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NRW-Klasse, Gruppe 1

9. Runde, 28.04.2013: SV Dinslaken I schlägt den SV Lippstadt mit 5,0 : 3,0 und steigt in die Oberliga NRW auf!

Preisfrage: Wer gehört nicht in diese Liste?

Wattenscheid 2, SG Porz 2, Mülheim-Nord 2, Turm Emsdetten 2, SG Solingen 2, SV Erkenschwick 1, SK Münster 1, Klub Kölner Schachfreunde 1, SV Dinslaken 1 und der Sieger aus dem Relegationsspiel zwischen Oberhausener SV 1 und Castrop-Rauxel 1

Antwort: Alle gehören in die Liste - das ist die NRW Oberliga 2013/2014 und wir sind DABEI!

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Aber der Reihe nach: in der letzten Runde der NRW-Klasse war die Lage vor dem Spiel denkbar einfach. Wir spielten gegen den SV Turm Lippstadt, die die Tabelle anführten. Mit einem Sieg steigt Dinslaken auf, im Falle eines 4:4 oder Verlustes könnte noch ein Stichkampf gegen den zweiten der Parallelgruppe erreicht werden. Ein echtes Finale also, zu dem beide Vereine in guter Besetzung antreten konnten. Der SV Dinslaken spielte mit der Stammbesetzung, bei Lippstadt fehlte erwartungsgemäß die Nummer 3.

Bereits früh gab es Grund zu Optimismus auf unserer Seite. In den meisten Partien verliefen die Eröffnungen günstig für uns und besondere Probleme gab es nicht zu beklagen. Erstaunlich früh fielen dann auch bereits die ersten Entscheidungen: IM Christof Sielecki konnte von einem Fehler seines Gegners Heiner Matthias profitieren und gewann mit den schwarzen Steinen seine Partie - 1:0 für Dinslaken! Nur wenig später erhöhte dann Johannes Mundorf zum 2:0, nachdem sein Gegner Andreas Fecke früh in Schwierigkeiten geraten war.

Ein toller Auftakt für uns, zumal die anderen Partien ebenfalls eher zu unseren Gunsten liefen. IM Guido Kern hatte Vorteil gegen Andreas Brenke, ebenso wie Rainer Ossig gegen Alexei Wagner. Bei den Partien von Konstantin Cebulla gegen Duc Tran und Thomas Neuer gegen Marcus Römhild sah es eher ausgeglichen aus. Schwer einzuschätzen war die Situation bei Martin Jäger, der es mit der 12jährigen Lippstädter Nachwuchshoffnung Kevin Schröder (DWZ 2050!) zu tun hatte. In der Begegnung an Brett 1 zwischen FM Thomas Trella und IM Stefan Wehmeier hatte eher der Dinslakener Spieler Vorteile, aber ganz klar war die Sache zunächst nicht. Nach rund 3,5 Stunden Spielzeit gingen dann zwei weitere Partien zuende: Konstantin Cebulla und Thomas Neuer spielten remis, was positionsgemäß war und uns ein Stück näher an die magischen 4,5 Punkte brachte: Stand 3:1 für Dinslaken.

Zum Ende der ersten Zeitkontrolle spitzte sich dann die Lage zu: In schwieriger Lage gelang es Andreas Brenke gegen IM Guido Kern ein Gegenspiel zu bekommen.Guido Kern stand vor der Wahl zwischen einer unklaren Fortsetzung und dem sofortigen Remis. Angesichts des guten Gesamtstandes war hier Sicherheitsdenken angebracht und die Partie wurde somit zum 3,5-1,5 Stand für Dinslaken beendet. Nun war noch ein Punkt nötig, um den Kampf zu gewinnen und den Aufstieg perfekt zu machen. Rainer Ossig hatte leider bei knapper Zeit den Faden verloren und war in großen Schwierigkeiten, während Martin Jäger in einer komplizierten Partie nach zwischenzeitlichen Problemen wieder im Geschäft war. Thomas Trella hatte mittlerweile ein ausgeglichenes Endspiel erreicht - hier war vielleicht mal mehr drin gewesen. Nach rund 5,5 Stunden Spielzeit ging dann Martins Partie zuende: Remis zum 4:3 für Dinslaken! Hier war vielleicht am Ende noch mehr drin, aber da Thomas nicht mehr verlieren konnte bedeutete der halbe Punkt praktisch den Aufstieg. Da Lippstadt mit einem 4:4 zumindest den Stichkampf erreichen konnte, riskierte dann Stefan Wehmeier alles, um noch Gewinnchancen zu bekommen. Allerdings gab seine Position das bei weitem nicht her und so erhielt Thomas Trella noch die goldene Chance, die Partie zu gewinnen und damit eine weitere IM-Norm zu erzielen! Am Ende dann also ein 5:3-Sieg, plus der IM-Norm, die Thomas dann endlich auch den Titel einbringen sollte! Es dürfte sich dabei um die erste Norm handeln, die ein Dinslakener Spieler beim Kampf für den Verein errungen hat.

Am Ende tatsächlich der Aufstieg in die Oberliga... ein Ergebnis, dass noch vor 3 Monaten unmöglich schien. Ich rekapituliere mal den Verlauf der Saison:

1. Runde: Letmathe 4:4 - ein Kampf, bei dem nichts rund lief. Konstantin verliert kampflos, Thomas T. gibt in unklarer Lage gegen Podz auf. Guido erkämpft aus zwischenzeitlich platter Stellung ein remis zum 4:4

2. Runde Bielefeld 6:2 - aha, es geht also doch! Ein prima Ergebnis, das nie gefährdet war. Gegen die eigentlich recht gut eingeschätzen Bielefelder geht keine Partie verloren.

3. Runde Langenfeld 4,5:3,5 - hört sich knapp an, war's aber nicht. Das Match hatten wir immer im Griff und hätte höher gewonnen werden können (Johannes!). Wichtiger Sieg von Konstantin trotz gefühlter Zeitnot seit Zug 5...

4. Runde Münster II 2,5-5,5(!) - Bis heute kapiere ich nicht, was da abging. Gegen auf dem Papier chancenlose Gäste bekommen wir kein Bein auf den Boden und verlieren sang- und klanglos. Mit 5:3 Punkten gehen wir ins neue Jahr und sehen uns eher im Abstiegskampf!!!

5. Runde Castrop-Rauxel 4:4 - Nach 3 Stunden führen wir 3,5-0,5 und grinsen wie die Honigkuchenpferde... um am Ende nur mit einem schlappen 4-4 nach Hause zu fahren. Wir haben "6 Punkte gegen den Abstieg!"

6. Runde Bochum 31 II 5:3 - Ganz wichtiger Kampf! Trotz kurzfristiger Ausfälle gewinnen wir klar gegen Bochum ohne Verlustpartie und mit wichtigen Punkten durch Thomas Trella und die Ersatzspieler - damit 8 Punkte und Klassenerhalt gesichert! Jetzt geht's nach vorne!

7. Runde Hattingen 4,5:3,5 - Wir sind oben dran! Klarer Sieg gegen Hattingen, der deutlicher war als die Zahlen aussagen. Oben halbwegs die Kasse gehalten (Hattingen mit 2 GMs), unten gekillt durch Rainer und Andre und Sieg durch die "Bank" Johannes (am Ende +4 ohne Niederlage!).

8. Runde Bocholt 6:2 - Gegen den Tabellenletzten gab es den erhofften klaren Sieg ohne Einzelniederlage - damit der Weg frei für's Finale!

9. Runde Lippstadt 5:3 - unser bester Kampf genau zum richtigen Zeitpunkt!

[Christof Sielecki, Fotos: Danny Franke]


8. Runde, 7.04.2013: Dinslaken I schlägt Bocholt deutlich mit 6:2 und bekommt ein Aufstiegsendspiel am 28. April in Lippstadt

Häufig ist das Regelwerk beim Schach ja etwas schwierig zu verstehen - warum nochmal hat Magnus Carlsen jetzt das Kandidatenturnier "nach Wertung" gewonnen? "Bei uns in der NRW-Klasse" ist die Sachlage vor den letzten beiden Runden ungleich einfacher zu verstehen: den Tabellenletzten Bocholt schlagen und danach kommt es zum Endspiel gegen Lippstadt - der Sieger daraus steigt auf! Da man ja immer erst das Fell des Bären vor die Apotheke tragen sollte, wenn sich vor dieser schon die Pferde übergeben (oder so ähnlich), galt es also zunächst mal die Gäste aus Bocholt zu schlagen.

Das Match gegen die Mitaufsteiger aus dem Münsterland ließ sich dann auch gut an - an keinem Brett hatten wir nennenswerte Probleme, dafür aber die ein oder andere Position, die Hoffnung auf volle Punkte machte. Johannes Mundorf und Christof Sielecki hatten nach rund einem Dutzend Zügen sehr ähnliche Stellungen. Hier verteidigten sich die Schwarzspieler jeweils sehr passiv gegen die Katalanische Eröffnung. Bei Guido Kern machte sich die gute Vorbereitung bezahlt, er erhielt mit Schwarz früh eine interessante Stellung, die man gut spielen konnte. Rainer Ossig und Konstantin Cebulla spielten ebenfalls mit Schwarz und hatten mit unterschiedlichen Strategien der Gegner zu kämpfen. Während Konstantins Gegner eifrig alles wegtauschte, was sich bewegte, versuchte Rainers Gegner eher, alles geschlossen zu halten. Bei beiden Partien war wenig zu befürchten, aber auch erstmal nicht viel los. Eine sehr angenehme Stellung nach der Eröffnung hatte auch Martin Jäger, dessen Gegner sich auf den letzten drei Reihen verschanzt hatte. Thomas Neuer hatte mit Weiß leider nicht viel herausholen können, es war aber eine interessante asymmetrische Stellung entstanden. Schwer einzuschätzen war die Lage bei Thomas Trella, auch in der Analyse kamen wir zu keiner klaren Einschätzung der Lage.

Den Führungstreffer für Dinslaken erzielte dann Christof Sielecki an Brett 2 gegen Dr. Karl Steiner, wobei man hier eher von einem Eigentor des Gegners sprechen kann. In allerdings bereits strategisch sehr prekärer Lage übersah der Bocholter Spieler ein taktisches Motiv und mußte sofort aufgeben - damit für Dinslaken 1:0.

An den anderen Brettern gab es durchaus Ansätze für einen weiteren Sieg, aber die Gäste aus Bocholt kämpften sehr gut mit. Das nächste Resultat kam dann durch das Spitzenbrett: Thomas Trella spielte Remis gegen Martin Fuest. Die komplizierte Partie hatte eine Position erreicht, in der beide Seiten keine Fortschritte mehr machen konnten. 1½:½

Ebenfalls remis endete etwas später dann die Partie zwischen Konstantin Cebulla und Sebastian Hunhoff an Brett 5. Gegen das sehr solide Spiel des Weißen war hier kaum etwas zu machen - das Remis daher ein gerechtes Ergebnis. 2:1

Ebenfalls Remis wurde dann an Brett 6 zwischen Thomas Neuer und Andreas Wüstnienhaus vereinbart. Die Position war ausgeglichen und das Unentschieden beim Stand des Matches völlig in Ordnung, da in allen danach noch laufenden Partien die Dinslakener Spieler realistische Aussichten auf den Gesamtsieg hatten. 2½:1½

Guido Kern und Johannes Mundorf hatten aus ihren guten Stellungen Materialvorteil erspielt und waren bei allerdings zum Teil komplizierter Lage auf der Siegerstraße. Rainer Ossig und Martin Jäger hatten zwar keinen Materialvorteil, dafür aber großen strategischen Vorteil auf ihrer Seite. Insgesamt muß man vor der kämpferischen Leistung der Gastmannschaft den Hut ziehen, denn diese Partien gingen alle über mehr als sechs Stunden und verlangten den Dinslakener Spielern eine Menge Konzentration und Aufmerksamkeit ab - verschenkt wurde hier gar nichts.

Am Ende gelang es Martin Jägers Gegner, Ersatzspieler Felix Naumann, die Partie an Brett 8 zu einem Remis zu retten. 3:2

Trotz wie erwähnt zäher Gegenwähr gelang das in den Partien Hans Stanik gegen Rainer Ossig an Brett 7 und Goran Gajic gegen Johannes Mundorf an Brett 5 nicht - zwei weitere volle Punkte für Dinslaken zum 5:2.

Der Sieg stand damit fest und Guido Kern konnte so an Brett 3 beruhigt seine schwierige Partie gegen Karsten Liesmann zu Ende spielen. Nach fast 70 Zügen mußte der Bocholter Spieler schließlich aufgeben und das Match wurde für den SV Dinslaken beendet mit einem 6:2-Erfolg.

Damit kommt es jetzt am 28. April, also bereits in 3 Wochen, zum Spiel der Spiele dieser Saison. Als Tabellenzweiter fahren wir nach Lippstadt, das die Tabelle anführt. Lippstadt hat allerdings nur einen Punkt Vorsprung - mit einem Sieg würden wir also direkt in die Oberliga NRW aufsteigen! Mit diesem Aufstieg wäre aus dem Verband Niederrhein Dinslaken dann spielklassenseitig die Nummer 2, nur noch hinter der Profimannschaft der SG Solingen, aber zum Beispiel vor dem PSV/Turm Duisburg. Das schöne an diesem Endspiel ist: wir können nur noch gewinnen und eine prima Saison krönen. Wenn es nicht klappt, ist auch nichts schlimmes passiert, da unser Saisonziel eigentlich nur war, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Wir hoffen auf einige Schlachtenbummler in drei Wochen in Lippstadt!

[Christof Sielecki]


7. Runde, 10.03.2013: Die Tür in die Oberliga ist auf - Dinslaken I schlägt auswärts Hattingen I 4,5:3,5. 

Die Vorzeichen vor dieser - der drittletzten - Runde der NRW-Klasse waren klar. Der Sieger aus der Begegnung Hattingen gegen Dinslaken hat die Chance auf den Aufstieg, der Verlierer ist aus dem Rennen. Der SV Hattingen hat einige sehr starke Spieler aufgestellt, die jedoch nicht immer spielen. So ist ein Match gegen die Aufsteiger aus dem Schachverband Ruhrgebiet immer so etwas wie eine Wundertüte - man weiß nie, welche Spieler im gegnerischen Aufgebot stehen werden. Gegen uns trat Hattingen mit einer für ihre Verhältnisse mäßigen Mannschaft an. An den ersten beiden Brettern kamen zwei niederländische Großmeister zum Einsatz, ergänzt durch einen guten Fidemeister, ebenso zugereist von unseren nordwestlichen Nachbarn. An den hinteren Brettern hingegen mußte Hattingen auf Ersatz aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen, hier waren wir deutlich nominell im Vorteil.

Die erste Partie war sehr schnell beendet. Thomas Trella einigte sich mit seinem Gegner, Großmeister De Vreught, am 1. Brett auf ein Remis. Für Thomas ein wichtiger Schritt zur IM-Norm und angesichts unserer Vorteile an anderen Bretter auch mannschaftstaktisch in Ordnung. ½:½

Andre Wokrina und Rainer Ossig hatten unterdessen bereits schöne Positionen gegen die Hattinger Ersatzleute erspielen können. An den anderen Brettern war nichts besonderes los.

Wenig später spielte Guido Kern remis gegen seinen Gegner vom 3. Brett FM Marc Jonker. Ein taktisch gutes Angebot, nachdem Guido den Eindruck hatte,dass aus dem kleinen Vorteil ein kleiner Nachteil geworden war. 1:1

Kompliziert war die Lage bei Christof Sielecki gegen GM Harmen Jonkman und Johannes Mundorf gegen Stefan Hütte. Christof war sehr optimistisch mit deutlichen Zeitvorteil und Mehrbauern, unterschätze aber das gegnerische Spiel und kam im Schwierigkeiten. Besser machte es Johannes, der nach der Zeitkontrolle eine glatte Gewinnstellung herausgespielt hatte. Konstantin Cebulla hatte mehr mit der Uhr als mit der Stellung zu kämpfen, hier sah es problematisch aus.

Dann positive Nachrichten von den hinteren Brettern. Rainer Ossig und Andre Wokrina gewannen an den Brettern 7 und 8 gute, einseitige Partien gegen Martin Kopf und Nikolaj Karpenko und brachten damit Dinslaken in Führung. 3:1

Thomas Neuer hatte sich an Brett 6 mit seinem Gegner Henning Marx auf Remis geeinigt, eine verschachtelte Angelegenheit, in der keine Seite wirkliche Fortschritte hatte erzielen können. 3½:1½

Aus dem +2 für Dinslaken wurde leider dann schnell wieder ein ausgeglichener Stand. Christof Sielecki mußte an Brett 2 sein hoffnungsloses Endspiel aufgeben, ebenso wie Konstantin Cebulla an Brett 5 gegen Carsten Lindner-Emden. 3½:3½

So spielte am Ende noch Johannes Mundorf, zum Glück ohne große Nervenstrapazen: er hatte einfach eine Figur mehr, die er mit knapper Zeit auf der Uhr bei einem taktischen Scharmützel gewonnen hatte. Sein Gegner hatte bald ein Einsehen und gab auf, zum 4½:3½-Endstand für den SV Dinslaken I.

Die Tür in die Oberliga ist jetzt weit offen... klar ist, daß zwei Siege gegen Bocholt (Tabellenletzter) und Lippstadt in der Schlussrunde (Tabellenerster!) den ersten Platz und Aufstieg bedeuten. Unter Umständen würde auch ein 4:4 gegen Lippstadt oder eine Niederlage zum zweiten Platz und Stichkämpfen reichen. Hätte, wenn und könnte... erstmal muß in der nächsten Runde gegen Bocholt ein Sieg her, dann sehen wir weiter.

[Christof Sielecki]


6. Runde, 17.02.2013: SV Dinslaken I - SG Bochum II 5,5 : 2,5

Am Sonntag ging es für unsere Erste bei strahlendem Sonnenschein gegen die zweite Mannschaft der SG Bochum 31 – aufstellungsgeschwächt, aber voll besetzt mit talentierten Nachwuchsspielern. Nach ruhigem Verlauf stand am Ende jedoch ein ungefährdeter 5½:2½-Sieg für uns zu Buche, der uns den Klassenerhalt nun vorzeitig gesichert hat.

Christof Sielecki hatte am zweiten Brett einen entspannten Tag als Vollzeit-Mannschaftsführer vor sich, da er einen kampflosen Punkt einstreichen konnte. 1:0 kl.

Die Eröffnungen verliefen an allen Brettern eher unspektakulär, Johannes‘ Gegner Kevin Kahleys an Brett 4 bot ihm aufgrund von Klausurvorbereitungen sogar recht früh Remis an. Mit Weiß spielend lehnte Johannes natürlich ab, aber im weiteren, direkten Spielverlauf konnte der Schwarze seinen slawischen Aufbau frühzeitig zum Ausgleich führen. 1½:½

Ralf Gräber unterstützte unsere Mannschaft erstmalig an Brett 7 gegen den in der bisherigen Saison glänzend aufgelegten Sergij Tkachuk (4,5/5!). In einer Nebenvariante des Sveshnikov-Sizilianers stellte Ralf seinen Gegner mit einem feinen Springerzug vor komplexe Probleme, die beide relativ viel Zeit kosteten. Nach den resultierenden Vereinfachungen im Zentrum entstand ein ausgeglichenes Endspiel unter Anwesenheit ungleichfarbiger Läufer, das Remis gegeben wurde. In Anbetracht des für uns generell positiv verlaufenden Kampfes ein weiterer halber Punkt zum Sieg. 2:1

An Brett 3 erlangte Guido Kern mit seinem Bogo-Inder frühen Ausgleich gegen Sebastian Kitte, allerdings schien das entstehende Mittelspiel relativ statisch zu sein. Auf der offenen d-Linie schwebte ständig der komplette Abtausch der Türme in der Luft, während beide Seiten die Stellung nur unter Risiko verändern konnten. Der Friedensschluss war hier die logische Konsequenz. 2½:1½

Thomas Neuer führte Jürgen Mazarov an Brett 5 mit seinem Guimard-Franzosen auf immer noch seltenes Terrain, das er deutlich sicherer beherrschte. Er ergriff schnell die Initiative und diktierte seinem jungen Gegner souverän das Spiel auf, aber ein greifbarer Vorteil schien nicht nahe zu sein. Nach einigen Abtäuschen endete die Partie Remis. Vielleicht kann die Post Mortem-Analyse Verstärkungen aufzeigen!? 3:2

thomas_trella_klein.jpg  andreas_walter_klein.jpg  lothar_dehen_klein.jpg

Thomas Trella (links)                               Andreas Walter (rechts)                         Lothar Dehen (rechts)
gegen Jochen Dahm                               gegen Felix Werthebach                         gegen Pascal Werrn

An Brett 1 stand Thomas Trella bereits aus der Eröffnung heraus angenehmer, da sein Gegner Jochen Dahm eine relativ ungefährliche Nebenvariante der französischen Vorstoß-Variante wählte. Um die Stellung zu verschärfen, wurde das etwas wacklige weiße Bauernzentrum mit …f6 angegriffen und mit einem anschließendem Qualitätsopfer erobert. Dem nachfolgenden Druck durch das Läuferpaar und den großen Raumvorteil konnte Weiß nicht mehr viel entgegensetzen. 4:2

Der Mannschaftssieg war zwar in greifbare Nähe gerückt, aber noch lange nicht gesichert. Lothar Dehen ist dankenswerterweise für den kurzfristig erkrankten Konstantin Cebulla eingesprungen und legte die Partie gegen seinen jungen Gegner Pascal Werrn sehr solide an. Im Mittelspiel erlangte Lothar eine positionell überlegene Stellung, die aber schwer umzumünzen war. Unter hohem Zeitverbrauch entstand jedoch nach sehr wechselhaftem Verlauf ein schwieriges Damenendspiel, in dem Lothar gegen einen weit vorgerückten Freibauern kämpfen musste.

werm-dehen.jpgIn verzwickter Situation unterlief dem Gegner aber ein schrecklicher Fehler – um eins von Lothars zahlreichen Schachs abzuwehren, berührte er seinen Bauern, um ihn dazwischen zu ziehen. Den einzügigen Damenverlust bemerkend, gab er direkt auf. Ein überraschend kommender, aber nicht unverdienter Sieg für Lothar! 5:2







An Brett 6 entstand zwischen Andreas Walter und Felix Werthebach eine ungewohnte Stellung der Holländischen Verteidigung, in der viele Figuren die Grundreihe lange Zeit nicht verließen. Durch den geschlossenen Charakter passierte über viele Züge hinweg nicht viel, beide mussten sich in die Position einarbeiten und manövrierten entsprechend. Andreas‘ Gegner hebelte irgendwann mit …e5 im Zentrum, was starke Vereinfachungen zur Folge hatte. Das resultierende Endspiel S+L gegen L+L war zwar für Schwarz etwas angenehmer zu spielen, aber das Läuferpaar war stark in seiner Wirkung eingeschränkt. Nachdem Lothar den Mannschaftskampf entschieden hatte, wurde auch hier der Punkt geteilt. 5½:2½

Parallel zu unserem Kampf besiegte der Tabellenzweite Lippstadt den Tabellenersten Hattingen. Dadurch ergibt sich für uns die Möglichkeit, den Aufstieg aus eigener Kraft zu erreichen. Dazu müssen wir alle drei noch ausstehenden Matches gewinnen. Da zum Restprogramm allerdings sowohl Lippstadt als auch Hattingen gehören, ist das keine Aufgabe für die leichte Schulter.

[Bericht: Thomas Trella, Fotos: Markus Mühlbacher]



5. Runde, 20.01.2013: SV Castrop-Rauxel I - SV Dinslaken I 4,0 : 4,0

Begleitet von starken Schneefällen fand der Kampf gegen den SV Castrop-Rauxel statt, der uns eine Tendenz für den weiteren Verlauf der Saison vorgeben sollte.

Die Partie zwischen Thomas Trella und Sander van Eijk am 1. Brett endete schon nach knapp drei Stunden Spielzeit – letzterer stellte bereits in der Eröffnung durch unüberlegte und überhastete Züge eine Qualität ein. Die technische Umsetzung gestaltete sich vergleichsweise leicht, was uns den ersten Punkt bescherte. 1:0

Christof Sielecki und sein Gegner Joost Michielsen hatten bereits im Online-Blitzen häufig die Klingen gekreuzt und sich im geschlossenen Spanier duelliert. Christof konnte sich am 2. Brett nach einigem Lavieren einen Mehrbauern sichern, der aber verdoppelt auf der a-Linie stand und wenig Einfluss aufs Spiel hatte. Nach einer interessanten taktischen Abwicklung besaß er das Läuferpaar und zwei Bauern für die Qualität. Da die Stellung aber wenig Möglichkeiten zur Initiative bot und der Mannschaftskampf recht günstig für uns stand, wurde der Punkt geteilt. 1½:½

Guido Kern hatte sich in der Zwischenzeit an Brett 3 gegen Mark Kusnetsov im Katalanen einen dauerhaften positionellen Vorteil erarbeitet, der den Gegner schließlich zu einem Figurenopfer nötigte. Aus praktischer Sicht die richtige Entscheidung, aber Guido neutralisierte das Spiel seines Gegners und setzte mit einem schönen Opfer den Schlusspunkt unter diese durchweg stark gespielte Partie. 2½:½

Kurz vorher hatte Rainer Ossig an Brett 7 gegen Rainer Kaeding – ein erprobter Spieler mit Bundesliga-Erfahrung – aus der Eröffnung heraus seinen Vorteil sauber zu einem vollen Punkt umgemünzt. Nach einem kurzen taktischen Gefecht besaß er zwei Figuren für den Turm, die sich wie so häufig im Mittelspiel gegen die Schwerfiguren durchsetzen konnten. Mit 3,5 aus 4 gehört Rainer damit klar zu den bisherigen Top-Scorern in der NRW-Klasse. 3½:½

Der bisherige Spielstand sah zwar sehr vielversprechend aus, aber die restlichen Partien ließen zwischendurch sogar ein knappes 4,5:3,5 gegen uns befürchten. André Wokrina stand an Brett 8 gegen Thomas Friedl bereits aus der Eröffnung heraus immer leicht unter Druck und verteidigte sich bis ins Endspiel hinein. In unangenehmer Stellung und unter Zeitdruck verlor er leider irgendwann Material und damit die Partie. 3½:1½

Konstantin Cebullas Gegner Soel Kartsev wählte an Brett 5 die Leningrader Variante, die nach diversen Figurenabtäuschen in ein Endspiel mit weit vorgerückten Bauernformationen mündete. Während die Leichtfiguren beider Seiten in der jeweils gegnerischen Hälfte aktiv waren, konnte Kartsev eine Qualität gewinnen, die sich im Laufe der Zeit durchsetzte. 3½:2½

Thomas Neuer erreichte an Brett 6 gegen Alexander Sokalsky früh Ausgleich und hielt die verschachtelte Stellung stets im Gleichgewicht. Im Angesicht beidseitig auslaufender Zeit ließ Thomas allerdings eine Möglichkeit für aktives Spiel zu, die Sokalsky entscheidend zum Königsangriff nutzte. 3½:3½

Johannes Mundorf spielte an Brett 4 gegen Alexander Kartsev die längste Partie des Tages, deren Ergebnis auch direkt den Mannschaftskampf beeinflussen sollte. In einer statischen Stellung aus der französischen Vorstoß-Variante heraus konnte sich Johannes augenscheinlich einen leichten Vorteil erarbeiten. Durch einen taktischen Einschlag am Königsflügel konnte Kartsev jedoch einen Bauern gewinnen, was aber im Gegenzug die h-Linie öffnete. Johannes ging nun zum Königsangriff über und zwang den Gegner zum Opfern seiner Dame. Das entstehende Materialverhältnis Dame und Läufer gegen zwei Türme und Läufer bot bei jeweils zerrütteter Königsstellung gegenseitig gefährliche Angriffschancen. Da Johannes keinen klaren Weg zum Gewinn fand, setzte er den Mannschaftskampf nicht aufs Spiel und willigte in die Zugwiederholung ein. 4:4


Durch das Mannschaftsremis haben wir uns einen Platz im oberen Mittelfeld gesichert und können theoretisch noch in den Aufstiegskampf eingreifen, der Klassenerhalt hingegen sollte damit fast gesichert sein.

[Thomas Trella]


4. Runde, 16.12.2012: SV Dinslaken I - SK Münster II 2,5 : 5,5

Gegen die zweite Mannschaft des SK Münster mußte der SV Dinslaken seine erste Niederlage in der NRW-Klasse hinnehmen. Am Ende stand ein deutlicher Sieg mit 5½:2½ für die Gäste. Die nominelle Überlegenheit nach Wertungszahlen, die vor dem Kampf eher auf ein umgekehrtes Resultat hingedeutet hatte, war nicht zu spüren.

Nach rund zwei Stunden Spielzeit war die Lage noch in Ordnung. Kein Dinslakener Spieler hatte ernste Probleme, die Lage war allenfalls an einigen Brettern unklar. Bei knapp werdender Zeit entwickelte sich dann das Match zugunsten der Gäste aus Münster. Aus zwischenzeitlich gewonnener Position kam Thomas Neuer in große Schwierigkeiten, ebenso wie Guido Kern, dessen Gegner in unklarer Lage stark agierte.

Andre Wokrina geriet unterdessen an Brett 8 in einen starken Angriff seines Gegners Dirk Simons und mußte schließlich als erster Spieler seine Partie aufgeben. 0:1

Thomas Trella hatte keine Probleme mit Schwarz, aber auch kaum Chancen auf Vorteil zu spielen. Diese Partie endete dann folgerichtig remis. ½:1½

Ebenso erging es Martin Jägers Partie an Brett 7 gegen Dirk Ollech, die die Remisbreite auch nie verlassen hatte. So stand es zunächst 2:1 für Münster, oder aus Dinslakener Sicht 1:2.

Guido Kerns Niederlage erhöhte diesen Zwischenstand zum 1:3.

Den Dinslakener Anschlusstreffer erzielte dann Christof Sielecki, der an Brett 2 gegen Frank Rehfeldt immer Vorteil gehabt hatte und schließlich im Endspiel gewann. 2:3

Aus den verbleibenden Partien hätten dann noch 2 Punkte erzielt werden müssen, um wenigstens ein 4:4 zu erzielen. Das war allerdings in weiter Ferne, denn Thomas Neuer mußte leider an Brett 6 gegen Rainer Niermann die Waffen strecken, da die gegnerischen Freibauern zu stark waren. 2:4

Die beiden Dinslakener Nachwuchskräfte Konstantin Cebulla und Johannes Mundorf hätten nun schon beide gewinnen müssen - am Ende stand leider nur ein halber Punkt. Konstantin beging gegen Thomas Kaufhold in unklarer, möglicherweise sogar für ihn vorteilhafter Lage einen Fehler und verlor schnell an Brett 5. 2:5

Währenddessen probierte Johannes in seinem Turmendspiel alles, konnte letztlich aber auch nur remis spielen. 2½:5½

Unterm Strich ein verdienter Sieg für die Münsteraner, die z.T. Wertungszahlennachteile von bis zu 300 Punkten überwinden konnten. In dieser Verfassung sollten wir schnell noch ein paar Punkte gegen den Klassenerhalt sammeln und damit zufrieden sein. Wer nämlich so einen Kampf nicht gewinnt, kann sich sämtliche Aufstiegsideen besser gleich aus dem Kopf schlagen....

[Christof Sielecki]


3. Runde, 18.11.2012: Langenfelder SF - SV Dinslaken 3,5:4,5

In der dritten Runde hatte die erste Mannschaft des SV Dinslaken ihr erstes Auswärtsspiel in der NRW-Klasse bei den Schachfreunden Langenfeld. Die sehr erfahrene Heimmannschaft war mit 1:3 Mannschaftspunkten schlecht in die Saison gestartet, während sich Dinslaken mit 3:1 Punkten auf den Fersen des Spitzenreiters aus Hattingen befand.

Bereits nach rund 90 Minuten war die erste Partie beendet. Nach ereignisarmen Verlauf spielte IM Christof Sielecki an Brett 2 remis gegen FM Peter Rechmann. Nach gerade kurierter Bronchitis war Christof nicht böse darum, schnell fertig zu sein. ½:½

Kurz darauf spielte auch Thomas Neuer unentschieden, der an Brett 6 gegen Peter Vogelmann mit Schwarz schnell ausgeglichen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Dinslakener Spieler an einigen Brettern schon gute Positionen, so dass ein weiteres Remis hilfreich war. 1:1

Kurz darauf gewann dann FM Thomas Trella seine Partie am Spitzenbrett gegen Peter Weber, der ausgangs der Eröffnung einen Fehler in schon schwieriger Lage begang - somit 2:1 für Dinslaken nach rund 2 Stunden.

Die nächsten Entscheidungen fielen dann zum Ende der Zeitnotphase. Rainer Ossig gewann seine Partie an Brett 7 nach kompliziertem Verlauf gegen Arne Deppe, in der beide Spieler ihre Chancen hatten, Rainer aber bei schwindender Zeit den besseren Überblick hatte. 3:1

Fast zeitgleich musste an Brett 8 leider Andre Wokrina gegen Franz-Josef Weber aufgeben. Andre hatte die Eröffnung nach provokanter Spielweise des Gegners sehr ideenreich gespielt, aber verlor schließlich bei geringer Zeit den Faden und am Ende dann die Partie. Der Zwischenstand war somit 3:2 für Dinslaken bei noch drei laufenden Partien.

Während Johannes Mundorf und Konstantin Cebulla in einseitig verlaufenden Partien gewonnene Endspiele auf dem Brett hatten, musste sich IM Guido Kern an Brett 3 in klar schlechterer Lage verteidigen. Er hatte im Mittelspiel schönen Vorteil gehabt, dann jedoch eine Idee des Gegners unterschätzt. Alle zähe Gegenwehr half am Ende nichts, Wolfgang Homuth machte den dritten Punkt für die Heimmannschaft. 3:3

Ebenso hart mussten auch die beiden Dinslakener Jugendspieler für den Sieg gegen ihre erfahrenen Gegner kämpfen. Glücklicherweise konnte auch die knappe Zeit Konstantin Cebulla nicht davon abhalten, durch einen Sieg gegen Josef Hülsmann den Punkt zum 4:3 für Dinslaken zu machen.

Leider hatte unterdessen Johannes Mundorf in seinem Endspiel gegen Frank Reinemer einen verfrühten Abtausch gewählt und konnte so die eigentlich klar gewonnene Partie am Ende nur zum remis führen.

Nach insgesamt umkämpften Verlauf also ein 4½:3½ Sieg für den SV Dinslaken. Ein ausgezeichneter Saisonstart für uns als Aufsteiger. Wir dürften nun wohl nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben und darauf hoffen, uns mit einem weiteren Sieg im Dezember gegen Münster II endgültig Richtung Aufstiegskampf zu positionieren.

[Christof Sielecki]



2. Runde, 21.10.2012: SV Dinslaken I - Bielefelder SK I 6 : 2

Gemäß eines urbanen Mythos soll es die Stadt Bielefeld gar nicht geben. Sollte diese These wahr sein, hätte unsere erste Mannschaft heute die zwei Mannschaftspunkte nicht gegen den dortigen Schachklub erzielt. Der SV Dinslaken ist also bereit, die Existenz von Bielefeld zu bezeugen und zu verteidigen, und jeder, der Gegenteiliges behauptet, läuft Gefahr der Nahrungskette zum Opfer zu fallen.

Zunächst endete die Partie an Brett 5 zwischen Konstantin Cebulla und Hans Christian Simon. Beide Spieler einigten sich auf ein frühes Remis. ½:½

Am Spitzenbrett traf Thomas Trella auf einen friedlich gestimmten Martin Forchert. Dieser wählte eine solide, aber nicht unbedingt auf Angriff ausgelegte Spielweise. Nach einem eröffnungstheoretischen Geplänkel wurde einige Züge lang durchaus hochwertiges Schach geboten, in dem aber kein Spieler ein besonderes Risiko einging. Die Partie endete also logischerweise ebenfalls unentschieden. 1:1

Ersatzspieler Andreas Walter war durch seinen ersten Einsatz in der NRW-Klasse offensichtlich beflügelt. An Brett 8 konnte er gegen Michael Burg sogar einen einfachen Gewinn auslassen und die Sache noch etwas komplizieren, bevor er dann doch verdient den vollen Punkt einstrich. 2:1

Thomas Neuer mußte an Brett 6 gegen Uwe Grüttemeier antreten. Thomas schreibt: "Meine Partie hatte eine kleine "Vorgeschichte". Als ich morgens Guido abholte, zeigt er mir exakt die Stellung nach dem 10. Zug mit der Bemerkung, ich sollte doch zukünftig genauso spielen. Sein ehemaliger Teamkollege hätte diesen Zug in einem Mannschaftskampf angebracht und recht kurzrundig in dieser nicht häufig gespielten Variante gewonnen. Eine so gezielte Vorbereitung habe ich selten bekommen Cool! Tatsächlich kam diese Stellung in meiner Partie aufs Brett und mein Kontrahent übersah schon 2 Züge später die erste taktische Drohung von mir. Danach hatte ich schnell partieentscheidenden Vorteil erzielt, den ich leider nicht ganz sauber bis zum Ende durchziehen konnte. Mit meinem 25. Zug erlaubte ich es meinem Gegner noch einmal zu entschlüpfen, was dieser aber Gott sei Dank nicht sah. Danach war die Verwertung des Material- und Positionsvorteils nach geschaffter Zeitkontrolle nicht mehr schwierig und endete mit der Aufgabe meines inzwischen in ein Mattnetz geratenen Gegners." 3:1

Guido Kern spielte an Brett 3 anscheinend hauptsächlich gegen sich selbst: "Wie konnte ich c4 nur zulassen?". Er erhielt gegen Guido Gößling eine gedrückte Stellung, und mußte um das Remis kämpfen, was ihm dann letztlich aber gelang. 3½:1½

Johannes Mundorf hatte an Brett 4 gegen Uwe Wagenknecht alle Chancen auf einen vollen Punkt. Er verfügte über Freibauern an beiden Flügeln. Als er den einen aber unsachgemäß abgab, reichte der andere nicht mehr für den Sieg. 4:2

Christof Sielecki erreichte an Brett 2 gegen Gerd-Peter Grün einen starken Angriff, vergab dabei aber die vorhandenen Chancen: "Das hätte Matt sein müssen!" Er verblieb mit drei Mehrbauern gegen eine unangenehme Kompensation. Eine Bewertung der Stellung war zunächst unmöglich. In der Folge gelang es Christof durch harten Kampf, das gegnerische Gegenspiel einzudämmen, und den Materialvorteil zu verwerten. 5:2

Rainer Ossig traf an Brett 7 auf Ralf Danielmeier. Rainer schreibt: "Meine Partie ging ja ziemlich lang, 62 Züge und damit war ich der letzte Aktive. Mein Gegner hätte sich das neue Partieformular allerdings sparen können. Die Partie war lange ziemlich ausgeglichen. Nach der 1. Zeitkontrolle hatte ich die deutlich angenehmere Stellung, die Remisbreite war aber nicht überschritten. Und wie es halt oft ist, wenn man lange gedrückt steht, man macht mal 1-2 ungenauere Züge. Mein Gegner gehörte auch dazu und ich konnte einen Bauern abholen und in ein gewonnenes Endspiel abwickeln, was er noch ein paar Züge zu lange durch Raum und Zeit trug." 6:2

[Thomas Neuer, Rainer Ossig und Dirk Stoppacher]


1. Runde, 16.09.2012: SV Dinslaken I - SV Letmathe I 4 : 4

Im allerersten Mannschaftskampf auf NRW-Ebene für den SV Dinslaken hieß der Gegner SV Letmathe aus dem Sauerland. Die Gäste waren auf dem Papier in etwa unsere Kragenweite, sodaß ein knapper Ausgang erwartet werden konnte. Tatsächlich stand das Match bis zum Ende auf der Kippe.

Alles begann mit einem Schock - Konstantin Cebulla hatte sich mit dem Datum des Spiels vertan und war bei Spielstart nicht anwesend! Es war auch nicht mehr zu schaffen, in 20 Minuten von Xanten nach Dinslaken zu kommen (in der NRW-Klasse sind es 30 Min Wartezeit, nicht eine Stunde wie früher gewohnt). Somit stand es nach 30 Minuten 0:1 gegen uns!

Die Eröffnungsergebnisse hingegen waren durchaus vielversprechend. Mit Weiß standen wir überall bequem oder zum Teil sogar klar besser (Johannes Mundorf, Christof Sielecki). Mit Schwarz hatten wir keine besonderen Probleme und konnten zufrieden sein. Die nächsten Entscheidungen sollten erst kurz vor der Zeitkontrolle nach rund 4 Stunden kommen. Johannes Mundorf machte für uns den Ausgleich in einer einseitigen Partie. 1:1

Mit remis endeten dann die Partien von Christof Sielecki (großen Vorteil in der Eröffnung leider vergeben), Rainer Ossig (korrektes Remis) und Thomas Neuer, der leider noch kurz vorher eine Chance zum Gewinn ausgelassen hatte. 2½:2½

Insgesamt sah hier der Kampf nach einem Unentschieden aus. Guido Kern hatte eine sehr kritische Position, dafür stand Andre Wokrina sehr gut. Thomas Trellas Stellung war in Ordnung gegen die Blitzlegende Karl-Heinz Podzielny. Tatsächlich konnte Andre seine sauber geführte Partie auch gewinnen, sodaß wir in Führung gingen. 3½:2½

Leider ließ dann Thomas Trella in beidseitiger Zeitknappheit zu viel Aktivität zu und kam in ernste Schwierigkeiten, die er nicht mehr lösen konnte. So kam es zum direkten Wiederausgleich 3½:3½

Die verbliebene Partie von Guido Kern mußte entscheiden. Leider war das entstandene Turmendspiel theoretisch verloren, aber immerhin konnte man noch kämpfen (vorher hatte der Gegner sogar direkte Gewinne mit Matt ausgelasen!). Guido zeigte sehr gut, wie man mit aktiver Verteidigung Chancen schaffen muss, damit der Gegner noch Fehler machen kann. Und diese Fehler kamen, zum Glück für uns! Am Ende endete die Partie wie auch der Mannschaftskampf untentschieden.

Unterm Strich ein Kampf, der leicht hätte verloren, aber auch leicht hätte gewonnen werden können. 4:4 stellt wohl ein gerechtes Resultat dar, das zumindest den Saisonstart nicht verdirbt. Gegen Bielefeld in Runde 2 sollte man am besten gewinnen, um Distanz nach unten herzustellen. Eine gute Fortsetzung wäre auch, mit ACHT Spielern anzutreten ;-).

[Christof Sielecki]