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Bezirksliga

Runde 7, 21.04.2013: SV Dinslaken III gewinnt die Spitzenbegegnung gegen SF Moers II mit 6,0 : 2,0

Zwischen den Runden 6 und 7 war es den SF Moers gelungen, das im Bericht zur 6. Runde erwähnte Nachholspiel für sich zu entscheiden. Damit konnten die ebenfalls in dem Bericht erwähnten Aufstiegschancen zugunsten von Moers ad Acta gelegt werden.

Mit dem " Berichten" ist es für mich -wie immer- auf Grund meiner Zeitnotphase recht schwierig. Allerdings war die Not meines Gegners an Brett 2, Wolfgang Stas, diesmal noch größer, beim Ausführen seines 40. Zuges hatte er noch ganze vier Sekündchen auf der Uhr. Bereits um den 14. Zug herum hatte er heftig zu grübeln, da hier nach einem möglichen Opfer ein Mattangriff drohte. Leider habe ich vor dem Opfer zurückgeschreckt, nach meiner späteren Analyse wäre das wohl schon die Entscheidung gewesen. Stattdessen habe ich den Stellungsausgleich zugelassen, allerdings war mein Gegner erkennbar verunsichert und hatte einen verstärkten Zeitverbrauch. Etwa ab dem 27. Zug wurde seine Zeit knapp, und ich entschloss mich, die Stellung kompliziert zu halten, und bewußt Überraschungszüge zu spielen, Züge, mit denen nicht unbedingt zu rechnen war. Diese Strategie ist dann auch voll aufgegangen. Es gelang mir, den Gegner zu "erschrecken" und einen entscheidenden Fehler zu provozieren. 1:0

Franz Bredendick hat -wie für ihn mit Weiß typisch- an Brett 6 eine Angriffsstellung auf den Königsflügel aufgebaut, gegen die sich sein Gegner Thomas Rose jedoch ordentlich verteidigt hat. Nachdem es ihm gelungen war, den Spieß umzudrehen, war Franz mit Remis recht gut bedient. 1½:½

Thomas Rauer hatte zunächst einen sauberen Angriff auf dem 7. Brett, den dann jedoch überzogen. So etwa nach 3 Stunden, kurz vor Philips Friedensschluss, habe ich die Partie für Thomas als verloren eingeschätzt. Keine Ahnung, wie er dann doch noch gegen Emir Rustamov gewonnen hat. 2½:½

Philip Brockhaus stand an Brett 5 gegen Heinrich Hoffmann wohl immer leicht besser, ohne allerdings entscheidenen Vorteil anvisieren zu können. Das Remis geht voll in Ordnung. Auch seine Partie haben wir später gemeinsam angesehen, wahrscheinlich hätte er seinen Königsangriff dadurch entscheidend verstärken können, dass er die Dame auf die h-Linie gestellt hätte. 3:1

Michael Wilke hatte mit Herrn Zahn junior einen in letzter Zeit immer besser gewordenen Gegner. Nach absolut solidem Spiel mit Schwarz, konnte er Fabians Angriffe geschickt kontern und letztendlich glücklich gewinnen. 4:1

Gleiches gilt auch für Markus Lengtat, der an Brett 3 gegen Jörg Mursaniow immer besser stand und an dessen Sieg ich nie gezweifelt habe. 5:1

Markus Mühlbacher hat mich -und seinen Gegner Zdzislaw Paul!- an Brett 4 durch seinen mutigen Königsangriff völlig überrascht. Der hatte nicht den Hauch einer Chance und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit bis zum Sieg von Markus. Wir beide haben anschließend seine Partie oberflächlich analysiert. Meines Erachtens hätte er dem Gegner bereits viel früher den Garaus machen können, wenn er den blockierenden Springer nicht mit dem Läufer geschlagen hätte, sondern zunächst noch mit seinem Springer angegriffen hätte. 6:1

Lennart Brockhaus, der als Stammspieler unserer 4. Mannschaft die Aufstellung vervollständigte, hat eigentlich recht ordentlich gespielt, allerdings ist er in eine ungüstige Stellung hineingeraten. Wie er die Partie an Brett 8 gegen Alexander Asselborn letztendlich verloren hat, habe ich nicht gesehen. Jedoch hat sein Gegner schon ein ordentliches Kaliber, und auch stärkere Spieler dürfen gegen ihn verlieren, ohne sich schämen zu müssen. 6:2

Als Fazit ist festzuhalten, dass wir gegen einen nach DWZ deutlich besseren Gegner überzeugend gewonnen haben, obwohl die Moerser den Kampf ganz bestimmt nicht weggeschenkt haben.

[Dieter Ollesch]


6. Runde, 10.03.2013: SV Wesel III - SV Dinslaken III 5,5 : 2,5

Gleich nach dem Abenteuer letzte Woche durfte sich unsere dritte Garnitur direkt wieder ins Eingemachte stürzen.

Stefan Gilles traf an Brett 4 auf Florian Ebbers. Nach der Partie haderte er mit sich und meinte, eine Verstärkung ausgelassen zu haben. Die Analyse zeigte aber, dass auch dann nicht mehr als das erzielte Remis drin gewesen wäre. ½:½

Michael Wilke und Franz Bredendick haben ihre Partien an den Brettern 1 und 7 gegen Matthias Trost und Helmut Brehme beide in blitzsauberer Manier gewonnen. Positionsvorteil erlangt, kontinuierlich ausgebaut, und schließlich den vollen Punkt eingefahren. 2½:½

Über seine Partie an Brett 6 gegen Norbert Hickl schreibt Philip Brockhaus: "Obwohl ich einen frühen taktischen Schlag mit Figurengewinn ausgelassen hatte, verfügte ich immerhin über eine angenehme Stellung mit Druck auf den gegnerischen Damenflügel, was mir einen Mehrbauern einbrachte. Mit ernsthaften Zeitproblemen unterschätzte ich dann allerdings das gegnerische Gegenspiel und sah mich gezwungen, in ein Totremisendspiel abzuwickeln." 3:1

An Brett 2 wurde Dieter Ollesch von Stefan Christen mit Nimzowitsch-Larsen konfrontiert. In der Folge entstand eine geschlossene Stellung mit Springerpaar gegen Läuferpaar und abgetauschten Schwerfiguren. Dieter wollte nicht auf Deibelkommraus die Stellung öffnen und in der entstehenden Flut vor dem Gegner ertrinken, deshalb hat er sich auf das Remis eingelassen. 3½:1½

Besonders gut hat es heute Markus Mühlbacher an Brett 4 gegen Robin Boy gemacht. Markus hatte einen richtig guten Angriff. An der entscheidenen Stelle verzichtete er auf den Gewinn des Turms (der in der Folge den König gekostet hätte), und entwickelte sich stattdessen weiter. Der Gegner ging dann in der Folge chancenlos ein. Dieter war des Lobes voll für Markus, so dass dieser zum Helden des Tages avanciert. Dazu wurde er auch noch der Matchwinner. 4½:1½

Auch in der Partie von Markus Lengtat an Brett 3 gegen Krzysztof Szczepanski war es nicht ratsam, die Stellung gewaltsam überziehen zu wollen. Der Friedensschluss ging somit in Ordnung. 5:2

Es verblieb damit die Partie von Thomas Rauer an Brett 8 gegen Moritz Adler. Er hatte in einem "Quallenturm"-Endspiel ...

Wer sich jetzt fragt, was ein "Quallenturm" ist, hierzu ein erläuternder Auszug aus unserem Vereinsforum:
Markus Lengtat: "Rauer spielt noch, zwei Quallen gegen Turm/Läufer und beide 5 Bauern."
Frank Hamann: "Verstehe die Materialverteilung nicht so ganz..."
Dirk Ratzkowski: "2 Quallen gegen Turm und Läufer......mmmhhhhhh"
Dirk Stoppacher: "Geht wohl, ist allerdings ungewöhnlich: 1 Leichtfigur gegen 1 Turm PLUS 1 Turm gegen 2 Leichtfiguren (auch 'ne Qualle) = 1 Mehrfigur."
Markus Lengtat: "Ihr Dumpfbacken *Lachsmiley* Bei mir ist ein Turm auch schon mal eine Qualle. Non capice?"

zurück zur Partie: ... mehrfach die Chance zum Sieg, fand aber die richtige Abwicklung nicht. Sowas kann aber gezielt trainiert werden. Jedenfalls legte er zumindest noch einen halben Punkt auf den bereits festgemachten Sieg obendrauf. 5½:2½

Unsere derzeitige gute Tabellenposition (2. Rang) ist hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass Wesel und Moers noch ein offenes Spiel aus der 4. Runde haben. Man gerät natürlich in Versuchung, über einen eventuellen Aufstieg zu spekulieren, aber objektiv betrachtet ist das eher unwahrscheinlich. In unseren Gedankenspielen tauchte göttliche Fügung massivster Art auf, um das auch nur halbwegs realistisch erscheinen zu lassen. Vielleicht sollten unsere Jungs aus der dritten Mannschaft sich in nächster Zeit öfters in der Kirche blicken lassen.

[Dieter Ollesch, Dirk Stoppacher]


5. Runde, 03.03.2013: SV Dinslaken III - TuS Rheinberg II 6,5 : 1,5

Den Kampf gegen T.Rheinberg mussten wir unbedingt gewinnen, um nicht doch noch in Abstiegsgefahr zu geraten. Für Rheinberg war`s die letzte Chance, die Klasse zu halten.

Den 1. Punkt konnte an Brett 8 Thomas Rauer durch einen kampflosen Sieg sichern. 1:0

Nicola Lajic musste sein Spiel an Brett 5 gegen Philip Klapwijk unbedingt frühzeitig bis 13.00 Uhr beenden, weil er noch zur Mittagsschicht musste. Der Einfachheit halber machte er mit seinem Gegner kurzen Prozess. 2:0

Philip Brockhaus hatte sich an Brett 6, unter Verzicht auf die Rochade, recht forsch zu einem Angriff auf Horst Menzels König entschieden, den er dann, - wie immer sauber -, siegreich beendete. 3:0

Markus Lengtat hatte gegen Thomas Menzel ein Endspiel mit 2 Türmen gegen die gegnerische Dame auf dem 3. Brett, als ihm sein Gegner ein Remis anbot. Weil die möglichen Abwicklungen nicht so ohne Weiteres klar einzuschätzen waren, entschloss er sich, das Angebot anzunehmen, bevor der Schuss nach hinten losging. In der Analyse stellte sich aber heraus, dass Markus doch die deutlich besseren Chancen hatte. 3½:½

In der Partie von Stefan Gilles an Brett 4 gegen Heinz Maas gab es keine Überraschungen. Jedesmal, wenn ich auf sein Brett schaute, war alles im "grünen Bereich". Deshalb war ich mir immer sicher , dass er sich aufgrund seiner Spielstärke durchsetzen würde. 4½:½

An der Partie von Franz Bredendick gegen Stefan Wagner an Brett 7, die ziemlich lange lief, war insbesondere die Abwicklung zum Sieg jeweils mit Dame und Turm bemerkenswert. 5½:½

Ich selbst konnte an Brett 2 meinen noch recht unerfahrenen Gegner Peter Winkel etwas außerhalb der normalen Theorie sehr schnell so unter Druck setzen, dass er kaum noch gute Züge fand. Nach f4-f5 bekam ich die f-Linie für Dame und Turm frei. Mit Bauernopfer auf h5 konnte ich seinen Bauern h6 schlagen mit Mattangriff, danach war seine Stellung nicht mehr zu halten. 6½:½

Michael Wilke hatte sich an Brett 1 einen schönen Angriff auf den König von Hans-Peter Dickmann erarbeitet, und stand vor dem Dilemma, den gegnerischen Bauern auf der b-Linie mit dem Läufer oder Turm zu schlagen. Er entschied er sich für den Läufer, - beim Schlagen mit dem Turm wäre der Gegner in wenigen Zügen matt gewesen -, und verlor daraufhin die Partie noch. Sehr ärgerlich für ihn! 6½:1½

Es hätte also durchaus ein 8:0 werden können, und vielleicht jammern wir den Brettpunkten noch hinterher. Wichtig ist jetzt aber, dass wir das nächste Spiel gegen Wesel III konzentriert angehen. Zumindest ein 4:4 muss her, um 100-prozentig abstiegssicher zu sein.

[Dieter Ollesch]



4. Runde, 27.01.2013: SK Xanten I - SV Dinslaken III 2 : 6

Wider amtlicher Wetterwarnung wagte unsere Veteranentruppe den Weg in die weit entfernte Weihestättenstadt. Wie sich herausstellte, waren die Witterungsbedingungen völlig unproblematisch, und wir entgingen so dem Problem, einen Ausweichtermin finden zu müssen.

An Brett 8 konnte Franz Bredendick gegen Cindy Breuer seine große Spielerfahrung demonstrieren, indem er den Punkt souverän und als Erster nach Hause holte. 1:0

In der Partie an Brett 6 gegen Leon Breuer hatte Nikola Lajic das wohl bessere Spiel. Er hatte sogar die Möglichkeit zu einem einzügigen Mattgewinn, übersah diese jedoch im Eifer des Gefechts. Damit war allerdings auch die Möglichkeit zum Sieg vertan, und er willigte schließlich ins Unentschieden ein: 1½:½

Markus Lengtat bekam es an Brett 3 mit Michael Cebulla zu tun. Seine in letzter Zeit gezeigte gute Verfassung ließ ihn auch hier nicht im Stich. Er stand die ganze Zeit über etwas aktiver. Schließlich ließ der Gegner sich dazu hinreißen, einen vergifteten Bauern zu nehmen. In der Folge konnte Markus Material gewinnen, die Stellung stark vereinfachen, und so seinen Vorteil zum Gewinnvorteil ausbauen. 2½:½

An Brett 4 mußte Stefan Gilles es mit Lorenz Hündgen aufnehmen. Nominell eine eindeutige Sache, aber der Gegner weiß auch, wie die Figuren ziehen. Ein Gewinn muß erst einmal realisiert werden. Der Gegner baute sich solide auf und Stefan willigte konsequenterweise ins Remis ein. 3:1

Die einzige Niederlage der Dinslakener mußte Markus Mühlbacher an Brett 5 gegen Jens Peters hinnehmen. Markus versuchte sich an einem Läuferopfer auf h7. Es gibt zwei Ansätze, wie man das Thema angehen kann. 1. Brutales Durchrechnen, und wenn das nicht geht 2. Abschätzen. Aus dem Opfer wird dann ein intuitives Opfer, das schon prinzipiell Spielerfahrung voraussetzt, über die Markus natürlich verfügt. Trotz allem birgt das intuitive Opfer immer die Möglichkeit einer unvorhergesehenen konkreten Widerlegung. Und genau das geschah Markus. Sein Gegner behielt das Mehrmaterial, konnte seinen König sichern, und dann zum Gegenangriff übergehen. Da Markus zur Durchführung des eigenen Angriffs die Königsstellung geöffnet hatte, schlug dieser dann auch durch. 3:2

An Brett 2 traf Dieter Ollesch auf Dirk Fromme. In der Eröffnungsphase war es ihm gelungen, die aktiven Figuren des Gegners wegzutauschen, so dass er beim Übergang ins Mittelspiel selbst zum Angriff übergehen wollte. Aber das Spiel können auch zwei spielen. Der Gegner konnte den Damentausch erzwingen, und die Partie war danach eigentlich ausgeglichen. Nach ein paar Zügen, und beiderseitigen Versuchen, doch noch etwas zu erreichen, überzog der Gegner, und Dieter konnte eine Gabel anbringen, die dann die Partie entschied und den ersten Mannschaftspunkt sicherte. 4:2

Die Partie von Michael Wilke an Brett 1 gegen Heinz-Gerd Lehmann war eröffnungstheoretisch eine Mischung aus Allem. Es ergab sich eine Stellung, in der die Bauern sich gegenseitig belauerten und die Figuren im Hintergrund mühsam lavierten. Hierbei galt es, den Überblick zu behalten, und offenbar hatte Michael dabei mehr Erfolg, denn als sich der Rauch verzog, hatte er in einer offenen Stellung das Läuferpaar gegen das Springerpaar sowie zwei verbundene, schwerfigurenunterstützte Mehrfreibauern im Zentrum. Das überzeugte dann auch den Gegner, der folgerichtig sowohl die eigene Partie als auch den zweiten Mannschaftspunkt aufgab. 5:2

An Brett 7 erspielte sich Philip Brockhaus gegen Mike Schürmann durch sauberes Spiel einen entfernten Mehrfreibauern im Turmendspiel. Auch wenn der Vorteil auf seiner Seite lag, gab der Gegner doch etwas zu früh auf. 6:2

Derzeit belegt Dinslaken in der Tabelle den dritten Rang. Allerdings könnte Wesel 3 aus dem Duell der "Kellerkinder" gegen Rheinberg 2 siegreich hervorgehen und an uns vorbeiziehen. Wesel hat diesen Kampf witterungsbedingt verschoben, und so müssen wir auf dieses Ergebnis noch etwas warten.

[Dirk Stoppacher]


3. Runde, 2.12.2012: SV Dinslaken III - TV Mehrhoog I 5 : 3

Die Mannschaftsaufstellung war diesmal eine Sache des "Das gewöhnen wir uns für die Zukunft lieber mal ab". Fünf Stammspieler fehlten in der Startaufstellung. Eine berufliche Mittagsschicht, eine unstornierbare Reisebuchung, ein familiärer Termin und zwei schwere Krankheitsfälle hinderten Dieter, Markus M., Nikola, Philip und Michael J. daran, ihre Mannschaft heute zu unterstützen. Glücklicherweise waren die Gegner aus Mehrhoog nicht besser dran, und traten ebenfalls stark ersatzgeschwächt an. Insgesamt führte dies dazu, dass der Mannschaftskampf sehr spannend verlief, und der Ausgang bis zur endgültigen Endscheidung nicht absehbar war.

Franz Bredendick traf an Brett 4 auf Franz-Ludwig Nottenkämper. Nomen est Omen, und der heilige Franziskus ist für seine Friedfertigkeit weltbekannt. Und so machte Franz-Ludwig Nottenkämper bereits nach wenigen Zügen kurzen Prozess und bot unserem Franz Remis an, das ihm nicht abgeschlagen wurde. ½:½

Ein Spatz wanderte also von der Hand in die Tasche, aber wie kriegen wir denn die Tauben von den Dächern? Nach dem Aufrechnen der guten und schlechten Positionen schien Stefan Gilles, der an Brett 3 auf Volker Drewski traf, das Zünglein an der Waage bilden zu können. Einige Spieler hatten sich gerade dazu durchgerungen, ihn als Speerspitze der Dinslakener Kampfkraft zu favorisieren, als er auch schon mit seinem Gegner den Analyseraum betrat, mit einem weiteren Remis auf dem Punktekonto. Er stand zwar günstig, aber durch die Festungsmauer des Gegners war kein Durchkommen. 1:1

Noch schlimmer traf es Dirk Ratzkowski, der es an Brett 6 mit Detlef Reßing zu tun bekam. Er hatte einen deutlichen Raumvorteil und die klar bessere Aktivität. Der Gegner konnte nur noch reagieren und Wartezüge durchführen. Aber wenn die Bauern so ineinander verzahnt sind, ist es schwer mit dem Durchkommen. In der Analyse haben wir hinterher ein aussichtsreiches Springeropfer gefunden, aber so etwas in der Partie durchzuziehen ist schon eine harte Sache. Dirk erweiterte also unsere Spatzensammlung um ein weiteres hübsches Exemplar. 1½:1½

Nun aber sollten sich die Dinge wenden. In seinem vorerst letzten Spiel unter unserer Flagge zeigte Michael Wilke gegen Olaf Büssing noch einmal schönes Positionsschach. Er bekam mit Schwarz bereits in der Eröffnung Stellungsvorteil, den er kontinuierlich ausbauen konnte, um die Partie zu einem schönen Start-Ziel-Sieg zu führen. 2½:1½

An Brett 8 müssen wir wieder unser bereits oben erwähntes "Nomen est Omen" bemühen. Alexander Itermann spielte dort gegen Alexander van Bruck, und es ging um den Titel "Alexander, der Große". Nach einigen Abtäuschen verblieb unser Alexander mit zwei verbundenen Freibauern am Damenflügel, während sein Widerpart sich mit einem einzelnen Freibauern im Zentrum begnügen mußte. In dieser Phase spielte unser Alexander aber leider nicht nachdrücklich genug, und ließ Luft in die Stellung, so dass der Gegner nicht ungefährliches Gegenspiel bekam. Er konnte seinen Freibauern bis auf die dritte Reihe vorschieben, aber ließ dann eine Läuferfesselung zu, die unser Alexander sich nicht entgehen ließ. In der Folge zappelte der Gegner noch eine Weile, aber auch der Freibauer ging verloren, und so konnte Alexander schließlich in aller Ruhe die eigenen Freibauern durchdrücken zum vollen Punktgewinn. 3½:1½

Die verbliebenen Partien verhießen allerdings nichts Gutes. Zunächst mußte man eine Weile auf weitere Ergebnisse warten, und die Punkteerwartung hielt sich in sehr engen Grenzen. Sowohl an Brett 5 als auch an Brett 7 sah es nach deutlichen Niederlagen aus. Am besten schaute es noch bei Ersatz-Mannschaftsführer Markus Lengtat an Brett 2 aus, dem man zumindest ein Remis zutrauen konnte, womit zumindest ein Mannschaftspunkt gesichert wäre. Mehr wollte der unbedarfte Zuschauer allerdings nicht prognostizieren, und auch Markus schien davon Abstand nehmen zu wollen. Er bot seinem Gegner Werner Krick mindestens zweimal den Friedensschluss an. Dieser wollte allerdings seinen noch verbliebenen Mitspielern einen größeren Entscheidungsrahmen bieten, in weiser Voraussicht dessen, was an Brett 5 noch geschehen würde, indem er versuchte, die Taube vom Dach zu holen. Diese flatterte allerdings davon, und auch der Spatz war nicht mehr greifbar. Markus wurde damit unverhofft zum Matchwinner. 4½:1½

An Brett 5 nämlich traf Thomas Rauer auf Andreas Ehm, und die Partie entwickelte sich zu einer Art Lotteriespiel. Zunächst stellte der Gegner den zentralen Springer auf d4 weg (Die Dame mußte gleichzeitig auch den Läufer h6 decken, Figurenüberlastung). In der Folge bekam Thomas gutes Spiel, dann sehr gutes Spiel, schließlich sogar ausgezeichnetes Spiel, als der Gegner seine Dame auf g7 endgültig ins Abseits stellte. Thomas hingegen ließ seine Damenflügelbauern auf die gegnerische Königsstellung laufen, harmonisch unterstützt von Dame, Turm und Leichtfiguren. Zitat Dirk Stoppacher: "Wenn Thomas das jetzt noch verliert, dann gehört er in den Allerwertesten getreten." In dieser Situation, in der er nur die Hand nach dem gegnerischen König ausstrecken mußte, versuchte er, die gegnerische Dame einzufangen. Der Gegner konnte durch eine Stellungsöffnung parieren, der f-Turm spielte plötzlich mit, und konnte der Dame nochmal aus dem Kokon schlüpfen helfen. Hierbei gab Thomas das Mehrmaterial mit Zinsen zurück. Zur eigenen Rettung mußte er zu einigen merkwürdigen Manövern greifen, die seine Figuren auf passiven Feldern zurückließen. Jetzt hatte der Gegner eine Stellung, die er auch im blinden, tauben und scheintoten Zustand noch gewinnen mußte. Aber er tat es nicht. Nach und nach konnte Thomas ihm die Butter wieder vom Brot nehmen, und hatte in der Schlussstellung einen Turm gegen einen Bauern auf der vorletzten Reihe. Es mag konstruierte Fälle geben, wo eine Seite diese noch gewinnen kann, aber diese Stellung war kein solcher Fall. 5:2

Auch an Brett 7 spielte sich ein Drama ab, an dem Bernd Schwagrowski gegen Ernst Tebbe spielte. Bernd hatte schon in einer frühen Phase einen Bauern abgegeben, aber obwohl beide Seiten nicht immer die besten Züge fanden, fand er nicht die Gelegenheit zum Ausgleich. Umgekehrt gelang es auch dem Gegner über lange Zeit nicht, den Vorteil zu vergrößern. Es war also durchaus möglich, dass die Partie noch in der Remisbreite lag. Inmitten dieser Partiespannung fand Bernd noch ein ausgezeichnetes Mittel, um noch mehr Zug auf die Nerven der Kiebitze zu legen. Zu einem Zeitpunkt, als die Partien von Thomas und Markus noch liefen, der Mannschaftskampf somit noch nicht entschieden war, bot er dem Gegner Schach mit der Dame. Dieser konterte mit einem Turmschach auf der 8. Reihe. Bernd reklamierte das eigene Schach, sein Gegner nahm den Zug zurück und parierte das Schach stattdessen mit einem Bauern. Als Kiebitze fungierten die beiden Herren mit dem schönsten Vornamen der Welt, und diese beiden schauten sich entgeistert an: Laut Berührt-Geführt-Regel hätte der Gegner das Schach mit dem Turm parieren müssen. Das wäre möglich gewesen, indem der Turm sich selbst von der Dame fesseln ließ, und hätte Bernd die Gelegenheit gegeben, den Turm mit seinem Bauern abzuholen. Aber Bernd vergaß die entsprechende Reklamation!!! Und ein Kiebitz darf sich auf die Zunge beißen, aber nicht in die laufende Partie eingreifen. Vielleicht spürte Bernd schon an dieser Stelle den Endstand voraus und wollte die Gegner nicht durch einen zu hohen Gesamtsieg völlig deklassieren. Tatsächlich wäre ein eventueller 6:2-Endstand angesichts des eher ausgeglichenen Verlaufs des Mannschaftskampfes schon fast unverschämt gewesen. Sei es, wie es sei, Bernd spielte die Partie weiter, und konnte sie letztlich nicht mehr halten. Damit konnten auch die Gegner zumindest einen vollen Punkt einstreichen. 5:3

Von einem "verdienten Sieg" kann hier nicht die Rede sein. An Brett 2 hatte der Gegner das Remis mehrmals bereits in der Tasche, und an Brett 5 hätte von Rechts wegen der volle Punkt an die Gegner gehen müssen, was insgesamt die Punkteteilung bedeutet hätte und nach Ansicht des Berichterstatters ein faires Ergebnis gewesen wäre. Andererseits war unsere 3. Garnitur in den letzten beiden Runden nicht sonderlich vom Glück verwöhnt.

[Dirk Stoppacher]


2. Runde, 21.10.2012: SV Wesel II - SV Dinslaken III 4,5 : 3,5

Michael Jakubowski und Lennart Brockhaus standen an den Brettern 5 und 7 gegen Sebastian Kohl und Volke Hemme-Unger lange Zeit mindestens gleichwertig, und auch bei Nicola Lajic an Brett 2 gegen Berthold Plischke war mit einem Remis zu rechnen. In allen drei Partien konnte der durchaus erreichbare halbe Punkt aber nicht erzielt werden. 0:3

Franz Bredendick hat sein Spiel an Brett 4 gegen Ingo Schilberg sauber zum siegreichen Ende gebracht. 1:3

Thomas Rauer konnte an Brett 6 gegen Philip Neuhaus 2 Springer für einen Turm gewinnen und mußte lediglich auf zwei starke Mittelbauern seines Gegners achtgeben, konnte dann aber klar gewinnen. 2:3

Philip Brockhaus hat an Brett 3 gegen Holger May wie immer solide gespielt, sein remis gegen Holger May ist aller Ehren wert. 2½:3½

Dieter Ollesch war mit seiner Partie an Brett 1 in jeder Phase zufrieden, weil sein Gegner Thomas Rosenberg ohne jede Angriffsmöglichkeit blieb und auf Dieters Spiel reagieren mußte. So konnte er in aller Ruhe seine Angriffsstellung ausbauen, zunächst einen Bauern gewinnen und dann die gegnerische Verteidigung durchbrechen, dem auch ein Damenopfer nicht half. 3½:3½

Einen besonders schweren Gegner hat Julian Reusch an Brett 8 mit Karl Trueson erwischt, gegen den er keine Chance hatte. 3½:4½

Insgesamt sehr, sehr schade. Das hätte die Sensation werden können. Entgegen jeder Erwartung konnten wir den Kampf nicht nur offen halten, sondern hatten sogar gute Gewinnchancen.

[Hans-Dieter Ollesch]


1. Runde, 07.10.2012: SV Dinslaken III - SCF Hünxe I 2,5 : 5,5

Um 10:00 Uhr waren bereits alle unsere Spieler anwesend, sodass wir unseren ersten Mannschaftskampf dieser Saison, ganz im Gegensatz zur 1. Mannschaft, ohne organisatorische Schlappe beginnen konnten. Lediglich ein Hünxer Spieler ließ Nikola noch ein Viertelstündchen warten.

Die erste beendete Partie war die von Michael Jakubowski an Brett 8. Dort konnte er gegen Stefan Lucassen in der Eröffnung einen wichtigen Bauern gewinnen, stellte aber kurz darauf einzügig eine Figur ein und gab sofort auf. 0 : 1

An Brett 4 opferte der gegnerische Spieler Ulrich Mitschke gegen Markus Mühlbacher einen Springer für einen gefährlich aussehenden Königsangriff, der meiner Einschätzung nach aber nicht ausreichend war. In dem entstandenen Durcheinander übersah Markus aber leider ein einzügiges Matt und wurde damit zum Pechvogel des Tages. 0 : 2

Franz Bredendick konnte gegen Denis Yilmaz an Brett 7 in der Eröffnung zwei Bauern gewinnen, durch eine taktische Kombination stellte er aber eine Leichtfigur ein und gab ebenfalls frühzeitig auf. 0 : 3

An Brett 2 hatte Markus Lengtat gegen Günter Amerkamp einen taktischen Trick auf dem Brett, der den Gegner mindestens den Turm gekostet hätte. Nachdem er diese goldene Möglichkeit ausließ, begnügte er sich folgerichtig mit einem Unentschieden. ½ : 3½

An Brett 6 kam Philip Brockhaus gegen Erich Klaeden bereits wesentlich besser aus der Eröffnung und konnte anschließend im Mittelspiel durch eine Kombination eine Qualität gewinnen, die er sicher in einen vollen Punkt umwandeln konnte. 1½ : 3½

Auch Stefan Gilles konnte seine Partie an Brett 3 gegen Marvin Kohlmann gewinnen, nachdem dieser sich in einem bereits verlorenen Endspiel unnötigerweise Turm und König aufgabeln ließ. 2½ : 3½

Am 5. Brett kam Nikola Lajic gegen Thomas Mitschke mit einem gesunden Stellungsvorteil aus der Eröffnung. Nachdem er in Zug 27 einen einfachen Gewinn übersah, wirkte die Partie jedoch ziemlich ausgeglichen. Durch ungenaues Spiel von Nikola konnte sein Gegner jedoch im entstandenen Schwerfigurenendspiel mehrere Bauern gewinnen und so musste auch Nikola sich schließlich geschlagen geben. 2½ : 4½

Damit war der Kampf bereits vorzeitig entschieden.

Am Spitzenbrett gewann Martin ten Huf gegen den Dinslakener Spieler Michael Wilke im Mittelspiel drei Bauern gegen eine Qualität und konnte diesen Vorteil im Endspiel sicher verwerten. 2½ : 5½

Wenn man bedenkt, dass wir in drei der verlorenen Partien unsere Möglichkeiten nicht nutzen konnten, eine sehr unnötige Niederlage.

[Philip Brockhaus]