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Oberliga, Runde 2 am 12. Oktober 2014

SV Dinslaken - Klub Kölner Schachfreunde 4,0 : 4,0

In der zweiten Runde der neuen Saison hatten wir wie schon im vergangenen Jahr KKS zu Gast. Das Match heute fand mit einer Woche Verspätung statt, da Johannes Mundorf erfolgreich an der Deutschen Ländermeisterschaft der Jugend teilgenommen hatte und so ein Verlegungsgrund vorlag.
Die Situation vor dem Spiel war für beide Teams unterschiedlich. Während wir bereits einen Sieg auf der Habenseite hatten, war KKS mit einer wohl sehr unglücklichen Niederlage im Lokalderby gegen Porz gestartet. An der Aufstellung der Gäste war dann auch zu sehen, das man unbedingt gewinnen wollte. Die Kölner spielten fast in Bestbesetzung, da IM Seul zwar aufgestellt ist, aber nur sehr selten spielt. Bei uns fehlte Rainer Ossig, für den FM Ralf Gräber einsprang.

Die ersten Ergebnisse gab es dann nach rund zweieinhalb Stunden. Ungefähr zeitgleich endeten die Partien an den Brettern 1 und 8.

christofsielecki_april2013_2.jpgAm ersten Brett war IM Christof Sielecki gegen Adrian Tugui eine Ungenauigkeit in der Eröffnung unterlaufen, die präzises Spiel erforderte. Er war daher froh, nach 20 Zügen ein komplett gleiches Endspiel erreicht zu haben, in dem beide Seiten keine Gewinnchancen hatten. ½:½

ralfgraeber_oktober2009.jpgRalf Gräbers Position an Brett 8 gegen Martin Mertens war auch in etwa ausgeglichen. Als das Remisangebot des Gegners kam, war kein klarer Weg zu Fortschritten ersichtlich. Da das Match zu dem Zeitpunkt in etwa gleich stand, war Remis hier sicher in Ordnung. 1:1

Wie standen die restlichen sechs Partien? IM Thomas Trella hatte gegen IM Dieter Morawietz eine in etwa gleiche Stellung. Vielleicht war hier eher noch der Kölner Spieler am Drücker, aber es war nichts ernstes. IM Guido Kern spielte am dritten Brett wie schon im Vorjahr gegen FM Mark Helbig mit Schwarz. Hier war eine geschlossene Manövrierstellung entstanden, in der es für beide Seiten schwer war, weiter zu kommen. Johannes Mundorf hatte gegen FM Peter Wacker eine sehr bequeme Stellung erreicht, die Anlass zur Hoffnung auf einen Gewinn gab. Es war zwar kein überwältigender Vorteil, aber sehr unangenehm zu verteidigen. Extrem undurchsichtig hingegen war die Partie an Brett fünf zwischen FM Bernhard Stillger und Peter Ludwig. Der Kölner Spieler hatte hier nach eigentlich ruhiger Eröffnung mächtig Öl ins Feuer gegossen - mit dem Resultat, dass keiner mehr wirklich durchblickte. Wie Bernhard nach der Partie herausfand, war in dieser Phase ein deutlicher Vorteil für ihn drin, aber es war höllisch verwickelt. Andreas Walters Stellung an Brett 6 gegen Reinhard Bonnmann war auch schwer einzuschätzen. Der Kölner Spieler hatte hier früh einen Bauern für reichlich vage Kompensation geopfert... es sah eigentlich gut aus für Andreas, aber es war trotzdem eine sehr schwierige Stellung. Am siebten Brett spielte Konstantin Cebulla gegen den Kölner Mannschaftsführer Andreas Wisskirchen. Konstantin hatte eine solide Stellung aufgebaut, die höchstens leicht schlechter für ihn war. Unterm Strich war zu diesem Zeitpunkt der Kampf also in etwa im Gleichgewicht, da viele Stellungen einfach kaum klar einzuschätzen waren.

andreaswalter_januar2014.jpgBei beginnender Zeitnotphase fiel dann die erste Entscheidung. Andreas Walter verlor seine Partie nach einem Rechenfehler an Reinhard Bonnmann, so daß Köln in Führung ging. 1:2


Mittlerweile zeichnete sich ab, das an den Brettern Zwei und Drei zwar noch gespielt wurde, aber das Ergebnis hier eigentlich am Ende nur Remis sein konnte. So hing das Ergebnis des Matches an drei Partien. Johannes Mundorf hatte nach wie vor eine Druckstellung, während die Lage bei Bernhard Stillger chaotisch blieb.

konstantincebulla_april2013.jpgKonstantin Cebullas Partie war mittlerweile auch deutlich schärfer geworden. Der Gegner Andreas Wisskirchen hatte hier Material gewonnen, dafür aber auch Figuren deplaziert. Konstantin hatte plötzlich eine aktive Stellung und vielleicht sogar trotz Minusbauern Chancen. Ich habe hier nicht die komplette Zeitnotphase gesehen, daher bin ich mir nicht sicher, was wirklich möglich war. Als sich der Rauch verzog, hatte Konstantin ein Remisendspiel auf dem Brett, was auch in Kürze zum Friedensschluss in der Partie führte. 1½:2½

Nachdem auch Guido guidokern_april2013_2.jpgKerns und Thomas thomastrella_april2013_2.jpgTrellas Partien mit ausgekämpften Remisen beendet wurden, ...    2½:3½

... liefen nur noch zwei Partien.
Johannes versuchte alles, um im Endspiel noch Druck zu machen. Hier konnte man noch hoffen, aber sein Gegner verteidigte sich umsichtig. Weiterhin dramatisch verlief die Partie von Bernhard Stillger, der bereits seit einiger Zeit eine Mehrqualität hatte, sich aber auch gegen einige vorgeschobene Bauern des Gegners zur Wehr setzen musste. Das Ganze sah gut aus für ihn, war aber weiterhin sehr haarig.

johannesmundorf_april2013.jpgNach mehr als sechs Stunden Gesamtspielzeit ging dann Johannes Mundorfs Partie gegen Peter Wacker zu Ende. Im Turmendspiel musste er das Remis forcieren, nachdem alle Gewinnversuchpatronen verschossen waren. Vielleicht war hier mehr drin, insbesondere in der ersten Zeitnotphase vor Zug 40. Zwischenstand kurz vor Schluss: 3:4

bernhardstillger_september2013.jpgSo blieb nur noch die Partie des Tages übrig. Zwischen Bernhard Stillger und Peter Ludwig war mittlerweile die Phase erreicht, wo beide nur noch mit dem Inkrement von 30 Sekunden spielten. Bernhard musste am Ende einen Turm für einen gefährlichen Bauern auf der siebten Reihe opfern, sodaß er mit Turm plus 2 Bauern gegen Turm und Springer verblieb. Es war allerdings schwer für den Gegner, da nun die Rollen getauscht waren: Bernhards Bauer war vorgerückt und der verteidigende König weit weg. Die Stellung war bei bestem Spiel Remis, aber unter Zeitdruck gab der Kölner Spieler seinen Mehrspringer zurück und wickelte dabei in ein klar verlorenes Turmendspiel ab. Nach rund sechseinhalb Stunden wurde dann diese Partie mit einem Dinslakener Sieg beendet. Diese Partie verdient sicher noch eine detaillierte Betrachtung, da sie zumindest an Dramatik kaum zu überbieten war. 4:4 Endstand.

Unterm Strich geht das Resultat in Ordnung. Sicher hätten wir auch verlieren können, aber umgekehrt war sicher auch bei Johannes Mundorf und Andreas Walter mehr drin. Mit 3:1 Punkten stehen wir in der Tabelle im Moment ganz gut da und sind sicher "im Soll".
In der dritten Runde spielen wir auswärts beim Tabellenführer in Düsseldorf. Die Favoritenrolle in dieser Begegnung hängt stark von der Düsseldorfer Aufstellung ab, deren Stärke offenbar von Spiel zu Spiel deutlich schwankt. Wir haben auf jeden Fall eine Chance und würde im Falle eines Sieges sogar gut vorne mitmischen können.

[Bericht: Christof Sielecki, Bilder: Archiv]