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SV Dinslaken - SG Solingen II

2. Bundesliga West, Runde 3 am 15. November 2015

Alles neu - gelungener Auftakt gegen Solingen

Selbst die erfahrensten Spieler unserer ersten Mannschaft konnten sich nicht erinnern erst im November die erste Partie einer neuen Saison zu spielen. Warum hatte sich unser Auftakt in der 2. Bundesliga West verzögert? In der nominell ersten Runde im September hatten wir ein Freilos, da Godesberg seine Mannschaft zurück gezogen hatte. Runde 2 wäre dann im Oktober gewesen... aber diese wurde komplett verlegt, da in Berlin die WM im Schnell- und Blitzschach ausgerichtet wurde. Somit war dann die Zweite Mannschaft
des vielfachen deutschen Meisters SG Solingen der erste Gegner in der neuen Klasse.


spielort_20151115_125810_aufgehellt.jpg  Jetzt ging es also los in der 2. Liga, der fünfte Aufstieg in 7 
  Jahren - dies bedeutete einen erhöhten
  Organisationsaufwand. Unter anderem galt es, einen
  exzellenten Spielort zu finden, da das Heim an der
  Uhlandstrasse den neuen Kriterien der 2.Liga zum Opfer fiel.
  Alles wurde zur Zufriedenheit gelöst. Mit dem Autohaus Röder
  wurde der perfekte Spielort gefunden. Kurzfristig mussten wir
  in die Röder-Aussenstelle in Hünxe ausweichen, die sich
  dann ebenfalls als prima geeignet erwies. Obendrein gab es
  neue Figuren und neue Bretter, die unser Schatzmeister
  Markus Mühlbacher kaufte. An dieser Stelle auch den Dank an
  alle, die an der Organisation beteiligt waren. 






betreuung_aufgehellt.jpeg  Markus Lengtat mit dem Kontakt zum Autohaus und Hilfe beim
  Aufbau.











Hans-Peter Müller, Norbert Raygrotzki und Frank Hamann kümmerten sich um das ganze "Drumherum" am Spielort - vom Kaffee über Mannschaftsphoto bis zum Suchen der Sicherungskästen, als später dann... aber verraten wir jetzt nicht zu viel!

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  Die Mannschaftsaufstellung wurde gemäss den Regularien
  um 10.45 abgegeben. Alle waren pünktlich da und mit den
  brandneuen Mannschaftstrikots - gesponsort durch das
  Autohaus Röder - ausgerüstet.











Solingen II trat in Bestaufstellung an, also auch mit dem beiden Großmeistern Naumann und Handke. Etwas unglücklich für uns, da beide sich in der späteren Saison wohl in der Erstligamannschaft der Solinger fest spielen und dann für die zweite Liga nicht mehr spielberechtigt sein werden. Traditionell bekommen wir aber ohnehin immer die stärksten Aufstellungen serviert,
also keine wirkliche Überraschung. Alles in allem war Solingen in dieser Formation sicher Favorit. Für Dinslaken spielten zwei Neuzugänge. IM Benjamin Tereick gab sein Debut am zweiten Brett, während Alex Hönig den erkrankten Andreas Walter am achten Brett vertrat.


So ergaben sich dann folgende Paarungen:

1 IM Christof Sielecki - GM Alexander Naumann
2 IM Benjamin Tereick - GM Dr. Florian Handke
3 IM Thomas Trella - IM Jörg Wegerle
4 IM Guido Kern - IM Markus Schaefer
5 FM Bernhard Stillger - IM Daniel Schlecht
6 Johannes Mundorf - FM Thomas Michalczak
7 Rainer Ossig - FM Michael Berg
8 Hoenig,Alexander - FM Milon Gupta

Nach rund zwei Stunden Spielzeit deutete sich bereits ein knapper Verlauf an. Auf keinem Brett war ein ganz klarer Vorteil erkennbar.
- Am Spitzenbrett hatte IM Christof Sielecki eine ganz solide Variante vorbereitet um früh die Position zu vereinfachen. Hier war maximal ein Remis zu erwarten, dieses aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit.
- Am zweiten Brett ging es wesentlich schärfer zu. GM Handke wählte hier eine originelle Verteidigung, die früh bereits zu Ungleichgewichten führte. Hier war aus unserer Sicht eher etwas Sorge angebracht, aber klar war die Sache nicht.
- Sehr remislich hingegen die Partie an Brett Drei zwischen den Internationen Meistern Thomas Trella und Jörg Wegerle. Eine Struktur aus der französischen Abtauschvariante hatte hier keine Spannung aufkommen lassen.
- Eine gute Stellung aus der Eröffnung hatte IM Guido Kern gegen IM Markus Schäfer - hier schien einiges möglich.
- Die Partien an den Brettern 5 und 7 wurden beide im holländischen Stonewall ausgefochten, wobei die Dinslakener jeweils die Mauer mit Schwarz aufbauten. Der Stonewall ist nicht zu verwechseln mit der äußerst soliden Berliner Mauer in der Spanischen Eröffnung. In der Spanischen Partie entsteht oft früh ein Endspiel, bei unseren Partien galt es eher, eine leicht schlechtere Stellung mit vielen Figuren zäh zu verteidigen. Hier standen wir also eher schlechter.
- Ausgeglichen sah es in den Partien an Brett 6 und 8 aus.

Zur dritten Spielstunde wurden dann die ersten Partien beendet - alle mit Remis! 

alexander_20151115_125703_aufgehellt.jpg  Zwischen Alexander Hönig und Milon Gupta war ein Endspiel
  entstanden, dass beiden Seiten keine Chancen bot.
  Folgerichtig wurde hier Remis vereinbart, ...











thomas_20151115_125719_aufgehellt.jpg  ... ebenso wie zwischen Thomas Trella und Jörg Wegerle. 












christof_20151115_130157_aufgehellt.jpg  Die Partie am Spitzenbrett ging dann tatsächlich auch Remis
  aus, allerdings nicht ohne kritische Momente für uns. Christof
  Sielecki setzte an einer wichtigen Stelle unnötig aktiv fort,
  während die passive Verteidigung keine Probleme gebracht
  hätte. So gab es Chancen für GM Alexander Naumann, der
  diese jedoch nicht nutzte. Ein etwas glückliches Remis für
  Dinslaken. 









guido_aufgehellt.jpeg  Ebenso glücklich allerdings auch das Remis für Markus
  Schäfer auf Solinger Seite. Guido Kern hatte hier eine gute
  Möglichkeit ausgelassen, starken Druck aufzubauen. So
  endete auch diese Partie Remis

  Zwischenstand 2:2.









Es liefen also noch 4 Partien. Mittlerweile war klar, das Bernhard Stillger sehr kritisch stand und am Rande des Abgrunds wandelte. Rainer Ossig hatte auch Probleme, aber die Position war sicher noch verteidigungsfähig.
Johannes Mundorf hatte unterdessen vielleicht einen kleinen Vorteil, es war aber alles andere als deutlich.
Als absolut entscheidend deutete sich hier schon die Partie zwischen Benjamin Tereick und Florian Handke an. Die Lage war sehr unklar und beiden lief die Zeit weg. Hier wirkte jedoch eher Benjamin am Drücker, so daß der optimistische Zuschauer hier sicher hoffen konnte.

bernd_20151115_125028_aufgehellt.jpg  Wenig später ging dann Solingen mit 3:2 in Führung.
  Bernhard Stillgers Stonewall war am Ende nicht fest genug -
  Sieg für den Solinger IM Daniel Schlecht. 










Nach überstandener Zeitnot hatte sich dann auch die Lage am zweiten Brett geklärt. Benjamin Tereick hatte tatsächlich einen klaren Vorteil erspielt und war auf der Siegerstraße!
Johannes Mundorf hatte eine angenehme Endspielstellung auf dem Brett, aber ohne klaren Ansatz, wie denn daraus vielleicht mehr zu machen ist.
An Rainer Ossigs Lage hatte sich nichts geändert - Leidensfähigkeit war hier gefragt! Auf den Dinslakener Zetteln sah es also so aus: Wenn Benjamin tatsächlich gewinnt, ist das der Ausgleich... falls dann Rainer hält und Johannes sogar noch gewinnt... nicht auszudenken!
So etwas hätte dann allerdings schon Glück in Dosen bedurft, wie es nur der Dritten Mannschaft vorbehalten ist.

In der Realität der zweiten Bundesliga sah es dann allerdings ganz anders aus: Dunkel nämlich! Ja, richtig gelesen... das Licht im Autohaus Röder schaltete sich Sonntags um 16 Uhr automatisch ab und die verbliebenen Partien mussten als Blindpartien fortgesetzt werden.

Spass beiseite: tatsächlich wurden die Bretter vom Spielbereich in den Analysebereich umgezogen, wo seltsamerweise der Saft noch da war. Die Sicherungskästen für die gesamte Halle wurden dann nach ein paar Minuten gefunden und das Hauptlicht wieder in Gang gebracht - trotzdem ein ziemlicher Schreck nach 5 Stunden Spielzeit! Sehr erfreulich, wie entspannt die Solinger Gäste die Situation akzeptierten - danke dafür!

benjamin_aufgehellt.jpeg  Rund eine halbe Stunde nach der Gratis-Lichtshow schoss
  dann Benjamin tatsächlich den Ausgleich zum 3:3! Ein tolles
  Debut für Dinslaken, gleich mit GM-Skalp! 











johannes_20151115_125017_aufgehellt.jpg  Kurz darauf spielte dann Johannes Mundorf remis. Die
  größten Optimisten hatten auf mehr gehofft, aber tatsächlich
  war wohl nicht mehr drin. 











rainer_20151115_125001_aufgehellt.jpg  Somit lief nur noch Rainers Partie, die bereits seit Stunden
  eine Defensivschlacht war. Nach über sechs Stunden dann
  wurde seine Zähigkeit belohnt und sein Gegner Michael Berg
  war genötigt, die Züge zu wiederholen. Hier war sicher für den
  Solinger mal mehr drin, aber trotzdem ein durchaus verdienter
  halber Punkt für uns.









Damit dann am Ende ein 4:4 - Unentschieden. Oft stellt sich ja dann die Frage, ob man beim 4:4 eher einen Punkt gewonnen oder verloren hat. Hier fällt die Antwort ganz klar aus: Punkt gewonnen! In der zweiten Bundesliga ist jeder Punkt wichtig und muss hart erarbeitet werden. Das ganze Team hat toll gekämpft und sich so den Punkt klar verdient. Nur mit Extradosis Glück wäre hier mehr drin gewesen, eher hätte es eine knappe Niederlage setzen können, wenn Christof für seine Nachlässigkeit bestraft wird oder Rainers Gegner doch noch eine Spur präziser spielt. Auf jeden Fall haben wir erstmal einen Punkt in der Tabelle, was sehr erfreulich ist. Da wir in der ersten Runde aussetzen mussten (siehe oben), fehlt uns immer ein Spiel, was uns in der Tabelle etwas unter Wert zeigt. Prima daher, dass wir direkt die Rote Laterne abgegeben haben und jetzt vor Mülheim und Schöneck liegen, die noch ohne Punktgewinn sind.

Ich denke, der ganze Verein hat mitgefiebert und jeder hat seinen Beitrag geleistet, das grosse Ganze erfolgreich werden zu lassen. Danke nochmals an alle Helfer und Zuschauer, auf die wir auch beim nah gelegenen Auswärtsspiel im 13.12. gegen Mülheim-Nord II wieder hoffen! Ein Sieg in diesem Match wäre bereits absolut richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf, also zumindest Daumen drücken - besser noch vor Ort die Vuvuzelas auspacken!

[Bericht: Christof Sielecki, Fotos: Markus Lengtat, Markus Mühlbacher]