Stats

ImpressumSitemapKontakt

Verbandsliga, Gruppe 2

4. Mai 2014, Runde 9: SV Wermelskirchen I - SV Dinslaken II 5,5 : 2,5
Ein schmeichelhaft hoher Sieg gegen Wermelskirchen


norbertraygrotzki_september2013.jpgnopic.jpgTaufe, Kommunion, Konfirmation (= allet, wat dat christliche Leben so hergibt) hielt unseren Gegner der letzten Runde davon ab, eine komplette Mannschaft aufzustellen. Die eine oder andere Unlust angesichts eines Wettkampfs, bei dem Auf- und Abstieg schon entschieden waren, schien auch eine Rolle gespielt zu haben. Während Dinslaken II immerhin auch schon beide Stammersatzleute und zwei Spieler der dritten Mannschaft aufbieten musste, konnte Wermelskirchen nur auf drei Spieler der ersten Mannschaft (inklusive einem Stammersatz) und drei Spieler der zweiten Mannschaft zurückgreifen. Nach kurzem Palaver entschloss sich der Gastgeber, die Bretter drei und vier nicht zu besetzen, so dass Norbert und Roland jeweils kampflos gewannen. 2:0

Somit konnten es die restlichen Dinslakener erst einmal langsam angehen lassen. An den oberen Brettern passierte auch zunächst nicht so viel, aber an Brett sieben versäumte Dieter es, die diplomatisch mit "ungewöhnlich" zu beschreibende Eröffnung seines Gegners direkt zu widerlegen. Dafür stand Holger an Brett acht nicht nur zeitlich deutlich schlechter.

joergriekenbrauk_juli2011.jpgZunächst jedoch war ein Erfolg zu vermelden. An Brett zwei hatte Jörg Riekenbrauk mit Zutun seines Gegners Markus Oechtering einen Bauern gewonnen, musste es dem Gegner aber gestatten, in ein Turmendspiel abzuwickeln. Bei diesem war von Anfang an die Frage, ob der Vorteil für die Dinslakener Seite zum Sieg ausreicht. Nach dem 52. Zug von Schwarz beantwortete der Gegner aber diese Frage durch Aufgabe und kam damit zu einem anderen Schluss als hinterher Houdini. 3:0

holgermay_januar2014_2.jpgZwischenzeitlich hatte zwar Holger May an Brett 8 gegen Dean Busch die Segel streichen muessen, aber damit war seit einiger Zeit zu rechnen und der Kampf sah insgesamt recht günstig aus. 3:1


nopic.jpgKurze Zeit später konnte an Brett 5 Timo Volkmann seine Partie gegen Rainer Engels siegreich beenden. Timo hatte einen Zentrums-Isolani für ein bisschen Druck- und Figurenspiel in Kauf genommen, doch just, als er mehr oder minder zur Herausgabe des Isolani gezwungen war, griff der Gegner zum falschen Abtausch, geriet unter Druck und verlor schließlich die Qualität, was dann in einer reinen Technikangelegenheit resultierte. 4:1

philipbrockhaus_oktober2013.jpgEin Remis würde nun zum Sieg reichen. Für Dieses sorgte dann Philip Brockhaus an Brett sechs gegen Osman Cici. Philip hatte schon früh mit Schwarz eine bequeme Stellung erlangt, im Folgenden dann aber ambitioniertere Fortsetzungen ausgelassen, um schliesslich in einer immer noch sehr komfortablen Stellung aufgrund knapper Zeit und des damit gewonnenen Mannschaftskampfes remis zu vereinbaren. 4½:1½

dieterollesch_2008.jpgAls Nächstes kam es zu einem Kuriosum an Brett sieben. Dieter Ollesch hatte es – wie oben beschrieben – versäumt, den Gegner Manfred Kubiak gleich in der Eröffnung zu zerlegen , sich dann eine deutlich überlegene Stellung erarbeitet und sich dafür in eine abenteuerliche Zeitnot begeben, die er aber mit seinem Gegner teilte. Schließlich war klar, dass die Zeit für Wermelskirchen abgelaufen war, unklar war zunächst, wieviel Züge gemacht worden waren. Also wurde den Regeln entsprechend die Uhr angehalten und der Partieverlauf rekonstruiert. Wie sich zeigte, hatte Dieter als Weißspieler 40 Züge gemacht, sein Kontrahent jedoch nur 39. Damit ging auch dieser Punkt an Dinslaken. 5½:1½

nopic.jpgBlieb als Letztes noch das Spitzenbrett, das als Einziges von Wermelskirchen mit dem vorgesehenen Spieler Sascha Mohaupt besetzt wurde. Dieser hatte mit Schwarz gegen Andre Gutowski eine bequeme Position, die er in ein Mehrbauernendspiel mit ungleichfarbigen Läufern abwickelte. Auch bei diesem war naturgemäß unklar, ob der Vorteil zum Gewinn reichen würde, aber es war sehr undankbar zu verteidigen und führte letztendlich zum zweiten Sieg für Wermelskirchen und damit aus Sicht des Gastgebers zum 2½:5½-Endstand.

[Bericht: Jörg Riekenbrauk, Bilder: Archiv, Philipendula]



23. März 2014, Runde 8: SV Dinslaken II - SF Vonkeln I 4,5 : 3,5

Lothar Dehen, eine wichtige Stütze der Mannschaft, mußte ersetzt werden. Da Philip Brockhaus allerdings auch nicht zur Verfügung stand, mußten wir auf die dritte Mannschaft zurückgreifen. Deshalb kam Dieter Ollesch zu seiner Saisonpremiere in der Verbandsliga.

kaiwaldmann_oktober2012.jpgDie Gegner aus Wuppertal traten nominell in Bestbesetzung an, ließen aber Brett 3 frei. Der Mannschaftsführer der Gegner klärte uns darüber auf, dass die Zweitbesetzung des Vereins am gleichen Tag ebenfalls einen Einsatz hatte. Auf diese Weise kam Kai Waldmann zu einem kampflosen Punkt. 1:0

Der Kampf begann in intensiven Eröffnungsduellen, die Stellungen wiesen zunächst keine nennenswerten Ungleichgewichte auf, bis auf Jörgs Bauerngewinn bei besserer Stellung. Nach knapp 3 Stunden gab es dann die ersten erspielten Ergebnisse.

nopic.jpgRoland Drescher gewann an Brett 7 indem er geduldig auf den Fehler seines Gegners Marc Grünhagen wartete und in der Folge den Punkt einstrich. 2:0

norbertraygrotzki_september2013.jpgFast gleichzeitig gab Norbert Raygrotzki seine unbequeme Stellung vom 6. Brett auf. Norberts Gegner war sehr unangenehm (spielerisch, nicht menschlich), und wählte gleich eine für Norbert unangenehme Eröffnungsvariante, die unseren Gladiator in Zeitnot brachte, in der er den entscheidenen Fehler beging. 2:1

dieterollesch_2008.jpgErsatzmann Dieter Ollesch hatte an Brett 8 die Königsstellungs eines Gegners Gregorio Loriguillo geschwächt, traute sich ein verheißungsvolles Opfer aber nicht zu. Die spätere Analyse zeigte, dass hier ein voller Punkt drin gewesen wäre. Da aber alle Bretter mindestens gut standen, ging er kein Risiko ein, und sicherte den halben Punkt. 2½:1½

ralfgraeber_oktober2009.jpgJedoch verschlechterte sich danach die Stellung von Ralf Gräber am Spitzenbrett. Er stellte einen Bauern ein und mußte in der Folge gegen Patrick Florath um den halben Punkt kämpfen. In der Datenbank fand sich eine Vergleichspartie, in der seinem Vorgänger dies nicht gelang. Aber Ralf verfügt über gute Kämpferqualitäten und konnte in ein Damenendspiel mit reichlich Möglichkeiten zum Dauerschach abwickeln. 3:2

dannyfranke_august2012.jpgDie restlichen drei Partien gaben uns den Optimismus, den Kampf zu gewinnen. Jörg konnte seinen Vorteil ausbauen, und auch Danny hatte einen Mehrbauern und konnte auf zwei Ergebnisse spielen. Danny konnte allerdings die Festung des Gegners nicht stürmen, und mußte sich dann mit dem halben Punkt zufrieden geben. 3½:2½

nopic.jpgAuch Andre Gutowski hatte an Brett 2 einen Mehrbauern, allerdings gegen Kompensation. Er mußte in zweischneidiger Stellung die Angriffe von Markus Boos abwehren. Dabei übersah er dann leider eine Fußangel. 3½:3½


joergriekenbrauk_juli2011.jpgJörg Riekenbrauk mußte an Brett 5 Schwankungen in der Höhe seines Vorteils verkraften. In der Zeitnotphase beging der Gegner Falk König aber einen entscheidenden Fehler, den Jörg eiskalt ausnutzen konnte, und wird auf dem letzten Meter zum Matchwinner. 4½:3½

Durch diesen Sieg konnten wir die letzten, nur sehr theoretischen Abstiegsgefahren endgültig abwehren. Die 2. Mannschaft verbleibt somit in der Liga, und hat auch noch Aussichten auf einen guten Platz in der Abschlusstabelle.


[Norbert Raygrotzki, Dirk Stoppacher]



16. Februar 2014, Runde 7: SC Solingen I - SV Dinslaken II 4,0 : 4,0

Diesmal war die Mannschaftsaufstellung ein Kraftakt der besonderen Art. 5 Stammspieler, - in Worten: fünf -, hatten für heute abgesagt. Glücklicherweise verfügt die Mannschaft über 2 Stammersatzspieler, so dass die dritte Mannschaft 'nur' mit 3 Ersatzleuten aushelfen mußte. Holger May, Markus Lengtat und Nicola Lajic folgten dem Ruf, auch in der Absicht, ihre eigene Verbandstauglichkeit zu testen, immerhin kann die dritte Mannschaft noch aus eigener Kraft den Aufstieg in die Verbandsklasse bewerkstelligen.

lothardehen_juni2013.jpgAn Brett 2 hatte es Lothar Dehen mit Peter Martino Groß zu tun. Lothar erlangte um den 20. Zug einen gegnerischen Zentrumsbauern. Bei dieser Gelegenheit konnte er seinen Springer auf e4 zentralisieren. Der Gegner hatte den falschen Läufer, um diesen zu vertreiben, und so beherrschte dieser die Stellung. In der Folge hielt Lothar die Stellung lange geschlossen, und öffnete diese erst, um das verbleibende Material wegzutauschen und in ein klar gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln. Als dieses unvermeidbar geworden war, gab der Gegner sofort auf. 1:0

ralfgraeber_oktober2009.jpggraeber-pohle_160214.jpgAn Brett 1 traf Ralf Gräber auf Dirk Pohle. Es gelang ihm, den b-Bauern zu verhaften und dadurch am Damenflügel durchzubrechen. In der Folge entstand die Diagrammstellung, und nach 25. Txb8 Txb8 opferte er mit 26. Dxb8 Sxb8 die Dame für einen Turm und ermöglichte so dem a-Bauern die Umwandlung mit 27. a7!. Bei dem Materialunterschied war für den Gegner nichts mehr zu wollen, und dieser gab konsequenterweise auf. 2:0





markuslengtat_september2013.jpgAn Brett 7 kam es zu einem Treffen zwischen Markus Lengtat und Detlef Beil. lengtat-beil_160214.jpgIn Zug 23 (Diagramm) hatte Markus, nachdem er einen Bauern gegeben hatte, die Möglichkeit, die Partie mit Tf6 taktisch für sich zu entscheiden. Das richtige Vorgehen war aber nicht leicht zu finden, und so traf Markus die falsche Entscheidung, - 23. Sf6+ -, was nicht zu einem durchschlagenden Angriff führte. Er spielte von diesem Moment an mit einem Minusbauern und außerdem gegen die Uhr. Mit sich nähernder Zeitkontrolle gelang es ihm aber, die gegnerische Bauernstruktur so nachhaltig zu stören, - zwei isolierte Doppelbauern -, dass er trotz weiterhin bestehendem Minusbauern Vorteil hatte. Diesen vergab er dann aber in Zeitnot an einer taktischen Wendung. Der Gegner bekam einen gedeckten Freibauern in einem Bauernendspiel. Sein König konnte die eigenen Bauern nicht mehr verteidigen, so dass der gegnerische König diese nur noch abpflücken mußte. Das ließ Markus sich aber nicht mehr zeigen, sondern gab richtigerweise auf. 2:1

nopic.jpgDas Schicksal verlangte Roland Drescher am 4. Brett eine Begegnung mit Oliver Surrey ab. Seit dem 11. Zug war Rolands schwacher Bauer auf e6 das Thema der Partie, der zunächst rückständig, nach einer Weile dann isoliert war. In Zug 37 ging er dann nach hartem Überlebenskampf den Weg alles Irdischen. In der Folge ließ Roland sich noch ein paar Züge zeigen, aber als klar war, dass er am Damenflügel kein ausreichendes Gegenspiel bekommen würde, gab er die Partie und den Punkt auf. 2:2

holgermay_januar2014_2.jpgHolger May begegnete an Brett 6 Georgios Vranidis. Hier wurde das Zentrum völlig von den Bauern beider Seiten vermint. Offiziere hatten hier nichts zu suchen. Diese tauschten sich am Königsflügel ab, so dass ein Endspiel mit je 7 Bauern und den schwarzfeldrigen Läufern entstand. Einige Bauerntäusche später war die Bauernstruktur fast völlig symmetrisch, so dass keiner der Opponenten mehr glaubte, mehr als einen halben Punkt erzwingen zu können. 2½:2½

nikolalajic_januar2014_2.jpgNahezu zeitgleich endete die Partie von Nikola Lajic an Brett 8 mit Jonas Egel. Hier war der Partieverlauf kämpferischer, als es die Eröffnungswahl vermuten ließ. Trotzdem tauschten sich nach und nach die Figuren ab, bis zu einem Doppelturmendspiel mit einem Mehrbauern für Nikola. Ob dieses gewinnbar war, weiß nur der Herrgott. Nikola ging lieber auf Nummer sicher, und holte sich mit einer dauerschachähnlichen Stellungswiederholung den halben Punkt. 3:3

norbertraygrotzki_september2013.jpgAn Brett 3 mußte Norbert Raygrotzki den Kampf mit Stefan Speck aufnehmen. Um Zug 15 herum gab Norbert einen Springer für zwei Bauern. In der Folge spielte der Gegner auf Sicherheit, tauschte die Damenflügelbauern ab, bis Norbert dort nur noch einen isolierten Bauern überbehielt, den der Gegner mit seiner Mehrfigur schließlich abholen konnte. Dasselbe Spiel wiederholte der Gegner am Königsflügel mit noch stärker reduziertem Material, was einen weiteren Bauern ergab. Als Norbert seinen letzten Bauern im Zentrum an die vereinte Gewalt aus gegnerischem Springer und König abgeben mußte, und nur noch mit seinem König gegen einen Springer und einen Bauern antreten mußte, gab er dann entnervt auf. 3:4

philipbrockhaus_oktober2013.jpgYoungster Philip Brockhaus hatte es an Brett 5 nicht nur mit Marcus Mrochen zu tun. Er kämpfte noch mit den Resten einer Grippe, die ihn die ganze Woche über beschäftigt hatte. In der Partie hatte er bequemes Spiel, die gegnerische Dame hatte sich am Damenflügel ins Abseits manövrieren lassen, auf e7 und e6 hatte der gegner einen isolierten Doppelbauern, und Philip hatte eine starke Figurenaktivität, die er auf den gegnerischen König richtete. Aber genau hier haperte es. Philip fand nicht den Weg, die Partie tot zu machen. Mehrere Male ließ er den Gegner durch die Maschen schlüpfen, einmal übersah er einen einfachen zweizügigen Mattgewinn. Glücklicherweise verschlechtere Philip seine Stellung dadurch nicht, und schließlich konnte er in Zug 56. dann doch mit der Dame den König und den Turm des Gegners aufgabeln. Das überzeugte dann auch den Gegner, der sofort aufgab. 4:4

[Dirk Stoppacher]



26. Januar 2014, Runde 6: SV Dinslaken II - Düsseldorfer SK III 5,5 : 2,5

Am letzten Sonntag des ersten Monats des Jahres 2014 traf unsere zweite Mannschaft auf die Gäste vom Düsseldorfer SK, dritte Mannschaft. Auf Dinslakener Seite musste Brett Zwei ersetzt werden, bei Düsseldorf fehlte Brett Fünf, doch beide Mannschaften konnten sich aus dem Stammersatz bedienen.

Nach pünktlichem Beginn gab es schon nach knapp 45 Minuten den ersten Aufreger. An Brett Fünf hatte Jörg Riekenbrauk mit Schwarz noch ausgangs der Eröffnung eine Stellung, in der ihm der Gegner David Kaplun eine Zugwiederholung fast aufzwingen konnte. Die Lage sah zu diesem Zeitpunkt recht ordentlich aus für Dinslaken; nirgendwo gab es wirkliche Schwierigkeiten und Roland Drescher an Brett Sieben hatte sogar einen Bauern mehr. Jörg sah deshalb nicht, warum er mit Macht weiterspielen sollte und ging mit den freundlichen Worten "Ja, dann machen wir Remis” auf seinen auf dem Flur befindlichen Gegner zu, erntete aber auf seine ausgestreckte Hand nur ein erbostes “Nee!”. Das wiederum fuchste ihn und so kündigte er an, zum dritten Mal die gleiche Stellung mit dem gleichen Spieler am Zug herbeiführen zu wollen und pochte auf die Einhaltung der Regel. Kurz musste noch der gegnerische Mannschaftsführer herbeigerufen werden, dessen sichere arithmetische Fähigkeiten den Tatbestand der Punkteteilung aber bestätigten. ½:½

Nach dieser kurzen Aufregung entwickelte sich der Wettkampf nur langsam zur Freude der Dinslakener. Zunächst gab es einen Rückschlag an Brett Sieben. Wie schon erwähnt hatte Roland Drescher einen Bauern mehr, sein junger Gegner Daniel Savchenko keinesfalls Kompensation, aber doch ein bißchen bessere Entwicklung. Roland schätzte die Gefahren falsch ein und musste letztendlich einen Läufer geben – der kurz darauf folgende Partieverlust ließ sich nicht mehr vermeiden. ½:1½

Derweil stand aber Norbert sehr überzeugend, Timo Volkmann an Brett Acht hatte leichten Vorteil und auch Ralf Gräbers Partie an Brett Eins gab Anlass, auf Punktausbeute zu hoffen. Kai Waldmann stand ein bißchen schlechter, ohne dass der Gegner Greifbares hatte, Danny Franke hatte keine leichte Partie und großen Zeitnachteil und bei Lothar Dehen sah es ruhig aus.

Kurz nach eins überschlugen sich die Ereignisse. Als erster konnte Norbert Raygrotzki an Brett Sechs seinen Gegner Mijo Mijatovic zur Aufgabe bewegen. Norbert hatte bei recht vollem Brett (es wurden nur einige Leichtfiguren abgetauscht) seinem Gegner einer Python gleich mehr und mehr die Luft abgedrückt. Auf h8 stand längere Zeit ein bedauernswerter Läufer, der keine Aussichten hatte, am wahren Leben teilzunehmen. Nachdem der Gegner die Qualität eingebüßt hatte, ohne an der generellen Bewegungslosigkeit seiner Figuren Entscheidendes zu ändern und schließlich zwei verbundene Freibauern auf der sechsten Reihe zulassen musste, hielt er weiteren Widerstand zu recht für sinnlos: 1½:1½.

Kurz darauf kamen auch die Partien an Brett Eins und Drei zu einem Ende. Ralf Gräber hatte an Brett Eins einige Nadelstiche ansetzen können, wobei die Nadeln mit kleinen Messern ausgetauscht worden waren. Die Autopsie der Partie zeigt, dass sie zwischenzeitlich theoretisch gewonnen war, aber wieder einmal zeigte sich, dass das Läuferpaar bei entsprechendem Platz durchaus für praktische Probleme sorgen kann und so entschloss sich Ralf, das Remisangebot seines Gegners Eugen Grinis anzunehmen. 2½:1½

Kai Waldmann an Brett Drei, dessen Stellung ausgangs der Eröffnung durchaus nicht aller Sorgen ledig war, hatte mit seinem Gegner Thomas Weber ein Turmendspiel erreicht, dass Letzterer nicht fehlerfrei behandelte. Mit zunehmender Spieldauer erlangte Kai eine immer stärkere Stellung und konnte diese schließlich in einen vollen Punkt ummünzen. Nun stand es 3:2 für Dinslaken.

Bald darauf krönte auch Timo Volkmann seine gute Partieanlage und bisherige Saisonleistung mit dem nächsten Sieg und hat damit als einziger Spieler der Liga mit drei oder mehr Spielen 100% erreicht. Den zunehmenden Druck setzte Timo in zwei nicht verbundene Freibauern um, die zuviele Kapazitäten des Gegners Thomas Soueid banden: 4:2.

Bei noch ausstehenden zwei Partien musste noch ein halber Punkt her, um den Mannschaftssieg zu sichern. Lothar Dehen hatte nach gewohnt ruhiger Partieanlage ein Damenednspiel auf dem zweiten Brett, in dem er vielleicht minimalen Vorteil gegen Stefan Flesch hatte. Ein Remis war die durchaus logische Folge und sicherte den Mannschaftssieg. 4½:2½

Zu diesem Zeitpunkt sah es bei Danny Franke an Brett Vier nicht unbedingt rosig aus. Zwar hatte er seine Stellung über die Zeit gebracht, war aber in einem Dame-und-Turm-Endspiel mit einem Minusbauern gelandet, bei dem er auch nicht unbedingt in der Vorwärtsbewegung war. Doch bald wandelte sich das Blatt, der jugendliche Gegner Peter Herzum büsste nach Damentausch den Mehrbauern ein und stand zum Entsetzen seiner Mannschaftskameraden bald auf Verlust. Diese Chance liess sich Danny nicht mehr nehmen und führte somit den 5,5:2,5-Endstand herbei.

Mit nunmehr sieben Mannschaftspunkten und zur Zeit Rang Drei ist der Abstieg zwar theoretisch immer noch möglich, sollte aber praktisch vermieden werden können.

[Jörg Riekenbrauk]



15. Dezember 2013, Runde 5: SG Hochneukirch I - SV Dinslaken II  5,0 : 3,0

Wenn man an einem Sonntagmorgen um 9.15 Uhr durch Hochneukirch geht, kann man sich schon Fragen nach dem Sinn des Lebens stellen. Aber es stand der Mannschaftskampf Hochneukirch I – SV Dinslaken II an und die Züge der Deutschen Bahn aus Köln halten nun einmal kurz nach der vollen Stunde in Hochneukirch.

Zu diesem Wettkampf traten beide Mannschaften ersatzgeschwächt an, doch brauchte Dinslaken zumindest dabei nur auf Stammersatz zurück zu greifen. Hochneukirch dagegen setzte an den Brettern sieben und acht Spieler der zweiten Mannschaft ein.

Nach ruhigem Beginn sah der Kampf lange Zeit recht ausgeglichen aus, doch als Erster musste Ralf Gräber die Segel streichen. Gegen den starken Marcel Harff an Brett 1 hatte er die Partie lange Zeit ausgeglichen halten können, doch ging dies auf Kosten der Bedenkzeit. Als die immer knapper wurde, kam Ralf vom rechten Weg ab: 0:1.

Nur wenig später hieß es bereits 0:2. Lothar Dehen an Brett 3 hatte seine Partie gegen Wilfried Harff ruhig angelegt, aber in einer Phase, in der er eher ein wenig Aktivität entfaltete, eine taktische Möglichkeit übersehen.

Gerade richtig kam da die Meldung von Brett 6. In einer ausgeglichenen Partie fand Roland Dreschers Gegner Siegfried Coenen mit Weiß im Endspiel nicht die richtigen Züge und Roland konnte den ersten vollen Punkt für uns einfahren: 1:2.

Doch mit einer Niederlage an Brett 4 setzten sich die schlechten Nachrichten fort: Jörg Riekenbrauk stand ausgangs der Eröffnung nach der gelinde gesagt unorthodoxen Eröffnungsbehandlung seines Gegners Dieter Komans sehr komfortabel, wählte aber in der Folge den falschen Plan und verlor Stellung und Partie nach einem unkorrekten Opfer des Gegners, gegen das Jörg nicht das richtige Antidot fand: 1:3.

Und die nächste Hiobsbotschaft folgte kurz darauf. An Brett 8 hatte Philip Brockhaus sich nach und nach Vorteile verschafft und diverse Gewinnfortsetzungen zur Verfügung. Leider wählte er eine Fortsetzung, bei der er am Ende ein Schach des Gegners Bernd Aukszlat übersah und verlor stattdessen die Partie: 1:4.

Einen Moment lang sah es nach einem Debakel aus. Doch die drei verbliebenen Partien gaben noch leisen Anlass zur Hoffnung. Bald darauf wurde jedoch klar, dass Nobert Raygrotzki an Brett 5 keine Chancen mehr auf einen vollen Punkt hatte. Im Gegenteil: nach solidem Beginn hatte Norbert eine taktische Option übersehen und einen Bauern eingebüßt. Bei reduziertem Material – wobei die Reduktion bei Norbert weiterging als bei seinem Gegner – konnte er einige Aktivität entwickeln, doch war der Gegner Hans Rombey immer zu Dauerschach in der Lage. In der Schlussstellung wäre für den Gegner auch noch mehr möglich gewesen, aber die Kontrahenten einigten sich auf remis: 1½:4½.

In den beiden verbliebenen Partien lagen die Vorteile nun allerdings wirklich auf Dinslakener Seite. Andre Gutowski hatte an Brett 2 gegen Norbert Esser eine hin- und herwogende Partie gespielt, die in einem für ihn vorteilhaften Endspiel mündete. Es gelang ihm jedoch weder vor noch nach dem Abtausch des einzigen Turms, seinen Mehrbauern mit dem Springer gegen den Läufer zu verwerten, so dass es am Ende auch hier remis hieß: 2:5.

Timo Volkmann an Brett 7 knetete sein Endspiel, das allgemein als vorteilhaft, aber remislich eingeschätzt wurde, bis er die Einbruchsstelle in der Stellung des Gegners Peter Willems fand. Nach beinahe 60 Zügen und gegen viertel vor vier gab sein Gegner schließlich auf zum Endstand von 3:5 gegen uns.

Das nötige Quentchen Glück, aus Hochneukirch wenigstens einen Punkt mitzunehmen, fehlte an diesem Spieltag. Sonst hätte das Ergbenis auch 4:4 oder sogar 5:3 lauten können.

[Jörg Riekenbrauk]



24. November 2013, Runde 4: SV Dinslaken II - SC Bayer Uerdingen I 4,5 : 3,5
Dinslaken II stellt die Weichen vor der Begegnung mit dem Favoriten auf Sieg.

Ja.....Ja....Ja ...es ist möglich.....zu gewinnen. Und das war auch bitter nötig.
Wenn wir auch im 4.Versuch nur ein 4:4 erreicht hätten, dann hätten wir eine Petition an den Verband geschickt, alle noch kommenden Spiele ohne Ausspielung unentschieden zu werten, das spart Frust und Spritkosten....(kleiner Scherz). Ich bin zwar um 4.44 Uhr geboren, - wirklich wahr -, aber soviele Vieren braucht kein Mensch.

Ich denke, wir sind alle froh, den viel zitierten Bock umgestürzt zu haben. Dabei war die Ausgangslage alles andere als optimal. Mit Ralf Gräber, Roland Drescher und Timo Volkmann fehlten diesmal sogar drei Stammspieler, sodass wir diesmal Verstärkung aus der 3. Mannschaft holen mussten: Frank Hamann!

Etwas nervös, aber gleichzeitig optimistisch gingen die Akteure in den Wettkampf, die Eröffnungsphase schon fast traditionell ruhig, ohne besondere Abweichungen nach oben oder unten.

Nur bei Jörg Riekenbrauk zeichnete sich an Brett 5 früh ein deutliches Stellungsplus ab, welches er wenig später durch ein Qualitätsopfer gegen Egon Eckert in einen vollen Punkt umsetzen konnte. Jörg, der bisher seine beiden Partien verloren hatte, sah man die Erleichterung förmlich an. Da ist ein Damm gebrochen. 1:0

Minuten später folgte Frank Hamann an Brett 8 mit einem sicheren Remis gegen Friedrich Raupach. 1½:½

Nach zweieinhalb Stunden konnte Norbert Raygrotzki an Brett 6 die fehlerhafte und fade Partieanlage seines Gegners Wolfgang Thieme ausnutzen und unseren Vorsprung ausbauen. 2½:½

Die Perspektiven grossartig, keiner stand schlechter. Danny Frankes Stellung verschachtelt und kompliziert, aber bombensicher. Philip Brockhaus rannte mit seinem h-Bauern gegen die Königsstellung seines Gegners - ausgeglichen. Lothar Dehen im Leichtfigurenendspiel, alles pari. Schwerfigurenbattle bei Kai Waldmann, trotz Bauernschwächen im Gleichgewicht. Sogar kleine Vorteile bei Andre Gutowski, weil sein Gegner die Eröffnung eigenwillig interpretierte, aber alles muss gespielt werden: "wichtig is aufn Brett".

Planmäßig remis wurden dann auch die Partien von Kai Waldmann an Brett 3 gegen Ralf Ciaxz, Danny Franke an Brett 4 gegen Franz Paus und Andre Gutowski an Brett 1 gegen Frank Eckert. 4:2

Einen Mannschaftspunkt hatten wir schon..... aber Lothar und Philip spielten noch. Die Zeitkontrolle zog vorbei, aber irgendwo hatte Lothar Dehen an Brett 2 einen Fehler gemacht. Noch auf der Rückfahrt war ihm nicht klar, wo und wann er passierte....schliesslich musste er sich seinem Gegner Thomas Ruprecht geschlagen geben, Freibauer und eine aktive Königsstellung waren zuviel....4:3

....verblieb also nur noch Philip als "last action hero", an dem jetzt das halbe Wohl und Wehe der Mannschaft hing, - die andere Hälfte war ja bereits im Sack -. Springer, gleichfarbige Läufer und 5 Bauern auf jeder Seite des 7. Bretts, dies konnte dauern, wenige Züge in einem endlos vorkommenden Zeitraum, aber eigentlich machten wir uns keine Sorgen, dann.... doch ein abruptes Ende...ein "Happyend"...ein gedeckter Freibauer von Mister Einhundert Prozent sorgte dafür, dass sein Gegner Fredi Ehlers die Gewinnversuche einstellte: Wir...hatten....gewonnen..... 4½:3½.

Dieser Sieg kam gerade rechtzeitig vor der Begegnung mit der SG Hochneukirch, dem Aufstiegsfavoriten der Liga. Um diese zu schlagen, ist es gut zu wissen, dass man noch gewinnen kann.

[Norbert Raygrotzki]



3. November 2013, Runde 3: SG Kaarst I - SV Dinslaken II 4,0 : 4,0
SV Dinslaken II ... oder "Die Liebe zum Unentschieden"

Erstmals spielt die zweite Mannschaft des SV Dinslaken in dieser Saison in der Verbandsliga. Wie würde man sich in der neuen Liga schlagen? Auf Augenhöhe mit den meisten Mannschaften hatte man sich gesehen... "jeder kann jeden schlagen" war oft zu hören. Die Bilanz nach nun 3 Spielen zeigt: Augenhöhe stimmt, aber mit "jemanden schlagen" klappt es noch nicht so :-)
Erstaunliche drei 4:4-Unentschieden in Serie stehen jetzt zu Buche. Hat man Chancen liegen lassen? Sicher, aber es hätten auch weniger Punkte sein können.

Kommen wir nun zum Match gegen die erste Mannschaft der SG Kaarst. Da Jörg Riekenbrauk in Urlaub ist, habe ich ausnahmsweise den Job als Mannschaftsführer während des Spieles übernommen und bin daher auch der ungewohnte Berichtschreiber für die zweite Mannschaft.

Das Match begann etwas skurril: Am 2. Brett, wo sich Andre Gutowski und Willi Pauls gegenüber sitzen sollten, blieben beide Plätze leer. Wenige Minuten später aufatmen auf Dinslakener Seite: Andres Navi hatte für Verwirrung gesorgt und so das Ankommen verzögert. Wir waren also dann doch komplett und warteten gespannt, ob wir einen kampflosen Punkt geschenkt bekommen sollten. In der Tat tauchte Andres Gegner nicht mehr auf - Führungstreffer für Dinslaken nach einer Stunde. 1:0

Zu diesem frühen Zeitpunkt war ansonsten noch nicht viel passiert. Lediglich bei Kais Partie konnte man etwas in Sorge sein. Sein Gegner Thomas Tremöhlen hatte eine seltene, aber gefährliche Variante gewählt und Kai direkt unter Druck gesetzt. An vielen anderen Brettern wurden eher ruhige Stellungen verwaltet: Englisch, Damenindisch, Katalanisch, Reti - was ist eigentlich aus den Königsgambit-Fans geworden? Vermutlich kurz nach den Dinosauriern ausgestorben.

Nach rund 2 Stunden Spielzeit konnte man schon mehr sagen: Timo Volkmanns Gegner Matyas Lukoviczki spielte an Brett 7 seinen Dameninder reichlich skurril und war bereits mit dem Rücken zur Wand. Hier zeichnete sich klar der zweite volle Punkt für uns ab. Dieser konnte wenig später realisiert werden, da Timos Gegner entscheidendes Material einbüßte und aufgeben mußte. Ein souveräner Auftritt von Timo, der schwaches Spiel konsequent bestrafte. 2:0

Philip und Roland hatten beide Schwarz, beide spielten gegen ein weißes Fianchetto und beide hatten keine Probleme. Roland stand sogar richtig gut, aber hatte auch deutlich weniger Zeit für die restlichen Züge zur Verfügung.
Norbert verfügte mit Weiß über eine optisch angenehme Stellung, in der es allerdings keinen klaren Ansatz gab, wie man direkt weiterkommen sollte. Unterdessen hatte sich Kais Position enorm verschlechtert - er stand sogar so schlecht, daß er mir seine "baldige Aufgabe" schon ankündigte.
Bei Lothars Partie befand sich alles im ungefähren Gleichgewicht. Sein Gegner Matthias Jakob hatte keine Probleme gegen Lothars Aufbau, aber wir wissen ja, dass Lothar nicht grade im Verdacht steht, die Gegner mit computergestützen Neuerungen früh aus den Socken zu hauen. Wenn bei ihm eine "normale Partie" im Gange ist, kann man für gewöhnlich recht optimistisch sein.
Ralf Gräber hatte leider in der Zwischenzeit einen kleinen Trick seines Gegenübers Norbert Kapeller übersehen und mußte eine Qualität abgeben. Er erhielt allerdings etwas Kompensation für das Material- hier war noch nicht alles verloren.
Wie so häufig fiel die Entscheidung kurz vor der Zeitkontrolle. Kurz vor 14 Uhr sah es dann einen Moment lang so aus, als ob das Match zu einem Desaster für die Heimmannschaft werden würde.

Bei Philip Brockhaus an Brett 8 sah es nach einem Sieg aus, er hatte alles im Griff und bereits eine Qualität gewonnen. Kurz nach dem 40. Zug konnte Philip dann mit einem schönen Taktikkniff den Generalabtausch erzwingen, und mit stark reduzierten Schwindelchancen ließ sich Laurenz Peter den Rest der Partie nicht mehr zeigen. 3:0

Gleichzeitig geschahen an Kai Waldmanns Brett 8 wundersame Dinge... er hatte - entgegen der Ankündigung - NICHT aufgegeben, da sein Gegner Thomas Tremöhlen einfach den Sack nicht zu bekam. Als dann beide auf rund 3 Minuten Restzeit unten waren, bot sich für Kai die goldene Chance: ein richtiges Schach und er gewinnt gleich mehrere Figuren auf einmal! Leider spielte er aber einen anderen Zug, der auch gut aussah ... aber leider einen dicken Haken hatte! 3:1

Gleichzeitig überschritt Roland Drescher an Brett 6 gegen Rolf Solle bei deutlich besserer Stellung die Zeit, so daß aus einem möglichen 5:0-Zwischenstand plötzlich nur ein 3:2 wurde!

So liefen noch drei Partien - und besonders toll sahen diese nicht aus! Alle drei Partien gingen am Ende über die volle Distanz von 6 Stunden.

Lothar Dehen hatte gegen Matthias Jakob ein etwa ausgeglichenes Endspiel auf dem 3. Brett. Dann ein weiterer Schockmoment: völlig untypisch hatte sich Lothar bei der Abwicklung ins Bauernendspiel verrechnet! Ein, zwei gute Züge seitens des Gegners und es wäre vorbei. Wie der Konjunktiv schon andeutet: es kam anders! Statt zu gewinnen fand der Gegner eine Möglichkeit, in ein Bauernwettrennen einzusteigen, welches in ein wohl verlorenes Damenendspiel mündete - das war mal Glück! Lothar gewann das Damenendspiel locker und machte den vierten Punkt. 4:2

Norbert Raygrotzkis Partie an Brett 5 gegen Thomas Seipel war auch dramatisch: Nachdem er bereits eine gute Chance ausgelassen hatte, stand er aber immer noch besser, bis er einen taktischen Trick des Gegners übersah. Nun musste er die einzige Verteidigung finden, die noch ein Remis sichern würde. Leider fand er diesen schmalen Remisweg nicht, fand sich in einer verloren Stellung ohne grosse Schwindelschancen wieder und gab konsequenterweise auf. 4:3

Praktisch zeitgleich endete dann auch die Partie von Ralf Gräber an Brett 1 gegen Norbert Kapeller. Ralf hatte einiges probiert, fand sich aber nach der Zeitkontrolle in einer Verluststellung wieder. 4:4

Ein mittlerweiler schon gewohnter Endstand! Was soll man dazu sagen? Punkt verloren? Punkt gewonnen? Klar, man hätte das Match auch gut gewinnen können - wie erwähnt hing kurz vor der Zeitkontrolle alles an einem seidenen Faden. Andererseits hätte man sich auch über eine 3:5 Niederlage nicht beschweren können - Lothars Gegner musste nur den in der Partie begangenen rituellen Selbstmord vermeiden und wir fahren ohne Punkt nach Hause. Auf jeden Fall erwähnt werden sollte, daß Philip mit 3 aus 3 der Topscorer der Mannschaft ist und mittlerweile bei rund +100 DWZ aus diesen Runden notiert.
Da ja nach dem Spiel vor dem Spiel ist: bereits in drei Wochen geht es erneut an die Bretter, diesmal gegen Bayer Uerdingen. Hoffen wir mal auf einen Sieg - nicht das aus dem 4:4 - Hattrick noch ein 4:4 - Quattrick wird! Das Wort gibt's tatsächlich ... vier Tote in einer Halbzeit ist übrigens ein "Derrick".

[Christof Sielecki]



13. Oktober 2013: SV Dinslaken II - Düsseldorfer SV I  4,0 : 4,0
Punktesammeln nach der Eichhörnchenmethode

Diesmal sind wir in der angenehmen Situation, zwei Berichte präsentieren zu können. Der erste, - kurz und knapp -,  stammt von Norbert, den zweiten, ausführlicheren hat MF Jörg erstellt.

Bericht 1:

Mit Kai Waldmann für den verhinderten Andre Gutowski gingen wir in unseren zweiten Heimkampf. Mit der 1. Mannschaft des Düsseldorfer SV trafen wir auf eine Mannschaft, die genau wie wir auch in der ersten Runde 4:4 gespielt hatte.
Zähes Ringen und eine Anhäufung von Fianchetti bestimmten die Eröffnungsphase, - alles recht ruhig und ohne Risiko -, nur Roland Drescher wandelte auf Tals Spuren, setzte das Brett in Flammen. Mit zwei Bauern weniger und einem König auf f6 spielte er eine Auf-Leben-oder-Tod-Partie.

Nach knapp zwei Stunden trudelten die ersten Ergebnisse ein, in kurzer Folge remisierten Lothar Dehen (Brett 2 gegen Frank Hartig), Danny Franke (Brett 4 gegen Frank Hammes) und Kai Waldmann (Brett 3 gegen Heinz Schmoll). Der Kampf erschien offen, beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. 1½:1½

Ein wenig später zogen hingegen dunkle Wolken auf, da bei Jörg Riekenbrauk an Brett 5 gegen Peter Juziak und Ralf Gräber an Brett 1 gegen Ralph Wilczek die Stellungen kippten. Ralf verteidigte einen dubiosen Läufereinschlag auf h7 ungenau und Jörg übersah einen Zwischenzug, sodass eine Qualität verloren ging. 1½:3½

brockhaus-pazdzior.jpgDagegen spielte Philip Brockhaus an Brett 8 wie ein Schweizer Uhrwerk - sein Gegner Johann Pazdzior hatte in der Diagrammstellung 27. ... e3 gespielt und drohte mit der Dame-Läufer-Batterie ein Matt auf g2. Philip fesselte durch 28. cxd6 eben diese Hoheit auf der c-Linie an die andere Hoheit und zwang seinen Gegner zur unmittelbaren Aufgabe. 2½:3½






hebeker-drescher.jpgInzwischen hatte auch Roland Drescher an Brett 7 die Sollbruchstelle seines Gegners Friedrich-Karl Hebeker gefunden, dessen Stellung brach im taktischen Unwetter urplötzlich zusammen. In der Diagrammstellung geschah noch 29. Txd5 Da1+ 30. Kf7 und Weiß gab auf. 3½:3½






Zuletzt spielte Norbert Raygrotzki an Brett 6 gegen Arne Dörnbrack. Er hatte stetig positionelle Vorteile angehäuft, einen Bauern gewonnen und ein Läuferendspiel erreicht. Kurz vor der Zeitkontrolle war aber klar, dass der Gewinn sehr schwer zu realisieren war, da König und Leichtfigur seines Gegenübers Kompensation erzeugten - ein Spiel auf Biegen und Brechen wurde vermieden und die 4:4-Punkteteilung mit einem Remisangebot sichergestellt. 

[Norbert Raygrotzki]

Bericht 2:

In der zweiten Runde der Verbandsliga traf Dinslaken II auf die Gäste vom Düsseldorfer SV 1954. Beide Teams hatten in der ersten Runde unentschieden gespielt und ein Duell auf Augenhoehe war auch hier zu erwarten. Dinslaken musste auf Andre Gutowski an Brett zwei verzichten, für den Philip Brockhaus nachrückte. Bei Düsseldorf fehlte lediglich Brett acht und hier rueckte das achte Brett der zweiten Mannschaft nach, Johann Pazdzior.

Nach pünktlichem Beginn und vorsichtigen ersten Zügen, die in weiten Teilen von Fianchettos geprägt waren, zeichnete sich ein erster Publikumsmagnet an Brett sieben ab. Roland Drescher hatte einen Bauern geopfert und dafür gewaltigen Druck entwickelt. Wenige Züge später war die Partie nach gegenseitigen Opfern für Außenstehende komplett unüberschaubar geworden und die Dinslakener Spieler hofften nur, dass Roland wusste, was er da tat, zumal er in dieser hochkomplexen Stellung auch nach 15 Zuegen erst wenige Minuten verbraucht hatte. Der Gegner war offensichtlich mit der Stellung weniger vertraut, was sich in einem umgekehrt proportionalen Zeitverbrauch ausdrückte.

In diese Phase fiel ein Remisangebot für Lothar Dehen an Brett 2 von Frank Hartig, das er akzeptierte. Die Partie befand sich in der Schlussstellung im Gleichgewicht, allerdings muss man auch anfügen, dass Lothar seine Partien selten vor der Endspielphase gewinnt. ½:½

Wenig später kam ein zweites Remis vom 4. Brett hinzu: Danny Franke informierte den Mannschaftsführer, dass er ein Remisangebot seines Gegners Frank Hammes erhalten und angenommen hatte, da die Partie bei ausgeglichen stand und er keine realistische Möglichkeit für Gewinnversuche erkennen konnte. Zumindest der Part mit den Gewinnversuchen kann als kritisch angesehen werden, da nur die Läufer abgetauscht waren und sich sonst noch alles auf dem Brett befand. Allerdings hatte Danny zu diesem Zeitpunkt bereits reichlich Zeit verbraucht – ein Faktor, den man bei einem eventuell komplizierten Schwerfigurenendspiel mit Springerzugabe berücksichtigen muss. Generell kann man aber sagen, dass mit diesem zweiten Remis nach nur siebzehn Zügen die Düsseldorfer bereits zwei Schwarz-Partien mit Remis beendet hatten, was uns nicht unbedingt Vorteil verschaffte. 1:1

Aus Dinslakener Sicht wurde es inzwischen bedrohlicher. An Brett eins hatte Ralf Gräber sich aus der Eröffnung heraus eine solide Stellung mit möglichen Chancen erspielt, als der Gegner ein inkorrektes Figurenopfer brachte, das aber in der praktischen Situation am Brett schwer zu verteidigen war. Ralf’s materiellem Übergewicht stand ein gewaltiger Angriff gegenüber. Kai Waldmann an Brett drei stand solide, aber bei Jörg Riekenbrauk an Brett fünf sah es schon kritisch aus. Oberflaechlich betrachtet schien die Partie etwa im Gleichgewicht, tatsächlich hatte Weiß schon ein ordentliches positionelles Übergewicht. Hoffnungen konnte man sich noch bei Norbert Raygrotzki an Brett sechs und Philip Brockhaus an Brett acht machen. Beide standen gut, ohne dass es greifbare Vorteile gab. Wenig später wandte sich das Blatt an Brett acht und man musste das Schlimmste befürchten. An Brett sieben ließ sich eine seriöse Prognose nicht mehr abgeben. Von außen betrachtet war die Frage am ehesten, welcher der beiden Drahtseilartisten als Erster abstürzen würde. An Brett eins wurde die Lage für den materiell überlegenen Ralf Gräber auch immer brenzliger.

In dieser Zeitphase akzeptierte Kai Waldmann am 3. Brett ein Remisangebot seines Gegners Heinz Schmoll. Wie bei den beiden vorherigen Remis befindet sich die Schlussstellung etwa im Gleichgewicht, vielleicht mit Vorteil für Kai, und immerhin wurden 25 Züge gespielt. Die Remisannahme ist wohl dem Respekt vor dem starken Gegner geschuldet. 1½:1½

Kurz darauf musste Jörg Riekenbrauk an Brett fünf gegen Peter Juziak die Segel streichen. In bereits äußerst kritischer Stellung übersah er auch noch einen Qualitätsverlust, worauf die Stellung komplett zusammenbrach. 1½:2½

Aus Dinslakener Sicht schien der Kampf in einem Fiasko zu enden, denn auch an Brett eins ließ Caissa die Waagschale immer mehr auf Düsseldorfer Seite nieder. Doch der überraschende Sieg von Philip Brockhaus - der Gegner Johann Pazdzior war am achten Brett etwas zu gierig geworden und hatte die eigenen Schwächen übersehen; ein nicht nur unter Schachspielern verbreitetes Phänomen - neben dem mittlerweile erwarteten Sieg von Roland an Brett sieben - in verlorener Stellung überschritt der Gegner Friedrich-Karl Hebeker die Zeit - brachten Dinslaken sogar eine 3½:2½-Führung.

Die Partie am ersten Brett stand allerdings mittlerweile völlig auf Verlust und Ralf Gräber zog auch wenig später die Konsequenzen und gab gegen Ralph Wilczek auf. 3½:3½

Damit würde sich alles an Brett sechs entscheiden. Dort hatte Norbert Raygrotzki nach solidem Beginn stetig seine Position verbessert und die Schwächen des Gegners Arne Dörnbrack zu einem Bauerngewinn genutzt. Allerdings entstand recht forciert ein Endspiel mit gleichfarbigen Läufern, in dem Norbert zwar über einen Mehrbauern, allerdings nicht über die positionellen Mittel verfügte, das Mehr an Material in einen Sieg umzumünzen. Nach einigen Versuchen, doch noch zum Sieg zu kommen, kam es damit kurz nach der Zeitkontrolle zu einem friedlichen Ende, von dem man wirklich nicht sagen kann, dass es nicht ausgekämpft war. Und damit endete auch der Mannschaftskampf 4:4 unentschieden.

[Jörg Riekenbrauk]


22. September 2013, Runde 1: SV Dinslaken II - SV Wesel I 4,0 : 4,0
Punktgewinn oder - verlust?!!

Ein Lokalderby in der 1. Runde sah der Spielplan in der Verbandsliga vor. Der nominell starke SV Wesel kam überraschend mit vierfachem Ersatz, - davon 2 Spielern aus der 2. Mannschaft -, in unser Vereinsheim. Wir dagegen mussten nur Kai Waldmann ersetzen.

Hatten sich die Vorzeichen jetzt geändert?! - Lothar Dehen interessierte dies nicht und sorgte gegen Thomas Dickmann für die erste Entscheidung in dieser Saison - Remis am 3. Brett. ½:½

An den vorderen Brettern erarbeiteten wir uns nach und nach Vorteile , die hinteren Bretter aber hatten Schwierigkeiten mit ihren Gegnern. Roland Drescher fand nicht richtig in die Partie und versuchte mit einem Qualitätsopfer im Trüben zu fischen, Jörg Riekenbrauk hatte einen rückstandigen Bauern im Turm/Läuferendspiel, Philipp Brockhaus schlitterte langsam in die Zeitnot.

Dann kam aber die die Wende. Spitzenbrett Ralf Gräber setze seinen Gegner Dieter Bohnes in der Brettmitte matt. 1½:½

Und Andre Gutowski überrollte an Brett 2 seinen Spielpartner Oskar Braun am Königsflügel. 2½:½

Dagegen übersah Norbert Raygrotzki an Brett 6 in guter Stellung eine einfache taktische Falle seines Gegners Christian Schumann, die in ein schlechteres Endspiel mündete. 2½:1½

Und Roland Drescher mußte an Brett 7 feststellen, dass er sich gegen Ulrich Dimmek mit dem Qualitätsopfer verzockt hatte. Nach einer Weile war die Aufgabe das einzig Folgerichtige. 2½:2½

Nachdem Andre und Ralf punkteten, Norbert und Roland ihre Partien aufgeben mussten, sicherte Philipp Brockhaus an Brett 8 den Silberstreif am Horizont - sein Gegner Ingo Schilberg übersah nach länger andauernder gegenseitiger Zeitnot ein Dauerschach und liess sich dann mattsetzen. 3½:2½

Damit hatten wir in den letzten beiden Partien Matchball. Dort blieben uns aber zwei Endspiele mit bescheidenen Aussichten - der Mannschaftsausgleich schien am wahrscheinlichsten.

Und so kam es auch. Mannschaftsführer Jörg Riekenbrauk verlor an Brett 5 gegen Mirko Kupinski aufgrund seiner Stellungsschwächen, die sich im Laufe der Partie angesammelt hatten. 3½:3½

Aber Danny Franke hatte am 4. Brett gegen Christoph Krebel nach einem Bauernverlust genug Gegenspiel erzeugt, - den kompletten gegnerischen Damenflügel abrasiert -, um seinen Gegner von Gewinnversuchen abzuhalten. 4:4

[Norbert Raygrotzki]