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SV Wattenscheid I - SV Dinslaken I 4,5 : 3,5

Oberliga, Runde 2 am 15. Oktober 2017


Knappe Niederlage gegen Wattenscheid – Fehlstart in der Oberliga für die Erste

Unser Saisonstart gegen Münster war nicht gut gelaufen. Trotz unzähliger Chancen stand am Ende nur ein 4:4 Unentschieden, das sich sehr nach einer Niederlage anfühlte. Gegen Wattenscheid sollte es besser werden. Wir wollten an das Match in der Vorsaison anknüpfen, bei dem wir die Wattenscheider 5½:2½ ohne Niederlage geschlagen hatten. Wir mussten allerdings auf IM Benjamin Tereick verzichten, dafür gab Philipp Sonnenschein sein Debut für Dinslaken I und in der NRW-Oberliga.

Der Start des Kampfes war nicht vielversprechend. Wir hatten zwei gute Stellungen in den Partien von Johannes Mundorf gegen FM Ralph Sandkamp und bei Rene Borchert gegen Matthias Körber. Dem standen allerdings einige Probleme gegenüber. IM Christof Sielecki hatte gegen FM Janusch Koscielski eine Überraschung geplant, wurde aber bereits im ersten Zug aus der Vorbereitung befördert – er war plötzlich der Überraschte und verbrauchte viel Zeit. IM Thomas Stomberg hatte gegen FM Walter Wengenroth ausgeglichen, hier war alles in Ordnung. FM Timo Sträter hatte offenbar einen guten Riecher bei seiner Eröffnungswahl gegen Philipp Welzel gehabt. Er spielte eine Nebenvariante, die einiges Gift enthielt. Philipp kannte die beste Antwort nicht und verbrauchte so enorm viel Zeit. Hier war Grund zur Sorge. Ebenfalls unter Druck stand Rainer Ossig gegen Jörg Kähmann. Nicht viel besser waren die beiden verbleibenden Partien an den letzten Brettern. Alexander Nent hatte gegen Stefan Hirsch die Zugreihenfolge verwechselt und hatte anstatt eines leichten Vorteils einen unangenehmen Druck auszuhalten. Philipp Sonnenschein hatte zwar einen Bauern mehr, aber der Gegner hatte hervorragende Kompensation. Das größte Problem war, dass man außer den beiden guten Stellungen ansonsten nirgends eine Gewinnidee ausmachen konnte. Die Positionen waren meistens schlechter ohne Gegenspiel oder eben total gleich.

Eine Ausnahme war allerdings die Partie an Brett Eins. Christof hatte hier nach 18 Zügen 30 Minuten Zeitnachteil und schätzte seine Stellung als klar schlechter ein. Er entschied sich, ein Remis anzubieten, das sein Gegner Janusch Koscielski dann nach rund 30 Minuten akzeptierte. Beide waren sich einig, dass Schwarz hier klar am Drücker war und mit mehr Zeit eigentlich hätte weiterspielen sollen. In der heimischen Computeranalyse zeigt der Computer allerdings, dass die Position dynamisch ausgeglichen war. Vielleicht hätte hier Christof anhand des bedenklichen Standes mehr riskieren können, aber er hatte seine Stellung wirklich als sehr schlecht bewertet – wohl zu unrecht. ½:½

Leider entwickelte sich das Match auch weiterhin nicht gut. Johannes Mundorfs Vorteil verschwand zusehends, während sich die schlechteren Stellungen nicht verbesserten. Schließlich gelang dann Wattenscheid der Führungstreffer durch FM Timo Sträter, der eine schöne Gewinnkombination gefunden hatte. Noch kurz zuvor hätte Philipp mit präzisem Spiel die Lage ausgleichen können, so musste er aber die Waffen strecken. ½:1½

Rene hatte immer noch eine gute Stellung, hier hatten wir einen Punkt fest eingeplant, wenn es überhaupt noch irgend etwas werden sollte. Dann endeten die Partien von Thomas Stomberg ... 1:2

... und Rainer Ossig mit Remis. Rainer musste sich die ganze Zeit verteidigen, hielt die Kiste aber zusammen. 1½:2½

Auch Johannes musste sich dann mit einem Remis abfinden. Irgendwie hat hier der Gegner eine sehr bedenkliche Lage überlebt. 2:3

Mit diesen Ergebnissen stand die Heimmannschaft schon einen Punkt vor dem sicheren Hafen. Das Problem war, dass in den drei noch laufenden Partien einer Gewinnstellung zwei verlorene Stellungen gegenüber standen. Am Ende gewann Rene mit insgesamt sehr guter Leistung seine Partie, ... 3:3

... während Alexander aufgeben musste. Nach sieben entschiedenen Partien war es also immer noch knapp, 4-3 für Wattenscheid.

Also einfach ein Sieg für uns und wir haben das 4-4... leider sprach die Position auf dem Brett eine andere Sprache. Philipp Sonnenschein stand ohne jede Siegchance schlechter, hatte aber nach zäher Verteidigung immerhin ein Remis in Reichweite. Nach kurzer Zeit wurde dieses Remis dann auch Realität, somit 4½ Punkte für Wattenscheid und der verdiente Sieg.

Ich habe selten ein verdienteres 4½ für eine Seite gesehen als für Wattenscheid in diesem Match. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir eine klare Aussicht, das Spiel zu gewinnen, nur mit einigem Wunschdenken ließe sich ein 4-4 konstruieren. Diese Niederlage ist jetzt noch kein Beinbruch, aber sicherlich kein guter Start in eine Saison, in der die Oberliga keinen klaren Abstiegskandidaten aufzuweisen hat. Wir müssen dringend noch Punkte in 2017 holen, um nicht auf einem Abstiegsplatz zu überwintern.

[Bericht: Christof Sielecki]