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Starker Saisonauftakt im Quasilokalderby: PSV/Turm Duisburg I - SV Dinslaken I 3,0:5,0

Im Vorfeld einer Spielzeit macht man sich ja so seine Gedanken, was das Saisonziel sein könnte. Der Blick auf die Statistik der Oberliga zeigt, dass wir nach Ratingschnitt nach wie vor eher am unteren Ende anzusiedeln sind.

Mannschaft Ratingschnitt Anzahl Spieler
SV Wattenscheid 1 2318 11
Düsseldorfer SK 1 2265 14
SVG Plettenberg 1 2248 11
SV Mülheim-Nord 2 2238 15
Klub Kölner SF 1 2228 11
SG Porz 2 2216 12
SV Würselen 1 2209 12
SV Dinslaken 1 2204 9
PSV Duisburg 1 2185 8
SF Lieme 1 2100 8

Augenscheinlich liegen wir an achter Stelle von zehn Teams... aber bei näherem Hinsehen  wird auch klar, dass die Unterschiede sehr gering sind und viele Mannschaften deutlich mehr als 8 Spieler gemeldet haben. Hier werden verschieden starke Teams zum Einsatz kommen. Deutlich fällt nur der Aufsteiger aus Lieme ab, der viel Kampfgeist brauchen wird. Was heißt das alles für uns? Für meine Begriffe ist klar, dass wir in absolut jedem Match etwas holen können. Bereits in der vergangenen Saison waren wir nah dran, gegen die Favoriten Emsdetten und Wattenscheid zu überraschen. Warum sollte das in dieser Runde nicht gegen Wattenscheid oder DSK klappen, die auf dem Papier sicher Favoriten sind? Den meisten Mannschaften begegnet man ohnehin auf Augenhöhe... das Problem in der Oberliga ist nur, dass drei Mannschaften absteigen müssen. So gilt es wieder, für den sicheren Klassenerhalt 8 Punkte oder mehr zu holen.

In der ersten Runde hatten wir ein Auswärtsspiel in Duisburg - für so manchen unserer Spieler ist das näher als die Anreise zu einem Heimspiel im DGB-Heim an der Uhlandstrasse. Die Spielstätte der Heimmannschaft sollte noch in den Fokus geraten - dazu gleich mehr.
Ziel in diesem Auftaktspiel war es, mit einem Sieg gegen den Aufsteiger aus Duisburg zu starten, um nicht gleich in Bedrängnis zu geraten. Wir brachten den Stammachter an die Bretter, was dem Gegner nicht gelungen ist. Mit Joachim Schmitz, Sulejman Maslak und Andre Kleff fehlten gleich drei Stützen der Duisburger. Unserer Vorbereitung war so ab Brett drei für die Katz, aber trotzdem waren das gute Nachrichten beim Betrachten der Spielberichtskarte.

Um 10:55 waren alle Figuren aufgestellt und die Uhren vorbereitet, als plötzlich Unruhe aufkam: Offenbar war dem Hausmeister des Spielortes ein Fehler unterlaufen. Der geräumige Spielraum war ab 12 Uhr für eine siebzigköpfige Veranstaltung reserviert! So konnten wir natürlich nicht um 11 Uhr beginnen und es wurde hektisch telefoniert. um 11:20 konnte ein Nebenraum geöffnet werden, in dem dann gespielt wurde. Es war eng, aber noch in Ordnung. Der für uns günstige Nebeneffekt: Bei allen Duisburger Spielern wurden direkt 20 Minuten zum Abzug gebracht... so hatte dann auch Konstantin einmal mehr Zeit auf der Uhr (nicht für lange allerdings...). Gegen 12 Uhr begann dann auch die Veranstaltung im großen Raum unter beträchtlicher Lautstärke, was mich phasenweise an ein Match im alten Kolpinghaus in Lintfort erinnerte, während dessen Verlaufs im Nebenraum eine Karnvalssitzung gefeiert wurde...

Die erste Bestandsaufnahme nach rund zwei Stunden fiel dann positiv aus. Wir hatten an keinem Brett Probleme, dafür aber an einigen deutlichen Vorteil auf der Uhr und zum Teil auch auf dem Brett.

christofsielecki_april2013_2.jpgSehr gut sah es am Spitzenbrett von IM Christof Sielecki aus, dessen Eröffnungskonzept gegen IM Jürgen Fleck gut funktionierte. Die sehr übersichtliche Stellung war eindeutig besser für uns... und dazu kam noch ein horrender Zeitvorsprung.


Recht ausgeglichen, aber kompliziert war die Lage an den Brettern zwei und drei, wo sich

thomastrella_april2013_2.jpgIM Thomas Trella und FM Kai-Uwe Schiffer


guidokern_april2013_2.jpgbzw. IM Guido Kern und FM Walter Wengenroth gegenüber saßen.



johannesmundorf_april2013.jpgAm vierten Brett hatte Johannes Mundorf mit etwas Raumnachteil gegen Guido Heisel zu kämpfen - ernste Probleme waren jedoch nicht zu erkennen, da Johannes keine schlechte Figur oder Schwäche hatte.


bernhardstillger_september2013.jpgDie Partie an Brett 5 zwischen FM Bernhard Stillger und Marko Sponheim stimmte uns optimistisch. Im Igelsystem der englischen Eröffnung war dem Schwarzspieler kein harmonischer Aufbau gelungen, Weiß hatte hier sehr unangenehmen Druck, der immer mehr anwuchs.

rainerossig_april2013_2.jpgWenig wuchs allerdings an Brett Sechs... hier wurde eher geholzt. Der Duisburger Ersatzspieler Thomas Kretschmann tauschte alles ab, was ihm vor die Flinte kam. Rainer Ossig hatte hier die minimal angenehmere Stellung und lehnte auch ein Remisangebot ab... trotzdem war diese Partie sehr remisverdächtig.

andreaswalter_januar2014.jpgAndreas Walter hatte es am siebten Brett ebenfalls mit einem Duisburger Ersatzmann zu tun, dem Routinier Wilfried Sirringhaus. Schon früh öffnete sich hier die zunächst geschlossene Stellung aus der altindischen Eröffnung, glücklicherweise mit für Andreas günstigen Abtauschoperationen. Er erhielt einen starken ewigen Zentralspringer und war langfristig bequem im Vorteil.

konstantincebulla_april2013.jpgAm achten Brett brachte PSV/Turm mit Josef Brüggemann einen weiteren Ersatzspieler, der auch gleich gegen Konstantin Cebulla mit der Abtauschvariante im Franzosen eine vereinfachte Stellung anstrebte. Trotz der zahmen Eröffnungswahl war hier eine interessante Lage entstanden die wohl am ehesten als dynamischer Ausgleich zu bezeichnen war.

Die erste Partie endete dann überraschend schnell: Andreas Walter hatte seine Partie gewonnen, da seinem Gegner ein taktischer Fehler unterlaufen war. 1:0

Wenig später spielten dann Rainer Ossig und Guido Kern remis. Bei Rainer war nicht mal ein symbolischer Vorteil zu erkennen, während bei Guido die Lage kompliziert war. Hier hätte vielleicht der Duisburger Spieler eher weiterspielen sollen... er hatte jedoch deutlich weniger Restzeit auf der Uhr. 2:1

Wir lagen also nach drei beendeten Partien vorne und hatten noch die weiterhin sehr guten Stellungen von Christof Sielecki und Bernhard Stillger "in Reserve". Noch deutlich vor der Zeitkontrolle gewann Christof dann auch seine Partie, ein deutlicher Sieg basierend auf der zu 100% getroffenen Eröffnungsvorbereitung. 3:1

Nach insgesamt rund 4 Stunden Spielzeit wurde dann das Match entschieden. Ungefähr zur gleichen Zeit endeten drei Partien: Thomas Trella und Johannes Mundorf spielten remis - Bernhard Stillger gewann nach starker Vorstellung seine Partie. So stand es demnach 5:2 nach Brettpunkten, und auch die ersten beiden Mannschaftspunkte waren sicher.

Mittlerweile war bei Konstantin Cebulla ein Endspiel entstanden, dass leider für ihn sehr problematisch war. Am Ende konnte er die Stellung nicht halten, sodaß die Heimmannschaft zu einem "Ehrentreffer" kam. 5:3

Fazit: ein wirklich gutes Match gegen ersatzgeschwächte Duisburger. Die drei Gewinnpartien waren souverän und somit auch der Mannschaftssieg verdient.

Brett Rang PSV Duisburg 1 - Rang SV Dinslaken 1 3:5
1 1 Fleck, Jürgen - 1 Sielecki, Christof 0:1
2 2 Schiffer, Kai-Uwe - 2 Trella, Thomas ½:½
3 4 Wengenroth, Walter - 3 Kern, Guido ½:½
4 6 Heisel, Guido - 4 Mundorf, Johannes ½:½
5 8 Sponheim, Marko - 5 Stillger, Bernhard 0:1
6 9 Kretschmann, Thomas - 6 Ossig, Rainer ½:½
7 12 Sirringhaus, Wilfried - 7 Walter, Andreas 0:1
8 14 Brüggemann, Josef - 8 Cebulla, Konstantin 1:0

In der zweiten Runde spielen wir zuhause gegen den Klub Kölner Schachfreunde. Mit einem zweiten Sieg könnten wir schon früh Luft nach unten schaffen und uns vielleicht auch nach vorne in Position bringen. Der geborene Optimist muss nämlich erwähnen, dass es nicht nur drei Absteiger gibt, sondern auch zwei Aufsteiger! Ich möchte an dieser Stelle sicher nicht dem typischen 1. FC-Köln-Syndrom zum Opfer fallen, die sich nach einem Sieg schon in der Champions League sehen, aber mit einem guten Start ist eine Menge möglich!

An dieser Stelle bereits die Information, dass dieses Spiel gegen KKS vom 05.10. auf den 12.10. verschoben ist, da Johannes am 05.10. für die NRW-Auswahl der Jugendländermannschaften im Einsatz ist.

[Bericht: Christof Sielecki, Fotos: Archiv]