu kriechen, während Frank nach einigen suspekten Manövern des Gegners plötzlich einen starken Freibauern auf d7 verbuchen konnte. Norbert stand immer noch angenehm, schien allerdings ein wenig den Faden verloren zu haben.

Nach einigen Ungenauigkeiten des Gegners war Franks Bauer nicht mehr zu bremsen und sein Gegner büßte Material und damit die Partie ein. Glückwunsch zu dieser guten Partie gegen einen nominell deutlich stärkeren Gegner! 3-3

Meine Gegner verlor bald einen wichtigen Bauern am Damenflügel, konnte allerdings nicht die geringste Kompensation aufbieten, so dass wir tatsächlich in Führung gegen konnten 4-3.

Nun hing es an Norbert. Doch bei knapper werdender Bedenkzeit und schwer verständlicher Stellung griff er leider auf das jedem Schachspieler aus leidvoller Erfahrung bekannte Konzept der Selbstsprengung zurück und musste die Partie, in welcher er beständig das Geschehen diktiert hatte, leider aufgeben. 4-4!

Am Ende ist es natürlich immer ärgerlich dem Sieg nahe zu sein und ihn letztendlich doch zu verpassen, insgesamt kann man jedoch sagen dass wir mit dem Unentschieden hochzufrieden ein sollten. Besonders hervorzuheben sind die Partien von Dirk und Frank, die trotz erschwerter äußerer Bedingungen gut kämpften und sich dafür sogar jeweils mit einem ganzen Punkt gegen starke Gegner belohnen konnten!

[Bericht: Andreas Walter]