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Bezirksklasse

16. März 2014, Runde 7: SV Turm Spellen I - SV Dinslaken IV  6,5 : 1,5
Eine Chance für die Jugend

Vor dem Rundenbeginn einigte sich der Mannschaftsführer darauf, die günstige Tabellensituation, - für beide Mannschaften keine Möglichkeit zum Auf- oder Abstieg -, auszunutzen, und einigen Jugendspielern die Möglichkeit zum Einsatz in der Herrenmannschaft zu geben.

philipbrockhaus_oktober2013.jpgAm Spieltag habe ich auf dem Weg zum Treffpunkt noch Philip und Sven eingesammelt. Philip hatte nichts besseres vor, - was gibt es schon besseres als Schach? -, und bot sich als Non-Playing-Captain an, was für mich eine sehr große Hilfe war.

Als wir dann recht pünktlich zum Bahnhof kamen, war Lothar schon wieder weg. Er war vorgefahren, weil er fahrtechnisch unabhängig sein wollte. Kein Problem, dadurch war unser Transportplan wieder gesichert, weil ein Spieler weniger transportiert werden mußte. Auch Peter war nicht am Sammelpunkt, er war vereinbarungsgemäß direkt zum Spielort gefahren.

dirkhoelscher_juni2013.jpgWer leider auch nicht vor Ort war, war Dirk Hölscher. Hier lag ein Verständigungsproblem vor. Dies wurde dadurch verschärft, dass er vor Kurzem einen Wohnungswechsel hatte, und dort noch nicht telekommunikationstechnisch vernetzt ist. Anderenfalls wäre eine leichte Problembehebung möglich gewesen. Deshalb gebe ich die Schuld nicht ihm, sondern der zuständigen Behörde, die anscheinend den Anbruch des Informationszeitalters völlig verschlafen hat, und immer noch mehrere Wochen zur Freischaltung eines Anschlusses benötigt. Jedenfalls ging der Punkt an Brett 2 kampflos an Gegner Christian Kaufung. 0:1

lotharkoch_september2013.jpgDer erste erspielte Punkt ging ebenfalls an die Gegner. An Brett 4 rannte Lothar Koch durch einen solide scheinenden Zug in eine Damengabel des Gegners Dirk Neuhaus, die man, weil sie über fast die gesamte Breite der 4. Reihe ging, schon mal übersehen kann. Durch einen Trick bekam er die Figur wieder zurück, aber als er dann noch eine zweite Figur stehen ließ, gab er dann entnervt auf. 0:2

alessiociomperlik_oktober2013.jpgDie nächste Hiobsbotschaft kam von Brett 6. Alessio Ciomperlik war es dort zunächst gelungen, einen Bauern seines Gegners Norbert Moseler zu verhaften. Aber ein Bauerngewinn ist noch keine gewonnene Partie. Als nächstes wird Alessio lernen müssen, seine Griffel von den Puppen fernzuhalten und die Züge gründlich zu durchdenken, denn das ist der Schlüssel zum Erfolg. Sein Gegner ließ sich alle Zeit der Welt, Alessio dagegen versuchte, einen Blitzrekord aufzustellen. Sehr ungesund im Seniorenschach. Auf einmal war der Springer weg, die gegnerischen Figuren drangen in die Stellung ein und schließlich war Turmverlust unvermeidbar. 0:3

peterausdermark_september2013.jpgEtwa zeitgleich gingen die Partien an den Brettern 3 und 5 zu Ende. Einer der Leidtragenden der mannschaftsführerlichen Entscheidung war Peter aus der Mark. Er mußte deshalb aufrücken, und bekam mit Martin Witthans so ziemlich das Beste, was Spellen zu bieten hat, als Gegner. Ein kleiner Rechenfehler hie, eine positionelle Unsauberkeit da, und schon waren 2 Bauern weg. Schließlich hatte sich der Rückstand zu einem ganzen Turm aufsummiert. Peter ließ sich das noch ein paar Züge zeigen, aber gegen einen Routinier wie Martin Witthans ist das eine aussichtslose Sache. 0:4

hanspetermueller_september2013.jpgBesonders bitter traf es Hans-Peter Müller an Brett 5, der gegen Eduard Rosenberger antreten mußte. Hans-Peter bekam schon gutes Spiel in der Eröffnung, klaren Gewinnvorteil im Mittelspiel, einschließlich ausgelassener Mattkombi, und hatte im Endspiel gelinde ausgedrückt Riesenvorteil(!!). Und dann findet er noch einen Patzer um in Verluststellung zu geraten, und, damit es sich auch richtig lohnt, in der Folge noch einen einzügigen Mattverlust. smilie_tra_099.gif Um den Karren noch ganz voll zu machen: Hans-Peter wird dadurch zum Match-Loser. 0:5

svenschwarz_urlaub2013.jpgAn Brett 8 gab Sven Schwarz seinen Einstand in der Bezirksklasse. Er traf auf Jonas Moritz, der vor einigen Saisons schon Alexander Itermann das Leben schwer gemacht hat, und auf mich auch in anderen Begegnungen einen guten Eindruck gemacht hat. Also ein schweres Los, aber Bange machen gilt nicht. Man kann Sven nicht nachsagen, dass er nicht gekämpft hat, an einer Stelle hatte er sogar die Möglichkeit, Gewinnvorteil zu erlangen, aber irgendwann ließen die Kräfte dann nach, und er hing nur noch in den Seilen. Schließlich übersah er einfach ein Grundreihenmatt, aber auch ohne das war die Stellung bereits hoffnungslos. Sven ist mit Sicherheit kein Schnellschachspieler. Was ihm auf die Sprünge helfen könnte, wäre, wenn er sich zu Hause etwas intensiver mit den Schachbüchern beschäftigen würde. 0:6

dirkstoppacher_2010.jpgEs liefen noch zwei Partien, und noch immer war nichts zählbares auf dem Konto. Das änderte sich jetzt durch die Partie von Brett 1. Dabei sah es dort überhaupt nicht rosig aus. Dirk Stoppacher hatte gegen Roland Kollecker in der Eröffnung völlig danebengegriffen, und stand lange Zeit mit dem Rücken zur Wand. Dies ging glücklicherweise auf Kosten der gegnerischen Bedenkzeit. Zu Zug 20 verfügte der Gegner nicht einmal über eine Viertelstunde Bedenkzeit, und das in komplizierter Stellung. Dirk konnte den auf die 5. Reihe vorgerückten gegnerischen Zentrumsbauern gewinnen und sein Spiel befreien. Nicht dass Dirk fehlerfrei gespielt hätte, sein vorletzter Partiezug ist mit dem Kosenamen "Patzer" sehr wohlwollend umschrieben. Aber dem Gegner lief nun einmal die Zeit davon. Schließlich waren nur noch 4 Minuten für 12 Züge über, der Gegner bemerkte den Fehler nicht, zog etwas anderes, und Dirk konnte zwei gegnerische Schwerfiguren aufgabeln. Dass diese sich noch einmal, auf Kosten eines weiteren Bauern, retten konnten, bemerkte keiner der beiden Spieler. Der Gegner gab jedenfalls auf. 1:6

kaischmid_oktober2013_2.jpgEbenfalls einen guten Kampf lieferte Kai Schmid an Brett 7 gegen Melanie Iwanecki. Er profitierte spürbar davon, dass er sich seine Zeit nahm, fürchtete sich nicht vor Stellungsvereinfachungen und tauschte alles runter. Dabei ging dann leider ein Bauer verloren, aber im Endspiel gelang es ihm, die Bauern bis auf einen Randbauern runterzutauschen. Nachdem dann auch die Türme vom Brett runter waren und sein König die Umwandlungsecke beherrschte, war nichts mehr zu wollen. 1½:6½

Dieser Mannschaftskampf war eine Investition in unsere Jugend. Ich bin guter Hoffnung, dass sie bei einigen Jugendspielern Früchte tragen wird, auch wenn die goldene Ananas dadurch vielleicht verloren ging. Herzlichen Dank an Philip, der nicht nur den Kampf überwachte, sondern auch mit fertigen Spielern die Partie noch einmal durchsprach und Tips für die Zukunft gab.

[Dirk Stoppacher]



23. Februar 2014, Runde 6: SV Dinslaken IV - SK Xanten I 3,0 : 5,0

Der Riese wankte, aber er fiel nicht.

Pünktlichkeit bei Heimspielen war heute nicht die Stärke unserer Truppe. Ich hatte die Mannschaft für Viertelvor zum Spielort bestellt. Selber war ich schon um Halb vor Ort, und hatte gerade erst den Materialschrank aufgeschlossen, als auch schon die Gegner vollzählig das DGB-Heim betraten. "Wenn man so eine weite Strecke fährt, muß man früh los" meinte Cindy. Daraufhin teilte ich zur Belohnung die Gegner schon mal zum Bretter-Aufbauen ein, was diese auch gerne erledigten. Meine eigene Truppe versuchte offensichtlich, genau dies zu vermeiden. Um Zehnvor war immer noch gerade erstmal die Hälfte der Spieler versammelt. Die Arbeit war natürlich schon lange erledigt. Jetzt trudelten sie aber zuverlässigerweise ein, und der Mannschaftskampf konnte nach einer kurzen Begrüßung durch Markus Mühlbacher vonstatten gehen.

kaischmid_oktober2013_2.jpgAls Erster fertig war Kai Schmid, der an Brett 8 mit Cindy Breuer spielte. Kai hatte einen isolierten Damenbauern zugelassen, den Cindy mit zielgerichtetem Figurenspiel wegschnappen konnte. Ab dem Moment hatte ich die Partie eigentlich schon abgehakt, aber kurz danach kam Kai mit seinem Partiedurchschlag an, auf dem ein dickes, fettes Unentschieden verzeichnet war. Im Zuge des Bauernverlusts konnte Kai die gegnerische Bauernstruktur schwächen, und bekam deshalb in der Folge gutes Gegenspiel. Laut Philip war in der Schlussstellung trotz Minusbauer sogar ein Spiel auf Sieg drin. ½:½

hanspetermueller_september2013.jpgKurz danach kam auch schon Hans-Peter. Auf seinem Durchschlag prangte gar der volle Punkt. Er traf an Brett 7 auf seinen passiven Vereinskollegen Michael Cebulla, der aber aktiv für Xanten gemeldet ist. Nach einem Handgemenge im Zentrum hatte er gutes Positionsspiel. Der Gegner hatte einen Isolani, er selber einen starken vorgerückten Springer auf f4. Entschieden wurde die Partie aber taktisch. Mit einem Scheinqualitätsopfer beseitigte er die Figur, die das Familienschach verhinderte. Der Gegner konnte also nicht zurücknehmen, sondern mußte die Dame retten. In der Folge spielte Hans-Peter mit einer Figur mehr, und ließ nichts mehr anbrennen. 1½:½

peterausdermark_september2013.jpgDamit lagen wir sogar in Führung. Sorgen bereitete mir aber die Stellung von Peter aus der Mark an Brett 5 gegen Leon Breuer. Er hatte zunächst einen, dann zwei Bauern weniger in einem Turmendspiel. Glücklicherweise war der gegnerische König am falschen Flügel, so dass Peter die Bauern, die er durch einen geschickten Sprengungszug trennen konnte, unter Kontrolle bekam. Dem Gegner blieb nichts als in das Remis einzuwilligen. 2:1

nopic.jpgJulian Reusch hatte an Brett 4 gegen Jens Peters einfach nur einen rabenschwarzen Tag. Gewagterweise stellte er seinen Springer in die gegnerische Stellung. Dieser war aber nicht ausreichend gesichert, und so konnte der Gegner deutlich Material gewinnen. Dazu kam noch ein eklatanter Entwicklungsrückstand seitens Julian. Hier war nicht viel zu wollen. 2:2

thomasrauer_juni2013.jpgThomas Rauer hatte sich in der bisherigen Saison als zuverlässiger Punktelieferant erwiesen. Konnte er diesen Status heute gegen den Tabellenfavoriten aufrechterhalten? Zunächst einmal sah es nicht so aus. In einer sehr unregelmäßigen Eröffnung, die schon früh jegliches theoretische Gewässer verließ, hatte Thomas auf einmal die Wyvill-Bauernstruktur, die schon mal etwas problematisch ist, wenn man nichts zum Ausgleich bekommt. Davon war aber nichts zu entdecken, nicht einmal das Läuferpaar hatte Thomas. Stattdessen konnte der Gegner seinen Springer auf c5 direkt vor dem Doppelbauern platzieren. Logischerweise mußte Thomas in der Folge einen Bauern abgeben. Aber bei der dazugehörigen Tauscherei öffnete sich die Stellung ein wenig. Und jetzt konnte Thomas seine Stärken ausspielen. Er bekam einfach aktives Figurenspiel auf den gegnerischen König, drang gar in die Königsstellung ein, konnte zunächst einen Turm gewinnen, und hinterher sogar den König abholen. 3:2

dirkstoppacher_2010.jpgDamit lagen wir wieder in Führung. Und an den verbliebenen Brettern schaute es sogar noch recht aussichtsreich aus. Dirk Stoppacher hatte an Brett 1 eine neue Eröffnungswaffe ausgepackt, und der Gegner Georg Peters tat sich sichtlich schwer damit. Im 14. Zug konnte Dirk das investierte Material bei immer noch aktiver Figurenstellung zurückholen, und hatte damit offensichtlich Vorteil. In der Folge setzte er aber zu harmlos fort, - der Computer zeigte an einer Stelle die Möglichkeit zu deutlichem Stellungsvorteil auf -, und der Gegner übernahm die Initiative. Mit einem schönen Bauernvorstoß erzwang er Vorteil, und schließlich brach, vielleicht auch durch fehlerhafte Verteidigung, Dirks Stellung einfach nach und nach zusammen. 3:3

berndschwagrowski_september2013.jpgBernd Schwagrowski hatte sich an Brett 6 gegen Dirk Fromme eine grundsolide Stellung mit dem vielleicht etwas stärkeren Zentrumsspiel erarbeitet. Aber die Zeit spielte heute gegen ihn. In fortschreitender Zeitnot bekam der Gegner erst Druckspiel, dann eine Mehrfigur, und schließlich in Zug 33 sogar die Partie durch Zeitüberschreitung. 3:4

dirkhoelscher_juni2013.jpgBesonders bitter traf es Dirk Hölscher. Er hatte zu Beginn der Zeitnotphase handfesten Vorteil. Dieser löste sich aber zusammen mit dem Stellungskuddelmuddel in Wohlgefallen auf. Schließlich hatte er nach Zug 39 einen Minusbauern bei nicht einfacher Stellung. Außerdem hatte er noch zwei Minuten auf der Uhr. Die Stellung war aber immer noch so kompliziert, dass er ins Überlegen geriet. So sehr, dass er seine Zeitnot vergaß. Die Zeit lief ab, der Gegner reklamierte, und Dirk hatte in der Folge das starke Bedürfnis, sich selbst in den Hintern zu treten. 3:5

Fazit: Mit Glück und Können haben wir an der Sensation riechen können. Mehr noch: Wir haben den Xantenern die bislang einzigen Niederlagen am Brett in der laufenden Saison beibringen, und den Gegnern das bislang knappste Ergebnis abverlangen können. Leider fehlte es etwas daran, das Dingen tot zu machen, aber wie war das noch mit der vergossenen Milch und den Tränen?

[Dirk Stoppacher]



2. Februar 2014, Runde 5: SV Wesel IV - SV Dinslaken IV 5,5 : 2,5

An diesem schönen Wintertag (Ihr wißt ja, was ich von Schach bei schönem Wetter halte) trafen wir uns froh und früh am Dinslakener Zentralbahnhof. Von meinem Auto aus sehe ich nur zwei Leute, aber noch während ich Hans-Peter und Thomas begrüße, strömt der Rest schon von allen Ecken des Bahnhofsvorplatzes, und wir können uns direkt auf den Weg machen. Heute mit fünf Autos, weil drei Spieler unabhängig sein wollten.

Die erste Partie endete an Brett 3. Dort machte Dirk Hölscher mit meinem ehemaligen Jugendwartkollegen Michael Schleich kurzen Prozess. Er holte sich mit ein paar kräftigen Zügen eine gesunde Initiative, schreckte nicht vor guten Abtäuschen zurück, erkämpfte sich eine Figur für einen Bauern, und ließ im Endspiel nichts mehr anbrennen. 1:0

An Brett 7 blieb Hans-Peter Müller über seinen Namensvetter Markus Müller erfolgreich. In einer Stellung positionellen Herumgeschiebes, in der der Gegner langsam Oberwasser bekam, steuerte Hans-Peter ganz heimlich, still und leise auf den gegnerischen König zu, und hatte plötzlich einen tödlichen Angriff, bei dem nichts mehr zu wollen war. 2:0

Jetzt aber begann das heutige Hochdruckgebiet sich auszuwirken. Am Spitzenbrett traf Dirk Stoppacher auf Sebastian Kohl, der sich anscheinend derzeit in Hochform befindet, und noch dazu seine Leib- und Mageneröffnung aufs Brett bekam. Dirk dagegen hatte sich diese Variante erst am Vorabend mal angeschaut, und das reicht leider nicht gegen einen Kenner. Ein Tempoverlustzug, und der Gegner bekam starken Angriff. Als der dann nicht akkurat abgewehrt wurde, ging die Partie dann sang- und klanglos verloren. 2:1

Peter aus der Mark haderte an Brett 5 zum widerholten Male mit seinem Zeitverbrauch. Er weiß, dass er zu schnell spielt, aber es ist in seiner Altersklasse nicht ganz so einfach, das umgehend abzustellen. Heute kostete ihn dies einfach eine Qualle für nichts. Darüber hinaus konnte sein Gegner einen Freibauern bilden, den Peter nur unter Aufgabe eines Läufers aufhalten konnte. Da half auch der Mut der Verzweiflung nicht mehr. 2:2

An Brett 4 bekam es Julian Reusch mit Alexander May zu tun, dessen Vater Holger zu Beginn der Saison in unseren Verein gewechselt ist. Gegen einen bekannt knackigen Gegner entschloss sich Julian zu einer unsoliden Spielweise, noch dazu eine, von der mehrere Vereinsspieler, darunter ein internationaler Meister, ihm schon mehrfach abgeraten haben. Der Gegner ließ sich nicht lange bitten, und holte sich einen souveränen Start-Ziel-Sieg. 2:3

Auf dem zweiten Brett, an dem Thomas Rauer auf Erwin Rudi traf, mochte man es scharf. Es gelang Thomas nicht, seinen Angriff mit der notwendigen, der Stellung entsprechenden Hartnäckigkeit und Durchschlagskraft zu führen. Der Gegner konnte Thomas' König dagegen wieder in die Mitte treiben und dort schließlich erlegen. 2:4

Blieben also nur noch die Partien von Bernd Schwagrowski und Julian Sper. Ausgerechnet diese beiden waren mit dem eigenen Auto angereist, um unabhängig zu bleiben und direkt nach der Partie verschwinden zu können. Bei beiden endete die Partie auf besonders dramatische Weise.

Bernd mußte an Brett 6 den Kampf mit Sarah Höpken aufnehmen. Sarah konnte zwei verbundene Freibauern am Damenflügel bilden, aber Bernds Figuren waren zur Stelle, und nach meiner Rechnung war es durchaus möglich, mit etwas Rechenmühe beide Bauern abzuholen, was einen handfesten Materialvorteil bedeutet hätte. Sarahs Springer dagegen hing am völlig falschen Flügel fest. Sarah hatte außerdem mit knapper Zeit zu kämpfen. Ich habe leider nicht verfolgt, wie die Partie sich weiter entwickelte, jedoch waren die Freimöpse nach einiger Zeit immer noch auf dem Brett, und der Springer hatte sich ins Zentrum vorgekämpft und drohte, den beiden Admirälen in Spe die entscheidende Unterstützung zukommen zu lassen. Der einzige Grund zur Hoffnung, ein handfester noch dazu, war Sarahs mittlerweile horrende Zeitnot. "Was ist denn jetzt mit der Zeit" fragte Bernd fünf Züge vor der Zeitkontrolle. Er wurde darüber aufgeklärt, dass Sarah noch 28 Sekunden auf der Uhr habe. Aber einen Zug später vergaß sie, auf die Uhr zu drücken. Alle Kiebitze schauten sich an, als ihre Fahne fiel. Aber Bernd dachte nicht daran, die Zeit zu reklamieren. Warum nicht? Ein oder zwei Züge später, immer noch vor der Zeitkontrolle, reichte er die Hand zur Aufgabe rüber. Dabei brauchte er nur laut und deutlich "Zeit" zu sagen, und der Punkt wäre seiner.
In Dinslaken teilte Dieter mir mit, dass ich als Mannschaftsführer ebenfalls die Möglichkeit gehabt hätte, die Zeit zu reklamieren. Sicherheitshalber habe ich nochmal die Regularien überflogen, aber nichts entsprechendes gefunden. Nachtrag: Stimmt, wäre möglich gewesen, nach Artikel 6.8 und 6.9 der FIDE-Regeln.  2:5

Letztlich wäre das aber auch nur Ergebniskosmetik gewesen. Denn an Brett 8, an dem Julian Sper es mit Jerzy Kozakowski zu tun hatte, sah es nicht gut aus. In eigentlich aussichtsreicher Stellung (Qualität mehr) hatte Julian das Durchbrechen eines Freibauern zugelassen, und mußte einen Turm geben. Auch der andere Turm ließ schließlich sein Leben, und Julian stand nur noch mit einem Bauern und dem König gegen Turm, Springer und Bauer des Gegners, mit denen es dem Gegner keine Schwierigkeiten bereitete, Julian patt zu setzen. 2½:5½

Letztlich war die Begegnung spannender, als es das Endergebnis vermuten läßt. Heute war die Entscheidung eine Sache der Tagesform. Hoffen wir, dass diese in der nächsten Begegnung für uns spricht.

[Dirk Stoppacher]



12. Januar 2014, Runde 4: SV Dinslaken IV - SF Moers IV 7,0 : 1,0

Der Kampf heute war eine schnelle Angelegenheit. Ich war um etwa 11.45 Uhr als erster fertig. Mein Gegner Werner Ziebarth stellte eine Figur ein, und gab das Spitzenbrett sofort verloren. 1:0

Anscheinend hatte ich dadurch ein pneumatisches Ventil geöffnet, denn schon um 11.55 Uhr stand es 6:0

Lothar gewinnt, Hans-Peter gewinnt, Thomas gewinnt (wie immer), Bernd gewinnt, Peter gewinnt. Leider konnte man auf die Partien nicht wirklich stolz sein. Hans-Peter Müller an Brett 8 war der Einzige, dessen Gegner Dietmar Kurzel die Partie nicht weggepatzt hat, sondern er mußte die positionelle Schwäche des Gegners massieren. Aber auch sein Gegner hat etwas früh aufgegeben.

Bei Peter aus der Marks Partie dagegen habe ich zum ersten Male einen Klassiker als letzte Vergleichspartie gefunden, und zwar die 7. Partie aus dem 4. Wettkampf zwischen de la Bourdonnais und McDonnell von 1834. Aber schon ab dem 7. Zug betraten die beiden Spieler Neuland. Peter hatte zwar den Mehrbauern, aber seine Gegnerin Regina Weihofen drängte seine Figuren wieder schön zurück in den Stall. Zum 14. Zug war Peter wieder komplett unentwickelt. Seine Gegnerin dagegen besaß das Zentrum und die Figurenaktivität. Durch ein paar Unsauberkeiten ließ sie sich den Schneid abkaufen, stellte eine Figur ein, und ließ zu, dass Peter seine Entwicklung nachholte. Hier fehlen auf Moerser Seite ein paar Lektionen in Vorteilsrealisierung.

Bei den übrigen Gewinnpartien finden sich teilweise haarsträubende Figuren-"opfer". Moers benötigt dringend taktisches Training.

Eigentlich war damit schon alles gelaufen. Ausgenommen die Partien von Dirk und Julian an den Brettern 3 und 4. Beide schauten etwas besser für uns aus. Dirk Hölscher machte dann umgehend Remis gegen Marc Plückhahn, Julian versuchte, den Gegner Jochen Anlahr noch etwas zu kneten. Nach einigen mMn ungünstigen Abtäuschen, - Julian verblieb mit dem isolierten Bauern im Schwerfigurenendspiel, Julian selbst war immer noch überzeugt, Vorteil zu haben, allerdings nicht mehr im für einen Sieg ausreichenden Maße -, willigte er dann doch in das Remis ein. Endstand 12.10 Uhr: 7:1

Insgesamt wäre dieses Debakel für Moers vermeidbar gewesen. Insbesondere der Punkt am fünften Brett war ein Pflichtsieg. Und auch an anderen Brettern wäre mehr Kampf möglich gewesen.

[Dirk Stoppacher]



8.12.2013, Runde 3: SK Xanten II - SV Dinslaken IV 2,0 : 6,0

Bei uns fehlten Julian, Lothar und Alexander aus den unterschiedlichsten Gründen. Für diese stellten wir Hans-Peter, der noch zur Stammbelegschaft zu zählen ist, sowie die U12-Jugendspieler Alessio und Kai als Ersatz auf.

Zunächst endete die Partie an Brett 7 zwischen Alessio Ciomperlik und Jonas Cornelißen. Alessio hatte in letzter Zeit sehr viele Schnellschachturniere mitgespielt, und sein Zeitgefühl war entsprechend hochgetaktet. Er spielte die Langzeitpartie bei weitem zu schnell, stellte Material ein und verlor in der Folge dann sang- und klanglos. Wenn er sich das abgewöhnt, wird er aber sehr schnell zu einem wichtigen Punktelieferanten werden. 0:1

Kai Schmid an Brett 8 machte es gegen Nils Gudat deutlich besser. Seine Züge waren besser durchdacht, und so gelangte er ohne Material- und Positionsverlust durch die Aufbauphase, bis zu dem Punkt, als sich die Stellung öffnete. In dem jetzt entstehenden Gemetzel behielt Kai die Übersicht, und als sich der Rauch verzogen hatte, verfügte er über eine Dame und einen Läufer gegen einen Turm. Als dieser dann auch noch verloren ging, gab der Gegner dann auf. 1:1

Hans-Peter Müller hatte es an Brett 6 mit Hendrik Oenings zu tun. Im Mittelspiel stellte er eine Figur und einen Bauern ein, behielt aber dafür zwei verbundene Randfreibauern. Als dem Gegner ein positionelles Mißgeschick unterlief, konnte Hans-Peter die Figur für einen Bauern zurückgewinnen, und landete in einem Endspiel mit dem entfernten Freibauern bei gleicher Bauernzahl. Der Rest war dann ein Wettrennen, das aufgrund des entfernten Freibauern dann zugunsten von Hans-Peter ausging. 2:1

An Brett 5 traf Bernd Schwagrowski auf Friedhelm Hirschfeld. Der Gegner übersah zunächst eine Springergabel, mit der Bernd zwei Leichtfiguren gegen einen Turm und einen Läufer eintauschen konnte. In der Folge manövrierte Bernd sehr geschickt mit seinen Schwerfiguren über das noch reichlich gefüllte Brett, machte Gebrauch von der Tatsache, dass der Gegner dem Damentausch nach Möglichkeit ausweichen mußte, gab schließlich einen Randbauern ab, und stürzte sich dann mit den Schwerfiguren auf den nicht ausreichend geschützten gegnerischen König, der dann schließlich mit dem Messer an der Kehle die Reichsinsignien an Bernds Truppen überreichte. 3:1

Damit waren die Partien an den hinteren Brettern bereits beendet, noch dazu mit einem deutlichen Plus für uns. Die übrigen Begegnungen nahmen sich allerdings noch etwas Zeit. Die Partien an den Brettern 2 und 3 endeten etwa eine Stunde später zeitgleich.

An Brett 2 spielte Thomas Rauer gegen Rainer Nissen. Thomas selbst stand bombensicher, der König des Gegners war bereits in offene Zentrum getrieben, sein starker Läufer half aktiv sowohl beim Angriff als auch bei der Verteidigung. Der Läufer des Gegners stand nur ihm selbst im Wege herum. Um die Verteidigung zu knacken, führte Thomas dann ein Turmopfer gegen zwei Bauern durch, das rein optisch schon erfolgversprechend aussah, der Computer bestätigt die Korrektheit in der Analyse. Dazu kam noch der psychische Druck, der den Gegner nicht die richtige Verteidigung finden ließ, und so kam das Ende schnell. 4:1

An Brett 3 hatte Dirk Hölscher es mit Mainhard Moroder zu tun. Hier wurden beide Königsstellungen zunehmend luftiger, dazu blieben noch die Damen hartnäckig auf dem Brett, so dass die Möglichkeit, dass der schlechter stehende Spieler zu einem Dauerschach greifen würde, immer wahrscheinlicher wurde. Es war schließlich der Gegner, der zwar die Möglichkeit zu einem Bauerngewinn hatte, darauf aber verzichtete, und lieber das sichere Remis nahm. Dirk wird dadurch unfreiwillig zum Matchwinner. 4½:1½

Etwa eine Viertelstunde später endete dann die Partie an Brett 4. Peter aus der Mark kämpfte dort gegen Heinz-Gerd Altenschmidt. Peter verfügte über das Läuferpaar und zwei verbundene Randmehrfreibauern. Der Gegner mußte alle Energie aufwenden, um den Vormarsch der Freimöpse zu unterbinden. Peter tauschte zunächst die Läufer, schließlich konnte der Gegner den Verlust des d-Bauern nicht mehr verhindern, mit der Folge, dass Peter auf der d-Linie noch einen dritten Mehrfreibauern erhielt. Das war dann doch zu viel, und die Aufgabe war konsequent. 5½:1½

Blieb also nur noch die Partie vom 1. Brett. Dirk Stoppacher befand sich dort im Kampf mit Frank Oenings, und spielte auf den rückständigen gegnerischen e-Bauern. Leider war dies die einzige Schwachstelle in der Stellung, und es gelang dem Gegner gerade so eben, die Schwäche zu verteidigen. Dirk überlegte noch etwa fünf Minuten, willigte dann aber doch in die Punkteteilung ein. 6:2

In der Liga befindet sich die Mannschaft auf einem geteilten 3. Platz, punkt- und brettpunktgleich mit Turm Spellen I. In der nächsten Runde treffen wir zu Hause auf den Tabellenvorletzten SF Moers IV, und haben dort die Möglichkeit, das Thema Abstiegskampf vorzeitig ad Acta zu legen. Wichtig ist dann natürlich, dort keine Faxen zu machen, sondern die Punkte sicher nach Hause zu holen.

[Dirk Stoppacher]



17. November 2013, Runde 2: SV Dinslaken IV - TV Mehrhoog 5,0 : 3,0

Am heutigen Herbsttag trafen wir in unserem kuscheligen Vereinsheim auf die zweite Auswahl des TV Mehrhoog. Ich war bereits eine halbe Stunde früher vor Ort, und legte schon mal die Spielmaterialien bereit, überließ das Aufbauen aber dem Rest der Mannschaft. Irgendwann trudelten die Spieler dann nacheinander ein, ungefähr zeitgleich mit den Gegnern übrigens. In Absprache mit dem gegnerischen Mannschaftsführer ließ ich den Kampf dann ein paar Minuten vorzeitig beginnen.

Die erste Entscheidung fiel recht früh. Dirk Hölscher an Brett drei mußte heute ohne Gegner auskommen, der an einer Magen-Darm-Verstimmung laborierte. Nach Ablauf der Karenzstunde stand es somit 1:0.

Vor der Partie klagte Lothar Koch über eine Erkältung samt Kopfschmerzen, die er sich über Nacht eingefangen hatte. Er fragte mich mit hoffnungsvollen Augen, ob ich einen Ersatzspieler an der Hand hätte. Leider mußte ich verneinen, und so setzte er sich mit einer unheilvollen Ahnung und einer Mine, die Mitleid hervorrief, an das sechste Brett. Dort traf er auf Volker Miß. Kurz nach Ablauf der Karenzstunde hörte ich von seinem Tisch her das Wort "Matt", und befürchtete schon das schlimmste. Aber nichts dergleichen. In einer sehenswerten Partie hatte er den Gegner Matt gesetzt. 2:0

Jetzt aber hatte der SV Dinslaken eine gewisse Durststrecke zu überwinden. Bernd Schwagrowski hatte an Brett 7 das Pech, auf Winfried Gaede zu treffen, einen starken Spieler, der aber in den letzten beiden Saisons nur 4 Spiele absolviert hat, und heute seine Saisonpremiere absolvierte. Bernd blieb in einer ihm unbekannten Eröffnung ohne Chance. 2:1

Ähnlich erging es Alexander Itermann an Brett 8. Sein Gegner Nurset Cansevergil blieb zwar nicht völlig außerhalb der Reichweite, war aber trotzdem recht knackig. Leider hat Alexander sein Partieformular einbehalten, so dass ich nichts über den Verlauf der Partie sagen kann. 2:2

Peter aus der Mark mußte es dagegen an Brett 5 nicht nur mit dem routinierten Jugendspieler Stephan Liesen aufnehmen, sondern auch mit sich selbst. Er beklagte hinterher selbst, dass er sich nicht genügend Zeit genommen hatte, und gelobt für die Zukunft Besserung. 2:3

Aber die übrigen Partien sahen vielversprechend aus.

An Brett 1 bekämpften sich Dirk Stoppacher und Andreas Ehm. Natürlich auf rein schachliche Art. Es gelang Dirk schon in der Eröffnung, seinen Gegner in ihm unbekanntes Fahrwasser zu locken. Nachdem die Eröffung abgeschlossen war, hatte Dirk schon bequemes Spiel. Schließlich konnte er eine Dame gegen einen Turm und eine Leichtfigur gewinnen, dann noch einen Turm gegen ein Springtier. Nachdem dann noch ein weiterer Figurenverlust unvermeidbar war, hatte der Gegner die Faxen dicke. 3:3

An Brett 4 überlegte sich Julian Reusch, der es mit Markus Vadljan zu tun hatte, ob ein Remis für die Mannschaft ausreichend wäre. Aber angesichts eines Materialvorteils von zwei Bauern verwarf er diese Überlegung und spielte auf Sieg. Er stellte seinen Vorteil zwischenzeitlich ein, konnte ihn aber wieder neu gewinnen, bei noch weiter reduziertem Material. Schließlich verhinderte der Gegner durch Aufgabe die unvermeidbar gewordene Bauernumwandlung. Julian holte dadurch den ersten Mannschaftspunkt. 4:3

Thomas Rauer erspielte sich auf dem 2. Brett ein schönes Druckspiel gegen die Königsstellung von Ernst Tebbe. Dieser hielt dem kontinuierlichem Druck nicht stand, und stellte eine Puppe ein. Thomas hatte bequemes Spiel, und verzichtete in der Schlussphase auf einen zwei- bis dreizügigen Mattgewinn. Trotzdem ließ er keine Zweifel an seinem Sieg aufkommen, und beseitigte lieber zuerst den gegnerischen Freibauern. Völlig ohne Gegenspiel stellte der Gegner das Kämpfen ein. In der Schlußpartie holte Thomas damit den Mannschaftssieg für uns. 5:3

[Dirk Stoppacher]



06. Oktober 2013, Runde 1: SV Dinslaken IV erleidet bei SV Neukirchen-Vluyn I eine 3,0 : 5,0 -Startniederlage.

Wo kommt am frühen Sonntagmorgen bloß der ganze Verkehrsstau her? Auf dem Weg vom Bett bis zur Dusche mußte ich gleich über drei Autos klettern. Im Treppenhaus stapelten die sich gleich. Und auf der Autobahn erst. Dort wurde ich direkt von einer Baustelle empfangen, in der sich die Autos stauten. In Dinslaken angekommen, wurde es nicht besser, es kamen nur noch die roten Ampeln dazu. Langer Rede, kurzer Sinn, ich habe mich heute etwas verspätet, und kam direkt als Letzter zum Treffpunkt. Dann fuhren wir direkt los, sammelten unterwegs noch Thomas auf, und schwangen uns auf die Autobahn. Dort war der eben erwähnte Stau aber ganz plötzlich verschwunden. Wie kommt das? Jedenfalls kamen wir gut durch und trotz langsamen, gaaanz laaaangsaaamen Mannschaftsführers pünktlich in Neukirchen an. Dort ging es aber, nachdem die Aufstellungen ausgetauscht waren, dann zügig los.

Für die erste Entscheidung sorgten Bernd Schwagrowski und Marcel Arlt an Brett 7. Bernd hatte sich früh einen Bauern wegkombinieren lassen. Der Gegner versuchte in der Folge konsequenterweise das Material runterzutauschen, und hatte damit auch einigen Erfolg. Allerdings übersah er dann doch einen kleinen Kniff, mit dem Bernd den Bauern zurückholen konnte. Bevor er diesen allerdings durchzog, einigten die beiden Kontrahenten sich auf ein Remis, beide vermutlich froh über den Spatz in der Hand. ½:½

An Brett 1 hatte Dirk Stoppacher es nicht nur mit seinem Gegner Carsten Günner zu tun, sondern auch mit der ungewohnten Sonderbelastung des Mannschaftsführers. Ständig versuchte er, nicht nur die eigene Partie, sondern auch die anderen im Auge zu behalten, um bei nötigen Remisanfragen eine Entscheidungshilfe geben zu können. Darunter litt wohl die Partieführung, denn er geriet unter leichten Druck. Trotzdem mußten beide Spieler fortwährend auf ausgelegte Fußangeln achtgeben. Schließlich mündete die Partie in einem Endspiel mit Dame, Springer und mehreren Bauern auf beiden Seiten. Der Gegner besaß etwas Raumvorteil, und dadurch zusätzliche Optionen. Dirk hielt ein Spiel auf Sieg für ausgeschlossen und bot daher Remis an, das angenommen wurde. 1:1

Während Dirk und Carsten Günner ihre Partie analysierten, bot Julian Reusch seinem Gegner Olaf Kersten ebenfalls ein Remis an. Dieser kam darüber tatsächlich ins Grübeln. Er schaute sich die eigene Stellung recht genau an, und man konnte hinter der Stirn den Wunsch erkennen, das Angebot anzunehmen. Aber zunächst einmal erhob er sich, schaute sich die übrigen Partien an, und machte sich weitere Überlegungen. Schließlich ließ er etwas Zeit vergehen, und beobachtete den Fortgang des Mannschaftskampfes. Nach einer guten Weile kam er aber zu dem Schluß, weiterspielen zu müssen, und lehnte schließlich ab. Julian mußte also noch etwas weiterleiden.

An Brett 5 ging es hoch her. Dort spielte Peter aus der Mark mit seinem Gegner Andreas Bettray. Zunächst einmal übersah der Gegner, dass sein bedrängter Springer noch über ein Fluchtfeld verfügte, und gab ihn gegen einen Bauern ab. In den jetzt folgenden Verwicklungen hatte Peter durch ein Zwischenschach die Möglichkeit, eine weitere Figur zu gewinnen, was vermutlich die sofortige Aufgabe des Gegners zur Folge gehabt hätte. Leider übersah Peter jetzt diese Möglichkeit. Schließlich mußte Peter die Figur wieder abgeben, um eine Bauernumwandlung zu verhindern, und verlor sogar noch einen weiteren Bauern. Nachdem auch die Türme weggetauscht waren, war das entstandene Bauernendspiel einfach für den Gegner gewonnen. Aber jetzt war die Reihe wieder an ihm, nicht den richtigen Plan zu finden, und er zog den König hinter den Mehrbauern zurück, so dass Peter ihm mit dem eigenen König jegliche Umwandlungsabsichten austreiben konnte. 1½:1½

Alexander Itermann bekam es an Brett 8 mit Wolfgang Wilhelm zu tun. Rein nominell war Alexander der einzige Dinslakener Spieler mit einem gewissen DWZ-Vorsprung. Aber Schachfiguren interessieren sich nicht für Wertungszahlen, sondern nur für Züge, und Alexander hatte heute einen rabenschwarzen Tag erwischt. Ohne besondere Not ließ er sich die Qualität weggabeln. Er bekam etwas Gegenspiel auf der e-Linie, gab dieses aber für den unwichtigen gegnerischen a-Bauern auf. Daraufhin drang der Gegner in Alexanders Stellung ein, und nachdem ein weiterer Figurenverlust unvermeidbar wurde, fügte Alexander sich in die Niederlage. 1½:2½

Lothar Koch mußte an Brett 6 gegen Bernd Buchholz antreten. Im Mittelspiel mußte Lothar einen Zentrumsdurchbruch mit Bildung eines starken gedeckten Freibauern zulassen. In der Folge waren seine Figuren damit beschäftigt, den Freibauern zu bändigen, so dass der Gegner am Königsflügel Unheil stiften konnte. Dort öffnete er die Stellung und konnte zwei Bauern abräumen, und schließlich von der Seite dem Freibauern weitere Unterstützung zukommen lassen, so dass die Umwandlung schließlich unvermeidbar wurde. 1½:3½

wilhelm-rauer.jpgBesonders hoffnungslos sah es nominell für Thomas Rauer an Brett 2 aus, der es mit dem stärksten Neukirchener Spieler Albert Wilhelm zu tun bekam. Und auch vom Anblick seiner Stellung auf dem Brett konnte dem Beobachter ganz schön mulmig werden. Der Gegner konnte seinen Raumvorteil stellenweise bis zur 6. Reihe ausdehnen. Thomas versuchte einfach, sich zäh zu verteidigen, und auf eine Chance zu hoffen. Nach einer Weile schien er damit auch Erfolg zu haben. Der Angriffsdruck verflüchtigte sich etwas, war nicht mehr ganz so umklammernd. Und da, mit etwas Gegenspiel, zeigte sich tatsächlich kurz ein Silberstreif am Horizont. Thomas steuerte direkt darauf zu, spielte in der Diagrammstellung 37. ... Dc3+ 38. Td2 Td8 und die gegnerische Stellung brach völlig zusammen. Das war der Anschlusspunkt für die Mannschaft und Thomas wird dadurch zum "Helden des Tages". 2½:3½.



Jetzt aber kam es zu der aufgeschobenen Entscheidung an Brett 4 zwischen Julian Reusch und Olaf Kersten. Einige Züge später hatte Julian sein Remisangebot wiederholt. Er hätte es allerdings nicht mit der Option auf einen Figurenverlust würzen sollen. Der Gegner griff zu, und von nun an war klar, dass die Partie nur ein Ergebnis haben konnte. 2½:4½


Damit war der Mannschaftskampf entschieden, und Dirk Hölscher, der gegen Dr. Karl-Reiner Hamm an Brett 3 über leichten Stellungsvorteil, aber nichts konkretes verfügte, verzichtete auf weitere Gewinnversuche und bot ein schnelles Remis an, das angenommen wurde. 3:5

Ein etwas unglücklicher Saisonstart, aber den nominell stärksten Gegner der Liga haben wir mit einem würdigen und anständigen Ergebnis hinter uns gebracht, was auf eine gute Saison hoffen läßt.

[Dirk Stoppacher]