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21.09.2014, Runde 1 Bezirksliga: Turm Spellen I - SV Dinslaken IV 5,0 : 3,0


Bei der Mannschaftsaufstellung dachte ich mehrfach: "Verflixt, das geht doch nicht mit rechten Dingen zu". Mehrere Spieler, auf die ich meine Hoffnungen gesetzt hatte, sagten aus verschiedenen Gründen ab. Und so hatte ich zur ersten Runde tatsächlich nur 7 Spieler beisammen. Trotzdem ergab dies eine wackere Truppe, wie sich heute noch zeigen würde. Am Bahnhof trafen wir uns zu sechst, - Peter fuhr direkt zum Ziel -, und teilten uns auf zwei Autos auf. An dieser Stelle herzlichen Dank an Frau Schmid, die uns als Fahrerin ausgeholfen hat. In dem anderen Auto saßen Hans-Peter, Lennart und ich beisammen, und beratschlagten unterwegs noch die Aufstellung. Wir entschieden uns dagegen, das freie Brett möglichst nach vorne zu setzen, z.B. Brett 2 wäre möglich gewesen. Lennart und Hans-Peter waren in ehrgeiziger Stimmung. Also setzten wir den nicht anwesenden Lothar an Brett 4, und starteten mit 0:1 ins Rennen.

annkathrinkempa_juni2014.jpgDie erste beendete Partie war an Brett 8. Annkathrin Kempa gab dort gegen Yasmin Moseler ihren Einstand außerhalb des Jugendbereichs. Leider kam sie über das Prädikat "Sang- und Klanglos" nicht hinaus. Die Gegnerin verfügt über jahrelange Erfahrung, und überspielte unsere Kämpferin einfach. Dabei lag es mit Sicherheit nicht an der zu knappen Zeit. Beide Spielerinnen hatten sich jeweils etwa eine dreiviertelstunde Bedenkzeit genommen, und unterschieden sich nur um etwa zwei Minuten im Zeitverbrauch. 0:2

kaischmid_oktober2013_2.jpgJetzt gab es dann von Brett 5 schon das erste positive Ergebnis zu vermelden. Kai Schmid hatte gegen Yasmins Vater Norbert Moseler einen glatten Turm mehr. In dem Abtauschgemenge, das sich jetzt ergab, stellte er zwar eine Leichtfigur ein, aber als er diese mit einer hübschen Turmgabel wiederholen konnte, und dabei den letzten gegnerischen Offizier vom Feld zu fegen drohte, gab der Gegner dann entnervt auf. 1:2

matthiashorstkampf_oktober2013.jpgKurze Zeit später endete die Partie an Brett 6. Matthias Horstkamp hatte es mit dem frischgebackenen Spellener Jugendwart Thorsten Hoppstock zu tun. Leider spielte er die Partie viel zu schnell. Merkspruch: Ein guter Plan braucht Zeit!! Der Gegner nahm sich diese Zeit, - vielleicht etwas viel davon, das Zeitverbrauchsverhältnis stand zwischenzeitlich bei 20:90 Minuten -, und so nimmt es nicht Wunder, dass auch Matthias' Partie ebenfalls nur ein "Sang- und Klanglos" bekommt. 1:3

hanspetermueller_september2013.jpgAn Brett 3 hatte Hans-Peter Müller mit Dirk Neuhaus ein echtes Schwergewicht (im Sinne der Spielstärke) als Gegner erwischt. Dieser hatte schon mehr als einmal gezeigt, dass er das Spiel beherrscht. Hans-Peter blieb ohne Chance. Und als er dann erkannte, dass auch das erhoffte Dauerschach nicht ging, gab er konsequenterweise auf. 1:4

dirkstoppacher_2010.jpgAn Brett 1 trafen zum ersten Mal Dirk Stoppacher und Martin Witthans aufeinander. Jetzt erwies es sich als vorteilhaft, dass Dirk in letzter Zeit verschiedene weiße Eröffnungen ausprobiert hatte. Der Gegner kannte sich nicht aus, und reagierte nicht ganz astrein. Dirk bekam immer bequemeres Spiel, und irgendwann die Möglichkeit, zwei Bauern zu gewinnen und damit ins Turmendspiel abzuwickeln. In einem Moment des Endspiels hatte Dirk mit Sicherheit nicht die beste Möglichkeit gewählt, aber auf diese Weise lockte er den gegnerischen Turm auf den Damenflügel, wo er sogar zwei Bauern abgab, um mit der so gewonnenen Zeit am Königsflügel mit den Mehrbauern vorzupreschen. Schließlich war die Bauernumwandlung nicht mehr zu verhindern, vermutlich lag sogar ein Matt in wenigen Zügen in der Luft, als der Gegner die Waffen streckte. 2:4

peterausdermark_september2013.jpgAn Brett 7 fochten Peter aus der Mark und Jonas Moritz um den Punkt. Peter mußte gewinnen, aber der Gegner hatte in der Vergangenheit gezeigt, dass man ihn ernst nehmen muß. Trotzdem hatte Peter einen guten Stellungsvorteil auf dem Brett, als er eine Figur einstellte. Aber auch davon ließ er sich nicht abhalten, seinen Freibauern auf keineswegs erzwungene Weise zur Umwandlung durchzuschummeln, und den vollen Brettpunkt für seine Mannschaft zu holen. 3:4

nopic.jpg?cs=0844bd9573a5793577505ffb3e53f3f0df1e58252b06b1f6a7497ce3ed21c425329d16acf673b0907359dc59909696f5f28df49145b0482b2e5ac291009d5d78&derivate=usage%3DposterSomit hing jetzt alles an Lennart Brockhaus, der an Brett 2 auf Roland Kollecker traf. Der Autor konnte sich noch im März selbst davon überzeugen, dass der Gegner in der Turnierpartie nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Lennart nahm die Herausforderung an, erwehrte sich in der Mittelspielphase eines starken Druckspiels, und konnte in ein ausgeglichenes Endspiel abwickeln (Turmendspiel mit gegenseitiger 3:2-Bauernmehrheit auf je einem Flügel). Lennart hatte sogar schon das Remisangebot des Gegners vorliegen, das er gerne angenommen hätte. Aber es ging nicht. Lennart mußte gewinnen, und versuchte es mit einem Kamikazeangriff, der leider fehlschlug und die Partie vergab, was aber für die Mannschaft nicht schlimmer war als die Punkteteilung. Aufgrund dessen wird Lennart heute zum - leider tragischen - Helden des Tages. 3:5

Insgesamt hat Spellen also verdient gewonnen, aber Dinslaken konnte die Sache trotz widriger Umstände beinahe noch einmal spannend machen. Das läßt hoffen auf den Rest der Saison, wenn die Gegner nicht ganz so stark sind.

[Bericht: Dirk Stoppacher, Fotos: Archiv]