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Bezirksklasse

7. Runde, 09.06.2013: Dinslaken IV verpasst denkbar knapp gegen Turm Spellen I den Klassenerhalt.

Die Situation vor dem Mannschaftskampf war klar: Ein Sieg mußte her, dann war der Klassenerhalt noch nicht geschafft, aber es bestanden gute Aussichten. Wir kalkulierten darauf, dass unsere Abstiegskonkurrenten Moers IV und Lintfort III gegen die Tabellenplätze 1 und 2 verlieren würden, und wenn nur einer verlöre, würde ein Sieg ausreichen. Aber "Im Schweiße Deines Angesichts ..." (Gen. 3, 19)

Die erste beendete Partie war von Roland Drescher am achten Brett gegen Ingmar Blonzen. Ausgangs der Eröffnung konnte er eine Figur erobern und mit einer Doppeldrohung noch eine zweite, der Gegner entschied sich der Einfachheit halber aber dazu, lieber gleich einen ganzen Turm zu geben, der Rest ist schweigen... 1:0

Danach war Hans-Peter Müller an Brett 6 gegen Norbert Moseler mit einer Punkteteilung dran. Er gewann eine Figur gegen einen Bauern und Kompensation. Die entstandene Stellung war schwierig, und insbesondere die natürlich erscheinenden Züge führten auf die schiefe Bahn. Zum Schluß stand Hans-Peter klar schlechter, bot aber frech ein Remis an, das angenommen wurde. 1½:½

An Brett 3 traf Bernd Schwagrowski auf Dirk Neuhaus. Nach einem frühen Bauernverlust erhielt er eine auf flüchtigen Blick vorteilhafte Stellung, die dann aber recht schnell verloren ging, nachdem der Gegner am Damenflügel weiteres Material einsammeln konnte. 1½:1½

Julian Reusch konnte an Brett 7 gegen Jonas Moritz mit Fesselungsmotiven auf der e-Linie eine Figur gewinnen, - der König stand noch auf e1, die Dame auf e2 -, der Rest war Technik. 2½:1½

Peter aus der Mark kam an Brett 2 gegen Martin Witthans eigentlich gut aus der Eröffnung, stellte dann aber seine Figuren, insbesondere den weißfeldrigen Läufer, ziemlich unglücklich auf und mußte folglich recht schnell gegen den allerdings bald 400 DWZ stärkeren Witthans aufgeben. 2½:2½

Alexander Itermann gewann an Brett 4 in schlechterer Stellung - ein Bauer weniger -, aber mit viel Remispotential - ungleiche Läufer - dank Zeitüberschreitung seines Gegners Thorsten Hoppstock. 3½:2½

Lennart Brockhaus stand an Brett 5 gegen den routinierten Eduard Rosenberger früh sehr passiv, konnte sich dann in ein Doppelspringer gegen Läuferpaar-Endspiel retten, wo er aufgrund von Zugzwang noch einen Bauern geben mußte, danach trotzdem noch gute Remischancen in einem beiderseits mißhandelten Endspiel hatte. Nach Abtausch des letzten Figurenpaares war aber nichts mehr zu wollen. 3½:3½

Jan Köpping, der überraschenderweise als Ersatz für den dienstschiebenden Dirk Ratzkowski antreten konnte, verteidigte also an Brett 1 die letzte noch laufende Partie gegen Christian Kaufung. Er stand nach beiderseits ungewöhnlicher Eröffnungsbehandlung lange unklar, konnte kurz vor der Zeitkontrolle ein vorteilhaft erscheinendes Turmendspiel erreichen, was dann jedoch (auch wegen eines Tempoverlustes) letzten Endes wegen einer vermutlich erzwungenen Stellungswiederholung remis endete. 4:4

Das Tagesziel war also knapp verfehlt, - man kann über den Punktverlust an Brett 5 moppern, umgekehrt war das Remis an Brett 6 eher schmeichelhaft, insofern ein gerechtfertigtes Ergebnis -. Trotzdem gab es noch Hoffnung. Zwar holte Moers IV in seiner Niederlage einen Brettpunkt zuviel, und verteidigte den Vorsprung, aber Lintfort III verlor ebenfalls und wir konnten an ihnen vorbeiziehen. Durch das Mannschaftsremis bekam jetzt aber Neukirchen I die Möglichkeit, uns mit einem Sieg über Wesel noch zu überholen. Es war für uns unbedingt nötig, dass Wesel zumindest das Mannschaftsremis hielt. Also schauten alle auf die Tabelle, in der alleine noch dieses Tagesergebnis fehlte. Und es kam und kam nicht, unendlich lang wurden die Stunden. Schließlich war das Ergebnis dann doch eingetragen. Neukirchen hatte mit 7:1 erdrutschartig gewonnen. Schlimmer konnte es aus unserer Sicht gar nicht kommen.

Das bedeutet leider den unverdienten Abstieg. Die Mannschaft hat die ganze Saison über gezeigt, dass sie auch in der Bezirksklasse gut mithalten kann, und lediglich das Glück entschied letztlich gegen uns. Andererseits haben wir in der letzten Saison den Aufstieg mit viel Glück geschafft. Insofern wieder ein Fall von ausgleichender Gerechtigkeit. Wir werden nächste Saison gute Wiederaufstiegschancen haben.

[Frank Hamann, Dirk Stoppacher]



6. Runde, 14.04.2013: Mit einem Verzweiflungsakt besiegt Dinslaken IV den Tabellenersten Moers III und bewahrt sich ein paar Klassenerhaltshoffnungen.

Leider konnte ich nicht direkt zu Beginn beim Mannschaftskampf sein. Vorher war es unbedingt notwendig, in Sack und Asche in die Kirche zu gehen und auf Knien dem Herrgott einen Antrag auf seinen Segen für die Mannschaft zu stellen. Die Arztrechnung für meine kaputte Kniescheibe geht dann zu Lasten der Vereinskasse. Anscheinend war die Maßnahme aber erfolgreich: Nach Beendigung des Kirchgangs traf ich noch vor dem Fritz-Büttner-Heim auf Philip, der mir den sensationellen Zwischenstand von 3:1 für Dinslaken verkündete. Was war passiert?

An Brett 1 traf Dirk Ratzkowski auf Ralf Weimann. Sicherlich ein schwieriger Gegner, aber er machte den Fehler, sich auf Dirks Spiel einzulassen. Wenn Dirk nicht eine knochentrockene Positionsstellung erreichen kann, in der er den Gegner nach Herzenslust um minimale Vorteile kneten und quälen kann, dann ist er nicht glücklich. So aber blieb der Gegner ohne Chance. 1:0

Lothar Koch an Brett 3 ließ gegen Hans Weinberger nichts anbrennen, vereinfachte die Stellung und holte ein sicheres Remis. Genauso handhabte es Peter aus der Mark an Brett 2 gegen Ernest Rustamov. 2:1

Bezüglich der Wertungszahl konnte Alexander Itermann an Brett 5 gegen Herbert Weisser bei Weitem nicht mithalten. Aber stille Wasser sind tief, und Alexander ist ein sehr stilles Wasser. In einer sehr scharfen Partie stand er niemals schlechter, verfügte stattdessen sogar über die leicht bessere Aktivität, als sein Gegner einen schweren Verteidigungsfehler beging. In derartigen Fällen kann dies direkt zum Tode führen, so auch hier. Alexander drang umgehend in die gegnerische Stellung ein, und vollstreckte das Urteil schnell und endgültig. Aufgrund seiner Tagesleistung ist Alexander unser Held des Tages. 3:1

Eine günstige Zwischensituation war also erreicht. Nur 1½ Pünktchen aus 4 Partien, und zwei wichtige Mannschaftspunkte wären unser. Das sollte doch irgendwie machbar sein? Hans-Peter Müller erreichte an Brett 7 gegen John Bäsler eine günstige Position mit starkem Königsangriff, Raumvorteil und Figurenaktivität. Herz, was willst Du mehr? Leider griff er dann mit einer Fehlkalkulation daneben, stellte eine Figur und schließlich die Partie ein. Genau die Sorte Fehler, von der man niemals so ganz gefeit ist. Schade, den Punkt hätten wir gebrauchen können. 3:2

rustamov-schwagrowski_140413.jpgAn Brett 4 kämpfte Bernd Schwagrowski gegen Emir Rustamov ein fortdauerndes Rückzugsgefecht mit st einem Minusbauern. Er landete schließlich in einem Endspiel mit einem Springer plus ein Bauer gegen einen Läufer und zwei Bauern auf verschiedenen Flügeln und gab schließlich entnervt auf. Dabei konnte er gerade in der Schlußstellung (siehe links) seinen Springer gegen beide gegnerischen Bauern opfern und das Remis erzwingen. Wieder schade, den halben Punkt hätten wir ebenfalls gebrauchen können. 3:3






Julian Reusch war es an Brett 8 dann vorbehalten, gegen Sven Kranen den 1. Mannschaftspunkt einzuheimsen. Nachdem es ihm gelungen war, den gegnerischen a-Bauern abzuholen, steckte der Gegner aus unerfindlichen Gründen noch eine Qualität ins Geschäft. Es entstand ein Endspiel mit 4 Bauern, Turm und Dame gegen 3 Bauern, Springer und Dame. Dem Gegner glückte es schließlich, alle Figuren wegzutauschen, aber das entstandene Bauernendspiel war für Julian gewonnen, und ein gewonnenes Endspiel gibt Julian nicht mehr her. Julian ist damit derzeit der Topscorer der Liga. 4:3

So war es dann Lennart Brockhaus an Brett 6 gegen Oliver Riemann vorbehalten, den Sack zuzumachen. Nachdem Julian seine Partie gewonnen hatte, bot Lennart in einer leicht vorteilhaften, aber keinen klaren Gewinnweg aufweisenden Stellung Remis an, das auch angenommen wurde. 4½:3½

Damit ist immer noch nicht aller Tage abend in der Bezirksklasse. Ohne Glück wird es nicht gehen, aber unrealistisch sind unsere Chancen nicht. Unsere Gegner im Abstiegskampf treffen in der Schlussrunde entweder auf starke Gegner mit Aufstiegsambitionen oder auf uns. Der Sieg in der letzten Runde ist daher im doppelten Sinne Pflicht. Also: In den nächsten Wochen öfters mal in die Kirche gehen.

[Dirk Stoppacher]


5. Runde, 17.03.2013: SV Dinslaken IV - TVB Bruckhausen I 3,0 : 5,0

Am ersten winterfreien Sonntag des Jahres zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite. Während in der Stadtmitte der jährliche Volkslauf stattfand, wandten sich die Schächer ihrer eigenen Sportart zu. Zunächst galt es, 16 Schachbretter aufzubauen. Zeitgleich kämpfte die zweite Mannschaft um den Aufstieg, worüber an anderer Stelle berichtet wird.

Bei den Dinslakenern war leider Spitzenbrett Dirk Ratzkowski beruflich unabkömmlich, so dass Brett 1 unbesetzt blieb, und die Gegner in der Person von Michael Scholten nach Ablauf der Karenzstunde in Führung gingen. 0:1

Zunächst endete die Partie an Brett 2, wo Peter aus der Mark gegen den DWZ-stärksten Bruckhausener Spieler Daniel Kaiser ohne Chancen blieb. Es sah so aus, als würde Peter bereits in der Eröffnung eine Figur einstellen, aber der Gegner entschied sich anders. In der späteren Analyse demonstrierte er, dass die Figur nicht gewonnen werden konnte. Aber auch in der tatsächlich gespielten Partie verblieb er mit dem bei weitem bequemeren Spiel, und führte dieses konsequent zum Punktgewinn. 0:2

Julian Reusch übersah in seiner Partie an Brett 8 gegen Sascha Mink die Möglichkeit, bei gutem Spiel einen Bauern zu gewinnen. Das hätte vermutlich einen vollen Punkt geben können. Schade, den hätte die Mannschaft gut gebrauchen können. Stattdessen büßte Julian in der Folge einen Bauern ein, verblieb aber mit zunächst gutem Gegenspiel. Auch dieses wurde aber nach und nach reduziert, als Julian in einer immerhin noch verteidigungsfähigen Stellung remis bot. Der Gegner nahm dieses wohl in erster Linie an, weil die Mannschaft bereits einen guten Vorsprung herausgefahren hatte. Vielleicht etwas zu voreilig. ½:2½

An Brett 7 nämlich zeigte Hans-Peter Müller gegen Wolfgang Krause endlich auch in einer Turnierpartie, dass er in letzter Zeit mächtige Fortschritte gemacht hat. In einer zwar nicht fehlerlosen, aber dem Niveau der Liga völlig entsprechenden Partie führte er seine Figuren zum verdienten Sieg. Insbesondere, da Hans-Peter auch weiterhin an sich arbeiten wird, steht Dinslaken damit ein langfristig zuverlässiger Punktelieferant zur Verfügung. 1½:2½

Schon in der Vergangenheit hatte der an Brett 4 gegen Timo Schumacher spielende Bernd Schwagrowski gezeigt, dass er ein Kämpfer ist. Nachdem Bernd in einer Abtauschabwicklung mit einer Mehrqualität verblieb, verbesserte er seine Figuren mit sauberem Positionsspiel stetig, bis der Gegner Figurenverlust nicht mehr vermeiden konnte. Damit konnte Bernd den Punktestand ausgleichen. 2½:2½

Seine Partie gegen Reiner Schmidt an Brett 6 wird Lennart Brockhaus hoffentlich sorgfältig analysieren. Denn es gibt eine Menge, was man daraus lernen kann. Noch in der Eröffnungsphase kam sein Bruder Philip ganz verzweifelt zu mir in den Analysenraum: "Jetzt hat er seinen Läufer da hin gestellt, wo er nur auf die Blockadebauern schaut!" Aber unbeeindruckt von seiner schlecht positionierten Figur nahm Lennart kurze Zeit später seinem Gegner eine Leichtfigur ab. In der Folge gestattete er aber unangenehmes Gegenspiel. Er ließ die Abwicklung in ein Endspiel zu, in dem sich die Mehrfigur als der "falsche" Läufer entpuppte. Trotz allem Nachdenkens und Hirnschmalzinvestierens blieb es bei der Punkteteilung. 3:3

Wieder schade, denn die beiden verbliebenen Partien schauten alles andere als rosig aus. Lothar Koch hatte an Brett 3 gegen Peter Schumacher einen Bauern weniger. Dazu stellte er seine Figuren leider nicht auf die günstigsten Felder. Im Endspiel schließlich postierte er seine Bauern auf der falschen Feldfarbe, und das hielt die Stellung schließlich nicht mehr aus. 3:4

Zuletzt lief noch die Partie von Alexander Itermann gegen Steffan Uhlenbrock an Brett 5. Der vermutlich einzige echte Fehler, den Alexander beging, war, sich das Spiel von seinem Gegner diktieren zu lassen. Dieser setzte ganz einfach das Brett in Brand, und fühlte sich in dem entstandenen Chaos sichtlich wohl. Ganz anders Alexander. Er wußte nicht, wie die Stellung zu behandeln war und spielte nicht kompromisslos genug. In der Folge wurde er hinten zusammengedrückt, verlor Material und konnte die gegnerische Bauernumwandlung nicht verhindern. Damit war die Partie praktisch entschieden. 3:5

Zum wiederholten Male ist die Mannschaft trotz widriger Umstände nur knapp daran gescheitert, zählbare Ergebnisse zu erzielen. Darum will ich auch die Hoffnung noch nicht aufgeben. Es stehen noch zwei Runden aus, und die Mannschaft hat Potential. Wenn es euch nur gelingt, das im rechten Augenblick zu aktivieren, seid ihr für eine oder zwei Überraschungen gut. Also: Kopf oben behalten und kämpfen!!!

[Dirk Stoppacher]



4. Runde, 03.02.2013: SF Moers IV - SV Dinslaken IV 4,5 : 3,5

Es war einmal eine wilde Schar mutiger Geächteter, die hausten im Wohnungswalde, der sich von Dinslaken bis Voerde erstreckte. Die Voerder würden sagen: "Umgekehrt", aber was wissen die Voerder schon? Wenn es nach denen ginge, würden die Bäume die Wurzeln in den Himmel strecken und anschließend auf die Seite kippen.
Jedenfalls begab es sich, dass der Sheriff von Moersingham die Maid Marian entführt hatte. "Was?" meinte da unser Lothar Hood, äh, Koch "Die müssen wir befreien!" Und so begaben sich unsere tapferen Geächteten nach Moersingham, und verprügelten den Sheriff und seine Schergen nach Strich und Faden. Anschließend befreiten sie die Maid Marian, und Lothar Hood konnte die glückliche Maid in den Hafen der Ehe führen. Und so lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Ende.

Soweit dieses Märchen. Die Wahrheit schaute leider etwas anders aus. Die Vierte Mannschaft des SV Dinslaken verlor auswärts gegen SF Moers IV denkbar knapp mit 3,5 : 4,5. Für uns punkteten Dirk Ratzkowski und Julian Reusch (je 1,0), sowie Peter aus der Mark, Lothar Koch und Hans-Peter Müller (je 0,5). Es waren leider nur wenige Spieler zu einer Stellungnahme zu bewegen:

Dirk Ratzkowski schreibt zu seiner Partie an Brett 1 gegen Udo Wolniak: "... Wollte eigentlich mein Lieblingsendspiel haben - jeder ein paar Bauern und ich einen Springer er den Läufer. Plötzlich hatte ich zusätzlich noch 2 Mehrbauern...war am Ende mehr als einfach."

Er äußert sich nachdem er die Partien erfasst hatte auch zu der Partie von Alexander Itermann an Brett 5 gegen Phillip Gutow: "... wenn Alexander`s Partie so stimmt, war es 'ein gebrauchter Tag' ...". Das ließ mich wundern, denn Alexander war in letzter Zeit ein sehr zuverlässiger Punktelieferant.

Peter aus der Mark schrieb zu seiner Partie an Brett 2 gegen Marc Plückhahn: "Mein sympathischer Gegner und ich waren uns einig, daß unser Spiel ein der oberen Bezirksklasse entsprechendes Niveau hatte. Bis auf zwei kleine Ungenauigkeiten(auf beiden Seiten je Verlust eines Bauern) gab es keine gravierenden Fehler. Zum Schluß blieben auf jeder Seite Dame, Turm und je zwei Bauern übrig , jeder ohne die Möglichkeit zur Umwandlung. Eine klassische Remis-Situation..."

Bei der Gelegenheit, habe ich Euch schon die Geschichte mit dem Drachen erzählt? ...

[Dirk Stoppacher]


3. Runde, 9.12.2012: SV Dinslaken IV - SV Turm Kamp-Lintfort III 4,0 : 4,0

Aufgrund des zeitgleich stattfindenden Heimspiels der 2. Mannschaft des SV Dinslaken war es heute im Spiellokal etwas beengter als gewöhnlich. Vor dem Kampf setzte sich die 4. Mannschaft zum Ziel, gegen die nominell stärkeren oberen 4 Bretter der Lintforter irgendwie ein Remis zu "klammern". Die hinteren 4 Bretter sollten die - möglicherweise fehlenden - Punkte einfahren.

So weit der Plan...nachdem klar war, dass Brett 8 der Kamp-Lintforter nicht den Weg zum Spiellokal gefunden hat, hatte Julian Reusch um 11 Uhr bereits das 1:0 für Dinslaken geholt.

Peter aus der Mark an Brett 2, der es mit dem fast 350 DWZ-Punkte stärkeren Manfred Dors zu tun hatte, kam gut aus der Eröffnung raus und bot bei ausgeglichener Stellung im Mittelspiel - gemäß Masterplan, s.o. - ein Remis an. Als der Gegner es annahm, schien der Plan auch in der Realität umsetzbar. 1½:½

An Brett 1 spielte Dirk Ratzkowski gegen Thomas Munck. Als sich nach der Eröffnungsphase im Zentrum ein Generalabtausch nebst Damentausch und anderer Schwerfiguren anbahnte, wurden auch hier frühzeitig die Kampfhandlungen eingestellt. 2:1

"Angesteckt" von den beiden Remispartien einigten sich nun auch Bernd Schwagrowski an Brett 4 gegen Friedrich Meyer und Hans Peter Müller an Brett 7 gegen Luka Olligs mit ihren Gegnern - in ausgeglichenen Stellungen - auf friedliche Unentschieden. 3:2

Durch mindestens eine Ungenauigkeit im Mittelspiel/Endspiel gelangte Lennart Brockhaus an Brett 6 gegen Niko Olligs in eine ungünstigere Stellung. Nachdem Niko mit seinem Turm Läufer und König auf einer Linie "erwischte" und der Figurenverlust unaufhaltbar war, war die Niederlage für Lennart unvermeidbar. 3:3

Die beste Leistung aus Sicht des SV Dinslaken lieferte Alexander Itermann gegen Günter Neu ab. Nach einem Figuren und Bauerngewinn im Mittelspiel nahm er das überzählige Material mit ins Endspiel und führte seine Figuren zu einem klaren Sieg. 4:3

Nun war zumindest ein Mannschaftpunkt sicher und Lothar Koch bot an Brett 3 seinem Gegner Volker Moritz ein Remis an. Aufgrund des Spielstandes entschied sich Volker Moritz, es nicht anzunehmen. In augenscheinlich ausgeglichener Stellung entschied sich Moritz im 17. Zug zu einem - zumindest fragwürdigen - Springeropfer auf f6. Dieses "Angebot" und einen möglichen Bauerngewinn im Zentrum ließ sich Lothar entgehen. Im weiteren Verlauf geriet Lothar immer weiter unter Druck und mußte sich nach 36 Zügen geschlagen geben. 4:4

Fazit: Der Klassenerhalt ist noch immer in greifbarer Nähe und die heutige Leistung des gesamten Teams läßt noch auf so einige "Wunder" hoffen.

[Dirk Ratzkowski]


2. Runde, 4.11.2012: SV Neukirchen-Vluyn I - SV Dinslaken IV 4 : 4

Nachdem bei uns mit Dirk Ratzkowski und Lennart Brockhaus zwei wichtige Leute ausgefallen waren, entschied Mannschaftsführer Lothar, das 1. Brett unbesetzt zu lassen. Der Punkt ging also kampflos an Albert Wilhelm vom SV Neukirchen-Vluyn. 0:1

Der 10-jährige Kai Schmid schreibt über seine Partie am 8. Brett: "Heute bin ich mit der 4. Mannschaft nach Neukirchen-Vluyn gefahren. Mein Gegner war Nils Dreger. Er war am Anfang ein bißchen im Vorteil. Als ich dann zwei Läufer gegen zwei Bauern hätte gewinnen können, bot er ein Remis an. Auf der Fahrt hatte Lothar mir gesagt, ich solle auf Sicherheit spielen und jedes Remisangebot annehmen, was ich auch gemacht habe. So kam ich zu meinem halben Punkt." ½:1½

Julian Reusch läßt bestellen: "Ich habe nichts Besonderes geleistet. Es reicht mir, wenn einfach nur 'Ich habe gewonnen' im Bericht steht." Weitere Informationen über seinen wichtigen Sieg gegen Klaus Kramps an Brett 7 waren ihm nicht zu entlocken. Er zeigte seine Partie aber Philip Brockhaus, und dieser meinte: "Sein Gegner hat einen vergifteten Bauern verspeist (starker Königsangriff mit Matt im 17. Zug)." 1½:1½

Peter aus der Mark war an Brett 2 gegen Carsten Günner von Beginn an leider auf verlorenem Posten. Angesichts von 500 DWZ-Punkten Unterschied allerdings weder eine Überraschung noch eine Schande für Peter. 1½:2½

An Brett 6 trafen Hans-Peter Müller mit Schwarz und Dr. Karl-Reiner Hamm mit Weiß aufeinander. Dem Anziehenden gelang es im Laufe der Eröffnung seine Leichtfiguren am Königsflügel aufziehen zu lassen. Schwarz hatte im Gegenzug versucht, Spiel am Damenflügel zu erlangen. Weiß aber forcierte seine Angriffsbemühungen auf die schwarze Königsstellung, und Schwarz hatte Mühe seine Truppen vom Damenflügel zurück in die Abwehrschlacht zu führen. Routiniert spielte Weiß (550 DWZ Mehrpunkte) mit Druck auf die Königsstellung. Als Schwarz sich dann auch noch im 22. Zug einen einzügen Einsteller leistete, war die Aufgabe der Partie nach dem 30. Zug nur folgerichtig. 1½:3½

Bereits in der Eröffnung hatte Alexander Itermann an Brett 5 gegen Andreas Bettray einen Bauern einfach eingestellt. In der Folge entschloss er sich zu einem weiteren Bauernopfer, diesmal aber erhielt er dafür Gegenspiel auf die gegnerische Dame. Dafür erhielt er zunächst den einen Bauern zurück, später konnte er in einer komplizierten Situation bereits den Rückgewinn des anderen Bauern bei vollem Figurenspiel erzwingen, als der Gegner eine Tauschabwicklung unsauber durchführte, dabei eine ganze Figur einstellte, und kurz danach aufgab. 2½:3½

An Brett 3 traf Lothar Koch auf Werner Ziebarth. Im 19. Zug, in einer Stellung, in der Lothar unter Raummangel und schlechter Aktivität litt, bot er seinem Gegner einfach frech ein Remis an, welches dieser annahm. 3:4

Bernd Schwagrowski mit Schwarz hatte seinen Namensvetter Bernd Buchholz an Brett 4 richtiggehend auseinandergenommen: Bauerndurchbruch auf f3, Turmverdopplung auf der f-Linie. Schließlich drohte ein überraschend auf h4 aufgetauchter Springer mit einer Gabel und mußte deshalb mit g2-g3 vertrieben werden, was die entscheidende Schwäche auf dem Königsflügel erzeugte. Insgesamt verlief die Partie sehr spannend. 4:4

Fazit: Die Entscheidung, das 1. Brett frei zu lassen, hat sich als richtig erwiesen und uns einen Mannschaftspunkt eingebracht, mit dem wir eigentlich nicht gerechnet haben. Darüber hinaus macht das Ergebnis Mut für die kommenden Spiele, wenn wir hoffentlich in Bestbesetzung antreten.

[Verschiedene Mitglieder der Mannschaft]



1. Runde, 30.09.2012: SV Wesel IV - SV Dinslaken IV 6,5 : 1,5

Stark ersatzgeschwächt aber hochmotiviert trat die 4. Dinslakener Mannschaft auswärts gegen die 4. Vertretung des SV Wesel an. Bei einem DWZ-Überschuß des Weseler Teams von über 1400 Punkten war dem Aufsteiger aus Dinslaken von Anfang an klar, dass die Bezirksklasse ein anderes Kaliber als die Kreisliga ist.

Bereits nach einer Stunde mußte sich der gesundheitlich angeschlagene Alexander Itermann an Brett 4 gegen Erwin Rudi geschlagen geben. Alexander ist in einen Königsangriff geraten und hat sich leider erlegen lassen. Mehr Widerstand wäre bei voller Gesundheit möglich gewesen. 0:1

Kurze Zeit später mußte auch Kai Schmid an Brett 8 gegen den erfahrenen Weseler Akteur Gerd Erwin nach einem Figurenverlust in der Eröffnungsphase die Waffen strecken. 0:2

Nachdem Peter aus der Mark an Brett 2 und Lothar Koch an Brett 3 gegen ihre hochüberlegenen Gegner Michael Graf bzw. Norbert Hickl den Kürzeren zogen, einigten sich Lennart Brockhaus an Brett 5 gegen Alexander Putzmann, sowie Dirk Ratzkowski gegen Ivan Braikovic an Brett 1 auf Remis. Zu diesem Zeitpunkt sah es bei den 2 noch übrigen Partien auch nicht sehr vielversprechend für die Dinslakener Vertretung aus. 1:5

Die unglücklichste Niederlage des Tages mußte Hans-Peter Müller gegen den "alten Fuchs" Waldemar Gräb an Brett 6 hinnehmen. Aus einer zwischenzeitlich schlechteren Stellung gelang es Waldemar Gräb einen Bauern in eine Dame umzuwandeln und somit eine Schwerfigur zu gewinnen. Nachdem er einen schnelleren Sieg übersah, gewann er im Verlauf des Endspiels einen weiteren Läufer. Somit war auch diese Partie entschieden. 1:6

Aus Sicht des SV Dinslaken wäre an Brett 7 der einzige Sieg möglich gewesen. Julian Reusch konnte im Endspiel einen Mehrbauern gegen den um über 400 DWZ stärken Gegner Emil Wesser leider nur in den Hafen des Remis spielen. Weil er als Einziger am vollen Punkt riechen konnte, aber auch, weil an seinem Brett der härteste Kampf stattgefunden hat, wird Julian zum "Held des Tages". 1½:6½

Um das Wunder "Klassenerhalt" zu schaffen, muß das Team einen guten Tag und das Glück auf eigener Seite haben. Das ist aber durchaus möglich, und darum muß und darf die Mannschaft auf Ihre bewährten Tugenden setzen: Teamgeist und gute Hoffnung.

[Dirk Ratzkowski]