Stats

ImpressumSitemapKontakt

29.10.-2.11.2013: Bezirksjugendeinzelmeisterschaft 2013/2014 in Kranenburg

„Matthias!“ schallt es durch die Fußballhalle.
Ich renne von meinem Tor hinüber zu der 'Tribüne'. Der Mann, der gerufen hatte, war Lars, Betreuer der BJEM, der Bezirksjugendeinzelmeisterschaft, er hat Kai, 11 Jahre alt, in der Mangel. Kai ist ein Vereins- und Mannschaftskollege von mir.
Ich schaue empört nach oben: „Was ist?“
„Kai hat Angst alleine auf die Nachtwanderung zu gehen, und möchte, dass du mitkommst!“
Ich höre einen stillen Protest zwischen den Fingern von Lars hervorkriechen, welcher schnell wieder endet: „Das stümmt nücht...“
Ich fange an zu lachen, als ich Lars grinsen sehe, und willige ein.

Zur Vorgeschichte: Kai wollte wohl nicht zur Nachtwanderung mitkommen, und Lars hatte ihn gefragt, was er denn sonst tun wolle. Kais Antwort: "Ich tue nur das, was Matthias macht". Lars Lösung der "Krise" war simpel und einfach: Mich dazu bringen die Nachtwanderung durch den Wald nahe der Jugendherberge Wolfsberg bei Kranenburg mitzumachen.
Dazu muss man sagen, dass ich mir den Abend eigentlich vollkommen anders vorgestellt hatte. Gemütlich mit neu gefunden Freunden im Gemeinschaftsraum sitzen und Karten spielen, noch ein bisschen diskutieren und sich ganz geschmeidig schlafen legen.
Durch diese Aktion habe ich mir noch die Schuhe versaut, - die im Übrigen jetzt im Mülleimer vor sich hin modern -, und Kai war die Dauer der Wanderung über etwa eine Minute bei mir und hat mit mir geredet, aber trotz allem war es ein schöner Abend, so wie eigentlich jeder bei diesem Schachturnier...

Herzlich willkommen zu meiner Exklusiv-Sonderreportage über die diesjährige BJEM, den Turnierverlauf und das Rahmengeschehen, welche wir Teilnehmer, sechzig an der Zahl, in der zweiten Herbstferienwoche erlebt haben. Bitte verzeihen Sie, dass ich hauptsächlich aus meiner eigenen Perspektive berichte, aber meine eigenen Augen sind nun mal die Einzigen, die ich habe. Wo fange ich an? Am besten bei der Ankunft. Ich war mit zwei anderen Mannschaftskollegen, Philip und Sven, in der Jugendherberge angekommen, und wir schleppten unsere Reisetaschen, welche aussahen, als würden wir für zwei Wochen in den Urlaub fahren,(die ganzen Süßigkeiten, Cola-Flaschen etc.) die Treppe in den Innenhof der Jugendherberge hinunter, als auch schon Kai und Alessio, ebenfalls aus meinem Verein, uns begrüßten. Nach kurzen Begrüßungsfloskeln wurden uns von Andreas Walter, ebenfalls im SV-Dinslaken und Betreuer bei der BJEM, unsere Zimmer gezeigt. Während Philip zu den anderen U18ern in den Keller musste, wurden Sven und ich in ein Zimmer gegenüber dem Aufenthaltsraum geführt. Dort nahmen uns zwei weitere Zimmergenossen in Empfang, und Sven, welcher einen der beiden noch aus dem letzten Jahr kannte, machte uns bekannt. Im Laufe des Tages lernten wir noch die restliche Zimmerbelegschaft kennen.

Kurze Zeit nach dem Mittagessen fing auch schon die erste Runde an. Wir wurden in den Spielsaal geführt, in dem die Schachbretter bereits aufgebaut standen, - sehr viele Schachbretter, gut, dass ich die nicht alle aufbauen mußte -, und die Leiter allesamt schon auf uns warteten, dann wurden die Paarungen bekannt gegeben, und wir fingen an zu spielen. Die Stimmung in dem Raum war eine ganz andere als bei Mannschaftskämpfen. Man war viel lockerer drauf und wagte es auch mal ein wenig zu reden, zum Leidwesen der Spielleiter, doch wir spielten eine gute Partie und verließen einer nach dem anderen den Spielsaal. Nun wartete auf uns noch ein halber Nachmittag, welcher dazu genutzt wurde, die eigenen Partien, die der neuen und alten Freunde zu analysieren, Karten, Tischtennis oder Fußball zu spielen.
Bald gab es dann auch nun Essen, und wir gingen in unser Zimmer oder in den Gemeinschaftsraum, um bis um dreiundzwanzig Uhr (für die U16er) noch weiter zu reden oder zu spielen, dann kam der bereits erwähnte Betreuer Lars in unser Zimmer um für Ruhe zu sorgen, sodass wir alle schliefen. Liebe Eltern, natürlich haben wir uns alle streng an die Schlafenszeiten gehalten ;-) ;-) ;-)

Die nächsten Tage bis zum Donnerstag vergingen wie im Flug, und an diesem dritten Tag gab es nur eine Runde, und dann wurde ein anderes Event gestartet, entweder Doppelkopf lernen, oder Capture the Flag! Das Ziel hierbei ist es, die gegnerische Flagge zu finden, zu entführen und erfolgreich zum Schiedsrichter zu bringen, dabei nicht von den Flaggenbesitzern erwischt zu werden. Wir verbrachten etwa zwei Stunden auf dem riesigen Gelände und kämpften um die Flagge.

img_9624.jpgAm Samstag wurde dann die letzte Runde ausgespielt. Nach dem Mittagessen kamen unsere Eltern, um der Siegerehrung beizuwohnen und um uns nach Hause zu fahren, ein spaßige Woche ging zu Ende, doch die Handynummern unter den Zimmerkollegen sind ausgetauscht, und man redet immer wieder über eine der schönsten und lustigsten Zeiten dieses Jahres...


Auf nebenstehendem Bild: Die Dinslakener Teilnehmer (im Uhrzeigersinn) Matthias (auf 12 Uhr), Sven, Kai, Alessio und Philip (auf 11 Uhr).

Zu den Ergebnissen von 
- Kai und Alessio in der U12,
- Sven und Matthias in der U16, und
- Philip in der U18.



[Bericht: Matthias "DJVu" Horstkamp, Foto: Familie Ciomperlik]