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SC Kevelaer I - SV Dinslaken II 5,0:3,0

Verbandsliga, Runde 8 am 12. April 2015



Da wir trotz hoher Siege in den vorherigen Spielen keine realistische Aufstiegsmöglichkeit mehr hatten, und das Thema „Abstieg“ auch endgültig vom Tisch war, gingen wir also entspannt in die Begegnung mit der ersten Mannschaft des SC Kevelaer. Zu entspannt? Klar war auf jeden Fall, dass unsere noch abstiegsgefährdeten Gegner Alles geben würden. Wir mussten das Fehlen von unseren Brettern 6 und 7 kompensieren, weshalb uns Stefan Gilles und Thomas Rauer aus der dritten Mannschaft zur Hilfe kamen. Norbert rutschte zum sechsten Brett auf.

Zunächst endeten die Partien an den Brettern 6 und 4 unentschieden:

Norbert Raygrotzki hatte mit Schwarz eine solide Bauernstruktur mit symmetrischen langen Rochaden aufgebaut, unterschätzte im Mittelspiel aber leider einen Zug seines Gegners Hans-Dieter Moll und sah sich mit Schwierigkeiten konfrontiert. Sein Gegner fand jedoch nicht die vorteilbringende Fortsetzung und bot stattdessen eine Stellungswiederholung an, die Norbert natürlich dankbar annahm. ½ : ½

In Jörg Riekenbrauks Variante gegen Michael Maubach kam es, nachdem sich das Zentrum öffnete, zu massiven Figurenabtäuschen, sodass am Ende beide Spieler mit jeweils 2 Türmen bei gleicher Bauernzahl verblieben. Auch hier reichte man sich die Hände. 1 : 1

Darauf folgte der fast schon obligatorische Sieg von Philip Brockhaus, dessen Gegner Peter Drißen in einer althergebrachten und weitverbreiteten Variante ein fragwürdiges Manöver auf das 5. Brett brachte. Danach war nicht mehr klar, wie Schwarz sich gegen den Minoritätsangriff am Damenflügel verteidigen sollte. Anstatt aktives Gegenspiel am Königsflügel zu suchen, entschied sich sein Gegner für eine passive Verteidigung, die dem Druck der weißen Figuren aber nicht lange standhielt. Als bereits der erste Bauernverlust unvermeidbar war, unterlief ihm ein weiterer taktischer Fehler, der eine ganze Figur kostete. 2 : 1

Direkt im Anschluss endete die Partie von Danny Franke gegen Hans-Werner Vonk an Brett 2, der bequem ausgleichen konnte und im Mittelspiel eine Abwicklung wählte, nach der nur noch Damen und ungleichfarbige Läufer in einer schwächenfreien Stellung übrig blieben, remis. 2½ : 1½

Die restlichen Bretter sahen mit Ausnahme von Brett 8, an dem Thomas, nachdem er eine Damengabel übersah, bereits Figur und Bauer weniger hatte, okay aus. Ralf stand schwierig, hatte aber noch gute Schummelchancen, Timo stand nach fragwürdiger Eröffnungsbehandlung seines Gegners klar besser und Stefan hatte sich eine solide Stellung aufgebaut. Unser Edel-Maskottchen Christof kündigte bereits einen knappen Sieg für uns an. Doch es sollte anders kommen..

Als nächstes stellte Thomas seine Schwindelversuche an Brett 8 ein. 2½ : 2½

Kurz darauf der erste Schock:
Timo Volkmanns erst überlegene Stellung war komplett gekippt. Dem Gegner Wilfried Fiederling war es gelungen, den Königsflügel auf dem 3. Brett mit dem g-Bauern als Rammbock aufzureißen und einen gefährlichen Königsangriff zu Starten. Timo fand mangels Kondition keine genauen Verteidigungszüge mehr. Als der Damenverlust schließlich unvermeidbar war, warf er frustriert das Handtuch. 2½ : 3½

Als wäre das nicht genug, unterlief Stefan Gilles an Brett 7 bei einer Abwicklung nach der er mit einem Bauern gegen die Qualität eher bessere Chancen gehabt hätte ein fataler fehler: Anstatt mit der angegriffenen Dame wie geplant nach c2 zu ziehen, von wo diese den Bauern f5 gedeckt hätte, ging er nach d4, was den Bauern kostete und zudem auch noch den Damentausch erlaubte. Die technische Verwertung machte sich der Gegner Richard Valenta zwar etwas schwerer als nötig, konnte aber wenig später die Qualität gegen Stefans Freibauern zurückgeben und in ein gewonnenes Turmendspiel abwickeln. Damit war unsere Niederlage besiegelt: 2½ : 4½

Lediglich Ralf Gräber spielte noch. Sein Gegner Herbert Dohmes hatte im weiteren Verlauf seine Stellung konsolidiert und sich bereits klaren Vorteil erarbeitet. In der beidseitigen Zeitnotphase vor dem 40. Zug übersah er jedoch, dass Ralfs Dame von b7 aus das Feld g2 bewachte, was eine Qualität kostete und Ralf wieder etwas ins Spiel zurückließ. Obwohl Ralfs Stellung danach immer noch schlechter blieb, drohte bei zwei Damen auf dem Brett der offen im Zentrum stehende gegnerische König immer, sich in einem Dauerschach zu verfangen, was letztendlich auch geschah. 3 : 5 Endstand

Fazit:
Wir haben heute einiges verschenkt. Vor allem an den Brettern 3 und 7 war deutlich mehr drin. Dagegen möchten wir erfreulicherweise betonen, dass Philip mit 6½ aus 8 (81%) im Moment auf Platz 1 der Topscorerliste steht und gut +70 DWZ verbucht (:

[Bericht: Philip Brockhaus und Christof Sielecki]