Stats

ImpressumDatenschutzKontakt

SV Dinslaken III - Ronsdorfer SV 4,0 : 4,0

Verbandsklasse am 5. November 2017



Punkt gewonnen oder Punkt verloren, diese Frage drängt sich meist bei unentschiedenen Spielen auf. Wie so oft gibt es auf diese Frage keine eindeutige Antwort, letztendlich war dieses Ergebnis wohl einfach gerecht.
Doch der Reihe nach: während wir als Gastgeber eine gute, wenn auch längst nicht die beste mögliche Aufstellung zur Hand hatten, hat unser Gast aus Wuppertal, Aufsteiger aus der Bezirksliga, quasi seine Bestaufstellung aufgeboten, zum Entsetzen des Berichterstatters mit dem selten spielenden Thomas Schwarz an Brett 2, gegen den er vor vielen Jahren verloren hatte, so etwas kann man leider nicht vergessen...

Aber gut, da ich zum dritten Mal in dieser Saison direkt vom Nachtdienst ans Brett getreten bin, stellte sich hier eine gewisse Routine ein, und ein Remis mit den weissen Steinen sollte schon irgendwie drin sein... Also bot ich nach 13 Zügen in ausgeglichener Lage einfach mal die Punkteteilung an, was von meinem Gegner nach Betrachtung der übrigen Bretter dann abgelehnt wurde.

Wahrscheinlich durchaus zu recht: richtig schlecht standen wir an keinem Brett, zwei, drei aussichtsreiche Stellungen waren auszumachen für uns. Danny Franke am Spitzenbrett stand passiv, aber fest. Dieter Ollesch hatte Bedenkzeitvorteil und hatte mit Schwarz mindestens Ausgleich erlangt, Norbert Rajgrotzki stand klar vorteilhaft, Stefan Gilles ausgeglichen, Markus Lengtat hatte Vorteil erreicht, Dirk Hölscher und Norbert Hickl wohl ausgeglichen.

Norbert Rajgrotzki konnte dann eine Qualität gewinnen ohne gegnerische Kompensation. Dirk Hölscher geriet allerdings in einen verheerenden Königsangriff, dafür hatte Norbert Hickl ein Läuferopfer angebracht, was ihm zwei Bauern und einen Turm einbringen sollte.

In dieser Situation erhielt der Berichterstatter ein Remisangebot; mittlerweile war ein Endspiel T+L+S+4B auf beiden Seiten entstanden, mit der besseren Bauernstruktur auf meiner Seite. Ich hätte wohl risikolos weiter spielen können, wegen oben genannter Begleitumstände und des scheinbar gut stehenden Mannschaftskampfes nahm ich dieses an. ½:½

Zum allgemeinen Entsetzen setzte Norbert Hickl seine Partie aber nicht mit dem Turmgewinn fort und verblieb mit zwei Bauern gegen Läufer in einem Schwerfigurenendspiel...

Beinahe zeitgleich endeten dann die Partien von Stefan Gilles und Markus Lengtat mit Remis. Stefan geriet zwischenzeitlich in Schwierigkeiten, wurde dieser jedoch Herr und konnte die Punkteteilung erreichen. Bei Markus Lengtat war ein Damenendspiel mit einzugbereitem Bauern für Markus entstanden, er konnte jedoch einem Dauerschach nicht ausweichen. 1½:1½

Norbert R. entschied dann seine Partie für sich: mit einem vorübergehenden Damenopfer konnte er alle übrigen Figuren vom Brett abtauschen und verblieb mit Turm gegen Springer bei beiderseits fünf Bauern, und sein Gegner gab wenige Züge später auf. 2½:1½.

Dieter Ollesch hatte wohl eine sehr gute Gelegenheit ausgelassen und stand etwas schlechter, hinzu kam eine horrende Zeitnot – jedenfalls für den Beobachter, Dieter selbst wirkte wie immer völlig tiefenentspannt –. Dieter konnte jedoch eine Zugwiederholung erreichen, und sein Gegenüber willigte in die Punkteteilung ein, 3:2.

Norbert Hickls Partie war definitiv kein Zuckerschlecken für alle Umstehenden: nachdem er den einfachen Sieg ausgelassen hatte, stand er wohl einige Züge lang auf Verlust, aber nach dem Abtausch der Damen kam ein gegnerischer Turm auf Abwege, und plötzlich waren Norberts Zentralbauern umwandlungsbereit. Sein Opponent versuchte noch, ein Dauerschach zu erreichen, doch dieses misslang: 4:2.

Dirk Hölscher konnte zwar dem oben angesprochenen Mattnetz entwischen, dafür erhielt er ein Endspiel mit Springer und zwei Bauern gegen Läufer und drei Bauern. Das klingt erstmal wesentlich besser, als es dann tatsächlich war: bei Bauern auf beiden Flügeln und dem besseren König beim Gegenüber war das Endspiel nicht zu halten. 4:3

Danny Franke war dann der Pechvogel des Tages: Nach stundenlanger heroischer Verteidigung in unangenehmer Lage liess er, wie die nachträgliche Analyse ergab, eine Rettungsressource aus, und wurde vom Gegner durch eine wirklich wunderschöne Kombination in eine Zugzwangsituation gezwungen, welche die Niederlage besiegelte, also 4:4.

Ein beiderseits verdienter Punktgewinn in einem spannenden und fairen Wettkampf!

[Bericht: Frank Hamann]