Jugend-Bezirksliga
4. Runde, 21.01.2012: Schachverein Wesel II - SV Dinslaken 1 : 3
Diese Runde war sehr stark geprägt von der zeitgleich stattfindenden 1. Runde des Bundes-Viererpokals. Der SV Dinslaken hatte sich um die Ausrichtung bemüht, und der DSB hatte dem entsprochen. Infolgedessen hatten wir unsere Gegner aus Wesel gebeten, den Mannschaftskampf in Dinslaken durchzuführen, wobei sich auch für die Weselaner die Möglichkeit ergab, nach dem Kampf bei einer deutschen Meisterschaft zu kiebitzen. Trotzdem herzlichen Dank für die Umstände an den Schachverein Wesel.
Schon beim Training am Vormittag zeigte sich, dass heute alles etwas anders ablaufen würde als gewohnt. Einige Jungs mußten beim Aufbauen helfen, die chicen Holzbretter und Holzfiguren wurden zum Schauplatz des Bundesturniers, ungefähr 200 m nebenan, gebracht, für uns blieben nur die guten alten Plastikplanen und -figuren. Wir mußten sogar noch Berthold Plischke, den Betreuer der Weseler, anrufen, und um die Mitbringung von ein paar Schreibunterlagen bitten.
Dabei deutete sich bereits an, dass Wesel nicht vollständig antreten würde. Als die Gegner dann bei uns auf der Matte standen, stellte sich zumindest heraus, dass noch ein weiterer Spieler gefunden wurde, so dass nur eine Partie kampflos ausging, nämlich an Brett 2 holte Michael Jakubowski den 1. Punkt durch bloße Anwesenheit. 1 : 0
An Brett 3 traf Julian Reusch auf Markus Müller. Beim Match der 2. Jugendmannschaft habe ich ihm gesagt, dass er noch zu schnell spielen würde. Dies nahm er sich offensichtlich zu Herzen. Mit ca. 45 Minuten für 21 Züge ist er voll im grünen Bereich. Seine Stellung war immer haltbar, und schließlich schenkte der Gegner ihm die Möglichkeit zu einem einzügigen Matt, dass Julian dann auch ausnutzte. 2:0
Lennart Brockhaus spielte an Brett 4 gegen Veit Lindner. Lennart setzte ihn von Beginn an unter Druck. Ob man dafür allerdings wirklich die Bauernstruktur am Damenflügel in einen Schweizer Käse verwandeln muß, darüber unterhalten Lennart und ich uns ein anderes Mal. Sein Gegner gab allerdings einen Bauern ab, und insofern hatte Lennart ausreichend Kompensation. Lennart baute in der Folge seinen Vorteil kontinuierlich aus und, ganz Praktiker, stellte ihm schließlich eine tödliche Falle, in die der Gegner auch hineintappte. Fünf Züge später gab dieser dann auch entnervt auf. 3:0
Nur die Begegnung am Spitzenbrett war noch offen. Zum wiederholten Male trafen hier Philip Brockhaus und Jan Werk aufeinander. Man merkte, dass Jan die Scharte der letzten Partie auswetzen wollte. Trotzdem kam Philip in einen guten positionellen Vorteil, und ... patzte. Schwupps, weg war die Qualle durch einen Läuferspieß auf Dame und Turm. Jetzt hatte Jan das Heft fest in der Hand, und obwohl Philip wie ein Löwe kämpfte, mußte er sich letztlich doch geschlagen geben. 3:1
[Dirk Stoppacher]
3. Runde, 3.12.2011: SV Dinslaken - TV Bruckhausen 3 : 1
Auf Grund der Tatsache, dass niemand in der Lage war, Michael nach dem Spiel nach Hause zu bringen, traten wir leicht ersatzgeschwächt mit Kai Schmid an Brett 4 an. Die Gegner revanchierten sich aber: Timo Schumacher, der eigentlich an Brett 1 gegen Philip Brockhaus gespielt hätte, war kurzfristig erkrankt, sodass wir den ersten Punkt kampflos erhielten. 1 : 0
Zuerst endete die Partie von Kai Schmid an Brett 4. Sein Gegner Raphael Hoffmann stellte kurz nach der Eröffnung einen Springer weg. Wegen seiner geringen Spielerfahrung wusste Kai aber noch nicht, was er mit der gewonnenen Stellung machen musste. So startete sein Gegner einen langwierigen Matt-Angriff, der bis zum Schluss abwehrbar war, doch ebenfalls mangels Erfahrung erkannte Kai diesen nicht. Die Erfahrung kommt aber mit der Zeit, genauso wie Kais Punkte. 1 : 1
Nachdem Julian Sper an Brett 2 gegen Daniel Schroller etwas besser aus der Eröffnung gekommen war, verschenkte er einen Bauern. Ein wenig Getausche später, fand er sich in einem schlechteren Endspiel mit Turm gegen Läufer und Springer bei jeweils 5 Bauern wieder. Da sein Gegner aber wohl nicht mit den Künsten des Endspiels vertraut war, kippte die Partie mehr und mehr, bis Julian schließlich auf Gewinn stand und sicher den Punkt nach Hause holte. 2 : 1
An Brett 3 gelang es Dennis Großmann in der Eröffnung durch ein gezieltes Turmschach, seiner Gegnerin Miriam Moseler die Rochade zu vermasseln. Später konnte er ihr in einem bereits besseren Endspiel eine Figur weggabeln. Kurz darauf gab sie dann auf, da kaum noch Gegenspiel möglich war und ihre allesamt isolierten Bauern einfach abgeholt werden konnten. 3 : 1 Endstand
Momentan stehen wir in der Tabelle hinter dem SK Xanten auf dem 2. Platz. Wenn wir also weiter fleißig Punkte holen, ist der Aufstieg durchaus noch in Reichweite.
[Philip Brockhaus]
2. Runde, 12.11.2011: Turm Kamp-Lintfort - SV Dinslaken 2 : 2
Dieses Mal hat der Bericht des Mannschaftskampfs etwas auf sich warten lassen. Die Schuld daran trägt alleine Lennart!!!!! (^_~)
Nach dem Mannschaftskampf meinte er auf der Rückfahrt, dass er unbedingt den Bericht schreiben wollte. Natürlich waren wir gerade in der Haarnadelkurve zwischen Sonsbeck und Rheinberg auf der A57 als er mich damit überraschte. Ich touchierte also kurz die Leitplanke, brachte mühsam den Wagen wieder in gerade Ausrichtung, und mußte doch ein wenig schlucken, ehe ich antwortete: "Neinnein, mein Freund, die Berichte schreibe immer noch ich, und da bestehe ich auch drauf."
Lennart antwortete: "Du vergißt wohl, dass ich jetzt der neue Jugendsprecher bin. Wenn Du mich den Bericht nicht schreiben läßt, gehe ich zu Dieter und beschwere mich über Dich. Dann hast Du Deinen letzten Bericht geschrieben!"
Und schon begann eine Zeit der Intrigenspinnerei und des heftigen Kriegszustands. Schließlich einigten Lennart und ich uns darauf, die Sache auszufechten. Nach dem Vereinstraining am Donnerstag wollten wir beide uns hinter dem Jugendheim treffen und uns solange mit Wattebäuschchen bewerfen, bis einer von uns aufgibt, oder alternativ, bis einer von uns ins Koma fällt. \(^_^)/
Doch dazu kam es nicht. Die Schule spielte Lennart einen Streich, und so muß er jetzt seine kostbare Zeit damit verbringen, irgendso ein Schulreferat zu verfassen. So wichtig sind die Dinger ja nun auch nicht, - sagt ein Schachtrainer, der von der Schule nie so wirklich begeistert war.
Gehen wir also jetzt in Medias Res. Ich weiß leider nicht, wie die Anreise der restlichen Mannschaft war. Meine Aufgabe war es, wieder den Helden zu spielen. (^_^)/"
Und deshalb warf ich mich in meine Robin-Hood-Strumpfhosen, - richtig heldenhaft -, und machte mich auf nach Uedem, um Michael abzuholen. Kein Problem diesmal, der Rothe Berg war immer noch da, wo ich ihn zurückgelassen hatte, und auch das Gymnasium in Kamp-Lintfort, die Arena unserer Gladiatoren, hatte keinen Standortwechsel durchgeführt. Wir kamen nur Augenblicke nach der übrigen Mannschaft an, Herrn Brockhaus bekamen wir noch zu Gesicht.
Die erste Entscheidung fiel an Brett 4, wo der krankheitsgeschwächte Dennis Großmann, DWZ 921, auf Niko Olligs, DWZ 1073, traf. Von einer Begegnung aus der letzten Saison habe ich Niko als harmlos in Erinnerung. Er hat aber merklich an sich gearbeitet, und ist mittlerweile ein knackiger Gegner geworden. Und wenn man dann noch neben sich steht, kann es schon mal vorkommen, dass man den ganzen Punkt wegstellt. 0:1
Dafür ging der Punkt an Brett 3, Julian Sper (DWZ 1201) gegen Simon Stark (DWZ 1088) an uns. Durch eine Kombination konnte Julian einen Bauern aus der gegnerischen Königsstellung raushacken. Simon mußte schon akkurat spielen, um nicht noch mehr zu verlieren. Diesen Vorteil ließ Julian sich auch nicht mehr nehmen, sondern wandelte ihn souverän in ein gewonnenes Endspiel um. 1:1
In der Begegnung an Brett 1 hatte Philip Brockhaus (DWZ 1256) gegen Luka Olligs (DWZ 1253) von Anfang an die bessere Stellung. Er verfügte über Raumvorteil und Druck auf die Königsstellung. Luka gelang es aber, eine Auffangstellung aufzubauen und es war lange Zeit nicht klar, ob es Philip gelingen würde, seinen Vorteil umzusetzen. Philip drehte unablässig an der Schraube und erhöhte den Druck, bis die gegnerische Abwehr schließlich Sprünge bekam und dann zusammenbrach. 2:1
Michael Jakubowski (DWZ 1312) hatte es damit gegen Lukas Kannenberg (DWZ 1143) in der Hand, der Mannschaft zum Sieg zu verhelfen. Er kam an Brett 2 eigentlich auch etwas besser aus der Eröffnung, verschenkte aber seinen Vorteil nach und nach, bis schließlich der Gegner Vorteil hatte und diesen immer weiter ausbaute. Aus dem Gespräch mit Michael hinterher ging hervor, dass er während der Spielzeit seine Stellung überschätzt hatte, nicht wußte, dass er vor Problemen stand. Als der Gegner unwiderruflich Materialvorteil erringen konnte, war Michael davon überrascht. Michael könnte also etwas Extra-Training im Bereich Stellungsbewertung vertragen. Dafür gibt es doch ein schönes Buch von Hort und Jansa, mal schauen, ob wir das nicht für Michael auftreiben können. Dieser Punkt aber ging verdient an Lukas Kannenberg, der übrigens auch Philip schon das Leben auf der BJEM schwer gemacht hat. 2:2
[Dirk Stoppacher]
1. Runde, 01.10.2011: SV Neukirchen-Vluyn - SV Dinslaken 0,5 - 3,5
Schon nach kurzer Zeit spielte Janis mit dem Gedanken an ein frühes Remis. Seine Stellung an Brett 3 gegen Timo Massold war zu dem Zeitpunkt deutlich besser, wenn auch noch kein eindeutiger Gewinnweg erkennbar war. Und auch der DWZ-Vorsprung von 100 Punkten sprach eher für Janis. Schließlich spielte er dann weiter, richtig so.
In dieser Lage konnte Michael seine Partie an Brett 2 gegen Nils Dreger entscheiden. Michael stand von Anfang an besser, sein Gegner hatte eine völlig kaputte Bauernstruktur, dann bekam Michael Materialvorteil, dann bekam er massiven Materialvorteil, schließlich übersah er eine Möglichkeit, dem Gegner auch noch den anderen Turm wegzunehmen, aber als er seinen Bauern durchbringen konnte, gab der Gegner dann doch auf. 1:0
Kurze Zeit später, in katastrophaler Stellung, bot Lennart an Brett 4 seinem Gegner Jason Harling Remis an. Er hatte bereits Materialnachteil und seine Stellung war kurz vor dem Zusammenbruch. Ich war mir ganz sicher, dass Jason das Remis ablehnen würde, - schließlich stand er auf Gewinn, und seine Mannschaft konnte den vollen Punkt gut gebrauchen -, und wäre fast aus den Socken geflogen, als er fast ohne zu überlegen, das Remis annahm! 1½:½
Draußen auf dem Schulhof, bei schönstem Spätsommerwetter analysierten wir die bislang abgeschlossenen Partien. Kurz danach kam auch Janis heraus, stolz wie Oskar. Er hatte seine Partie, und damit den Mannschaftskampf, gewonnen. Ich frage mich immer noch, wie er überhaupt auf die Idee kam, Remis zu machen. 2½:½
Philips Partie an Brett 1 zog sich noch ein Weilchen hin. Sein Gegner Sven Zapp mußte mit einer DWZ von 1200+ ernst genommen werden. Trotzdem stand Philip nie schlechter, und baute seinen Vorteil kontinuierlich aus. Sein Gegner unterstützte ihn allerdings dabei durch Verzicht von 18. ... Txd2 mit Vorteil Schwarz. Danach war Schwarz allerdings völlig chancenlos, und Philip holte sich den wohlverdienten vollen Punkt: 3½:½.
[Dirk Stoppacher]