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Oberliga, Runde 4 am 14. Dezember 2014: SV Dinslaken I - SV Würselen I

Dinslaken überwintert ungeschlagen: Komfortables 4,0 : 4,0 gegen Würselen in Topaufstellung


Ein richtungsweisendes Match sollte es werden, diese Begegnung mit dem Aufsteiger aus Würselen. Am Ende wurde es wieder ein 4:4-Unentschieden, ein Ergebnis, auf das wir uns jetzt eingeschossen haben. Bereits in Runde und 2 und 3 war es nach jeweils langem Kampf 4:4 ausgegangen. Nun aber zum Match gegen Würselen. Im Vorfeld hatten wir vermutet, dass die Gäste gegen uns eine starke Formation aufbieten werden. Entscheidend ist hier, ob am Spieltag gleichzeitig die belgische Liga angesetzt ist oder nicht, da die Mannschaft von Würselen ohne Legionäre kaum halb so kampfstark ist. Nun hatten wir im konkreten Fall Pech und gegen uns traten somit 3 IMs (davon einer mit 2512 Elo, einer mit 2 GM Normen) und 3 FMs an, die zum Teil gut und gerne auch bei der Schacholympiade für Belgien antreten könnten.

Hinweis für Schachlaien: Die Abkürzungen GM, IM und FM stehen für die vom Weltschachverband FIDE vergebenen Meistergrade. Der höchste Rang ist der Großmeister (GM), gefolgt vom internationalen Meister (IM) und FIDE-Meister (FM). Noch dahinter befindet sich der Titel des Meisterkandidaten (CM = Candidates Master), der vor Kurzem eingeführt wurde und noch nicht sehr weit verbreitet ist.

christofsielecki_april2013_2.jpgZurück zum Kampfverlauf: Bereits früh endete die erste Partie Remis. IM Mher Hovshannisyan (Belgier armenischer Herkunft) spielte eine sehr anspruchslose Variante gegen IM Christof Sielecki am Spitzenbrett und bot nach weniger als einer Stunde Remis an, was angenommen wurde. ½:½

An Brett 2 war amüsanterweise die gleiche, sehr remisträchtige Stellung nach 13 Zügen auf dem Brett. Hier wurde allerdings durch IM Thomas Trella und IM Stefan Docx kein Remis vereinbart, sondern erstmal weiter gespielt. 


IM Guido Kern hatte es mit Schwarz gegen mit IM Ekrem Cekro zu tun, der vielen Dinslakener Spielern aus der belgischen Liga gut bekannt ist. Cekro kann an einem guten Tag wirklich jeden schlagen, aber auch gerne mal mit einem Mehrturm die Zeit überschreiten. Nun, nach rund 15 bis 20 war eine strategische Stellung auf dem Brett, die sicher in etwa gleich war.
Am vierten Brett hatte es Johannes Mundorf mit FM Stefan Beukema zu tun, der mit seinen 18 Jahren und Elo 2364 zu den besten belgischen Talenten zu zählen ist. Johannes hatte hier eine sehr gute Stellung aus der Eröffnung haben können, beging aber leider stattdessen einen groben Fehler und büßte Material ohne Kompensation ein. Er kämpfte noch weiter, aber hier war die Niederlage absehbar.
Unser Topscorer, FM Bernhard Stillger, trat am fünften Brett gegen FM Etienne Goossens an. Hier war eine komplexe Stellung auf dem Brett, die für Bernhard auf jeden Fall in Ordnung, vielleicht auch schon vorteilhaft war.
An Brett sechs gab es dann das erste von nur zwei deutsch-deutschen Duellen zwischen Rainer Ossig und Maximilian Weimann. Hier schien eher der Dinslakener Spieler am Drücker, aber etwas konkretes war nicht zu sehen.

andreaswalter_januar2014.jpg Sehr konkret war es allerdings zwischen Andreas Walter und Claus Andok an Brett 7. Der Würselener Spieler hatte hier eine kreative Eröffnung gebracht, die aber durch energisches Spiel widerlegt werden konnte. Andreas Walter war hier früh auf der Siegerstrasse und brachte diesen wichtigen Punkt sicher nach Hause. Nach rund 2,5 Stunden Spielzeit war somit Dinslaken in Führung. 1½:½

Am achten Brett brachte Würselen einen Ersatzspieler zum Einsatz, der allerdings eher noch als Verstärkung zu werten war. Nicht jeder kann aus der zweiten Mannschaft mal eben einen weiteren belgischen FM, hier Noel Hamblok, einwechseln. Konstantin Cebulla hatte es mit diesem Edelreservisten zu tun und verwaltete eine recht ausgeglichene Stellung. Sorge machte hier allerdings bereits früh der deutliche Zeitnachteil.

guidokern_april2013_2.jpgDie nächste entschiedene Partie gab es dann an Brett Drei. IM Ekrem Cekro hatte hier remis angeboten, was von IM Guido Kern angenommen wurde. Am Schluss war eine sehr geschlossene Stellung auf dem Brett, bei der der deutliche Zeitnachteils des Belgiers nicht ins Gewicht fiel. 2:1

Wenn man die hoffnungslose Stellung an Brett Vier und die nach wie vor total ausgeglichene Lage an Brett Zwei zu diesem Zeitpunkt mal mit einrechnet, so war der (virtuelle) Stand nach rund Drei Stunden 2,5-2,5. Die noch laufenden Partien stimmten uns optimistisch. Bernhard Stillger hatte mittlerweile klar erkennbar Vorteil, während bei Rainer Ossig die Lage ausgeglichen war. Die Stellung von Konstantin Cebulla war vielleicht auch noch ausgeglichen, zunehmend kritischer war hier aber der Zeitnachteil. Während sein Gegner noch eine Menge Zeit hatte, war Konstantin nur noch mit wenigen Minuten unterwegs. Ungefähr zeitgleich gingen dann 3 Partien zu Ende.

johannesmundorf_april2013.jpgJohannes Mundorf gab seine Partie auf und stellte damit den Ausgleich wieder her. 2:2


thomastrella_april2013_2.jpgDie ausgeglichenen Endspiele an den Brettern 2 (Thomas Trella)


rainerossig_april2013_2.jpgund 6 (Rainer Ossig) wurden dann auch remis gegeben, Stand: 3:3, ...


... so daß nur noch zwei Partien liefen. Es zeichnete sich ab, dass Bernhard Stillger gewinnen würde - damit würde dann zumindest ein Mannschaftspunkt für uns unter Dach und Fach sein.

konstantincebulla_april2013.jpgLeider wurde dann Konstantin Cebulla ein Opfer seiner Zeiteinteilung und machte einen Fehler, was uns 3:4 in Rückstand brachte. Somit lagen wir erstmals in diesem Match hinten, das lange Zeit eher nach einem Sieg aussah.


bernhardstillger_september2013.jpgBereits wenig später allerdings konnte Bernhard Stillger seine Partie gewinnen und damit das 4:4 sicher stellen! Nach Vier Runden ist Bernhard damit der Topscorer der Liga - 4 aus 4 sind schwer zu toppen!


Nach dieser Runde sind wir nicht viel schlauer. 5-3 Punkte sind alles andere als schlecht, aber auch noch nicht komfortabel im Sinne des Klassenerhaltes. Mit einem Sieg heute wäre hier schon eine Vorentscheidung gefallen. Positiv ist sicher zu werten, dass wir gegen einen in dieser Aufstellung sehr starken Gegner einen klar verdienten Punktgewinn erzielt haben. Es muss hier betont werden, dass an anderen Terminen Würselen ohne die ersten drei bis vier Bretter antritt, was einen offensichtlichen Unterschied ausmacht. Während anderen Mannschaften hier Punkte mehr oder weniger geschenkt werden, mussten wir gegen die Topbesetzung ran und haben gepunktet. Wir überwintern somit ungeschlagen und hoffen diese Serie im ersten Match 2015 in Wattenscheid zu halten!

[Bericht: Christof Sielecki, Bildmaterial: Archiv]