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Oberliga NRW

27. April 2014, Runde 9: SG Porz II - SV Dinslaken I  4,0 : 4,0
Dinslaken bleibt nach sicherem Mannschaftsremis gegen die SG Porz II in der Oberliga NRW!

Vor der letzten Runde der Oberliga NRW hatten wir 8:8 Mannschaftspunkte und 32:32 Brettpunkte auf dem Konto - so weit, so gut. Weniger gut war allerdings, dass diese ausgeglichene Bilanz uns keinesfalls den Klassenerhalt garantierte und so die Schlussrunde gegen den Mittabellenführer aus Porz noch einmal höchste Konzentration erforderte.
Die Ausgangslage war klar: Ein Sieg oder Unentschieden sichert den Klassenerhalt in jedem Fall, unabhängig von anderen Resultaten. Eine Niederlage allerdings würde möglicherweise böse enden, da man dann von den anderen Ergebnissen des SK Münster und des Klubs Kölner Schachfreunde abhängig wäre. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass der Gegner aus Porz zwar vor dem Spiel Tabellenführer war, aber tatsächlich nicht aufsteigen kann, da die erste Mannschaft von Porz in der 2.Bundesliga West spielt. Es ging für Porz also um relativ wenig.

Das Match ließ sich recht vielversprechend an. An einigen Brettern verfügten wir über sehr angenehme Stellungen. Wie sah es im Detail aus:

1. IM David Miedema - IM Thomas Trella: Thomas stand gut, es deutete sich aber schon eine horrende Zeitnot an.
2. IM Vitaly Malykin - IM Christof Sielecki: Christof bekam seine Vorbereitung aufs Brett und stand schon eher etwas angenehmer bei deutlichem Zeitvorsprung.
3. FM Norbert Gallinis - IM Guido Kern: Guido hatte eine ausgezeichnete Position aus der Eröffnung und gute Gewinnchancen.
4. FM Patrick Peschlow - Johannes Mundorf: Hier stand der Porzer Spieler etwas angenehmer, aber alles im Rahmen.
5. Uwe Wagenknecht - Rainer Ossig: Eine in etwa ausgelichene Stellung war auf dem Brett. Rainer hatte allerdings Zeitnachteil.
6. Carlo Pauly - Thomas Neuer: Thomas war nach einer Eröffnungsungenauigkeit in Schwierigkeiten.
7. Kai Finke - Andreas Walter: Hier spielte der Porzer Jugendspieler eine abenteuerliche Eröffnung und stand mehr oder weniger auf Verlust.
8. Diana Mihalevica - FM Bernhard Stillger: Bernhard hatte hier die etwas bequemere Stellung. Nichts Entscheidendes, aber man konnte hier auf mehr hoffen.

Unterm Strich sah es also sehr gut aus, aber wie lange bekannt: "Am Ende kackt die Ente!".

christofsielecki_april2013_2.jpgNun gut, die erste Partie endete nach rund 3 Stunden Spielzeit. Am zweiten Brett wurde ein remis vereinbart, was auch stellungsgemäß war. Erst bei der heimischen Analyse spuckte Christofs Computer dann die Verbessung 2 Züge vor Schluss aus, die sehr wahrscheinlich die Partie gewonnen hätte. Gut, dass das erst viel später erkannt wurde und so kein großer Ärger aufkam. ½: ½

guidokern_april2013_2.jpgUnmittelbar darauf dann die wichtige Führung - Guido Kern konnte seine Partie gewinnen! 1½:½


thomastrella_april2013_2.jpgUnterdessen verstärkten sich die oben schon beschriebenen Eindrücke: wir waren an Brett 7 und 8 am Drücker, während 4 und 6 kritisch waren. Thomas Trella stand zwar wohl gut, hatte aber mittlerweile 40 Sekunden gegen 40 Minuten Zeitnachteil! Hier war vieles möglich, doch zum Glück behielt Thomas die Nerven und konnte die Partie in den Remishafen steuern. Es war hier sicher mal mehr drin, aber bei der horrenden Zeitnot ist remis ein prima Ergebnis. 2:1


rainerossig_april2013_2.jpgFast zeitgleich einigte sich dann Rainer Ossig mit seinem Gegner auf remis, was hervorragend in den Matchverlauf passte: Der erste Mannschaftspunkt war nur noch 1½ Brettpunkte entfernt und wir verfügten immer noch über die guten Chancen an den beiden unteren Brettern. Noch mal zur Erinnerung: Ein 4:4 ist der Klassenerhalt, wir müssen das Match nicht gewinnen! 2½:1½


Dann kamen kurz vor der Zeitkontrolle die spannensten Momente des Matches. Bernhard hatte bereits unangenehmen Druck auf die weiße Position aufgebaut, als seine Gegnerin bei knapper Zeit fehlgriff. Ein direkter Gewinn war jetzt möglich.

andreaswalter_januar2014.jpgAndreas an Brett 7 hatte immer noch die bessere Stellung mit einem gefahrlosen Mehrbauern, konnte jetzt aber die Gunst der Stunde nutzen. Er wartete ab, bis Bernhard den Gewinnzug ausspielte und bot dann selber remis, was der Gegner dankend annahm. 3:2


bernhardstillger_september2013.jpgWenig später musste dann Bernhards Gegnerin aufgeben und stellte damit den 4:2 Zwischenstand für uns her! Der Mannschaftspunkt und damit der Klassenerhalt waren so gesichtert!


johannesmundorf_april2013.jpg thomasneuer_april2013.jpgBereits wenig später wurden dann auch die beiden noch laufenden Partien beendet. Leider konnten Johannes Mundorf und Thomas Neuer ihren schlechten Stellungen gegen starkes gegnerisches Spiel nicht halten, sodaß am Ende ein 4:4 Unentschieden eingetragen werden konnte.

frankhamann_2008.jpgnorbertraygrotzki_september2013.jpgjoergriekenbrauk_juli2011.jpgMit diesem Ergebnis waren die Entwicklungen in Castrop und Wattenscheid unwichtig geworden. Unsere Spionagefraktion mit Frank Hamann und Norbert Raygrotzki im Ausseneinsatz im Pott und Jörg Riekenbrauk als Nachrichtenempfänger vor Ort haben uns immer auf dem neuesten Stand gehalten, was die Konkurrenz machte. Es stellte sich am Ende heraus, dass sogar eine Niederlage gereicht hätte, da Münster trotz nominell guter Aufstellung gegen Castrop-Rauxel über ein 4:4 nicht hinaus kam.

Mit diesem erneut starken Auftritt geht die erste Saison in der NRW-Oberliga zuende. Wir haben mit 9:9 Mannschaftspunkten und 36:36 Brettpunkten bewiesen, dass wir uns in der Oberliga behaupten können. Jedes Match ist eine Herausforderung, aber einen Kampf konnten wir fast immer liefern - nur gegen Solingen II war kein Punkt in Reichweite.
Sehr gut waren unsere Auftritte gegen die direkten Abstiegskonkurrenten: 6:2 gegen Castrop, 5½:2½ gegen Erkenschwick und ein für Münster sehr schmeichelhaftes 4½:3½ waren die Grundlage des Klassenerhaltes. Dazu kommen dann noch Unentschieden gegen Mülheim Nord II und KKS, die eher als glücklich zu bezeichnen sind. Gegen Porz war eher noch mehr als das Unentschieden drin, aber kein Risiko war Gebot der Stunde.

Wir können uns somit auf eine neue herausfordernde Saison in der Oberliga NRW freuen. Da es ja fünf neue Mannschaften als Gegner geben wird, sind Prognosen schwierig. Geschenke werden allerdings auch in der kommenden Saison sicher keine verteilt werden.
Im Gesamtzusammenhang des Vereins muss man sagen: nach Jahren der Serienaufstiege liegt eine Saison der Konsolidierung hinter uns. Alle Mannschaften haben die Klasse gehalten. Während die Erste und Vierte am Leistungslimit agierten, war die Zweite und auch besonders die Dritte im oberen Drittel unterwegs. Hier ist vielleicht in der kommenden Saison noch mehr drin!

[Bericht: Christof Sielecki, Fotos: Archiv]



6. April 2014, Runde 8: SV Dinslaken I - SV Castrop Rauxel I  6,0 : 2,0
Sieg im Nervenspiel gegen Castrop-Rauxel... und trotzdem ist noch nichts entschieden!

Der Abstiegskampf in der Oberliga NRW ist eigentlich immer spannend... besonders spannend allerdings in dieser Saison - und wir sind  mittendrin! Vor dieser achten Runde war klar, dass uns nur ein Sieg gegen Castrop Rauxel helfen würde. Damit käme man dann auf 8:8 Mannschaftspunkte, was sich erstmal recht komfortabel anhört. Dazu allerdings noch später mehr...

Der Gegner hieß Castrop-Rauxel und stand bereits als Absteiger fest. Vorteil oder Nachteil? Spielen die Gäste befreit auf oder sind sie frustriert nach einer langen Saison ohne Mannschaftssieg? Nun, zumindest an der Aufstellung war nichts abzulesen: Castrop spielte mit derselben Aufstellung wie in den ersten Runden. Zwar konnten die Gäste in diesen ersten Runden kein Spiel gewinnen, aber sie waren mehrfach nur knappstmöglich unterlegen. Es wurde uns also nichts geschenkt.

Nach rund zwei Stunden eine erste Zwischenbilanz: es sah gut aus, ohne dass sich an einem Brett schon etwas total entscheidendes ereignet hatte. Wir standen an vielen Bretter bequem oder besser und nirgendwo ernsthaft bedenklich.

christofsielecki_april2013_2.jpg Dann fiel am 2. Brett völlig überraschend der Führungstreffer für Dinslaken. IM Christof Sielecki konnte gegen Alexandr Kartsev gewinnen, da diesem ein Konzentrationsfehler unterlief, der entscheidend Material kostete. Vorher hatte Christof höchstens einen leichten Vorteil gehabt. Also 1:0 für Dinslaken nach rund 2½ Stunden.


thomastrella_april2013_2.jpg Nach und nach gewannen die Partien mehr an Kontur. Thomas Trella hatte es am Spitzenbrett mit dem Castroper Topscorer, IM Sander van Eijk zu tun. Der niederländische Spieler schlägt eine ganz scharfe Klinge und hat beispielsweise eine Eröffnung wie das Königsgambit im Programm. Thomas versuchte also, die Partie in ein eher ruhiges Fahrwasser zu bringen. Das gelang auch hervorragend, er fand sich recht flott in einem ausgeglichenen Endspiel wieder. Wie sich nach der Partie herausstellte, hatte allerdings der Gegner sich im Vorteil gesehen und ging zu optimistisch zu Werke. Eine Fehleinschätzung, die Thomas dann sogar grossen Vorteil einbrachte. Hier sah es nach einem weiteren Sieg aus!

Ebenfalls gut stand IM Guido Kern gegen Oleksandr Sokalsky. Alle Figuren des Dinslakener Spielers waren hier effektiver postiert als die seines Gegners. Problematisch war hier nur: Die Stellung war völlig geschlossen und musste mit dem richtigen Timing geöffnet werden. Hier konnte man optimistisch sein, aber es war noch nichts kontretes zu sehen.

johannesmundorf_april2013.jpgEine sehr gute Stellung hatte auch Johannes Mundorf an Brett 4, dessen Gegner Soel Kartsev als mutiger Angriffsspieler bekannt ist. Schon früh hatte hier Johannes die besser organisierte Stellung mit langfristigem Vorteil, aber es war enorme Präzision von Nöten, um das Gegenspiel gegen den eigenen König im Zaum zu halten. Fazit hier: Objektiv eine sehr gute Stellung, aber praktisch nicht einfach.

konstantincebulla_april2013.jpgKonstantin Cebulla hatte in der Eröffnung gegen seinen erfahrenen Gegner Martin Böhnke ungenau gespielt und hatte leichte Probleme. Als hier die Zeit allerdings knapper wurde, kam er wieder besser ins Spiel und hatte sogar zumindest die besseren praktischen Chancen.


andreaswalter_januar2014.jpgSehr kreativ ging Andreas Walter in seiner Partie an Brett 7 gegen Rainer Kaeding zu Werke. Die etwas seltsame weiße Spielweise wurde hier mittels h7-h5 und Th6-g6 hart auf die Probe gestellt. Die Position sah hervorragend für Andreas aus, allerdings handelte es sich um eine rein taktische Angelegenheit, in der eine Menge versteckte Fallstricke lauerten.


thomasneuer_april2013.jpgZu diesem Zeitpunkt hatte ich als Berufsoptimist den Traum von einem sehr hohen Sieg, der uns auch Brettpunktemäßig noch helfen würde. Vom Traum zurück zur Realität. Diese hieß: Remis an Brett 5. Thomas Neuer hatte in seiner Partie gegen Mark Kusnetsov eine gute Stellung aus der Eröffnung erhalten. Das Spiel am Königsflügel, dass Weiß normalerweise in der typischen französischen Struktur einleitet, war hier mit f7-f5 sicher geblockt. Gleichzeitig hatte Thomas aber auch Chancen am Damenflügel, da hier Weiß wiederum geschwächt war. Das sah zunächst auch nach einer guten Stellung aus. Thomas entschied sich aber entsprechend dem Gesamtstand für die sichere Variante. Er hätte auch nach vorne spielen können mit gewissem Risiko, was aber nicht notwendig war. Sein Remis war völlig Okay. 1½:½ für Dinslaken.

Die nächsten Tore fielen dann in schneller Folge:

bernhardstillger_september2013.jpgBernhard Stillger hatte sich gegen Frank Müller für einen grundsoliden Aufbau an Brett 8 entschieden und verfügte über einen kleinen Vorteil ohne besonderes Risiko. In der Zeitnot des Gegners konnte er entscheidend Material gewinnen, damit hatten wir 2½ Punkte auf der Habenseite.

Dann gewann mit der Zeitkontrolle Johannes Mundorf seine Partie, nachdem der Gegner nichts mehr zum Opfern übrig hatte. 3½:½

Leider verlor dann Andreas Walter seine komplizierte Partie, was einen Zwischenstand von 3½:1½ bedeutete.

Die Zeitkontrolle war geschafft und wir waren nah dran. Bestandsaufnahme an den verbleibenden drei Brettern: Guido Kern und Thomas Trella standen total auf Gewinn und Konstantin Cebulla konnte kaum mehr verlieren, sondern stand eher noch besser!

guidokern_april2013_2.jpgGuido hatte sich in seiner Partie an Brett 3 die Chance eröffnet, die Qualität für zwei riesige Freibauern zu geben. Wer ihn kennt, weiß dass ihm oft schon weniger reicht, um ein ähnliches Materialungleichgewicht herbei zu führen. In diesem konkreten Fall war die entstehende Stellung einfach nur verloren für die Turmpartei, was auch recht schnell zum Sieg führte. 4½:1½

Nahezu zeitgleich gewann dann auch Thomas Trella seine Partie, was zusammen mit Konstantin Cebullas Remis den Endstand von 6:2 perfekt machte! Ein hervorragendes Ergebnis in diesem entscheidenden Match um den Klassenerhalt. Wie schon bei den Siegen gegen Erkenschwick und Münster konnten wir voll überzeugen!


Soweit zu den erfreulichen Ereignissen am Brett - kommen wir nun zur höheren Tabellenarithmetik der Oberliga NRW. Nach 8 Runden haben wir jetzt 8-8 Punkte und 32 Brettpunkte gesammelt, was genau 50% der Punkte entspricht (8x4=32). Zeit für ein alkoholisches Getränk der freien Wahl, um auf den Klassenerhalt an zu stoßen?

Schauen wir uns die Lage mal etwas theoretischer an: 18 Mannschaftspunkte gibt es in einer Saison in der Oberliga NRW zu gewinnen, was bei neun Spielen mit jeweils zwei u vergebenen Punkten noch keine Nobelpreisverdächtige Rechenleistung erfordert. Wieviele braucht man denn wohl, um sicher in der Liga zu verbleiben? Schauen wir doch mal auf die Historie!


2010/2011 2011/2012 2012/2013
Rang Mannschaft MP BP Mannschaft MP BP Mannschaft MP BP









6 Aachener SV 8 34.0 Aachener SV 8 36.5 SV Erkenschwick 8 36.0
7 PSV Duisburg 8 34.0 SV Erkenschwick 8 36.5 SV Mülheim-Nord II 8 32.5
8 SV Mülheim-Nord II 6 32.0 SK Münster 6 34.5 SF Katernberg II 7 34.5










Aha... in den letzten 3 Jahren haben also immer 8 Mannschaftspunkte gereicht, um den 8. Platz (Abstiegsplatz) hinter sich zu lassen. Selbst 7 MP waren normalerweise in Ordnung.

Kommen wir nun zum aktuellen Tabellenbild der Abstiegszone:


2013/2014
Rang Mannschaft MP BP



6 SV Dinslaken 8 32
7 Klub Kölner SF 8 31,5
8 SK Münster 6 29,5




Eine Runde vor Saisonende hat SK Münster theoretisch noch die Möglichkeit, aufzuschließen und mit einem guten Brettpunkteergebnis an uns vorbeizuziehen. Erkenschwick und Castrop-Rauxel auf den Plätzen 9 und 10 sind bereits abgestiegen.

Relevante Spiele der letzten Runde:

Oberliga NRW: Runde 9 am 27.04.2014
SG Porz 2 - SV Dinslaken 1
SV Wattenscheid 2 - Klub Kölner SF 1
SV Castrop-Rauxel 1 - SK Münster 1


Folgendes Worst-Case-Szenario ist denkbar:

1. Wir verlieren gegen Porz, zum Beispiel mit einer durchaus realistischen 3:5-Niederlage.

2. Unser direkter Verfolger Klub Kölner SF spielt gegen die schon gesicherte Mannschaft von SV Wattenscheid II. Köln muß nicht gewinnen, es reicht, wenn Köln einen halben Brettpunkt mehr holt als wir, also in unserem Beispiel mit 3½:4½. Dann ist der Brettpunktespiegel ausgeglichen,  und den direkten Vergleich haben wir verloren. Köln würde also an uns vorbeiziehen. Ebenfalls eine realistische Annahme.

3. Der dritte Abstiegskonkurrent SK Münster trifft auf SV Castrop-Rauxel als Tabellenletzten. Münster wird alles mobilisieren, was nur möglich ist, da sie nicht nur gewinnen, sondern auch noch möglichst viele Brettpunkte erzielen müssen. Folge: Münster überholt uns, wenn sie uns 3 Brettpunkte abnehmen. In unserem Beispiel müßte Münster mit 6:2 gewinnen, - im Falle von Brettpunktgleichheit wären wir vorne, da wir Münster ja im direkten Vergleich geschlagen haben -, aber auch dies ist möglich, wir selbst haben es vorgemacht.

Es wird schnell klar, dass man besser den Sekt wieder in die Kühlung stellen sollte. Zugegeben, der Worst Case verlangt das Eintreffen aller drei Bedingungen, aber diese sind nun mal alle drei möglich.

Der Abstiegskampf ist und bleibt also ein Hitchcockverdächtiger Krimi. Am besten holen wir noch mindestens einen Punkt in Köln und ersparen uns eine Menge Rechnerei. Mit dann mindestens 9:9 Mannschaftspunkten und mindestens 50% der Brettpunkte wären dann alle Befürchtungen abgebogen!

Um Auswärtsfans am 27. April wird ausdrücklich gebeten.

[Bericht: Christof Sielecki, Bilder: Archiv]



9. März 2014, Runde 7: SV Mülheim-Nord II - SV Dinslaken I  4,0 : 4,0
Chancen auf den Klassenerhalt bleiben intakt

Vor dieser Runde notierte der SV Dinslaken bei 5:7 Punkten. Kein beruhigendes Polster im Kampf um den Klassenerhalt, aber sicher eine Grundlage, mit der alle Möglichkeiten offen waren. 8 Punkte sollten eigentlich reichen, um am Ende auf der sicheren Seite zu sein - bei drei verbleibenden Matches sicher machbar. In Runde 7 hieß der Gegner SV Mülheim-Nord II - wie viele Reservemannschaften eines Bundesligisten eine Wundertüte, was die Stärke der Aufstellung betrifft. Klar war, dass einige starke Spieler nicht verfügbar waren und somit Dinslaken sogar als nominell leichter Favorit ins Rennen sollte. Das Ziel konnte nur ein Sieg sein, um den ersehnten 8 Punkten wieder näher zu kommen.

bernhardstillger_september2013.jpgSchon früh kam es zu einer außerordentlich scharfen Position in der Partie an Brett 8, in der FM Bernhard Stillger mit Schwarz gegen Gunther Voß spielte. Ein überagressiver Aufbau seitens des Weißspielers hätte hier bereits die Führung für Dinslaken bedeuten können. Leider wählte Bernhard aus dem Angebot an Fortsetzungen eine aus, die zwar sehr gut aussah, aber tatsächlich erstaunlicherweise nur eine unklare Stellung ergab.

An den anderen Brettern waren keine besonderen Vorteile für eine Seite zu erkennen, zumindest nicht, was die reinen Positionen anging. Bemerkenswert allerdings waren die Unterschiede in der Zeiteinteilung: Während Dinslaken in der Partie an Brett 2 zwischen IM Christof Sielecki und Andreas Wittenberg fast 50 Minuten Zeitvorteil hatte, sah es an Brett 7 zwischen Konstantin Cebulla und Marcel Winkels genau anders herum aus.

guidokern_april2013_2.jpg Sehr erfreulich entwickelte sich dann die Partie zwischen IM Guido Kern und dem niederländischen Jugendspieler Thijmen Smith. Mit einem schönen Turmmanöver hatte Guido Kern einen Angriff gestartet, den der Gegner nur mit einem Defensivopfer abwehren konnte. Allerdings war die Lage keinesfalls leicht gewonnen für den Dinslakener Spieler, wie die nachträgliche Analyse mit Hilfe des Computers bestätigt hat. Die beste Fortsetzung, die den weißen Vorteil verdichtet hätte, war in der Tat "unmenschlich" schwer zu finden - Menschen sind nun mal keine Computer. Mit der "menschlichen" Fortsetzung sah es zwar optisch gut aus, aber ein direkter Gewinn war nicht möglich.

johannesmundorf_april2013.jpgUngefähr zu dieser Zeit ging auch die erste Partie zu Ende. Johannes Mundorf spielte Remis gegen Benjamin Nachbar. Die Position war in etwa ausgeglichen und der Mülheimer Spieler verfügte über deutlich mehr Restbedenkzeit, sodaß dieses Resultat sicher in Ordnung ging. ½:½

rainerossig_april2013_2.jpgEine angenehme Stellung ausgangs der Eröffnung hatte Rainer Ossig gegen eine der Stützen der Mülheimer Mannschaft, Andre Krüger. Hier war ein relativ risikoarmes Spiel nach vorne möglich, wie man es immer gerne in einem Mannschaftkampf sieht.


martinjaeger_april2013.jpgEtwas unter Druck stand Martin Jäger in seiner Schwarzpartie gegen Tom Bus. Hier gab allerdings der enorme Zeitverbrauch des Mülheimer Spielers Anlass zur Hoffnung.



thomastrella_april2013_2.jpgIm Gleichgewicht befand sich die Partie am Spitzenbrett zwischen IM Thomas Trella und Joep Nabuurs. Für einige langfristige Nachteile hatte der Schwarzspieler in Diensten der Mülheimer hier Möglichkeiten am Königsflügel erhalten, was sich in etwa aufwog.


Wie so viele Matches wurde auch hier alles in den kritschen Momenten entschieden, wenn die Zeit knapp wird.

christofsielecki_april2013_2.jpgTatsächlich war es eine Zeitüberschreitung, die Dinslaken die Führung bescherte. Christof Sielecki gewann seine Partie, da sein Gegner Andreas Wittenberg trotz des Zeitzuschlags von 30 Sekunden pro Zug die Zeit überschritt. Dieser Sieg war außerordentlich glücklich, da Christof zuvor einen groben Fehler begangen hatte, der jedoch ungenutzt blieb. Selbst in der Schlussstellung hatte der Mülheimer Spieler noch eine Fortsetzung, die absolut nicht klar war. 1½:½

Leider hielt diese Führung nicht lange, da sowohl Bernhard Stillger als auch Martin Jäger ihre Partien aufgeben mussten. So war plötzlich wieder Mülheim in Führung. Zusammen mit einem Unentschieden an Brett 1 ergab sich so der 2:3 Zwischenstand aus unserer Sicht.

Unterdessen hatte Rainer Ossig seinen Vorteil verdichten können. Er verfügte über einen Materialvorteil von Turm gegen Läufer. Das versprach gute Gewinnchancen, einfach war es allerdings nicht.

Leider endete dann wenig später Guido Kerns Partie mit einem Remis. Überaus zähe Verteidigung brachte hier dem Mülheimer Spieler einen halben Punkt ein. Somit 2½:3½-Rückstand für Dinslaken mit noch zwei laufenden Partien.

Bereits wenig später und etwas überraschend schnell gewann dann Rainer seine Partie zum Ausgleich: 3½:3½.

konstantincebulla_april2013.jpg Konstantin Cebulla hatte mittlerweile ein Endspiel erreicht, das bei präzisem Spieler wohl remis enden sollte, was sich kurze Zeit später auch im Resultat bestätigt sah - somit also ein 4:4 Unentschieden gegen den Tabellendritten aus Mülheim!


Punkt gewonnen oder Punkt verloren? Wie immer ist das die Frage nach einem Mannschaftsremis. Dieses Match hätte auch gut verloren werden können, ebenso wie auch Chancen unsererseits ungenutzt blieben. Entscheidend ist aber, dass der Klassenerhalt weiterhin aus eigener Kraft geschafft werden kann. Ein Sieg gegen den Tabellenletzten aus Castrop-Rauxel in der nächsten Runde würde uns auf die angestrebten 8 Punkte bringen, die normalerweise reichen sollten, um drin zu bleiben. Der Abstiegskampf ist außerordentlich spannend, da noch Fünf Mannschaften gefährdet sind. Bevor man jedoch schaut, was andere machen: Erstmal selber gewinnen - am 6. April zuhause gegen Castrop-Rauxel!

[Bericht: Christof Sielecki, Bilder: Archiv]



2. Februar 2014, Runde 6: SV Dinslaken I - SV Wattenscheid II 3,0 : 5,0

oder: "Hätte, hätte, Fahrradkette"

Hätte Thomas Trella sich besser verteidigt, hätte er nicht verloren. Hätte Christof Sieleckis Gegner die Eröffnung gekannt, hätte er früh die Initiative bekommen können. Hätte Guido Kerns Gegner kraftvoller fortgesetzt, hätte er Guido vor mehr Probleme stellen können. Hätte Johannes Mundorf genauer gespielt, hätte er Vorteil festhalten können. Hätte Rainer Ossig die Eröffnung genau gekannt, hätte er keinen Nachteil gehabt. Hätte Thomas Neuer nicht am Ende einen Fehler gemacht, hätte er Remis gespielt. Hätte Konstantin Cebulla die Zugwiederholung vermieden, hätte er einen Bauern mehr gehabt. Hätte Andreas Walters Gegner sich nicht verrechnet, hätte er ein ordentliches Endspiel bekommen. Hätte also auch anders ausgehen können... aber Menschen spielen zum Glück nicht wie Computer - so war es Kampf mit Höhen und Tiefen. Am Ende haben wir gegen die Bundesligareserve von Wattenscheid 3:5 verloren, was unterm Strich wohl in Ordnung geht. Wie oben gezeigt, war bei entsprechender Interpretation des Verlaufes auch mehr drin - am Ende setzte sich aber die an fast allen Brettern nominell favorisierte Gastmannschaft durch.

Beide Teams traten in starker Besetzung an, was im Falle der Gäste bedeutete, dass selbst am achten Brett noch ein Spieler mit 2254 zum Einsatz kam. Nur an den Brettern 2 und 3 waren wir auf Augenhöhe oder besser, an allen anderen Brettern waren die Wattenscheider auf dem Papier im Vorteil.
Am Brett allerdings war davon zunächst mal nicht so viel zu sehen.

Bestandsaufnahme nach rund 2 Stunden:

1. IM Thomas Trella - IM Svetlin Mladenov : Thomas hat seine Vorbereitung auf dem Brett und steht minimal schlechter, aber sehr solide.
2. IM Christof Sielecki - FM Rob Schoorl: Christofs ungenaue Eröffnungsbehandlung wird nicht bestraft, er steht im Gegenteil sehr angenehm und hat "seine" Stellung.
3. IM Guido Kern - FM Timo Straeter: Guido steht solide, aber der Gegner spielt stark und stellt Probleme. Nicht so einfach.
4. Johannes Mundorf - FM Pieter Hopman: Johannes spielt agressiv gegen den etwas dubiosen Aufbau des Gegners. Er steht vielleicht gut, aber sehr kompliziert.
5. Rainer Ossig - FM Johannes Franke: Johannes Franke überrascht Rainer in der Eröffnung und erhält so Druck. Sieht etwas unangenehm aus.
6. Thomas Neuer - FM Thomas Thiel: Thomas Neuer hat einen glatten Zentralbauern mehr, nachdem sein Gegner in der Eröffnung einen Fehler gemacht hatte.
7. Konstantin Cebulla - Stefan Hirsch: Konstantin hat wie immer wenig Zeit, dafür aber einen wichtigen Bauern gewonnen. Das sieht gut aus.
8. Andreas Walter - Danny De Ruiter: Nach frühen Damentausch entsteht ein Endspiel, das beiden Seiten Chancen bietet - unklare Lage.

Wie so oft ist die Zeitnotphase vor dem 40.Zug der entscheidende Partieabschnitt. Vorteile werden umgesetzt oder vergeben, Partien nehmen unerwartete Wendungen, da bei knapper Zeit auch die Nerven zunehmend wichtiger werden. Thomas Trella musste leider kurz vor der Zeitkontrolle aufgeben. Er war durch präzises Spiel des Gegners zunehmend unter Druck geraten und verlor am Ende entscheidend Material. Rainer Ossig konnte sich von der unangenehmen Initiative des Gegners nie befreien und gab schließlich fast zeitgleich auf. Johannes Stellung war unterdessen sehr problematisch geworden. Seine Bauernvorstöße am Königflügel brachten auch Schwächen mit sich, die der Gegner ausnutzen konnte.
Leider war in der Zwischenzeit schon Konstantins Partie mit remis beendet worden. Er hatte seinen Mehrbauern auch am Ende noch, sah sich jedoch mit einer Dauerverfolgung seiner Dame konfrontiert. So blieb nur noch die Stellungswiederholung übrig. Es gab auch einen kleinen Lichtblick: Christof Sielecki beendete seine Remisserie (bisher fünf friedliche Partieausgänge)
und gewann überzeugend. So war der Zwischenstand 3,5-1,5 für die Gäste. Thomas Neuer hatte den großen Vorteil, den er einmal gehabt hatte, nicht konservieren können. Es sah hier eher nach Remis aus. Andreas Walter hatte inzwischen ein gutes Endspiel mit Siegchancen auf dem Brett, während bei Guido Kern eine ausgeglichene Position entstanden war. Diese Partie endete dann auch Remis, was insgesamt ein logisches Resultat war - Weiß hatte hier immer etwas gedrückt, aber Guido verteidigte präzise. Zu erwarten war jetzt eine 3,5-4,5 Niederlage, wenn Andreas gewinnt und Thomas Neuer remis spielt. Leider unterlief im aber bei knapper Zeit ein grober Fehler, der sofort die Partie kostete.Die Gäste hatten somit 5 Punkte und den Kampf unter Dach und Fach. Kurz darauf gewann Andreas sein Endspiel und erzielte so einen weiteren Ehrentreffer zum Endstand von 3-5.

Fazit nach einem spannenden Match: wir können auch gegen die besseren Mannschaften der Liga einen guten Kampf liefern, aber es ist nicht immer möglich, als Underdog auch zu punkten. Das müssen wir nun in den letzten drei Spielen der Saison tun - am besten bereits gegen Mülheim-Nord II am 09.März! Wir hoffen auf ein paar Auswärtsfans, die mitreisen!

[Christof Sielecki]



12. Januar 2014, Runde 5: SV Erkenschwick I - SV Dinslaken I 2,5 : 5,5

In der fünften Runde der Oberliga NRW kam es zu einem direkten Duell im Kampf gegen den Abstieg. Sowohl der SV Dinslaken als auch der SV Erkenschwick standen vor der Runde bei 3:5 Mannschaftspunkten - beim Fussball würde man wohl von einem "Sechspunktespiel" sprechen. Die Heimmannschaft von Erkenschwick verfügt über bis zu 8 niederländische Legionäre, von denen gegen uns fünf zum Einsatz kamen. Auf dem Papier ergab sich so ein recht ausgeglichenes Bild, welches aber in den ersten beiden Stunden des Kampfes nicht unbedingt bestätigt wurde. An einigen Brettern verfügte Dinslaken bereits früh über Vorteile, war aber zunächst in keiner Partie in Schwierigkeiten. IM Thomas Trella verfügte am Spitzenbrett gegen IM Ali Bitalzadeh (Niederländer mit iranischen Wurzeln und früherer Mannschaftskamerad von Thomas und Christof Sielecki in den Niederlanden) über schönen strategischen Vorteil. IM Christof Sielecki spielte gegen IM Thomas Willemze eine ruhige Partie und hatte höchstens leichten Nachteil. Eine sehr angenehme Stellung hatte IM Guido Kern gegen IM Marc Erwich. Er konnte ohne Risiko Druck machen. Eine kreative Partie spielte Johannes Mundorf gegen FM Frank Erwich - hier war die Lage unklar. Rainer Ossig spielte am fünften Brett gegen Christoph Krings und hatte eine bequeme Stellung gegen die holländische(!) Verteidigung des Gegners. Etwas unter Druck geriet Martin Jäger gegen Jimmy van Zutphen, hier war genaues Spiel von Nöten. Andreas Walter hatte einen enormen Bedenkzeitvorteil gegen Frank Eggenstein und eine prima Stellung, hier waren wir sehr optimistisch. Am letzten Brett war FM Bernhard Stillger nominell deutlich Favorit gegen Frank Strozewski. Die Partie war dennoch ausgeglichen, aber sehr kompliziert.

Die erste Entscheidung fiel in der Partie von Martin Jäger. Martin stand unter schwerem Druck, hatte aber deutlich mehr Zeit. Der Gegner hatte nur noch wenige Sekunden und sah keine direkte Fortsetzung. In dieser Lage bot dann Martin Remis an - taktisch geschickt. Nach kurzem Zögern nahm dann Jimmy van Zutphen das Angebot an.. das hätte auch ins Auge gehen können. ½:½

Kurze Zeit später dann die Hiobsbotschaft. Andreas Walter hatte in Zeitnot des Gegners den Faden verloren und verlor seine aussichtsreiche Partie sogar: Punkt für die Gastgeber, wir lagen zurück! ½:1½

Allerdings sahen die verbleibenden 6 Bretter ausgezeichnet aus. Nur Christof Sielecki stand eher schlechter und musste Probleme lösen, aber an allen anderen Brettern spielte Dinslaken auf Sieg. Rainer Ossig und Johannes Mundorf standen fast auf Gewinn, ebenso wie Guido Kern. In allen Partien war aber noch Präzision von Nöten. Der erste Sieg für Dinslaken ging dann aber an Thomas Trella. Sein Gegner hatte sich bei aktivem Spiel enorm geschwächt, was Thomas schön ausnutzen konnte: 1½:1½ Ausgleich.

Fast zeitgleich gewannen dann Rainer und Johannes (jetzt mit 4 aus 5 Topscorer im Team) ihre Partien. Damit waren wir dem Mannschaftssieg nahe. 3½:1½

Bernhard Stillger hatte seine Zeitnot überstanden und stand auch auf Gewinn, ebenso wie mittlerweile auch Guido Kern, der eine starke Partie ablieferte und wenig später für die 4½:1½-Führung sorgte!

Damit waren die wichtigen Mannschaftspunkte gesichert. Als nächstes endete Christof Sieleckis Partie mit Remis, wie schon gewohnt in dieser Spielzeit (jetzt 5 Unentschieden in Serie). Beide Spieler konnten in der anschließenden Analyse keine groben Fehler entdecken, wahrscheinlich ein korrektes Remis, bei dem Christof etwas mehr unter Druck war. 5:2

Bei diesem Stand blieb nur noch Bernhard Stillgers Partie übrig. Er hatte sehr lange Gewinnmöglichkeiten gehabt, musste sich aber am Ende leider mit Remis zufrieden geben. Angesichts des enorm wichtigen Mannschaftserfolges zum Glück nicht entscheidend. 5½:2½

Der SV Dinslaken I notiert damit bei 5:5 Mannschaftspunkten und spielt in der nächsten Runde gegen den punktgleichen SV Wattenscheid II. Mit einem erneuten Sieg würden wir wohl den entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Wenn ein ähnlich guter Auftritt wie gegen Erkenschwick gelingt, ist dies sicher möglich! Dieses Match war wirklich sehr überzeugend, vergleichbar mit dem Sieg im letztjährigen Aufstiegsfinale gegen Lippstadt. Angesicht der Stärke der Erkenschwicker Legionäre vorne ist insbesondere das 4½:½ der Spitzenbretter wirklich überragend.

Am 2. Februar ist Wattenscheid II zu Gast in Dinslaken - wir hoffen auf viele Zuschauer (Danke an Frank heute, der direkt nach Dienstschluß die Strecke nach Erkenschwick zurücklegte, um unsere Spielmoral hochzuhalten!),

[Christof Sielecki]



8. Dezember 2013, Runde 4: Dem Teufel noch einmal von der Schippe gesprungen…

Der heutige Kampf gegen den Klub Kölner Schachfreunde war einer der wichtigeren der Saison, da es Punkte gegen den Abstieg gutzumachen galt. Dass wir nachher aber überhaupt einen Punkt zu Hause behalten durften, war nur dem Kampfgeist unseres Teams zu verdanken. Vielen Dank an der Stelle auch an all die Zuschauer, die uns heute unterstützt haben.

Im Vorfeld wurde sich nichts geschenkt, beide Mannschaften traten mit einer sehr guten Besetzung an. Der Dinslakener IM Thomas Trella geriet an Brett 1 mit Schwarz gegen Adrian Tugui aus der Eröffnung heraus früh in Schwierigkeiten, da er mit den Feinheiten der gewählten katalanischen Variante nicht vertraut war. Im resultierenden Mittelspiel ballten sich schon dunkle Wolken über der schwarzen Stellung zusammen. IM Christof Sielecki hingegen wählte an Brett 2 gegen den erfahrenen IM Dieter Morawietz einen soliden Aufbau mit Weiß, in dem er einen leichten strukturellen Vorteil erhielt. Unser IM Guido Kern ließ sich von seinem Gegner FM Mark Helbig an Brett 3 nach 1.d4 in einen Sizilianer tricksen, kannte sich aber auch dort sehr gut aus. Er erzielte recht schnell Ausgleich und besaß langfristig sogar die bessere Perspektive. An Brett 4 saß unser aufstrebendes Talent Johannes Mundorf, der nach der Partie mit hervorragenden drei aus vier weiterhin ungeschlagen bleiben wird. Heute hatte er gegen FM Peter Zuse einen Réti auf dem Brett, der von weitem recht vorteilhaft aussah. Thomas Neuer kann an Brett 5 mit dem Resultat seines Bogoinders gegen Reinhard Bonnmann sehr zufrieden sein, das Erzielen des Ausgleichs bedeutet immer einen kleinen Erfolg für den Schwarzen. Ein Brett weiter spulte Konstantin Cebulla seine Vorbereitung im Königsinder sehr souverän herunter, sein Gegner Andreas Wisskirchen verbrauchte bereits in der Anfangsphase der Partie viel Zeit. Andreas Walter, ebenso wie Konstantin aus unserer Jugend, spielte an Brett 7 gegen Martin Meertens die wichtigste Partie des Tages, die Anlagen dafür legte er mit der sehr soliden slawischen Eröffnung. Unsere Geheimwaffe an Brett 8, Bernhard Stillger, hatte gegen Peter Ludwig eine für meine Begriffe komplizierte Stellung aus dem Winawer auf dem Brett. Da das Zentrum abgeriegelt war, spielte sich der Kampf auf den beiden Flügeln ab.

Überraschend schnell forcierten sich die Ereignisse auf Andreas‘ Brett. Sein Gegner vernachlässigte seine Entwicklung und die Kontrolle des Zentrums, was Andreas eiskalt ausnutzte. Nachdem die Stellung sich öffnete, entschieden die aktiven schwarzen Figuren die Partie. Andreas’ erster Sieg in der NRW-Oberliga, herzlichen Glückwunsch dazu! 1:0

Guido schlug seinem Gegner in der Zwischenzeit die Punkteteilung vor, was dieser gern akzeptierte. Er hatte etwas Spiel gegen einen isolierten Bauern des Weißen, eine zweite Schwäche war jedoch nicht auszumachen. Unter anderen Umständen hätte er wohl weiter gespielt, war aber gesundheitlich etwas angeschlagen und wollte vernünftigerweise nichts riskieren. 1½:½

Thomas Neuer wählte leider zwischenzeitlich eine ungünstige Abwicklung, die dem Gegner gewinnbringende Initiative auf der halboffenen c-Linie bescherte. Schade, aber beim nächsten Spiel kann er die Scharte wieder auswetzen. 1½:1½

Konstantins Gegner konnte sich von dem auf ihm lastenden Druck befreien und etwas Gegenspiel aufbauen, aber Konstantin ließ nichts anbrennen und hielt die Stellung stets im Gleichgewicht. Nach den resultierenden Vereinfachungen war das Remis nur noch eine Formsache. 2:2

Bernhard war im Laufe der hin- und herwogenden Partie ein Bauer abhandengekommen, der sich so leicht nicht wieder auftreiben ließ. Das Turmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern bot jedoch naturgemäß genug Spiel gegen den König, sodass der halbe Punkt nie außer Ferne rückte. 2½:2½

Thomas Trellas Gegner stellte ihn die ganze Partie über vor Probleme, die teils unlösbar schienen. Nach einigen kleineren Ungenauigkeiten und hartnäckiger, aktiver Verteidigung von Thomas in einer für beide Seiten komplexen Stellung schlug er aber selbst das Remis zum 3:3 Zwischenstand vor.

Johannes konnte seinen leichten Vorteil leider nie in etwas Greifbares ummünzen, sodass sich nach einigen Abtäuschen ein ausgeglichenes Endspiel bot – hier ebenfalls Remis. 3½:3½

Christofs Gegner konnte sich seiner strukturellen Schwäche entledigen und spielte danach sogar mit wenig Material enthemmt auf Gewinn. Ähnlich wie bei Bernhard lag auf dem Brett ein Turmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern vor, das aber ungleich schwieriger zu verteidigen war. Dieter Morawietz gewann erst einen, dann den zweiten Bauern. Mit zwei verbundenen Freibauern sollte der Partieausgang nur noch eine Sache der Technik gewesen sein, aber die lange Partiedauer forderte ihren Tribut. In wohl verlorener Stellung zauberte Christof noch einen letzten taktischen Trick, - Christof selbst spricht von einem "Weihnachtsgeschenk" -, aus dem Hut, der ihn einen der Bauern wieder gewinnen ließ. Das entstandene Endspiel mit Turm, Läufer und Bauer gegen Turm und Läufer ließ sich nicht mehr gewinnen. Dieter versuchte es natürlich dennoch, aber Christof verteidigte fehlerlos bis zum Schluss und sicherte den halben Punkt, sodass wir immerhin nun einen Mannschaftspunkt verbuchen können. 4:4

Obwohl die Gegner an einigen Brettern am Drücker waren, hat die Mannschaft standgehalten und eine gute Leistung abgeliefert. Die Saison bleibt weiterhin spannend und verspricht noch einige interessante Kämpfe!

[Thomas Trella]



17. November 2013, Runde 3: SV Dinslaken I muss höchste Niederlage seit sechs Jahren hinnehmen: 2,0 : 6,0 gegen SG Solingen II.

Nach dem Match gegen SG Solingen II habe ich mich gefragt, wann ich mal mit dem SV Dinslaken so chancenlos verloren habe. Am Ende kam ich zum Schluss: noch nie!
Am 16.09.2007 spielte der SV Dinslaken I die Auftaktpartie in der Verbandsklasse gegen den Düsseldorfer SV II(!) und geriet mit 1½:6½ unter die Räder. Vor mehr als sechs Jahren also gelang es zuletzt einer Mannschaft, uns mit 6 oder mehr Punkten zu schlagen - damals war allerdings keiner der heutigen Spieler beteiligt. In Ordnung, soweit für die Geschichtsinteressierten - nun zum eigentlichen Thema des Berichtes.

Wir reisten mit 2:2 Mannschaftspunkten im Gepäck nach Solingen. Die Heimmannschaft, in der letzten Saison aus der zweiten Bundesliga abgestiegen, musste auf das Spitzenbrett GM Michael Hoffmann verzichten.
Das waren zweifelsohne gute Nachrichten für uns... allerdings ist der Solinger Kader so stark, dass an Brett 8 mit Daniel Schlecht immer noch ein Spieler mit rd. 2350 Elo und zwei IM-Normen saß.
Apropos sitzen: bei uns saßen leider nur sieben Spieler, Konstantin war noch verschollen und auch mobil nicht erreichbar. In buchstäblich letzter Sekunde erreichte er dann um 11:29 Uhr den Spielort (30 Min Kontumanzzeit, wie die Ösis sagen) und komplettierte unser Team.
Meist entscheiden sich Mannschaftskämpfe ja in der vierten Stunde, wenn die Bedenkzeit knapp wird. Dieses Mal allerdings war leider früh zu erkennen, dass es hier keinen Blumentopf zu gewinnen gab. Am ersten Brett spielte IM Thomas Trella gegen IM Jörg Wegerle eine Katalanische Eröffnung, ebenso wie IM Guido Kern gegen FM Thomas Michalczak. Nach 6 Zügen waren hier am beiden Brettern identische Stellungen auf dem Brett. Leider konnten beide Dinslakener Spieler hier keinen Vorteil erspielen und sahen sich im Gegenteil bereits früh mit konkreten Problemen konfrontiert.
Zu einer frühen Krise kam es auch am achten Brett, wo Andreas Walter auf den bereits oben erwähnten Solinger Edelreservisten traf. In einer theoretisch anspruchsvollen Eröffnungsvariante beging der Solinger Spieler einen Fehler, den Andreas leider nicht ausnutzen konnte. Statt gutem Spiel hieß es auch hier: Probleme. Ebensfalls unter Druck stand Thomas Neuer: gegen FM Ralf Hubert hatte er ausgangs der Eröffnung einen Bauern eingebüßt und versuchte nun, den Laden zusammen zu halten.
Konstantin Cebulla spielte gegen FM Axel Scheffner gut... aber mit gewohnt freigeistiger Interpretation des Begriffes "Zeitmanagement". Mit anderen Worten: Stellung top, Restbedenkzeit flop.
Am zweiten Brett hingegen war die Lage immer recht ausgeglichen. IM Christof Sielecki traf dort mit Schwarz auf IM Markus Schäfer und legte die Partie solide an. Ein frühes Remisangebot wurde allerdings vom Solinger Mannschaftsführer abgelehnt. Ebenfalls im Ausgleichsbereich befand sich die Partie von Rainer Ossig gegen FM Milon Gupta. Hier konnte man sich nur wegen Rainers Zeitnachteil etwas Sorgen machen. Die einzige sehr gute Stellung hatte Johannes Mundorf gegen FM Michael Berg. Hier zeichnete sich ein Sturmsieg ab, da es Johannes gelungen war, die Stellung zu öffnen - da sein Gegner gefühlt rund 10 Mal mit dem Springer gezogen hatte (g1-f3-g5-h3-f2 usw.) war er deutlich im Entwicklungsnachteil.

Kurz vor der Zeitkontrolle fielen dann Entscheidungen: Thomas Trella und Guido Kern hatten sich nie von den Problemen ausgangs der Eröffnung erholen können und gaben auf. Auch Andreas Walter sah keine Chance mehr und musste seinem Gegner die Hand reichen. Wenig später spielte dann Christof Sielecki remis - Zwischenstand ½:3½ aus unserer Sicht. Sehr erfreulich dann wenig später unser erster Sieg: Johannes Mundorf hatte gewonnen und ist damit unser Topscorer (2½ aus 3!).
Es liefen somit noch 3 Partien: Konstantin Cebulla stand kurz vor dem Sieg, nachdem er die Zeitnotphase heil überstanden hatte. Schön! Thomas Neuer hatte vielleicht eine Festung aufgebaut, vielleicht auch nur eine Stellung, die fast eine Festung war. Weniger schön! Auf jeden Fall eine undankbare, lange Verteidigungsschlacht.
Rainer Ossig hatte mittlerweile große Probleme. Bei knapp werdender Zeit war ihm ein Fehler unterlaufen, den sein Gegner konsequent ausnutzte. Rainer versuchte noch eine paar Tricks, mußte aber letztlich aufgeben und damit war das Match verloren, Solingen hatte 4½ Brettpunkte. Die beiden verbliebenen Partien überschritten am Ende weit die 60 Züge-Marke. Leider mit unerfreulichem Ausgang: Konstantin vergab seine Gewinnmöglichkeiten und spielte remis, während Thomas Neuer am Ende denkbar unglücklich verlor.
Somit unterm Strich: 2:6 gegen eine wirklich starke Solinger Mannschaft verloren. Es war "das erwartet schwere Spiel", wie Fussballer mit abgebrochenem Rhetorikstudium gerne zu sagen pflegen. Wie ist unser jetziger Tabellenstand zu bewerten? 2:4 Mannschaftspunkte hören sich nicht toll an, aber wir haben gegen die beiden Tabellenersten verloren. Solingen wird ganz wenig Punkte abgeben, Emsdetten auch nicht grade viel. Es ist also nichts Schlimmes passiert. Wenn wir aus den beiden nächsten Kämpfen (Klub Kölner Schachfreunde und Erkenschwick) wenigstens 2 Punkte holen, liegen wir noch voll auf Kurs.

[Christof Sielecki]


06. Oktober 2013, Runde 2: SV Dinslaken I - SK Münster I 4,5:3,5
Die ersten Punkte in der Oberliga sind gemacht!

Alle Dinslakener Teams haben mittlerweile ihre erste Runde in der neu begonnenen Saison gespielt... und keine Begegnung konnte gewonnen werden! Unglückliche Niederlagen und ebenso unnötige Unentschieden waren die magere Bilanz. Nun konnte die Erste den Bann brechen und den ersten Sieg einfahren: einen klaren Sieg gegen SK Münster I, der mit 4½:3½ eher zu niedrig aus unserer Sicht ausfiel. Aber egal, die beiden ersten, enorm wichtigen Punkte sind auf dem Konto.

Ein kurzer Blick zurück: In der vergangenen Aufstiegssaison verloren wir genau einen Kampf. Passenderweise gegen den SK Münster II gingen wir deutlich mit 2½:5½ baden - ich habe bis heute nicht wirklich kapiert, was da schief gelaufen ist. Nun wollten und mussten wir es gegen die erste Garnitur der Münsteraner besser machen. Münster hat, ebenso wie der Erstrundengegner Emsdetten, einige Spieler aus den Niederlanden in der Aufstellung. Dieses Mal traten zwei der vier Legionäre an, was eine starke Formation darstellt - meist kommt nur ein Spieler des Quartetts zum Einsatz.

Das Match ließ sich leider nicht besonders gut an. Nach etwas mehr als 2 Stunden Spielzeit ging Rainer Ossigs Partie an Brett 5 gegen FM Dr. Kai Wolter verloren. Der Münsteraner Oberligaveteran ging die Sache scharf an und stellte Rainer vor Probleme, derer er nicht Herr werden konnte - Führung für die Gäste! 0:1

Fast zeitgleich spielte Martin Jäger remis gegen FM Christoph Kamp an Brett 6. Die Partie war beidseitig vorsichtig gespielt und das Unentschieden folgerichtig. Somit ergab sich also nach rund zweieinhalb Stunden eine Führung für Münster. ½:1½

Allerdings war noch erkennbar alles möglich, da Neuzugang Bernhard Stillger in seiner ersten Turnierpartie nach einigen Jahren Pause  über gewinnverheißenden Vorteil gegen Georg Rott verfügte. Hier zeichnete sich der Ausgleich für Dinslaken bereits ab. Zusätzlich hatten wir in einigen Partien deutliche Vorteile (Johannes Mundorf, IM Christof Sielecki) oder zumindest konnte man in sehr undurchsichtiger Lage auf Punkte hoffen (IM Guido Kern, Thomas Neuer). FM Thomas Trella befand sich in der Defensive gegen IM Frans Cuijpers und hatte außerdem noch mit Jetlag zu kämpfen - er war praktisch direkt aus dem Flugzeug nach 12stündiger Rückreise aus Peru ans Brett geeilt.

Der Ausgleich fiel dann etwas unerwartet schnell durch Johannes Mundorf, der an Brett 4 seinen Gegner Hans-Georg Emunds mit kreativem Spiel schlagen konnte. Eine sehr schöne und wichtige Partie. 1½:1½

Wenig später konnte dann FM Bernhard Stillger an Brett 8 die Aufgabe seines Gegners Georg Rott entgegennehmen und die Mannschaft somit sogar kurzzeitig in Führung gehen. 2½:1½

Die verbliebenen vier Parten nach rund dreieinhalb Stunden Spielzeit sahen zudem mittlerweile hervorragend aus. FM Thomas Trella hatte sich gut verteidigt und war nicht mehr in Verlustgefahr und an den anderen drei Brettern standen die Zeichen gar klar auf Sieg. Thomas Neuer hatte deutlichen Materialvorteil gegen Jan Chilla erspielt, ebenso wie IM Christof Sielecki gegen IM Manuel Bosboom.

IM Guido Kern hatte gegen Martin Molinaroli ebenfalls eine Gewinnstellung auf dem 3. Brett, allerdings war hier noch Präzision angezeigt, da der Gegner noch ein paar Tricks auf Lager hatte. Leider passierte dann bei der Konterabwehr ein Missgeschick und aus dem eigentlich schon sicher geglaubten Sieg wurde plötzlich eine Niederlage - der plötzliche Ausgleich zum 2½:2½!

Zum Glück wurde es danach nicht noch dramatischer. Thomas Neuer gewann seine Partie an Brett 7 gegen Jan-Eric Chilla und brachte uns damit dem ersehnten Ziel näher: Erneute Führung für Dinslaken. Eine starke Verteidigungsleistung von Thomas, der schließlich den Konter zum Sieg führen konnte. 3½:2½

In den noch laufenden zwei Partien war klar, daß die Münsteraner Spieler nicht mehr gewinnen konnten. FM Thomas Trella spielt dann auch remis, eine tolle Leistung insbesondere unter den Begleitumständen der rekordverdächtig langen Anreise! 4:3

Als letzter spielte dann noch IM Christof Sielecki gegen IM Manuel Bosboom. Am Ende ging auch diese Partie remis aus, deren Verlauf in etwa mit dem 4:4 der Deutschen Fussballnationalmannschaft gegen Schweden zu vergleichen ist - nach müheloser Führung wurde der eigentlich sichere Sieg leichtsinnig verschenkt! Zum Glück hier ohne Konsequenz für den Mannschaftserfolg: 4½:3½ für Dinslaken!

Dieser Sieg war wirklich enorm wichtig. Die Gäste aus Münster sind wie wir auch den Abstiegskandidaten zuzurechnen - ein Erfolg im direkten Duell ist daher doppelt wichtig. In der kommenden Runde wartet allerdings mit der SG Solingen II ein ganz dicker Brocken... was nicht heißen muß, daß man keine Chance hat! Gegen die hoch gehandelten Emsdettener hatten wir in der ersten Runde auch einen Sieg in greifbarer Nähe - warum nicht auch gegen Solingen?

[Christof Sielecki]



15.09.2013, 1. Runde: SV Dinslaken I - Turm Emsdetten II
An der Sensation geschnuppert...

In der ersten Runder der NRW-Oberliga bekamen wir es gleich mit einem der stärksten Teams zu tun - der zweiten Mannschaft des Bundesligisten SK Turm Emsdetten. Die Gäste, im letzten Jahr aus der zweiten Bundesliga abgestiegen, waren im Vorfeld nur schwer auszurechnen, da allein 16 Spieler in der Stammformation gelistet waren. Wir mussten leider auf Thomas Trella verzichten, der einen länger geplanten Urlaub macht.

Kurz vor 11 Uhr dann Klarheit über die Aufstellung der Gäste: stark, aber nicht die Bestformation. Auf dem Papier waren wir immer noch sehr klarer Außenseiter, mit einer Ergebniserwartung von etwa 2:6 über alle Bretter.

Nach rund 2 Stunden war allerdings nichts von einer klaren Überlegenheit der Emsdettener zu sehen. IM Christof Sielecki hatte am Spitzenbrett eine solide Position gegen GM Roeland Pruijssers und keine Probleme. IM Guido Kern stand am zweiten Brett aussichtsreich gegen IM Alexander Kabatianski - nichts konkretes, aber sicher das angenehmere Spiel. Johannes Mundorf an Brett 3 sah sich mit einer sehr scharfen Eröffnungsvorbereitung seines Gegners IM Stefan Kuipers konfrontiert, konnte jedoch mit einer starken Leistung die Lage unklar gestalten. Rainer Ossig hatte an Brett 4 eine angenehme Position gegen IM Thomas Fiebig, der in der Tarraschverteidigung des Damengambits früh neue Wege eingeschlagen hatte. Auf grosse Probleme schien Martin Jäger gegen IM Christian Richter an Brett 5 zuzusteuern. Martin hatte in der Eröffnung die Varianten verwechselt, konnte dann jedoch unter Materialopfer plötzlich die weiße Königstellung angreifen und eine völlig unklare Lage erreichen. Thomas Neuer hatte an Brett 6 gegen FM Sjef Rijnaarts eine eigentlich ruhige Variante gespielt, die sich dann doch binnen weniger Züge massiv zuspitzte. Hier war es wirklich schwer, die Lage richtig einzuschätzen. Einfacher zu bewerten war Konstantin Cebullas Partie gegen Erik Smit an Brett 7. Mit Schwarz spielend hatte sich Konstantin solide aufgebaut und eine recht ausgeglichene Stellung erhalten. Ebenfalls in etwa gleich stand es am achten Brett zwischen Andreas Walter und Michael Topp, der einzigen Partie, in der der Emsdettener Spieler nicht als deutlicher Favorit ans Brett kam.

Unterm Strich ließ sich also das Match gut an - keine komplett schlechte Position und einige Chancen. Bei knapper werdender Zeit wurden dann die ersten Partien beendet. Rainer Ossig und Christof Sielecki einigten sich mit ihren Gegnern auf ein Remis. Christof hatte dabei vielleicht etwas zu viel Respekt vor dem Gegner, mit mehr Zeit und bequemer Stellung hätte man auch gut weiter spielen können. Etwas konkretes gab es nicht, aber der Gegner war nach eigener Aussage froh über das Remisangebot.

Nachtrag Christof Sielecki: "Nähere Betrachtung meiner Partie hat ergeben, daß ich rein gar nix hatte. Wir hatten beide den Eindruck nach der Partie, daß Schwarz sehr angenehm stand - aber mit ein wenig Houdini bleibt davon nix über." ½:½

Rainer Ossig schreibt: "Meine Partie war eher unspannend. Mein Gegner bot mir Zugwiederholung an, da er Sorge hatte bei Weiterspielen schlechter zu stehen. Houdini gibt mir am Schluss +0,24. Gegen einen rund 300 Punkte stärkeren IM habe ich das Remis dann mitgenommen." 1:1

Wenig später remisierte auch Konstantin Cebulla. 1½:1½

Ein weiteres Remis erreichte dann Johannes Mundorf. Die sehr scharfe Stellung mündete in eine Zugwiederholung, der beide nicht gut ausweichen konnten. 2:2

Also insgesamt 4 Remis vor der Zeitkontrolle. Hier darf man nicht vergessen, dass in allen vier Remispartien die Gäste auf dem Papier klare Favoriten waren, mit z.T. bis zu 300 Punkten mehr auf der Elo/DWZ-Waage.

Es liefen also noch vier Partien und man konnte sich berechtigte Hoffnungen auf zumindest einen Mannschaftspunkt machen. Thomas Neuer war zwar in grossen Schwierigkeiten, aber die drei anderen Partien waren alle interessant für uns. Guido Kern hatte schönen Vorteil, Martin Jägers Position war in beidseitiger Zeitnot unklar und Andreas Walter hatte sich aus zwischenzeitlich verlorener Lage wieder in die Partie gekämpft. Trotz Materialnachteil war hier ein Remis möglich.

Zum Ende der Zeitnot nach rund 40 Zügen gingen dann Guidos und Thomas' Partien zuende. Guido konnte seinen Freibauern auf der d-Linie gewinnbringend nutzen und den ersten Sieg für Dinslaken erzielen, ... 3:2

... was die Niederlage von Thomas wieder egalisierte. 3:3

und es liefen also jetzt nur noch zwei Partien. Martins Partie hatte sich wohl etwas verschlechtert, da er leider die Türme hatte tauschen müssen. Es war sicher immer noch gut spielbar, aber zwischenzeitliche Hoffnungen gar auf einen Sieg waren nicht mehr realistisch. Andreas Walters Endspiel nahm eine verrückte Wendung. Der Gegner sah keinen Weg, die Partie "normal" zu gewinnen und anstatt sich ins remis zu fügen, opferte er seinen Turm und erzeugte ein Endspiel mit seinen 3 Bauern gegen Andreas' blanken Turm. Eigentlich war dieses Endspiel gar kein Gewinnversuch, da bei genauem Spiel seitens Andreas eher die Partei mit den drei Bauern noch ins Schwimmen kommen könnte. Es entstand schließlich eine Position, die recht zwingend Remis war - aber leider spielte Andreas diese kritische Phase zu schnell und verlor am Ende die Partie noch! So ging Emsdetten spät erstmals in Führung: 4:3 für die Gäste.

Martin Jäger mühte sich noch nach Kräften, aber konnte die zwischenzeitlich so interessante Stellung nicht mehr halten. Rainer Ossig schreibt: "Gerade habe ich mit Martin seine Partie analysiert. Da hat er wohl leider einen Gewinn in Zeitnot ausgelassen. Später war es lange Zeit noch Remis, aber da war sehr genaues Spiel nötig und der Gegner hat dann seine Chance genutzt. Ein guter, aber auch bitterer Kampf." Ein weiterer Sieg für Emsdetten zum 3:5 Endstand.

Sehr schade, hier war mehr drin! Zumindest ein 4:4 war locker im Bereich des Möglichen. Es hat sich gezeigt, dass wir auch gegen nominell viel stärkere Mannschaften einen Kampf liefern können - auch wenn diesmal nichts zählbares dabei heraus gekommen ist. Wenn wir die Klasse halten wollen, müssen wir die wenigen Chancen besser nutzen, die uns die Gegner anbieten. Bereits am 06.10. können wir es gegen den SK Münster I besser machen! Es handelt sich um ein weiteres Heimspiel, Zuschauer sind herzlich willkommen!

[Christof Sielecki]