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SK Münster I – SV Dinslaken I 4,0 : 4,0

Oberliga, Runde 1 am 17.09.2017


Auftakt in der NRW-Oberliga: 4-4 gegen Münster fühlt sich wie eine Niederlage an

Zum Start in die neue Saison fuhren wir zum Aufsteiger nach Münster. Spiele gegen Münster hat der Berichterstatter nicht unbedingt in bester Erinnerung... neben vielen Niederlagen steht da sehr wenig zu Buche. Auf dem Papier waren wir sicher Favorit, aber die Heimmannschaft zeichnete sich durch große Ausgeglichenheit aus. Zwischen dem ersten und dem letzten Brett lagen nur eine handvoll DWZ-Punkte.

Die Bestandsaufnahme nach den Eröffnungen war durchaus erfreulich. Gehen wir mal durch: IM Christof Sielecki hatte gegen FM Jasper Holtel eine etwas bessere Stellung mit mehr Raum. Schwarz stand hier aber sehr solide, es war nichts konkretes in Sicht. Am zweiten Brett hatte IM Benjamin Tereick gegen FM Laurence Webb zunächst bequem ausgeglichen und dann sogar eine bessere Position erreicht. IM Thomas Stomberg war auch leicht am Drücker gegen FM Benedikt Muschik. Er hatte das Läuferpaar, der Gegner aber eine feste Stellung. Einen recht ausgeglichenen Eindruck machte die Partie zwischen FM Kai Wolter und Johannes Mundorf. Der Münsteraner riskierte hier wenig und spielte auf kleine Vorteile. Schwer zu beurteilen war die Lage bei Philipp Welzel gegen Jan-Eric Chilla. Schwarz hatte hier einen Bauern eingestrichen, aber dafür hatte Phlipp sehr gutes Spiel. In der Partie zwischen FM Christoph Kamp und Rene Borchert mussten beide Spieler früh eigene Wege gehen und Zeit investieren. Rene erspielte sich hier eine chancenreiche Position, die aber wirklich schwer zu behandeln war. An den beiden letzten Brettern waren die Stellungen am unerfreulichsten. Rainer Ossig hatte gegen Georg Rott eher das leicht schlechtere Spiel erhalten, stand aber noch sehr solide. Sehr merkwürdig hingegen war der Verlauf am achten Brett zwischen Alexander Nent und Julius Virnyi. Alexander hatte eine sehr schlechte Position, aber der Münsteraner dachte selbst über die offensichtlichsten Züge gefühlte Ewigkeiten nach. Alex hatte hier kaum etwas verbraucht, während bei Weiß schon eine Stunde abgelaufen war.

Nach einiger Zeit klärte sich die Lage etwas. Thomas Stomberg hatte mit seinem Gegner remis vereinbart. Ein Fortkommen war in der Stellung sehr schwer geworden. ½:½

Diese Remisentscheidung war aber auch dadurch motiviert, dass wir sonst sehr gut standen. Christof Sielecki und Benjamin Tereick hatten mittlerweile großen Vorteil, Rene Borchert hatte Material gewonnen und Rainer Ossig hatte sich erholt und stand ausgeglichen. Bei Philipp Welzels Partie war es sehr kompliziert. Objektiv war es wohl für ihn sehr gut, aber es war außerordentlich trickreich. Alexander Nent stand immer noch sehr schlecht, aber der Gegner nutze bereits nur noch den Zeitbonus aus – hier konnte man auf diesen Faktor hoffen. Johannes Mundorfs Partie sah in etwa ausgeglichen aus. Zu diesem Zeitpunkt hätten selbst extreme Pessimisten einen bequemen Sieg für Dinslaken erwartet. Dann passierten jedoch einige wunderliche Dinge.

Obwohl es dazu einige Gelegenheiten gab fand Christof keinen simplen Gewinn. Irgendwie ging es immer weiter, zwar stand er auf Gewinn, aber total aus war es nicht. Benjamin hatte leider falsch abgewickelt. Auf dem Brett fand sich ein Turmendspiel mit Mehrbauern ein, daß nach menschlichem Ermessen einfach Remis war. Philipps Partie hatte mehr Wendungen als ein schlechter Horrorfilm. Immer wenn man dachte, der Gegner wäre jetzt tot, stand er irgendwie doch wieder auf. Plötzlich bildete sich ein gefährlicher a-Freibauer. Man ahnt schon, wie es ausging. Diese Partie ging tatsächlich verloren und wir waren hinten. ½:1½

Glücklicherweise machte Rainer den Ausgleich. Bei knapper Zeit verlor sein Gegner die Übersicht und wurde am Königsflügel überrollt, Ausgleich für uns. 1½:1½

Dann gingen wir sogar in Führung, da Alexanders Gegner, mittlerweile nach Zeitnotpatzern auch in Verluststellung, die Bedenkzeit überschritt. 2½:1½

Diese Freude währte aber nur kurz. Johannes musste aufgeben, nachdem sein Gegner plötzlich einen Angriff auf den König bekommen hatte. Hier spielte die Bedenkzeit auch eine wichtige Rolle. Unterm strich hieß das Ausgleich zum 2½ : 2½.

Es liefen noch drei Partien und diese waren eigentlich eindeutig. Christof stand immer noch auf Gewinn, Rene hatte die Qualität mehr, aber es war technisch schwer. Benjamin hatte das Turmendspiel mit Mehrbauern. Dieses endete dann auch als erstes mit Remis, ein enttäuschendes Resultat einer einseitigen Partie. 3:3

Nun entstand bei Christof die kritische Stellung. Sein Gegner Jasper Holtel verteidigte sich in verzweifelter Lage geschickt. Er gab eine Figur für Gegenspiel, da Christofs König etwas offen stand. Interessanterweise gab es aber auch die Option, selber die Partie durch ein Dauerschach zu beenden. Er sah die beste Variante (wie der Computer hinterher bestätigt), war sich aber unsicher, da der König so offen war und es gegen Springer und Dame immer problematisch ist. Hier war erstmals in der Partie, die ja eher einseitig war, die Möglichkeit einer Niederlage gegeben. Da Rene immer noch Siegchancen hatte und er mittlerweile verunsichert war, willigte Christof in das Dauerschach ein. In der Heimanalyse zeigte sich dann, das die von ihm berechnete Fortsetzung relativ leicht gewonnen hätte. Wie man es macht, man macht es falsch.... 3½:3½

Unterdessen kämpfte Rene weiter um den Sieg. Er hatte das Material, aber keine Zeit und der Gegner noch einen Springer, der immer in Zeitnot ein unangenehmer Faktor ist. Mehrere Male wurde hier die Uhr auf zwei Restsekunden runter gespielt. Am Ende musste Rene in ein Remis einwilligen, da keine Fortschritte mehr erzielbar waren. 4:4

Am Ende steht ein Mannschaftsremis, das die Münsteraner jubeln und uns enttäuscht zurück ließ. Nach komplett einseitigen Verlauf steht nur ein Mannschaftspunkt zu Buche. Die Verwertung der Chancen muss sich deutlich verbessern, wenn wir dieses Jahr eine gute Rolle in der Liga spielen wollen.

[Bericht: Christof Sielecki]