Stats

ImpressumSitemapKontakt

SV Dinslaken - SG Porz II 4,0 : 4,0

Oberliga, Runde 5 am 28. Januar 2018


Dinslaken I schenkt SG Porz II einen Punkt


Mit 5:3 Mannschaftspunkten in der Tabelle kann man sich durchaus noch Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Bei zwei Aufstiegsplätzen muss man nicht alle Spiele gewinnen, um am Ende dabei zu sein. Allerdings darf man auch nicht mehr allzu viel liegen lassen - Mannschaften wie Porz II, die eher im Tabellenkeller stehen, sollte man dann schon schlagen. Wir traten in Bestbesetzung an, was man von den Gästen nicht behaupten kann. Es fehlten einige gute Spieler bei den Domstädtern, dafür waren einige gefährliche Nachwuchskräfte an Bord wie die Brüder Suvorov, die im letzten Jahr nur knapp an den Medaillien bei den deutschen Jugendmeisterschaften scheiterten. Trotzdem waren wir bei diesen Mannschafts-aufstellungen klarer Favorit und sollten das Match gewinnen.

Anfangs sah auch alles sehr gut aus. Nur ein Brett gab Anlass zur Sorge: IM Thomas Stomberg hatte eine sehr scharfe Eröffnung gegen Alexander Suvorov gewählt und befand sich wohl in Schwierigkeiten - wobei die Lage alles andere als übersichtlich war. Weitaus klarer war die Situation an anderen Brettern. Philip Welzel stand schon auf Gewinn gegen David Ramien und Rainer Ossig hatte auch einen klaren Vorteil gegen Boris Lytchak. IM Benjamin Tereicks Partie gegen Thibaud Liard sah auch sehr vielversprechend aus. Er hatte
eine sehr bequeme Druckstellung. Am ersten Brett spielte IM Christof Sielecki mit Schwarz gegen FM Samuel Fieberg, der mit 16 Jahren zu den vielversprechendsten Jugendlichen in NRW zählt. Hier wählte der Gegner einen frühen Damentausch, was zu einer ausgeglichenen Stellung führte. Ebenso eher ausgeglichen sah es bei Johannes Mundorf gegen Luca Suvorov aus.
Hier hatte Johannes allerdings einen klaren Zeitvorteil. Eher unklar war die Lage bei der Partie zwischen Rene Borchert und Jeffrey Paulus. Rene hatte einen Bauern gewonnen, dafür aber Druck auszuhalten. Ebenfalls einen Bauern gewonnen hatte der Gegner von Alexander Nent, David Thalwitzer. Alexander verfügte aber über gute Kompensation und hatte eine aktive Stellung.

Die ersten entschiedenen Partien gab es dann wie erwartet an den Brettern 3 und 5. Philipp Welzel gewann seine Partie überzeugend, Thomas Stomberg konnte nichts mehr machen und gab auf. Wenig später wurde dann zwischen Johannes Mundorf und Luca Suvorov Remis vereinbart. Somit stand es 1,5-1,5.

Das Match stand immer noch sehr gut. Benjamin stand klar besser, ebenso wie Rainer. Alexander hatte auch mittlerweile seinen Bauern zurück und war klar am Drücker. Verlustgefahr war an keinem Brett zu sehen. Dann nahm das Match allerdings eine negative Wendung. Rainer verrechnete sich und verwandelte seine sehr gute Stellung in einen Verlust. Er verlor Material und musste aufgeben. Als dann Rene Borchert remis spielte nach spannendem Verlauf ergab sich der Zwischenstand von 2-3 für Porz.

Das hätte natürlich deutlich besser aussehen können, aber trotzdem waren wir noch guter Dinge. Mittlerweile hatte sich nämlich am ersten Brett etwas getan: Christof stand auf Gewinn, nachdem sein Gegner einen taktischen Trick in Zeitnot übersehen hatte. Ebenso deutlich war Benjamins Vorteil. Alexander war auch weiter im Vorteil. Er hatte einen Mehrbauern, der allerdings nicht leicht zu verwerten war. Im Optimalfall sollte also hier ein 5-3 stehen, zumindest aber das Standardergebnis der Oberliga "Viereinhalbzudreieinhalb". Benjamin und Christof gewannen dann ihre Partien und brachten uns 4-3 in Führung.

Es lief also nur noch Alexanders Partie. Er bot dann seinem Gegner remis an, was dieser tatsächlich annehmen wollte, da er keine Gewinnchancen sah. Er fragte dann aber bei seinem Mannschaftsführer nach, der "Weiterspielen!" anordnete. Natürlich verständlich, da das Remis uns den Mannschaftssieg gebracht hätte. Allerdings gab es objektiv kaum Hoffnung für Schwarz, diese Partie zu gewinnen. In der Folge passierte nichts wirklich Besonderes - allerdings lief natürlich bei beiden Spielern die Uhr und am Ende hatten beide noch wenige Minuten auf der Uhr, zu der immer wieder die 30 Sekunden pro Zug addiert wurden. In dieser Lage unterlief Alexander dann eine Fehlberechnung: eine Schachserie des Gegners führte plötzlich zur Niederlage! So ging dieses Match dramatisch mit einem 4-4 zu Ende.

Angesichts des Verlaufes kann man nur von einer moralischen Niederlage sprechen. Bei normalem/guten Verlauf sollten wir mindestes 5-3 gewinnen - so steht nur ein Mannschaftspunkt in der Tabelle. Im Falle eines Sieges wären wir alleiniger Tabellenzweiter gewesen, so hängen wir im Mittelfeld und müssen uns noch leichte Abstiegssorgen machen.
Das nächste Match ist gegen den Tabellenführer aus Bochum. Dort werden wir weniger Chancen bekommen, hoffentlich nutzen wir diese besser als gegen Porz.

[Bericht: Christof Sielecki]