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Verbandsklasse, Gruppe 3

9. Runde, 26.05.2013: SV Dinslaken II - Düsseldorfer SK IV 4 : 4

Im für uns bedeutungslosen, für die Gegner vom Düsseldorfer SK IV aber entscheidend wichtigen letzten Duell dieser Saison hätte den Gästen ein Unentschieden zur Sicherung des Klassenerhalts genügt. Also konnte ein Spieler der Düsseldorfer der Versuchung nicht widerstehen, eine 4:4-Ergebnisvereinbarung vorzuschlagen. Aber Erstens wollten wir auf dem Punktekonto unsere blütenreine Weste behalten, Zweitens nicht den Abstiegskampf verzerren und Drittens ist so ein Angebot nicht sonderlich überzeugend, wenn man nur zu siebt anreist...

Jawoll, ein Düsseldorfer fand sich nicht bei deren Treffpunkt ein, so dass nach einer Stunde der erste Zähler auf unserem Konto war. Ralf Gräber war der "Leidtragende" (an Brett 2), nahm es aber mit Humor. 1:0

An den übrigen Brettern entstanden einige sehr interessante Positionen, aber bis zur nächsten Entscheidung sollte noch einige Zeit vergehen. Leider traf es Spitzenbrett Andreas Walter, der nach sehr passiver Eröffnungsbehandlung seines Gegenübers Yakiv Huzenberh rasch ausgleichen konnte, aber dieser setzte Andreas im weiteren Partieverlauf mit sehr kreativem Spiel nachhaltig unter Druck. In schon schwieriger Lage unterlief Andreas dann noch ein Figureneinsteller, also der Ausgleich. 1:1

Trotz dieses Rückschlags schien sich der Kampf jetzt langsam zu unseren Gunsten zu entwickeln, mehrere Stellungen sahen leicht vorteilhaft aus, nur leider hatten sämtliche Spieler des Gastgebers zum Teil erheblich weniger Zeit auf der Uhr.

Lothar Dehens Partie an Brett 3 gegen Xiao-You Liu sah lange Zeit vorteilhaft aus. Er konnte einen Bauern gewinnen, doch bei beiderseits offener Königsstellung wählte Lothar die Zugwiederholung, er fühlte sich sichtbar nicht sehr wohl in dieser Stellung. 1½:1½

Frank Hamann konnte an Brett 7 gegen Horst Engels mit Schwarz schnell ausgleichen, schien immer leichten Vorteil zu besitzen, doch sein Gegner verteidigte sich umsichtig, und als ein Turmendspiel mit je 4 Bauern am Königsflügel entstand, wurden auch hier folgerichtig die Punkte geteilt. 2:2

Trotzdem konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch optimistisch sein: Danny Franke gewinnt ja sowieso immer, Andre Gutowski stand auch besser, Timo Volkmann stand völlig undurchsichtig, Philip Brockhaus schien auch unverlierbar.

Dann aber entstand an Brett 6 eine dramatische Zeitnotschlacht in der Partie Timo Volkmann gegen Mikhail Ascherov. Timo spielte einige riskante Bauernzüge am Königsflügel, die auch seinen eigenen König gefährdeten. Daraufhin entstand eine Stellung, in der auf beiden Seiten diverse Figuren hingen, unter anderem die Damen. Dazu kam, dass beide Protagonisten nur noch wenige Sekunden auf der Uhr hatten. Als dann beide bis etwa zum 45. Zug durchgeblitzt hatten, - in für den Berichterstatter absolut unmitpartienotierbarer Geschwindigkeit - , war eine für Timo glatt verlorene Stellung entstanden. Die Aufgabe folgte prompt. 2:3

Zu allem Unglück kam dann noch hinzu, dass Andre Gutowski an Brett 4 gegen Peter Piepenbreier zwar ein Turm/Springer-Endspiel mit einem Mehrbauern erreichen konnte, sein Gegenüber aber eine Stellungswiederholung erzwingen konnte. Also 2½:3½

Trotzdem konnten wir noch mit einem knappen Sieg rechnen: Unser Podzielny-Bezwinger Philip Brockhaus ist dankenswerterweise kurzfristig als Ersatzspieler eingesprungen. Seine Partie an Brett 8 gegen Domingo Patricio schien sehr lange ausgeglichen zu sein. Mit Beginn des Endspiels kippte die Waagschale aber langsam zu Philips Gunsten: Er konnte einen Bauern gewinnen, und nachdem es ihm gelang, die Springer zu tauschen, war die Partie gelaufen, also wieder der Ausgleich: 3½:3½

Danny Franke an Brett 5 stand lange ausgeglichen. Kurz vor der Zeitkontrolle, die Danny ziemlich knapp meisterte, gelang es ihm, mit Dame und Springer in den gegnerischen Königsflügel einzudringen. Dieses kostete seinem Gegenüber Eberhard Bießner zwei Bauern. Danny blieb aber am Drücker, nach dem Gewinn eines weitern Bauern schien die Partie entschieden zu sein, doch Danny konnte nicht gut die Damen tauschen, da er ansonsten noch einen Springer hatte, der Gegner einen Läufer, und der besser positionierte König des Gegners machten diesen Damentausch riskant. Leider ließ er einmal die Möglichkeit zu einem mehrzügigen Damengewinn aus, tauschte stattdessen die Leichtfiguren gegeneinander ab, mußte später wieder einen Bauern zurückgeben und konnte letztendlich dem gegnerischen Dauerschach nicht mehr ausweichen. Also 4:4.

Eine Punkteteilung, die sich unsere Gegner sauer erkämpft haben, und die wir im Sinne einer sicheren Protestvermeidung lieber umgangen hätten. Allerdings stellte sich im Nachhinein heraus, dass Solingen V, - der Abstiegskonkurrent der Düsseldorfer -, sein Match verloren hatte und der DSK auch bei einer Niederlage in der Verbandsklasse geblieben wäre.

[Frank Hamann]


8. Runde, 28.04.2013: OSC Rheinhausen II - SV Dinslaken II 1,0 : 7,0

Der Mannschaftskampf heute war eine ruhige, beschauliche Angelegenheit. Das Vereinsheim in Rheinhausen ist spürbar ein Fußball-Clubhaus und verfügt über ein entsprechendes Ambiente. Trotzdem steht alles zur Verfügung, was das Schachspielerherz zum Glücklichsein benötigt, einschließlich voneinander abgetrennter Spiel- und Analysebereiche. Die Gastgeber empfingen uns in höchstem Maße freundlich und höflich, und der Verlauf des Mannschaftskampfes war völlig unproblematisch. Einziger Makel: Im Kampf zwischen dem Tabellenletzten und dem Tabellenersten wollte nicht wirklich Spannung aufkommen.

Den ersten Punkt holte Kai Waldmann an Brett 4 kampflos. Sein Gegner, sonst ein höchst zuverlässiger Spieler, kam trotz verzweifelter Hoffnung seines Käpt'ns nicht. Ich schätze aber, dass Kai nicht wirklich sauer war. 1:0

Das Spiel an Brett 7 lautete: "Welcher Königsangriff schlägt zuerst durch?", und die Mitspieler hießen Dirk Stoppacher und Sascha Lebenicnik. In einer Stellung mit verschiedenen Rochaden konnte Dirk aber den gegnerischen Angriff abwehren, und dann in Ruhe seinen eigenen Angriff zum Erfolg durchführen. 2:0

An Brett 1 hatte Andreas Walter gegen Peter Halfmann doch tatsächlich eine gesunde Verluststellung erreicht. Er verfügte über den Minusbauern. Seine Vorteile waren dagegen das Läuferpaar, die größere Restbedenkzeit und die höhere DWZ. Sein Remisangebot wurde angenommen. 2½:½

An dieser Stelle endete bereits die Partie von Brett 5, deren Laudation ich mir allerdings, man möge mir verzeihen, für später aufhebe.

So ziemlich gar nichts mitbekommen habe ich von der Partie von Markus Lengtat an Brett 8 gegen Johannes Kerkhoff. Es handelt sich dabei allerdings um eine weitere Verlängerung unserer heutigen Erfolgsstory, Tschacka!!! 3½:½

In der Partie an Brett 3 gelang es Lothar Dehens Gegner David Jentzsch, die Partie einfach zu halten, und jede Stellungsschwäche zu vermeiden. Auf diese Weise rettete er das Remis in ausgeglichener Stellung über die Ziellinie. 4:1

Der Aufstieg war durch den erzielten halben Mannschaftspunkt damit bereits eine Runde vor Schluß endgültig gesichert. An Brett 6 konnte Frank Hamann gegen Andreas Ehrentraut einen Läufer gegen einen Bauern gewinnen. In der Folge tauschte er das Material so runter, dass sein Läufer sowohl die gegnerischen Restbauern als auch das Umwandlungsfeld des eigenen Randfreibauern entlang einer Diagonalen beherrschte. 5:1

Die letzte noch laufende Partie an Brett 2 zwischen Ralf Gräber und Sebastian Feldhaus zog sich noch ein Weilchen hin. Bei drei Mehrbauern im Endspiel bestand über deren Ausgang allerdings wenig Zweifel. 6:1

Kommen wir nun zu der eben sorgsam aufgesparten Partie von Brett 5, in der Jörg Riekenbrauk auf Carsten Reisloh traf. War damit irgendetwas besonderes? Drohte es gar, spannend zu werden? Der Mannschaftskampf war ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden. Aber keineswegs. Jörg lockte seinen Gegner in sein bevorzugtes Fahrwasser, ein großer Fehler, wovon IM Jürgen Fleck ein Liedchen singen kann. In seinen Kommentaren zu der Partie vermittelte Jörg den Eindruck, immer alles unter Kontrolle zu haben, und durchgängig über leichten Vorteil zu verfügen. Die Partie enthält auch keine Überraschungen, die die Schachwelt nicht schon irgendwo gesehen hätte. Aber bei der abschließenden Aufstiegsfeier entwickelte Jörg ein diebisches Vergnügen, seine Mitfeiernden fortwährend durch den Kakao zu ziehen. Daraufhin wurde beschlossen, und zwar von mir, ihm dafür eine kräftige Revanche zu verpassen. So sei hiermit darauf hingewiesen, dass wir Jörg, dem ausgewiesenen Kenner und Liebhaber feiner Genüsse, die Auswahl der Feierlokalität überlassen haben. Seine Wahl fiel auf eine Art italienisches Bistro am Ostausgang des Duisburger Bahnhofs. Der Versuch, eine gute Lokalität in einer von Laufkundschaft geprägten Umgebung zu finden, in der im Wesentlichen nicht die Produktqualität, sondern der Standortfaktor den wirtschaftlichen Ausschlag geben, hätte mich eigentlich stutzig machen müssen. Tatsächlich war das Etablissement wesentlich besser, als der vorherige Gedankengang vermuten läßt, aber das bewahrte Ralfs Calzone nicht vor einer gewissen Ähnlichkeit mit einem Brikett, und mein Medium-Steak war dann doch durch. Das schadete aber nicht sehr, denn vom Umfang her erinnerte es mich eher an ein sogenanntes "Krüstchen", und in feinen Restaurants sind kleine Portionsgrößen ja durchaus üblich. Die bestellte Salatbeilage bestand dann nur aus einem einsamen grünen Salatblatt, das schamhaft von einer Orangenscheibe bedeckt war. Das war mein Eindruck von dem Lokal, in dem Jörg den Aufstieg in die Verbandsliga feiern wollte. Mein lieber Jörg, hast Du Deine Auswahl davon beeinflussen lassen, dass Du Dich bereits heimlich in die Verbandsklasse zurücksehnst? Wolltest Du damit zum Ausdruck bringen, dass die Mannschaft dich in der Verbandsklasse zurücklassen soll? 7:1

[Dirk Stoppacher]



7. Runde, 17.03.2013: SV Dinslaken II - ESV Großenbaum 5,5 : 2,5

Der heutige Kampf gegen Großenbaum schien noch zu Beginn des Jahres das grosse Endspiel um den Aufstieg zu werden, waren doch beide Mannschaften über weite Teile der Saison verlustpunktfrei. In der Zwischenzeit haben die Gäste jedoch schon zwei Duelle verloren, so daß diese Charakterisierung nicht mehr wirklich zutraf. Wir hatten allerdings schon vorher dafür gesorgt, dass uns an diesem Tag die absolut stärkste Mannschaft zur Verfügung steht, auch Andre Gutowski konnte gegen seinen alten Verein erstmals mitmischen. So blieb Dirk und mir die bequeme (?!) Zuschauerrolle. Auch die Gäste aus Großenbaum konnten aber auf ihre etatmäßige Bestbesetzung zurückgreifen; also fand eine echte Spitzenbegegnung statt - unter etwas beengten Bedingungen, da unsere Vierte gleichzeitig ein Heimspiel hatte.

Nach zwei Stunden waren die Aussichten noch nicht so rosig: unser Spitzenbrett Andreas Walter geriet schon in der Eröffnung unter starken Druck, verlor einen Bauern und geriet in ein sehr schwieriges Endspiel. Kai und Jörg mussten beide etwas Druck auf dem Königsflügel aushalten, dafür hatte Danny schon ausgangs der Eröffnung Vorteile. An den übrigen Brettern schien noch nicht viel los zu sein.

Kai Waldmanns Partie an Brett 4 gegen Volker Schmidt war dann die erste Beendete: Nachdem er den Druck auf seinen König neutralisieren konnte und einige Figuren getauscht wurden, einigte man sich stellungsgemäß auf remis. Sinnvolle Pläne waren für beide Seiten kaum noch zu finden. ½:½

Danny Franke konnte an Brett 7 seine gute Figurenaktivität in einen Qualitätsgewinn umsetzen, und sein Gegner Franz Mietner konnte nicht vermeiden, dass Dannys Turm eindrang und weiteres Material einsammelte. 1½:½

Andre Gutowski konnte an Brett 5 seine Dame gegen zwei gegnerische Türme geben. Der richtige Tausch, denn die gegnerische Dame nahm nicht richtig am Spiel teil, Andres Türme dagegen beherrschten die Stellung. Als Andre dann noch die gegnerische Dame fangen konnte, blieb seinem Opponenten Andreas Giebel nur noch die Aufgabe. 2½:½

Andreas Walter vermochte es an Brett 1 gegen seinen Gegner Wolfgang Mietner allerdings nicht mehr, seine Stellung zu halten. 2½:1½

Dann ging der Kampf ganz schnell, noch vor der berühmt-berüchtigten Zeitkontrolle, zu Ende. Jörg Riekenbrauk ließ an Brett 6 die Angriffsbemühungen von Marc Dittmann ins Leere laufen. Plötzlich konnte er aber seine Stellung massiv verbessern, auch ein verzweifeltes Qualitätsopfer seines Gegenübers half nicht mehr. Jörg konnte forciert Haus und Hof gewinnen, also 3½:1½

Timo Volkmanns Partie an Brett 8 gegen Rainer Bischof war ein stetiges Auf und Ab mit wechselnden Materialverhältnissen, erst eine Qualität mehr, dann drohte seine Dame gefangen zu werden, schließlich eine Mehrfigur, danach ein Minusbauer...wohl folgerichtig endete die Partie mit einem Dauerschach. 4:2

Auch die letzten laufenden Partien sorgten dann nicht mehr für viel Spannung. Lothar Dehen spulte an Brett 3 sein übliches Programm ab: eine gleiche oder allenfalls marginal bessere Stellung knetet "Magnus" Dehen gegen Sven van der Pas zu einem vorteilhaften Springer-Endspiel, wo er eine tolle Zugzwangstellung zum Siegtreffer erreichte... 5:2

Dann stellte auch Ralf Gräber an Brett 2 seine Gewinnbemühungen gegen Guido von der Warth ein; ein gleiches Schwerfigurenendspiel war entstanden, die Punkteteilung war unausweichlich. 5½:2½

Damit steht der Zugang zur Verbandsliga offen wie ein Scheunentor. Ein Punktgewinn unsererseits aus zwei Begegnungen gegen Abstiegskandidaten, oder ein Punktverlust unseres einzig verbliebenen Konkurrenten, der Velberter SG, die noch drei Runden vor sich haben, würde reichen. Dazu haben wir auch noch einen deutlichen Vorsprung bei den Brettpunkten, so dass uns der Aufstieg wohl nicht mehr zu nehmen ist. Nichtdestotrotz werden wir in den letzten beiden Mannschaftskämpfen gegen die (Stand heute) abstiegsbedrohten Mannschaften von OSC Rheinhausen II und Düsseldorfer SK IV mit vollem Einsatz zu Werke gehen, das ist einfach ein Gebot der sportlichen Fairness den übrigen Mannschaften gegenüber. Wenn wir trotzdem noch scheitern sollten, hätten wir es auch einfach nicht verdient, aber diese Gedanken verbieten sich heute:

Jungs, ich bin verdammt stolz auf euch, diese Saison macht einfach einen Riesenspaß!!!

[Frank Hamann]



6. Runde, 03.02.2013: SK Turm Krefeld II - SV Dinslaken II 2,5 : 5,5

Die starken, nicht zu unterschätzenden Gastgeber von Turm Krefeld II, immerhin Tabellendritter(!), traten in annähernder Bestbesetzung an. Wir dagegen mussten auf einige Stammspieler verzichten, konnten mit Markus Lengtat und Stefan Gilles aber starke Ersatzspieler aus der Dritten aufbieten.

Der Mannschaftskampf begann ruhig und ausgeglichen, nur Frank Hamann an Brett 5 verlor schon in der Eröffnung einen Bauern, schien aber eine gewisse Kompensation dafür erhalten zu haben. Recht schnell hatten wir an fast allen Brettern schon deutlichen Bedenkzeitvorteil, nur Markus Lengtat hatte viel Zeit verbraucht. Trotzdem machte sich zu diesem Zeitpunkt eine eher negative Stimmungslage breit, ein Mannschaftmitglied vermutete gar eine 3:5-Niederlage als Endergebnis, doch glücklicherweise verwandelte sich der Zeitvorteil bei mehreren Spielern zu handfesten Stellungsvorteilen...

Dirk Stoppacher an Brett 6 brachte unsere Farben gegen Heiko Bräunig in Führung: mit Schwarz hatte er schon eine positionell vorteilhafte Stellung erreicht, nach einer gegnerischen Fehlkombination hatte er eine Figur gegen einen Bauern mehr, den Rest wollte sich der Gegner nicht mehr zeigen lassen. 1:0

Andreas Walter am Spitzenbrett sorgte dann nach einer ganz sicher vorgetragenen Partie gegen Volodymyr Miklychenko für den Führungsausbau: sein Gegner konnte das Matt auf g7 oder alternativ h8 nicht mehr verhindern. 2:0

Markus Lengtat an Brett 7 konnte mit immer knapper werdender Zeit nicht mehr verhindern, dass die Schwerfiguren seines Gegners Patrick Gödde in seine Stellung eindrangen; nur noch 2:1.

Jörg Riekenbrauk an Brett 3 hatte gegen Bernd Dahms früh ein Remisangebot abgelehnt, seine Stellung war recht unklar, gewissen gegnerischen Problemen der Königssicherheit standen eigene Schwächen am Damenflügel gegenüber...nur hatte Jörgs Gegner schon früh schwere Zeitnot und übersah eine taktische Möglichkeit, die die Dame kostete, also 3:1.

Danny Franke an Brett 4 stand gegen Andreas Tiede auch früh aussichtsreich, konnte sich bald einen gedeckten Freibauern verschaffen und stand wohl schon auf Gewinn, als sein Gegner die Bedenkzeit überschritt. Damit bleibt Danny auch der Topscorer der Liga! 4:1

Der Mannschaftsführer und Berichterstatter hatte trotzdem noch ein ungutes Gefühl in der Magengegend, er sah noch ein stundenlanges Ringen und womöglich ein 4:4 am Horizont...doch zu seiner Erleichterung konnte Lothar Dehen an Brett 2 gegen Klaus Bernhard ein sehr remisverdächtiges Leichtfiguren-Endspiel erreichen, welches von seinem Gegner wohl wegen des ungünstigen Spielstandes gar noch überzogen wurde, und Lothar konnte einen Bauern zur gegnerischen Grundreihe durchbringen, und der Mannschaftskampf war entschieden. 5:1

Daraufhin einigte sich Stefan Gilles an Brett 8 gegen Olaf Feierabend in völlig ausgeglichener Lage (Turmendspiel mit je 7 Bauern und ohne Einbruchsmöglichkeiten) natürlich auf remis, und auch Frank Hamann an Brett 5 durfte gegen Hans Schlickum seine völlig verkorkste Partie mit mittlerweile drei Minusbauern endlich aufgeben. 5½:2½

Also steht für uns im März gegen Großenbaum wohl das Aufstiegsentscheidungsspiel an; und wir treten noch mit lupenreiner Weste an!

[Frank Hamann]


5. Runde, 13.01.2013: TuS Düsseldorf-Nord I - SV Dinslaken II 1,5 : 6,5

Der fünfte Mannschaftskampf der Zweiten in dieser Saison endete mit einem ungefährdeten 6,5-1,5-Sieg beim TuS Düsseldorf-Nord.

Die gastgebenden Düsseldorfer traten stark ersatzgeschwächt an, die halbe Stammbesetzung fiel aus. Das erste Brett blieb unbesetzt, und Interims-Mannschaftsführer Andreas Knospe war so fair, uns diesen Umstand schon am Vortag mitzuteilen. Unser Spitzenbrett Andreas Walter fuhr aber trotzdem mit, um uns die Daumen zu drücken. So gingen wir mit einer 1-0-Führung in das Duell.

Bald darauf endete die Partie an Brett 4: Jörg Riekenbrauk trat stark krankheitsgeschwächt an, und seine Stellung sah bald auch nicht mehr so richtig gesund aus. Er bat dann mal vorsichtig remis an, und etwas überraschend willigte sein Gegner Andreas Knospe auch ein. Also 1,5-0,5.

Frank Hamann an Brett 7 konnte gegen Egbert Bressel grossen Raumvorteil gegen die gegnerische Igel-Struktur erreichen, übersah dann aber einen Zug, der den Abtausch vieler Figuren erlaubte und erreichte ein Endspiel, was höchstens minimal vorteilhaft erschien; als er sich schon in Gedanken mit einem remis anfreunden wollte, stellte der Gegner jedoch einen ganzen Turm ein...also 2,5-0,5.

Timo Volkmann an Brett 6 konnte ausgangs des Mittelspiels gegen Markus Hobbensiefken einen Springer gegen einen Bauern gewinnen, machte sich das Leben dann jedoch selber etwas schwer, erlaubte es dem Gegner noch einen Bauern zu gewinnen, und König und Turm recht aktiv zu stellen. Als es Timo dann aber gelang, den weit vorgerückten c-Bauern seines Gegenübers zu erobern, war der Rest einfach. 3,5-0,5.

Hans-Dieter Ollesch an Brett 8, der dankenswerterweise kurzfristig am Sonntagmorgen als Krankheitsvertretung einsprang, konnte gegen Karin Möllemann mit Schwarz früh ausgleichen, entwickelte dann Druck gegen den gegnerischen rückständigen d-Bauern, und seine Gegnerin konnte den Drohungen nicht standhalten, so dass er ein Doppelturm-Endspiel mit zwei Mehrbauern und passiven gegnerischen Türmen erreichte, der Rest war Technik. 4,5-0,5.

Danny Franke an Brett 5 bleibt unser Topscorer: er konnte schon ausgangs der Eröffnung gegen Klaus Jaskolka Qualität und zwei Bauern erobern, hat dann vielleicht nicht den einfachsten Weg zum Sieg gefunden, aber nach Rückgabe der Qualität nebst Damentausch verblieb er in einem Turmendspiel mit drei Mehrbauern, die Verwertung war kein Problem. 5,5-0,5.

Ralf Gräber an Brett 2 schaffte es gegen Detlef Clasen, ein Schwerfigurenendspiel mit gedecktem Freibauer zu erreichen. Jedoch waren die Bauern so verschachtelt, das eine Umsetzung schwierig erschien. Als er dann ein Eindringen der gegnerischen Dame in seine Stellung zuliess, schienen alle Ergebnisse möglich zu sein. Er wählte dann den Weg des Dauerschachs, der auch notwendig erschien. Die post-mortem-Analyse zeigte allerdings, das beide Seiten kurz vor dem Ende den Sieg ausgelassen haben...6-1.

Lothar Dehen an Brett 3 erreichte eine gewinnträchtige Stellung, konnte in hochgradiger Zeitnot aber nicht mehr die besten Züge finden, und erreichte dann ein Endspiel Springer gegen Läufer, mit Mehrbauer. Sein Gegner Frank Jordan verteidigte sich jedoch umsichtig, und so endete auch diese Partie mit einem Unentschieden. 6,5-1,5.

[Frank Hamann]


4. Runde, 9.12.2012: SV Dinslaken II - SF Heinsberg II 5,0 : 3,0

Ralf Gräber gewann an Brett 2 ohne Kampf. 1:0

Nicola Lajic an Brett 8 holte ein ungefährdetes Remis gegen Wolfgang Petz. 1½:½

Unser Brett 1 Andreas Walter erwischte gegen Rien Seip einen gebrauchten Tag. 1½:1½

Jörg Riekenbrauk an Brett 5 stand gar nicht schlecht. Er übersah aber leider einen Zwischenzug und wurde von Helmut Machat recht drakonisch und vielleicht etwas unglücklich dafür bestraft. 1½:2½

Dirk Stoppacher wählte an Brett 7 den Weg des rituellen Selbstmordes, der Gegner Christian Hahn mochte aber wohl kein Blut sehen und liess Gnade walten - ein nach dem Partieverlauf überraschendes und wohl lebenswichtiges Remis. 2:3

Danny Franke gewann an Brett 6 mit einer durchaus ansprechenden Leistung gegen Manfred Gaßner. 3:3

Lothar Dehen stand an Brett 3 zwischendurch sehr verdächtig und gewann dann nach kämpferischem Einsatz gegen Marcus Wegener im Endspiel - nach dem sehr dubiosen Zwischenspiel also Technik, die begeistert. 4:3

Gegen 15 Uhr hatte Kai Waldmann an Brett 4 gegen Christoph Königs eine Menge Druck auszuhalten. Da die Stellung aber recht geschlossen war und kein klarer Gewinnweg ersichtlich war, hatte er ganz gute Remischancen. Dazu kam, dass der Gegner jetzt unbedingt gewinnen mußte, und auch noch im Zeitrückstand war: 15 Minuten gegen 50 Minuten vor der 2. Zeitkontrolle. Kai schöpfte seine Zeit voll aus, der Gegner überzog seine Stellung und landete schließlich auch noch in einer Springergabel. Beide Spieler hatten in diesem Moment noch 2-3 Minuten auf der Uhr. 5:3

Kein ruhmreicher Sieg, aber zwei Punkte auf dem Mannschaftskonto. Das Zuschauen war jedenfalls durchaus anstrengend - ein spannender und dramatischer Kampf....

[Ralf Gräber, Dirk Stoppacher]


3. Runde, 11.11.2012: Velberter SG I - SV Dinslaken II 2,5 : 5,5

Ein wichtiges Aufstiegshindernis haben wir heute recht souverän aus dem Weg geräumt. Dabei kam uns mit Sicherheit zugute, dass die Gegner auf ihr Spitzenbrett Ernst Gillessen, außerdem auf Brett 7 Peter Högström verzichten mußten. Aber auch bei uns fehlte mit FM Dr. Ralf Gräber ein wichtiger Mann.

Zunächst endete die Partie von Dirk Stoppacher an Brett 8. Er bekam mit Timothy Dorn einen Vertreter der 3. Garnitur von Velbert als Gegner zugewiesen, - Velbert 2 hatte zeitgleich ebenfalls einen Kampf -. Dirk konnte frühzeitig seine Dame gegen drei Leichtfiguren tauschen, - rechnerisch ausgeglichen, aber praktisch ein handfester Vorteil -. In der Folge konnte der Gegner einen Qualitätsverlust durch Gabel nicht verhindern. Dirk verblieb dann mit dem besseren Endspiel und konnte es sicher nach Hause fahren. 1:0

Nicht lange danach konnte auch Andreas Walter seinen Platz am 1. Brett räumen. Er spielte ein riskantes, aber selten gespieltes Bauernopfer. Der Gegner Joachim Conrad kannte sich nicht aus, und geriet unter starken Druck, den Andreas in der Folge noch verstärken konnte, bis die Stellung des Gegners nicht mehr standhielt. 2:0

Kaum war Andreas' Partie kurz überflogen, waren auch schon fast gleichzeitig Frank und Danny fertig. Frank Hamann konnte an Brett 7 nach ungewöhnlicher Eröffnungsbehandlung seines Gegners Gerhard Ziese früh klaren Stellungsvorteil erlangen, den er dann in einen möglichen Qualitäts- und Bauerngewinn verwandeln konnte. Der Gegner wickelte allerdings so ab, dass daraus sogar eine glatte Mehrfigur im Endspiel wurde und gab sogleich zu Recht auf. 3:0

Danny Franke versuchte an Brett 5 seinen Gegner Dragan Golubovic am Königsflügel zu attackieren, dieser suchte sein Heil in Gegenspiel am Damenflügel. Nur waren Dannys Bemühungen schneller und zielstrebiger, dazu kam noch ein Übersehen, so dass Danny den gegnerischen König zur Strecke bringen konnte. 4:0

Kommentar Frank: "Nach zwei Stunden 4-0-Führung, ein entspannter Tag heute!"

Kai Waldmann an Brett 3 hatte seinem Gegner Christian Diesing den IDB abnehmen können, und hatte bei stark vereinfachter Stellung einfach einen Mehrbauern. Leider schob er zur Vermeidung von Grundreihenmattdrohungen den falschen Bauern vor, so dass er immer das gegnerische Gegenspiel beachten mußte, und so nicht frei genug auf dem Brett schalten und walten konnte. So kam er leider über eine Punkteteilung nicht hinaus. Immerhin wurde er dadurch zum Matchwinner. 4½:½

Kaum war der Mannschaftskampf entschieden, erhielt Jörg Riekenbrauk an Brett 4 ein Remisangebot seines Gegners Detlef Schönen. Er schreibt: "So ganz ohne Umschweife habe ich das Remis nicht angenommen, aber mir schien nach ein wenig Nachdenken die Position eher schwierig zu sein, eine Einschaetzung, die Fritz bestaetigt. Nachdem ich anfangs gedrueckt, aber durchaus solide stand, gelang es mir im 17. Zug mich zu befreien und leichten Vorteil zu erhalten. Im 24. Zug habe ich eine Kombination gespielt, die auf dem zusaetzlichen Gewinn des c-Bauern beruhte. Leider ging das nicht ganz auf..." 5:1

Lothar Dehen verfügte an Brett 2 über einen soliden Vorteil gegen Horst Szymaniak, und wir gingen davon aus, dass er diesen langsam aber sicher in einen Sieg ummünzen würde. Leider hatte der Gegner noch Gegenspiel, und Lothar ist wohl in eine Fußangel gerannt. Welche genau, haben wir leider nicht mitbekommen, aber Lothar und sein Gegner haben eine sehr übel unklare Variantenstellung analysiert, als wir dazukamen. 5:2

Timo Volkmann schreibt zu seiner Partie an Brett 6 gegen Heinz Schlefing: "Meine Partie war wechselhaft. Leichte Initiative nach der Eröffnung für den Gegner. Dann in etwas passiver Stellung versuchte ich mit Gegenspiel im Zentrum die Dinge zu verwickeln, was auch gelang. Nach einigen taktischen Wendungen erhielt ich Material- und Stellungsvorteil, vergab diesen aber in Zeitnot und einigen starken Konterzügen meines Gegners. Ich bot dann selbst Remis an, als ich sah dass Dauerschach unausweichlich war." 5½:2½

[verschiedene Spieler der Mannschaft]



2. Runde, 28.10.2012: SV Dinslaken II - Turm Schiefbahn 5,5 : 2,5

din2-schiefbahn_20121028_gesamt.jpgAufgrund des zeitgleich stattfindenden Viererpokalmatches zwischen Dinslaken und Turm Rheinberg war es heute in unseren heiligen Hallen etwas beengter als gewöhnlich. Dafür waren heute alle dank der Zeitumstellung tatsächlich ausgeschlafen.

In der Begegnung an Brett 7 zwischen Dirk Stoppacher und Jochen Boeing, von der es leider kein Foto gibt, kam es zu einem echten Feuerwerk der Kombinationen und Gegenkombinationen im Wechsel mit längeren Phasen des sich gegenseitigen Belauerns und Umeinanderherumlavierens, bevor während des 7. Zuges das gegnerische Handy klingelte, und damit vorzeitig die Partie beendete. Der Gegner verleugnete sein Handy nicht, in höheren Ligen durchaus nicht selbstverständlich, wie man so hört. 1:0


Auch die Partie an Brett 4 zwischen Jörg Riekenbrauk und Benedikt Brinkmann endete recht zügig. Jörg bekam massiven Raumvorteil und eine Bauernmehrheit am Damenflügel. Bevor er diese aber umständlich in einen Gewinn umsetzen mußte, griff der Gegner, der im Partieverlauf immer weiter eingeschnürt wurde, schließlich daneben und erlaubte den Springereinfall auf e7 mit tödlichem Angriff auf den König. 2:0

din2-schiefbahn_20121028_kai.jpgNur Augenblicke später endete die Partie von Kai Waldmann an Brett 3 gegen Frank Nys remis. Nun ist unser Kai ja des öfteren einer schnellen Punkteteilung nicht abgeneigt, so dass der Verdacht eines weiteren Salonremis nicht fern lag, aber falsch gedacht: Die Abschlussstellung

schlussstellung_kai.jpg









war ziemlich scharf und unklar, und es war der Gegner, der das Remis mit Dauerschach (24. ... Kf6 25. Df4+ Ke7 26. Dc7+) erzwang. 2½:½

din2-schiefbahn_20121028_andreas.jpgAndreas Walter hatte am Spitzenbrett gegen Jan-Philipp Redder eine aussichtsreiche Stellung, in der höchstens er auf Gewinn spielen konnte. Leider brach die Stellung des Gegners, der nur noch Wartezüge durchführen konnte, nicht zusammen. 3:1

Danny Franke und Michael Gutbier trafen an Brett 5 aufeinander. Seinen kontinuierlichen leichten Vorteil konnte Danny in ein Endspiel mit entferntem Freibauern umwandeln, den der Gegner schließlich mit einem Turmopfer an der Umwandlung hindern mußte. Danach mußte er nur noch ein paar Züge lang zeigen, dass er über eine saubere Verwertungstechnik verfügt, um unseren ersten Mannschaftspunkt nach Hause zu holen. 4:1






din2-schiefbahn_20121028_philip.jpgMatchwinner wurde schließlich Philip Brockhaus, den wir uns bei der dritten Mannschaft ausgeliehen hatten, an Brett 8 gegen Winfried Mangels. Durch kreative Eröffnungsbehandlung ermöglichte der Gegner Philip eine Standardvariante mit ein paar Mehrtempi. Mit sehr effektvollem und auch ästhetischem Positionsspiel holte sich Philip den vollen Punkt, dazu noch den Schönheitspreis und den zweiten Mannschaftspunkt. 5:1


Lothar Dehen, der, als die Fotos geschossen wurden, nicht an Brett 2 saß, war gegen Christian Gütschow mit Nachteil aus der Eröffnung gekommen, und sah sich die ganze Zeit starkem Druck ausgesetzt. Er mußte stets sehr behutsam und erfindungsreich agieren, und durfte sich keine Fehler erlauben. Dass er das hinbekommen hat, zeigt seine Kämpferqualität. 5½:1½



din2-schiefbahn_20121028_frankdannyjoerg.jpgFrank Hamanns Gegner Andreas Rühl brachte an Brett 6 ein aussichtsreiches positionelles Qualitätsopfer an, das Franks Gegenspiel völlig erstickte. Nach und nach holte sich der Gegner das geopferte Material zurück, ohne dabei sein Druckspiel zu mindern. Schließlich wickelte er in ein Endspiel mit entferntem Mehrfreibauern ab, In der reizvollen Schlussstellung hatte er mit 52. ... f6!

schlussstellung_frank.jpg






                                                



Frank den Todesstoß durch Zugzwang versetzt. 5½:2½

Die Spieler aus Schiefbahn haben sich als sympathische Gegner erwiesen, die darüber hinaus trotz des Missgeschicks an Brett 7 nicht das Kämpfen vergessen haben, und wir wünschen für den Rest der Saison alles Gute und viel Erfolg beim Klassenerhalt.

[Dirk Stoppacher, Fotos: Jochen Boeing]


1. Runde, 23.09.2012: SG Solingen V - SV Dinslaken II 1,5 : 6,5

Leicht ersatzgeschwächt, - Kai und Jörg standen leider nicht zur Verfügung und wurden durch Dirk und Dieter ersetzt -, trafen wir auf die im Vergleich zur Vorsaison runderneuerte Fünfte der Solinger Schachgesellschaft. Unser Gegner hatte allerdings noch größere Probleme als wir: An 7 und 8 spielten zwei Ersatzleute aus tieferen Mannschaften. Den kurzfristigen Ausfall von Brett 3 konnten sie allerdings nicht mehr kompensieren, so kam Lothar Dehen zu einem kampflosen Punkt. 1:0

Eine frühe Führung sollte ja eigentlich Flügel verleihen, doch leider sah es nach zwei Stunden gar nicht so toll für uns aus: Dirk Stoppachers wie immer etwas kreative Eröffnungsbehandlung gegen Ernst Müller an Brett 7 führte zu einer Stellung, in der beide gegnerischen Springer angreifbar erschienen, diese versuchte er auch mit forschen Bauernzügen am Königsflügel zu verscheuchen, doch leider ging der Schuß nach hinten los, und der Gegner konnte eine schöne Kombination anbringen, welche mindestens die Dame gekostet hätte, also der recht schnelle Ausgleich. 1:1

An den anderen Brettern schien noch alles offen zu sein, nur Danny Franke hatte nach einem Eröffnungsfauxpas ca. 90 Minuten weniger auf der Uhr und eine verlorene Stellung...

Zu unserem Glück konnte Dieter Olleschs jugendlicher Gegner Niklas Nink an Brett 8 beim Übergang zum Endspiel (ganz häufig noch eine Schwäche junger Talente) seine Stellung nicht mehr halten, so daß wir mit 2:1 in Führung gingen.

Mittlerweile hatte Frank Hamann nach einigen komplizierten taktischen Manövern (mit Ungenauigkeiten bis Fehlern auf beiden Seiten) einen glatten Mehrspringer im Endspiel, und auch Timo Volkmann konnte in seinem etwas schwerblütigen Mittelspiel einen Bauern gewinnen.

Und als dann Danny Franke an Brett 4 wundersamerweise seine Stellung gegen Marius Fränzel remis halten konnte, sah alles nach einem Mannschaftserfolg aus. 2½:1½

Kurz vor der Zeitkontrolle war dieser auch perfekt: Frank Hamann hatte an Brett 6 die nötige Technik, sein Endspiel gegen Volker Naupold zu gewinnen, und auch Timo Volkmann führte seine stark gespielte Partie an Brett 5 zum Sieg gegen Fabian Winkler, nachdem er im Turmendspiel den zweiten Mehrbauern errang. 4½:1½

Es liefen also nur noch die beiden Spitzenbretter: Andreas Walter hatte an Brett 1 gegen die gegnerische Igel-Struktur seines Gegners Stephan Borchert lange Zeit Raumvorteil, aber wohl nicht mehr. Nach einigen Verwicklungen erreichte er etwas Königsangriff, tauschte diesen jedoch gegen ein vorteilhaftes Endspiel. Dieses gewann er dann schnell, auch weil sein Gegner in bereits verlorener Stellung noch den Turm einstellte. 5½:1½

Grotesk war das Ende der Partie von Ralf Gräber an Brett 2: Nach wechselseitigem Verlauf (zwei Türme gegen die Dame und beiderseits weit vorangeschrittenen Bauern) setzte der Gegner Athanassios Vranidis zum Dauerschach an ..., und stellte die Dame auf das falsche, von einem Bauern bewachte Feld!

So kam es am Ende zum verdienten Sieg, der jedoch in der Höhe etwas schmeichelhaft war.

[Frank Hamann]