Stats

ImpressumSitemapKontakt

SV Dinslaken - SG Bochum 31 3,5:4,5

2. Bundesliga, Runde 5 am 17. Januar 2016

Das erste Match im neuen Jahr sollte hoffentlich den ersten doppelten Punktgewinn in der zweiten Bundesliga bringen. Die Spielbedingungen waren hervorragend. Erstmals konnten wir bei Audi Röder an der Stadtgrenze Dinslaken/Walsum spielen.

Der Audi-Austellungsraum bot eine Menge Platz und edles Ambiente. Für einen gelungenen Schachtag musste nun nur noch der Gegner mitspielen und uns am besten einige Gastgeschenke machen.

Beide Mannschaften traten in (nahezu) Bestaufstellung an. Für Dinslaken kam an Brett 8 wieder Alexander Hönig zum Einsatz, Andreas Walter pausierte, um der zweiten Mannschaft noch länger helfen zu können. Danke für den vereinsdienlichen Einsatz! Bei Bochum fiel am achten Brett FM Paul Backwinkel aus, dafür kam mit Sergei Tkachuk aber ein ordentlicher Ersatz ans Brett.

Die erste Partie ging bereits nach weniger als einer Stunde zu Ende. Am Spitzenbrett hatte IM Christof Sielecki seinen Gegner IM Mikhail Zaitsev mit einer seltenen Eröffnungsvariante überrascht. Der Bochumer hätte sehr präziser reagieren müssen, um überhaupt einen kleinen Vorteil festzuhalten. In der Partie kam es stattdessen zu schnellen Vereinfachungen und dem folgerichtigen Remisschluss. ½:½

Etwas später wurden dann auch an Brett 8 die Punkte geteilt. Hier wurde das Gleichgewicht nie ernsthaft gestört, da sich der Bochumer Spieler präzise verteidigte und so Massenabtausch nicht vermieden werden konnte. 1:1

Nach rund 2 Stunden Spielzeit gab es dann zwei weitere beendete Partien. IM Rafael Fridman hatte gegen IM Thomas Trella die Französische Verteidigung mit der Abtauschvariante beantwortet und auch in der Folge nichts probiert. Die komplett symmetrische Struktur ließ bereits früh erahnen, was dann schließlich beurkundet wurde: Remis! 1½:1½

IM Guido Kern hatte eine optisch angenehmere Position gegen IM Vyacheslav Kluyner. Der Bochumer Spieler ist allerdings für seine genaue Verteidigung bekannt. Er konnte die Initiative des Dinslakener Spielers neutralisieren und nach rund zweieinhalb Stunden ein Remis auf dem Formular notieren.

So ergab sich ein 2:2-Zwischenstand und noch vier laufende Partien. Hier war die Lage nicht klar. IM Benjamin Tereick hatte einen Bauern gegen GM Andrei Orlov auf der Habenseite. Dafür hatte aber der Bochumer Spieler einen sehr starken Läufer und Chancen auf den schwarzen Feldern. Hier schien ein Gewinn nur schwer möglich.
Undurchsichtig war die Lage zwischen IM Willy Hendricks und FM Bernhard Stillger. Der bekannte Schachbuchautor ("Move First, think later!") auf Bochumer Seite spielte sehr kreativ und opferte zunächst einen, dann noch einen zweiten Bauern. Die Situation wurde durch beidseitige Zeitnot noch angeheizt. Hier schien jedes Ergebnis möglich. Rainer Ossig hatte gegen FM Joachim Hengelbrock eine etwas schlechtere, aber sehr solide Stellung. Hier bahnte sich eine lange, verwickelte Partie an.

Bei knapp werdender Zeit ging dann leider die Partie zwischen FM Etienne Goudrian und Johannes Mundorf zu Bochumer Gunsten aus. Johannes spielte einen verfehlten Abtausch, geriet unter Druck und übersah dann einen starken Angriffszug seines Gegners. Somit also 3-2 für Bochum.

Dieser Rückstand musste nun irgendwo kompensiert werden. Am ehesten konnte man auf Bernhard hoffen, dessen Stellung in Ordnung war und noch genug Spannung bot, um auf Gewinn zu spielen. Dann kam es jedoch zu einer jähen Wendung. Rainer Ossig war ein verborgener taktischer Schlag entgangen. Ein überraschender Damenzug des Gegner führte zum Figurenverlust. Er kämpfte weiter und versuchte im Trüben zu fischen - aber hier konnte man praktisch keine Hoffnung mehr haben. 

Ein Mannschaftsausgleich war nun nur noch möglich, wenn sowohl Benjamin als auch Bernhard ihre Partien gewinnen würden. Leider war in Benjamins Partie dieses Resultat absolut unerreichbar. Er musste im Gegenteil noch präzise spielen, um Ärger zu vermeiden. Diese Partie ging dann auch Remis aus, ein unterm Strich wohl korrektes Resultat. 3½:2½

Rainer stellte dann nach langem Kampf seine Bemühungen ein, womit Bochum die 4½ Punkte auf der Habenseite hatte.

Nun hatte Bernhard noch die Chance, für Dinslaken einen Ehrentreffer zu erzielen. Willy Hendricks war in grosse Zeitnot geraten und musste Bernhards h-Bauern unter Kontrolle halten. Ein Vorhaben, das am Ende zum Scheitern verurteilt war - Sieg für Bernhard zum undankbaren 3½:4½-Endstand für Bochum.

Natürlich kann man mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Wir konnten lange Zeit auf Augenhöhe agieren und ein 4:4 war sicher im Bereich des Möglichen. Man muss konstatieren, dass die Gäste die wenigen vorhandenen Chancen sehr gut genutzt haben. Die beiden Verlustpartien gingen durch "unforced errors" an die Bochumer. Das muß beim nächsten Match gegen Katernberg - bereits in 2 Wochen - besser gemacht werden.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle Helfer und Zuschauer, die die Heimspiele in der 2. Liga unterstützen! Das nächste Heimspiel -. wieder bei Röder in Walsum - ist übrigens am 21.02. gegen den mehrfachen deutschen Meister SG Porz, der mit bis zu 8 Grossmeistern und bekannten Spielern wie Jan Timman oder Christopher Lutz antreten wird. Zuschauen lohnt sich da bestimmt!

[Bericht: Christof Sielecki]