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Verbandsliga, Runde 3 am 9. November 2014: SV Dinslaken II - SK Uedem 4,5 - 3,5



Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt: die ersten Mannschaftspunkte für die zweite Mannschaft in dieser Saison. Dabei waren die Vorzeichen vor dem Duell gar nicht so gut für uns, mußten wir doch auf Ralf Gräber und Timo Volkmann verzichten. Uedem hatte die Saison mit zwei Siegen begonnen, was von der Papierform so nicht unbedingt zu erwarten gewesen ist, waren sie doch letzte Saison fast abgestiegen, und die Mannschaft in diesem Jahr erscheint auf den ersten Blick nicht unbedingt stärker.

Da traf es sich gut, dass Uedems Probleme noch deutlich größer waren. Auch sie mußten auf ihr Spitzenbrett verzichten, und die etatmäßige Nr.2 fiel auch noch ganz kurzfristig krankheitsbedingt aus, so dass unsere Gäste nur zu siebt antreten konnten. Dieses bedeutete die ganz frühe Führung für unsere Mannen, und außerdem konnten wir etwas Platz gewinnen, da alle Spieler etwas enger zusammenrücken mußten wegen des gleichzeitig stattfindenden Kampfes der Vierten.

dannyfranke_august2012.jpgSo fungierte der kampflose Sieger Danny Franke als Maskottchen, Kaffeebeauftragter und Ersatz-Mannschaftsführer- eine Rolle, die er perfekt ausführte und so seinen Beitrag zum Erfolg noch vergrößerte... 1:0


Kommen wir jetzt zum sportlichen Geschehen. Nach etwa zwei Stunden bot sich dem Berichterstatter folgendes Bild:

Jörg Riekenbrauk hatte einen Bauern geopfert, hatte die deutlich aktivere Stellung, und sein Gegner hatte schon reichlich Bedenkzeit verbraucht.

Philip Brockhaus stand zu Beginn etwas unter Druck, hatte sich mittlerweile jedoch befreit und schien schon etwas besser zu stehen.

Kai Waldmann bekam ein Turm/Leichtfiguren-Endspiel mit einem Minusbauern aufs Brett, schwierig.

Roland Drescher stand bequem.

Norbert Raygrotzki hatte klaren Vorteil, verzichtete auf den Gewinn zweier Leichtfiguren gegen einen Turm, um den Druck weiter zu erhöhen.

Frank Hamann hatte mit Schwarz leichten Vorteil, aber "noch alles aufm Brett".

Dieter Ollesch kam ausgangs der Eröffnung in eine ungewöhnliche Stellung, die eher schlechter zu sein schien.

Also noch nichts Gravierendes passiert, und so gingen die Dinge auch weiter bis kurz vor der Zeitkontrolle (also praktisch wie immer).

frankhamann_2008.jpgFrank Hamann an Brett 7 willigte dann gegen Michael Jakubowski, der als passives Vereinsmitglied ebenfalls die Dinslakener Vereinsfarben hochhält, in die Stellungswiederholung und damit ins Remis ein, der Damentausch hätte wohl ein eher schlechteres Endspiel zur Folge gehabt, so dass diese Punkteteilung in Hinblick auf die sich abzeichnenden Erfolgserlebnisse an anderen Brettern in Ordnung ging. 1½:½

joergriekenbrauk_juli2011.jpgAuch Jörg Riekenbrauk an Brett 2 teilte jetzt die Punkte mit seinem Gegner Stefan Arts: der Druck war verschwunden, der Bauer dafür wiedergewonnen, das verbleibende Schwerfiguren-Endspiel sah sehr remisverdächtig aus. 2:1


norbertraygrotzki_september2013.jpgNorbert Raygrotzki an Brett sechs war es jetzt, der unseren Vorsprung weiter ausbauen konnte: er ließ seinem Gegner Holger Disse nie die Chance zur Entfaltung, und dieser kam jetzt in ein Mattnetz. Wenige Sekunden vor dem Blättchenfall gab dieser auf. 3:1

philipbrockhaus_oktober2013.jpgPhilip Brockhaus an Brett drei konnte nach einem Königsangriff zwei Bauern gewinnen, und bei beiderseits knapper Bedenkzeit wurde das verbleibende Material größtenteils abgetauscht, bis nach 40 Zügen dann ein Endspiel Turm und zwei verbundene Bauern gegen Turm entstand. Philips König war auch noch zentral postiert, die technische Umsetzung bereitete auch keine Probleme mehr- 4:1 nach vier Stunden!

Die verbleibenden drei Partien boten folgendes Bild: Kai Waldmann befand sich in einem Endspiel Turm plus Läufer plus zwei Bauern gegen Turm plus Läufer plus drei Bauern. Nach einem eventuellen Turmtausch könnten aber die ungleichfarbigen Läufer das Remis sichern.

Roland Drescher hatte ein Endspiel Turm plus Läufer plus Springer plus drei Bauern gegen Turm plus Läuferpaar plus drei Bauern, welches unsere größten Chancen auf den fehlenden halben Punkt versprach.

Dieter Ollesch hatte dagegen eine Partie auf Messers Schneide: Läufer plus Springer plus drei Bauern gegen Turm plus vier Bauern, wobei einer der Bauern weit vorgerückt war. Wer diese Partie gewinnt, war nicht vorauszusehen, aber ein Remis war das unwahrscheinlichste Resultat.

So harrten wir der Dinge, die da kommen mochten- aber eigentlich jederzeit optimistisch, denn irgendwoher würde ein Remis noch kommen...

nopic.jpgDann der Schock: Roland Drescher hatte sich gerade vom zwischenzeitlich entstandenen Druck gelöst, hatte jetzt die Möglichkeit, ein großes Abtauschmanöver zu spielen, ohne praktisch realisierbaren Gewinnplan für den Gegner Rainer Aymans. Doch stattdessen griff Roland massiv fehl und übersah einen einzügigen Mattverlust, welcher dank eines gefesselten Bauerns möglich war- nur noch 4:2!

Und Kai Waldmann kämpfte weiterhin verbissen um die Punkteteilung, und auch bei Dieter Ollesch spitzte sich die Lage zu, er schätzte einmal ein Manöver falsch ein und ließ wohl den Gewinn aus, und investierte den Großteil seiner verbliebenen Bedenkzeit...

kaiwaldmann_oktober2012.jpgDer nächste Schock wenig später: Kai Waldmann stand auf, ich blickte auf das Brett und erspähte eine glatte Verluststellung- doch kurz darauf die große Erleichterung: diese Stellung war nur eine Analyse-Variante, die zu Kais Verlust geführt hätte, doch hat sie sein Gegner Michael Vennhoff bei eigener knapper Bedenkzeit nicht mehr gefunden. Die Spieler hatten sich auf remis geeinigt, der Mannschaftssieg war damit perfekt! 4½:2½

dieterollesch_2008.jpgUnd das war auch verdammt nötig, denn Dieter Ollesch konnte an Brett 8 gegen Raphael van Weegen mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr nicht mehr die nötigen präzisen Züge finden und überschritt dann in Verluststellung die Zeit. 4½:3½


Also ein hart erkämpfter Sieg mit etwas Glück und auch dank des kampflosen Sieges, aber ab jetzt beginnt die Saison für uns richtig! Einige Punkte müssen wir im Kampf um den Klassenerhalt schon noch machen, und die Konkurrenz schläft auch nicht, wie man anhand der anderen Resultate sehen kann.

Die nächste Gelegenheit dazu gibt es schon in drei Wochen beim verlustpunktfreien Spitzenreiter Kamp-Lintfort; Ehrensache, dass wir den Bezirks-Nachbarn auf dem Weg in die Regionalliga etwas ärgern wollen...

[Bericht: Frank Hamann, Fotos: Archiv]