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BSC Wuppertal I - SV Dinslaken I 3,5 : 4,5

Oberliga, Runde 4 am 17. Dezember 2017

Die erste Mannschaft überwintert mit positivem Punktekonto – knapper Sieg in Wuppertal

Die vierte und letzte Oberligarunde in 2017 führte uns nach Wuppertal. In der letzten Saison hatten wir gegen die Auswahl aus dem Bergischen eine bittere Niederlage quittieren müssen. Nach vollkommen einseitigem Verlauf zu unseren Gunsten wurden damals Gewinnstellungen großzügig her geschenkt. Diesmal wollten wir es besser machen! Nach dem Sieg gegen Gerresheim waren wir vor dem Match auf 3-3 Punkten, also ein absoluter Schlüsselkampf. Entweder vorne schnuppern oder im Keller bei Wasser und Brot überwintern.

Beide Teams traten einigermaßen komplett an. Für uns war erstmals Thibault Real aus Tournai in Belgien am Start. Er vertrat IM Thomas Stomberg, dessen Anreise mit rund 18.500 Kilometern Entfernung etwas zu aufwendig erschien. Christof Sielecki hatte beim Turnier in Lille im April gegen Thibault gespielt. Er hatte Interesse bekundet, gelegentlich in einer deutschen Liga zu spielen und so ergab sich die erste internationale Dinslakener Neuverpflichtung.

Kurzer Überblick nach ein bis zwei Stunden Spielzeit:

IM Christof Sielecki hatte gegen IM Viacheslav Savchenko deutlichen Eröffnungsvorteil erzielt, nachdem der Wuppertaler Spieler seine Bauern in der Königsindischen Verteidigung zur Unzeit in Gang gesetzt hatte. So dominierten die weißen Figuren im Zentrum

Aus vermeintlich ruhiger Eröffnung (Katalanisch) hatte sich zwischen IM Nikolai Biriukov und IM Benjamin Tereick eine komplizierte Stellung ergeben, in der die Lage wohl ausgeglichen war – aber schwer zu spielen war es allemal.

Bei Ansicht des dritten Brettes musste man sich früh vergewissern, dass nicht noch Nachwirkungen der Weihnachtsfeier vorlagen. War da wirklich so früh ein weißer Springer auf f7 eingestiegen oder war die Sicht durch zu viel Störtebeker Pils getrübt?! Nein! Tatsächlich hatte der Wuppertaler Spieler Aleksij Savchenko hier einen frühen Blackout gehabt und so Johannes Mundorf bereits nach 9 Zügen eine totale Gewinnstellung erlaubt.

FM Roman Bashilyn hatte gegen Thibault Real die Eröffnung gewohnt sicher angelegt. Hier war nicht viel los, aber vielleicht hatte hier doch der Wuppertaler das etwas leichtere Spiel.

Philipp Welzel hatte es mit IM Boris Khanukov zu tun. Der Wuppertaler Spieler, der 2009 im zarten Alter von 70 Jahren (!) den IM-Titel erworben hatte, erlaubte Philipp so einige Freiheiten in der Eröffnung und fand sich in passiver, aber recht solider Lage wieder. Hier konnte man aus Dinslakener Sicht zufrieden sein.

Rene Borchert war gegen Rene Tückmantel etwas unter Druck geraten. Im Duell der Renes war die schwarze Königstellung geschwächt – es sah unangenehm aus, war aber sicher noch im Rahmen.

Rainer Ossig hatte es mit Savchenko Nr 3 zu tun (hier Daniel, Bruder von Aleksij, beide Söhne von Viacheslav – gut, dass da der Schiri den Überblick behielt!). Hier war Rainer immer am Drücker. Vielleicht gab es nichts konkretes, aber hier konnte man optimistisch sein.

Am Brett von Alexander Nent und Elias Patscha wurde ein ziemlich staubiges Londoner System gereicht. Hier bot Alex recht früh remis an, was etwas überraschend abgelehnt wurde. Nun, hier war nicht viel los.

Wir drehen die Uhr etwas weiter....

Tendenz am ersten Brett: Sieg für uns, wenn Christof mal eine +5 Stellung gewinnt

Tendenz am zweiten Brett: Sieg für den taktisch besseren Spieler in Zeitnot – hier war noch eine Menge drin.

Tendenz am dritten Brett: Eigentlich sollte hier keine Tendenz mehr sein, sondern der volle Punkt schon auf dem Zettel stehen. Stand er aber nicht! Davon mal abgesehen – es war trotzdem noch eine sehr gute bis Gewinnstellung für Johannes.

Tendenz am vierten Brett: Nicht so toll – Thibault hatte eine Qualität für einen Bauern gegeben, aber nicht genug Kompensation erhalten. Wuppertal hier vorne.

Tendenz am fünften Brett: Gut! Die Bauernformation hatte sich hier klar zu Philipps Gunsten entwickelt, hier konnte man auf einen Sieg hoffen.

Tendenz am sechsten Brett: Schwierig, Schwierig – das sah für meine Begriffe nicht gut aus. Wuppertal vorne.

Tendenz am siebten Brett: Rainers Druck hatte sich etwas verflüchtigt, es sah ausgeglichen aus.

Tendenz am achten Brett: Hier passierte doch noch etwas! Beide begannen, aktiv zu spielen und es entwickelte sich eine heikle Lage am Damenflügel. Wahrscheinlich gleich, aber kompliziert.

Tatsächlich erzielte dann Christof den ersten Treffer für Dinslaken, der aber recht schnell von Rene Tückmantel egalisiert wurde. Eine echte Schrecksekunde gab es dann in der Zeitnotphase bei Benjamin. Er hatte einen taktischen Schlag des Gegners übersehen, aber es war glücklicherweise kein echter Wirkungstreffer. Nur wenig später stellte dann der Gegner die Partie in schon schwieriger Lage weg und Benjamin gewann eine gute, spannende Partie, damit Führung für Dinslaken zum 2-1. Mittlerweile hatte sich bei Alexander Nent die Lage zugespitzt – kurz nacheinander stand erst Alex auf Gewinn, dann der Gegner, dann war es Remis! Wahrscheinlich am Ende das gerechte Ergebnis nach diesem Verlauf. Somit 2,5-1,5 für uns. Rainer konnte in der verschachtelten Endspielstellung auch nichts mehr machen – Remis! Dann gelang Wuppertal der Ausgleich zum 3-3. Thibault musste sich geschlagen geben, hier war die geplante Festung zu bröckelig gewesen. Glücklicherweise konnten wir trotz des Standes recht entspannt sein. Philipp hatte eine totale Gewinnstellung und Johannes das bessere Turmendspiel mit Mehrbauern. Nach kurzer technischer Phase gab dann Philipps Gegner tatsächlich auf – so beendete Philipp auch seine Negativserie mit einem extrem wichtigen Punkt für uns! Nun musste Johannes nicht unbedingt eine Seeschlangenpartie spielen und vereinbarte ein Remis zum 4,5-3,5 Sieg.

Wieder ein knapper Sieg auf dem Papier. Ich denke aber, dass das verdient war. Die drei Gewinnpartien waren alle recht klar und ohne deutliche Chance für die Gegner. Alex hätte verlieren können, aber ein Gewinn war dort auch drin. Dazu kommt dann noch Brett 3, welches nun wirklich ein sehr glückliches Remis für die Heimmannschaft war. Wir haben jetzt 5:3 Punkte in der Tabelle und können recht entspannt ins neue Jahr gehen. Ideal wäre natürlich jetzt im Januar ein Sieg gegen Porz II. Hier ist auch noch eine Rechnung offen. In der letzten Saison trat Porz gegen uns mit absoluter Notbesetzung an und erzielte ein 4-4. Das sollte man dieses mal vermeiden und mit einem Sieg die Weichen Richtung Tabellenspitze stellen.

[Bericht: Christof Sielecki]