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SV Mülheim Nord II - SV Dinslaken 4:4

2. Bundesliga, Runde 4 am 13. Dezember 2015

Ein friedlicher Jahresabschluss

Im letzten Mannschaftkampf des alten Jahres hatten wir es mit dem Mitaufsteiger aus Mülheim zu tun. Nach dem soliden Auftakt gegen die zweite Mannschaft von SG Solingen im November sollte jetzt das Ziel sein, den ersten Sieg in der zweiten Bundesliga einzufahren.
Angesichts der Stärke der Liga gibt nur wenige Mannschaften, bei denen wir zumindest auf dem Papier auf Augenhöhe agieren... Mülheim 2 ist eine davon. Wir gingen optimistisch in das Match, obwohl uns noch klar in Erinnerung war, wie die beiden letzten Begegnungen gegen Mülheim liefen. Es gab ein schmeichelhaftes 4:4 in der Saison 2013/14 und eine ziemliche Klatsche in der Vorsaison, als wir mit 2½:5½ nie in Punktenähe kamen.

Positiv sah zunächst das Ausfüllen der Mannschaftsmeldung aus. Mülheim musste auf die nominellen Bretter 1 und 2 verzichten. Wir traten in gewohnt geschlossener Formation an, gegenüber dem Auftaktmatch gab es nur eine Änderung, an Brett 8 spielte Andreas Walter für Alexander Hönig.

Bereits nach recht kurzer Spielzeit gab es kritische Momente. Am Spitzenbrett hatte es IM Christof Sielecki mit dem talentierten niederländischen Nachwuchsspieler FM Thomas Beerdsen zu tun. Nach wenigen Zügen machte Christof einen sehr oberflächlichen Zug und ermöglichte so seinem Gegner eine gewinnverheißende Kombination. Zum Glück für Dinslaken ließ der Mülheimer Spieler diese Chance liegen und die Position verflachte zu einem Remis. ½:½

Gleichzeitig war klar, daß IM Guido Kern in Schwierigkeiten war. Er stand gegen Joep Nabuurs unter starkem Druck und war gezwungen Material abzugeben. Bequem sahen die Positionen von IM Thomas Trella gegen FM Max Warmerdam (mit 15 Jahren bereits bei 2360 Elo!) und IM Benjamin Tereick gegen Amir Rezasade aus.

Vollkommen ausgegeglichen lief die Partie zwischen Benjamin Nachbar und Johannes Mundorf. Diese Begegnung endete dann auch friedlich zum 1:1-Zwischenstand im Match.

FM Bernhard Stillger hatte vielleicht nur einen kleinen Vorteil gegen Valentin Buckels, dafür aber einen ordentlichen Zeitvorsprung. Rainer Ossigs Position wirkte recht vielversprechened. Dann allerdings beging Rainer eine Ungenauigkeit und sein Gegner Mees van Osch bekam eine gefährliche Initiative. Diese Partie sah kritisch aus, ebenso wie Brett 8, wo Andreas Walter und Andre Krüger eine komplizierte Stellung mit beidseitig wenig Zeit spielen mussten.

Kurz vor der Zeitkontrolle fielen dann einige Entscheidungen. Benjamin Tereicks Partie ging für Mülheim recht glücklich mit Remis aus. In unübersichtlicher Lage und mit beidseitig keiner Zeit bekam Benjamin ein Remisangebot. Er konnte darauf eigentlich nur einen extrem verpflichtenden Zug machen oder eben annehmen. Ein sehr geschicktes Angenbot von Amir Rezasade, wie sich hinterher zeigte - Weiterspielen hätte gute Siegchance ergeben, was aber alles andere als offensichtlich war. 1½:1½

Ein weiteres Remis ergab die Partie von Andreas Walter gegen Andre Krüger. Der Mülheimer Spieler war mehrmals zeitlich in extremen Schwierigkeiten, erlaubte sich aber keinen klaren Fehler auf dem Brett und hielt die Stellung zusammen. Ein Remis war die Folge, ...  2:2

... ebenso wie bei Bernhard Stillgers Partie. So ergab sich ein Zwischenstand von 2½:2½ nach 5 unentschiedenen Partien.

Die Lage war unklar, da Guido Kern zwar auf Verlust stand, dafür aber Thomas Trella eine Gewinnstellung hatte. Dann passierte in Rainer Ossigs Partie Wunderliches. Plötzlich erhielt Rainer ungeahnte Aktivität mit seinem König, was bei immer knapper werdender Zeit den Gegner offenbar so verwirrte, dass dieser in ein Mattnetz lief! So waren wir plötzlich in Führung: 3,5 Punkte für Dinslaken.

Der erste doppelte Punktgewinn in der 2. Bundesliga war zum Greifen nah! Dann jedoch die Hiobsbotschaft: Thomas Trella hatte offenbar seine gewonnene Stellung nicht optimal behandelt und plötzlich gab es Gegenchancen für den Mülheimer, die dann tatsächlich zu einem Remis führten! 4:3

So hatten wir zwar 4 Punkte auf der Habenseite, aber leider auch nur noch eine laufende Partie von Guido Kern, die trotz zäher Verteidigung nicht haltbar war. So ergab sich am Ende wie schon gegen Solingen ein 4:4.

Angesichts des Verlaufes und der nicht optimalen Mülheimer Aufstellung fühlte sich dieses Ergebnis eher wie ein Punktverlust an. Allerdings sollte man nicht vergessen, daß es auch gut und gerne nach 2 Stunden 1-0 für Mülheim hätte heißen können, wenn Brett 1 verdientermaßen verloren hätte. Auch Rainers Sieg war keine Einbahnstraße, also unterm Strich vielleicht doch alles im Rahmen.
Insgesamt stehen jetzt 2 Mannschaftspunkte nach 2 Spielen auf der Habenseite. Das ist nicht großartig, aber eine sichere Basis, auf der noch alles möglich ist. Im Januar 2016 geht es weiter gegen Bochum, dann erstmals bei Audi Röder in Walsum!

[Bericht: Christof Sielecki]