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SV Dinslaken I lässt beide Punkte in Aachen - aber der Klassenerhalt ist noch möglich!

Aachener SV - SV Dinslaken 5,0:3,0 (2. Bundesliga, Runde 8 am 13. März 2016)



Wie im gesamten Saisonverlauf fuhren wir als Außenseiter in die Grenzstadt, aber diesmal war die Aussicht auf einen Punktgewinn ungleich größer als gegen SG Porz. Zwar waren wir an den meisten Brettern wertungsmäßig hinten, aber in keiner Partie sah es auf dem Papier nach einem aussichtslosen Unterfangen aus. Beide Teams traten in Bestaufstellung an. Bei Aachen fehlte ein Spieler der Stammformation, aber dies ist der Regelfall und war zu erwarten.

Kaum daß das Match gestartet war, gab es auch schon die erste knifflige Entscheidung zu treffen, und zwar an Brett 5. Nach 15 Min erhielt FM Bernhard Stillger von seinem Gegner IM Hans-Hubert Sonntag ein Remisangebot. Bernhard, der in der bisherigen Saison meist lange gespielt hatte und eher zu den Kämpfernaturen zu zählen ist, fühlte sich nicht gut und nahm daher das Angebot an. Sein Gegner brachte auch rund 100 Elo mehr auf die Waage, also durchaus kein schlechtes Resultat für die Mannschaft. ½:½

Wie sah es an den anderen Brettern aus? IM Christof Sielecki hatte am 1. Brett die etwas bessere Stellung gegen IM Christian Seel, der sich umsichtig verteidigen musste. IM Benjamin Tereick hatte gegen IM Thomas Koch in der Eröffnung die korrekte Zugreihenfolge nicht eingehalten und war an Brett 2 unter schwerem Druck. Besser sah es an Brett 3 aus: IM Thomas Trella hatte gegen IM Thibaut Vandenbussche die minimal bessere Position ohne jedliche Verlustgefahr. Eine Offene Partie mit beidseitigen Chancen entwickelte sich an Brett 4 zwischen IM Guido Kern und IM Tom Piceu. Hier schien jedes Ergebnis möglich. Grosse Probleme musste hingegen Johannes Mundorf an Brett 6 lösen, dessen Gegner FM Felix Klein bereits früh starken Druck aufbauen konnte. An Brett 7 hatte es Rainer Ossig mit FM Nikolaos Begnis zu tun, der früh als Schwarzspieler ein Bauernpaar auf d3  und e4 etablieren konnte. Stark oder schwach, das war die Frage. Nach Rainers Sprengung der Bauern sah es interessant aus für ihn, aber die Lage war sehr kompliziert. Die Partie zwischen Alexander Hönig und FM Rudolf Meessen an Brett 8 verlief abseits der ausgetretenen Theoriepfade und war zwischen Ausgleich und leichtem Vorteil für den Aachener Spieler zu beurteilen. Zum Start des Matches sah es also nicht besonders toll aus, aber es war auch noch nichts dramatisches passiert. Das sollte sich im beginnenden Mittelspiel ändern - leider nicht zu Gunsten der Dinslakener.

Johannes Stellung hatte sich weiter verschlechtert, hier musste man mit einer Niederlage rechnen. Gleichzeitig war aber nirgendwo in einer Partie ein klarer Gewinnansatz zu sehen. Christof hatte immer noch den leichten Vorteil, aber auch nicht mehr rausgeholt. Vielleicht stand Rainer besser, aber leicht war das alles nicht zu beurteilen - hier hatte auch der Aachener Spieler noch seine Trümpfe in der Hand.

Dann fiel etwas unvermittelt schnell die Führung für Aachen. Zwei unglückliche Entscheidungen hatten am letzen Brett die Partie gekostet, Alexander musste leider aufgeben. Wenig später erwischte es dann auch Johannes, womit dann Aachen plötzlich 2½:½ vorne lag.

Jetzt sah es wirklich sehr kritisch aus. In den verbleibenden Partien waren wir eher noch in Schwierigkeiten (Benjamin, Brett 2) als das wir auf Siege hoffen konnten.

Aachen kam dann dem Sieg näher, als Guido und Thomas ins Remis einwilligen mussten. Hier war nicht mehr drin gewesen, somit also 3½:1½ für Aachen.

Christofs Partie sah mittlerweile immer deutlicher nach einem Remis aus und Benjamin war in Zeitnot, verteidigte sich aber stark.

Benjamins Gegner, der erfahrene IM Thomas Koch, bot dann geschickt Remis an. Das war nicht ablehnbar in der Lage, also 4:2 für die Heimmannschaft.

Jetzt mussten schon beide Partien gewonnen werden für ein 4:4. Dieses gaben leider die Positionen absolut nicht her - auch diese Begegnungen endeten mit Unentschieden. Am Ende steht also eine 3:5-Niederlage beim Aachener SV.

Insgesamt ein eher schwacher Kampf von uns, da zwei Partien relativ deutlich verloren gingen und an den anderen Brettern nie klare Gewinnhoffnungen aufkeimten. Wir müssen uns in jedem Fall steigern, wenn der Klassenerhalt noch geschafft werden soll. So paradox wie das vielleicht auch klingt: der SVD bleibt weiterhin mit zwei Punkten im Tabellenkeller, hat aber die Möglichkeit den Klassenerhalt fast aus eigener Kraft zu schaffen.

Am 10.04. spielen wir wieder zu Hause im Audi Forum Röder in Walsum, und dieses Mal kann es nur einen Sieg gegen die Schachfreunde aus Schöneck geben - ansonsten sind wir weg vom Fenster. Diese einfache Ausgangslage sollte noch mal alles mobilisieren, was möglich ist. Mit einem Sieg gegen Schöneck würden wir die Hessen in jedem Fall hinter uns lassen in der Tabelle. Dann bräuchten wir nur noch etwas Hilfe aus Solingen oder Mülheim, um tatsächlich noch die Klasse zu halten. Wir hoffen auf zahlreiche Zuschauer in diesem Abstiegsendspiel!

[Bericht: Christof Sielecki]