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Schwarzer Tag für Dinslaken - Niederlage ohne Zählbares gegen die SG Porz

SV Dinslaken - SG Porz 0:8 (2. Bundesliga, Runde 7 am 21. Februar 2016)


Irgendwann ist immer das erste Mal... ein bekannter Spruch, der sicher seinen Wahrheitsgehalt hat. Im Gegensatz zum Berichterstatter
hatten die meisten Spieler in unserer Reihe noch nie einen Mannschaftskampf mit 0-8 verloren und erlebten somit eine Premiere, auf die wir sicher gerne verzichtet hätten. Es war sicher vorher klar, dass ein Mannschaftspunkt oder mehr kaum möglich sein würde - zu überlegen die Aufstellung des früheren Serienmeisters aus der Domstadt, die mit Acht Grossmeistern anreisten. Wie chancenlos das Match dann tatsächlich werden würde, entsprach dann leider den ärgsten Befürchtungen.

Nach der Eröffnungsphase hatten wir an keinem Brett Vorteil, dafür aber in einigen Partien schon ernste Sorgen. So standen beispielsweise Rainer Ossig und Ersatzmann Martin Jäger gegen GM Dimitri Reinderman bzw. GM Arkadi Rotstein früh unter Druck. Andreas Walter spielte gegen GM Christopher Lutz und errichtete die "Berliner Mauer", was zumindest erstmal sehr solide aussah. IM Christof Sielecki stand gegen GM Loek Van Wely, die langjährige niederländische Nummer Eins, etwas schlechter, ebenso wie FM Berhard Stillger gegen GM Vladimir Baklan. Beide hatten sicher verteidigungsfähige Stellungen, aber 200-300 Punkte Elo weniger auf der Waage.
IM Thomas Trella spielte gegen GM Jan Timman, eine lebende Legende des Schachs. Der frühere WM-Finalist (1993 gegen Karpov) spielte eine starke Partie und stellte Thomas früh vor Probleme. Ebenso sah es bei Johannes Mundorf aus, dessen Gegner GM Igor Khenkin (Deutscher Meister 2011) unkonventionell, aber stark agierte. Vollkommen verworren war die Lage zwischen Alexander Hönig und GM Erik van den Doel - das muss ja nicht die schlechteste Ausgangslage sein, wenn eine Überraschung gelingen soll.
Typischerweise haben diese Berichte immer einen gewissen Spannungsbogen. In den letzten Jahren haben wir auch nur selten ganz klare Ergebnisse gehabt, Mannschaftssiege fielen in der Regel knapp aus und Niederlagen kamen zumindest nach Gegenwehr zustande. Nun, ich will den geneigten Lesern nichts vormachen - Spannung kam an diesem Tag nicht auf. Einige bereits früh kritische Stellungen gingen recht glatt verloren, da half auch tapfere Gegenwehr nichts. Die Stellungen, die nicht so klar waren, erforderten genaues Spiel - und das brachten wir nicht auf's Brett. Zur Zeitkontrolle nach 4 Stunden stand es bereits 0:7.

Als einziger kämpfte noch Martin in einem schlechten Endspiel. Es ging jetzt nur noch um die Vermeidung der Höchststrafe. Einige Kibitze und der Großteil der Mannschaft harrten noch aus und hofften, aber am Ende war es vergebens - wir hatten tatsächlich 0:8 verloren. Dafür gibt es keine Umschreibung, die mir geläufig ist - ich schlage an dieser Stelle mal "Doppel-Audi" vor, was dem Austragungsort und dem Resultat Rechnung trägt.

Nach so einem Spiel kann man einfach nur sagen: "Abhaken und weiter geht's!". Am Ende ist es wohl ziemlich egal, wie hoch man gegen Porz verliert... man muss die Punkte woanders holen. Ich gewinne lieber 4,5-3,5 gegen Schöneck und kriege 8 Nullen gegen Porz als jeweils 3,5 zu verlieren. Wir sind beim Thema: am 10. April ist das Spiel der Spiele im Audi Forum in Walsum. Wenn wir Schöneck
schlagen, können wir tatsächlich noch die Klasse halten. Wir hoffen auf grosse Unterstützung!

[Bericht: Christof Sielecki]