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SG Kaarst II – SV Dinslaken III 3,0 : 5,0

Verbandsklasse, Runde 2 am 1. Oktober 2017


Hurra, der Bann ist gebrochen. Der Verein kann auch wieder gewinnen. Damit dürfte die komische 1. Runde, in der alle Mannschaften von der 1. bis zur 5. auf das Gewinnen verzichtet haben, überwunden sein.

Allerdings hingen die Trauben diesmal nicht übermäßig hoch. Der Gegner war kein Fallobst, aber rein nominell hatten wir an fast allen Brettern Übergewicht. Aber: Wie sagt Spielleiter Norbert immer so schön? "Wichtich iss auffem Brett!"
Und da war es nicht gerade hilfreich, dass Frank – seit Ewigkeiten einer der wichtigsten Punktelieferanten – frisch von der Nachtschicht kam. Bereits auf der Anfahrt mußte er einen heftigen Kampf gegen den Schlaf ausfechten.

Die Gegner aus Kaarst haben in der sie beherbergenden Volksschule offensichtlich alle Möglichkeiten: Jeder Mannschaftskampf – und an diesem Tag waren es drei – fand in einem eigenen Raum statt. Ein vierter Raum stand für Analysen zur Verfügung. Das garantiert stressfreie und spielfreundliche Umstände. Und tatsächlich war das ein sehr angenehmer Spieltag.

Der Kampf ließ sich zunächst sehr schwerfällig für die Dinslakener an. Viele unserer Helden hatten Probleme, deren Lösung zunächst nicht sichtbar war, und so befürchteten einige, dass wir heute wieder sieglos nach Hause mußten. Selbst das Mannschaftsremis schien noch in weiter Ferne. Aber es kam anders.

An Brett 8 traf Dirk Hölscher auf Dorian Loeben. Dieser erlaubte sich einige Unsauberkeiten in der Eröffnung, die Dirk mit Schwarz einen leichten, aber nachhaltigen Vorteil erlaubten. Schließlich konnte Dirk den Vorteil zum nicht mehr zu verhindernden Bauerngewinn bei gleichzeitiger völliger Kontrolle über die gegnerischen Einheiten ausbauen. Das erschien dem Gegner fruchtlos, und so ließ er sich den Rest nicht mehr zeigen. 1:0

Am Spitzenbrett hatte es Danny Franke mit Jeffrey Hong zu tun. Durch ein geschicktes Abtauschmanöver gelang es Danny, das bessere Figurenspiel zu erlangen. Damit ausgestattet konnte sein Springer die gegnerische Dame und den Turm aufgabeln. Der Gegner versuchte, den Turm mit einer eigenen Drohung auf Dannys Dame aus der Gabel zu ziehen, aber Danny konnte diese mit Schach in Sicherheit bringen, wonach die gegnerische Dame im Stich des Ritters verblieb. 2:0

An Brett 5 mußte Norbert Raygrotzki den Kampf mit Robert Schneider aufnehmen. Dort fiel er auf einen "Großvatertrick" herein, geriet  fast unter die Räder, und mußte sich ganz schön strecken, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Aber er verblieb trotzdem mit dem Minusbauern und der komplett zerstörten Bauernstruktur. Hier war kein Blumentopf mehr zu gewinnen. 2:1

An Brett 6 fand die Begegnung zwischen Stefan Gilles und Daniel Mischke Ramirez statt. Mit gutem Positionsspiel gelang es Stefan mit Schwarz, zunächst einen Springer auf c4 zu installieren und damit den gegnerischen rückständigen Bauern zu blockieren. In der Folge konnte er seine Schwerfiguren auf diesen ausrichten und ihn abholen. Gleichzeitig erhielt er noch ein überstarkes Bauernzentrum, das ihm schließlich ermöglichte, die nicht zu verhindernde Umwandlung eines Bauern anzudrohen. Das genügte, um den Gegner die Waffen strecken zu lassen. 3:1

An Brett 3 versuchten Dirk Stoppacher und Karl-Felix Rath, sich gegenseitig niederzumetzeln. Dirk suchte sein Spiel auf dem Königsflügel, der Gegner auf dem Damenflügel, wo beide Spieler ihre Bauern vorpreschen ließen. Jedoch war dies nur ein Sturm im Wasserglas. Beide Angriffe waren zum Scheitern verurteilt. Der Gegner hatte überhaupt noch nicht rochiert, Dirks König war mit einem Schritt wieder im Zentrum. Im Grunde sah es folgerichtig nach einem Remis aus, und auch die Post-Mortem-Analyse zeigte viele Wege, dass der eine oder andere Spieler das Unentschieden erzwingen konnte, aber keinen eindeutigen Sieg für eine Seite. Aber im Übergang zum Endspiel konnte Dirk – auch aufgrund der gegnerischen Zeitnot – einen Bauern und dann noch einen zweiten gewinnen. Hier zeigte sich, wer sich im Endspiel auskannte. Dirk gelang schließlich die Umwandlung, womit die Partie praktisch entschieden war. 4:1

Der nun realisierte Mannschaftssieg gab Frank Hamann an Brett 2 die Möglichkeit, sich von seinen Qualen zu erlösen und seinem Gegner Thorsten Braun die Punkteteilung anzubieten. In unklarer Stellung war dieser damit einverstanden. 4½:1½

Das härteste Los bekam Markus Lengtat an Brett 7 mit Thomas Tremöhlen zugewiesen. Der Berichterstatter kann über den Partieverlauf leider nichts aus eigener Kenntnis sagen, aber ein Augenzeuge berichtete von einem durchaus wechselvollen Verlauf, der nichts für schwache Nerven war. Trotzdem konnte Markus die Punkteteilung erzielen. 5:2

Blieb noch die Partie von Dieter Ollesch. Er hatte an Brett 4 gegen Tobias Riege einen gesunden Mehrbauern, und konnte somit auf zwei Ergebnisse spielen. Aufgrund eines Denkfehlers kam es bei ihm aber leider zu dem dritten Ergebnis. Eieieieiei. Glücklicherweise war der Sieg schon in trockenen Tüchern. 5:3


[Bericht: Dirk Stoppacher]