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Turm Kamp-Lintfort - SV Dinslaken II 4,0 : 4,0

Verbandsliga, Runde 4 am 30. November 2014

Ein 4:4 mal wieder - letzte Saison ja unser Standardergebnis. Und wie immer stellt sich die Frage: Eher Punkt gewonnen oder verloren? Tja- nicht einfach zu beantworten. Vorher wäre man glücklich und zufrieden mit einem Punkt beim verlustpunktfreien Klassenprimus und Favoriten auf den Regionalligaaufstieg gewesen, doch nach dem Matchverlauf hätten es auch deren zwei sein können.

Vorab: Der Berichterstatter durfte nach nachtdienstbedingten knappen zwei Stunden Schlaf glücklicherweise auf die Zuschauerrolle zurückgreifen, hatten wir doch Andre Gutowski für den verhinderten Kai Waldmann an Bord; und dieser wäre mir auch wenn ich ausgeschlafen bin weit überlegen...

Also praktisch Bestbesetzung bei Dinslaken. Kamp-Lintfort hatte dagegen Probleme mit der Aufstellung: der amtierende NSV-Meister Johannes Westermann musste gesundheitlich passen, dafür fand sich mit Karl-Heinz Hartmann noch passender Ersatz.

philipbrockhaus_oktober2013.jpgSchwerer wog für den Gastgeber jedoch der kurzfristige Ausfall von Jona Ratering (ebenfalls gesundheitlich), der am Morgen nicht mehr kompensiert werden konnte: Dieses bedeutete nach einer Stunde den kampflosen Sieg für Philip Brockhaus an Brett fünf - 1:0!


dannyfranke_august2012.jpgAuch Heinz Bosser am zweiten Brett war angeschlagen. So erklärt sich wohl das frühe Remisangebot gegen Danny Franke kurz später ausgangs der Eröffnung in noch völlig unausgespielter Stellung. Danny hatte Schwarz, 100 DWZ-Punkte weniger, da nimmt man den halben Zähler gerne mit - 1½:½.

Also Zeit, sich den verbleibenden Partien zu widmen. Ralf Gräber stand am Spitzenbrett aussichtsreich, Timo Volkmann ausgeglichen, Jörg Riekenbrauks Stellung schien auch noch ganz passabel, bei Roland Drescher bahnte sich schon früh ein ausgeglichenes Endspiel an, Norbert Raygrotzki kam gut aus der Eröffnung und hatte Raum- und Entwicklungsvorteil, bei Andre Gutowski war noch nicht viel passiert.

nopic.jpgLange Zeit tat sich dann wenig- dann erhielt Roland Drescher an Brett 6 ein Remisangebot von seinem Gegner Mario Schubert: das entstandene Endspiel war ziemlich verriegelt, eventuelle Gewinnversuche wären ziemlich riskant, und der Zwischenstand sprach auch nicht dagegen - 2:1.

Danach war leider zu konstatieren, dass sich sowohl Timo Volkmanns als auch Jörg Riekenbrauks Stellungen verschlechterten, dafür bekam Ralf Gräber jetzt Oberwasser, Norbert Raygrotzkis Stellung machte auch noch den besseren Eindruck, und Andre Gutowski gab drei Königsflügel-Bauern, um eine Leichtfigur zu gewinnen. Das sah riskant, aber hochinteressant aus...

nopic.jpgWenig später mussten wir leider den Ausgleich hinnehmen: Timo Volkmann an Brett 3 stand vor der schweren Aufgabe, gegen die eingedrungenen Schwerfiguren seines Gegenübers Rüdiger Nurkowski-Bürkle anzukämpfen; ständig drohte Bauernverlust oder Abtäusche in ein wohl verlorenes Endspiel. In so einer Situation übersahen beide Kontrahenten ein zweizügiges Matt mitten auf dem Brett, dem allerdings ein Turmopfer vorausgeht...bei der zweiten Gelegenheit packte der Kamp-Lintforter dann jedoch zu - 2:2.

ralfgraeber_oktober2009.jpgSchon nahe der Zeitkontrolle erfolgten die nächsten Entscheidungen: Ralf Gräber spielte an Brett 1 gegen Gunter Hagen eigentlich eine Partie wie aus einem Guss...nur leider fand sein Gegner immer noch eine Verteidigungsmöglichkeit, so dass am Ende auch hier die Punkte geteilt wurden- 2½:2½.

norbertraygrotzki_september2013.jpgNorbert Raygrotzki auf Dinslakener Seite gegen Bernd Brockhaus für Kamp-Lintfort- so lautete das Duell an Brett 7. Beide waren bisher die Topscorer dieser Verbandsliga-Gruppe. Norbert verspielte leider seinen Vorteil, nachdem er "Gespenster" sah und einen einstehenden Bauern nicht nahm, musste er sogar noch starkes Gegenspiel zulassen. In brisanter Situation, bei schlechterer, komplizierter Stellung, bot er seinem Kontrahenten, der nur noch 50 Sekunden für sechs Züge hatte, remis an. Hier wären sicherlich noch alle Ergebnisse möglich gewesen. Das Remis wurde angenommen- 3:3.

joergriekenbrauk_juli2011.jpgJörg Riekenbrauk hatte an Brett 4 eine etwas fragwürdige positionelle Entscheidung getroffen, die dazu führte, dass er starkem Druck ausgesetzt war. Einige Zeit konnte er seine Stellung noch zusammenhalten, aber nachdem sein Gegner Wolfgang Grube auch noch den Königsflügel öffnete, musste er schließlich Dame gegen Turm und Leichtfigur geben. Eine Materialkonstellation, die oft noch eine gewisse Chance bietet, doch leider waren seine Figuren so schlecht koordiniert, dass weiterer Materialverlust nicht zu vermeiden war. Kurz nach Erreichen der Zeitkontrolle sah er ein, dass weiterer Widerstand zwecklos ist - 4:3.

nopic.jpgSpannung kam trotzdem nicht mehr auf: Andre Gutowski hatte an Brett 8 gegen Karl-Heinz Hartmann wie eingangs erwähnt eine Figur gegen drei Bauern gewonnen, dafür aber einen ziemlich nackten König erhalten...mit kühlem Kopf wehrte er entstehende Drohungen ab, konnte einen Bauern im Zentrum zurückerobern, aber jetzt auch endlich Aktivität mit den Figuren am Damenflügel schaffen. Dieser Umstand führte zum weiteren Gewinn einer Qualität, so dass jetzt ein ganzer Turm auf der Habenseite war. Nachdem es ihm auch noch gelang, die Damen zu tauschen, konnte eine Figur für einen vorgerückten Bauern zurückgegeben werden. Das verbleibende Endspiel Turm und drei Bauern gegen Springer und drei Bauern war eine klare Sache...spannende Partie und der Schlußpunkt zum 4:4.

Fazit: ein wichtiger Punkt im Kampf gegen den Abstieg! Mitte Januar geht für uns weiter im Heimspiel gegen Erkelenz, eine wohl ganz wichtige Partie gegen einen vermutlichen direkten Konkurrenten!

[Bericht: Frank Hamann, Bildmaterial: Archiv]